Die Wien-Wahl ist ein entscheidender Gradmesser für die politische Situation in Österreich. Wie und mit welchen inhaltlichen Schwerpunkten der Wahlkampf geführt wird und welche Politik die Stadt in den nächsten Jahren prägt, ist nicht nur für alle in Wien lebenden Menschen von großer Bedeutung, sondern hat weit über den lokalen Kontext hinaus Signalwirkung. In zugespitzter Form schlagen sich bei dieser Wahl die parteipolitischen Tendenzen der letzten Jahre und Jahrzehnte nieder: Aufgrund ihrer anhaltenden Krise ist die Sozialdemokratie mehr denn je vom Erhalt ihrer starken Machtposition und des Mythos Rotes Wien abhängig.
Katharina Hajek und Benjamin Opratko fragen, welche Effekte die globale Wirtschaftskrise auf gegenwärtige Geschlechterverhältnisse hat. Was sind die vergeschlechtlichten Dimensionen der staatlichen Krisenbearbeitungsstrategien? Und was sagt die Beschäftigung mit Geschlechterpolitik in der Krise über beliebte Thesen vom „Ende des Neoliberalismus“ aus?
Rezension: Harvey, David: Kleine Geschichte des Neoliberalismus, Zürich: Rotpunktverlag 2007, 24,70 €
Prekäre Beschäftigungsverhältnisse müssen stets aufs Neue politisch durchgesetzt werden. Wie die EU-Kommission als Motor der Zwangsflexibilisierung und sozialen Verunsicherung wirkt, zeigen Mario Becksteiner und Florian Reiter.
Rezension: Mike Davis: Planet der Slums. Berlin: Assoziation a 2007. 20,60 €
Rezension: Peter Bathke, Susanne Spindler (Hg.): Neoliberalismus und Rechtsextremismus in Europa. Zusammenhänge – Widersprüche – Gegenstrategien. Berlin: Dietz 2006. 15,40 €
Rezension: Sylvia Kuba (Hg.): Im Klub der Auserwählten. Soziale Selektion an der Universität. Analysen und Strategien. Wien: Löcker Verlag 2007. 15,50 €
Die Hoffnungen, mit einem sozialdemokratischen Kanzler ein „Ende der Wende“ herbei zu wählen, wurden in den Koalitionsverhandlungen brutal zerschlagen. Jedoch darf die Überraschung ob der unerwarteten Dreistigkeit, mit der Gusenbauer und Konsorten das Programm der Regierung Schüssel fortsetzen, nicht darüber hinwegtäuschen, dass die SPÖ wesentlich jenes Modell übernommen hat, das von der europäischen Sozialdemokratie schon seit einem Jahrzehnt vorexerziert wird. „Sozialismus, der fällt nicht vom Himmel“, sangen einst die Schmetterlinge in der „Proletenpassion“. Eine neoliberale Sozialdemokratie auch nicht, schreibt Benjamin Opratko.
Sex begegnet uns heute überall. Die letzten Tabus scheinen gebrochen. Aber ist das wirklich die sexuelle Befreiung, für die Frauen Jahrzehnte lang gekämpft haben? Maria Asenbaum und Kristina Botka untersuchen die Kultur der Neuen Sexiness und stellen sie in den Kontext neoliberaler Machtstrukturen.
Rezension: Markus Marterbauer: Wem gehört der Wohlstand? Perspektiven einer neuen österreichischen