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	<title>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis</title>
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	<description>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis</description>
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		<title>8. Mai Rechtsextremen Aufmarsch verhindern!</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 14:34:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>

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		<description><![CDATA[
8. Mai: Rechtsextremen Aufmarsch verhindern!
Offensive gegen Rechts ruft zur DEMONSTRATION, 8. Mai, 17.00, Uni Wien (Schottentor) auf
Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Dieses Datum ist Symbol f&#252;r das Ende des Nationalsozialismus, der Millionen Menschen das leben kostete.  An diesem Tag betrauern rechtsextreme Burschenschafter jedes Jahr die „totale Niederlage“ und gehen auf die Stra&#223;e, um ihrer „Held_innen“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-thumbnail wp-image-2484 alignnone" title="gruen_Flyer_web_small-264x300" src="http://www.perspektiven-online.at/wp-content/uploads/2012/05/gruen_Flyer_web_small-264x300-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></p>
<h2 style="text-align: center;">8. Mai: Rechtsextremen Aufmarsch verhindern!</h2>
<p><strong><a href="http://www.offensivegegenrechts.net" target="_blank">Offensive gegen Rechts</a> ruft zur DEMONSTRATION, </strong><strong>8. Mai</strong>, <strong>17.00, </strong><strong>Uni Wien (Schottentor) auf</strong></p>
<p>Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus. Dieses Datum ist Symbol f&#252;r das Ende des Nationalsozialismus, der Millionen Menschen das leben kostete.  An diesem Tag betrauern rechtsextreme Burschenschafter jedes Jahr die „totale Niederlage“ und gehen auf die Stra&#223;e, um ihrer „Held_innen“ zu gedenken. Unter „Held_innen“ verstehen sie dabei jene Personen, die in den bewaffneten Verb&#228;nden der Nazis f&#252;r die Interessen des NS-Regimes gek&#228;mpft haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch dieses Jahr ist wieder ein rechtsextremer Aufmarsch geplant. Das werden wir nicht hinnehmen. Wir mobilisieren zu einer Gegendemonstration, mit dem Ziel, den Aufmarsch zu verhindern. Angesichts der Opfer f&#228;llt es schwer von einem Feiertag zu sprechen. Dennoch ist er das, da der von den Nazis angezettelte Krieg und die unvergleichlichen Verbrechen endlich ein Ende hatten. Der 8. Mai ist somit ein symbolisch wichtiger Tag der Befreiung.</p>
<p style="text-align: justify;">N<strong>azi-Aufmarsch stoppen!</strong><br />
Vertreter_innen der FP&#214; spielen bei der „Gedenkveranstaltung“ eine zentrale Rolle. Im letzten im Jahr musste HC Strache letztes Jahr seine Rede aufgrund von politischem Druck absagen, stattdessen wurde die „Totenrede“ von FP&#214;-Landtagsabgeordneten Wolfgang Jung gehalten. Dieser fiel zuletzt durch die ideologische Verteidigung des rechtsextremen WKR-Balls am 27. J&#228;nner. Auch am 8. Mai gibt die FP&#214; den Burschenschaften wieder R&#252;ckendeckung und ehrt gemeinsam mit ihnen NS-T&#228;ter_innen. Diese klar rechtsextreme Positionierung verwundert umso weniger, als deutschnationale Burschenschaften und FP&#214; eng miteinander verwoben sind.<br />
Vor dem Hintergrund aktueller Umfragen, die die FP&#214; beinahe gleichauf mit den Regierungsparteien sehen, ist es wichtig ihre Verbindungen zum Rechtsextremismus zu thematisieren und zu verurteilen. Rechtsextreme, sexistische, homophobe und antisemitische Aussagen von FP&#214;-Politiker_innen d&#252;rfen nicht widerstandslos zum Alltag werden. Gleichzeitig wollen wir aufzeigen, dass die FP&#214; gerade aufgrund der Krise und der Umw&#228;lzung der Kosten der Krise von oben nach unten an Stimmen gewinnt. Daher muss eine Strategie gegen die FP&#214; auch darin bestehen, soziale Errungenschaften gegen fortw&#228;hrende Angriffe durch Sparpakete zu verteidigen und f&#252;r ihren Ausbau zu k&#228;mpfen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>An Erfolge des 27. J&#228;nners ankn&#252;pfen!</strong><br />
Am 27. J&#228;nner ist es tausenden Antifaschist_innen durch die Blockaden an zentralen Punkten gelungen, den rechtsextremen WKR-Ball massiv zu st&#246;ren. Das war ein gro&#223;er Erfolg der antifaschistischen Mobilisierung, die auf eine breite Demonstration bei gleichzeitig stattfindenden Aktionen zivilen Ungehorsams gesetzt hat. Es gilt jetzt an diesen Erfolg anzukn&#252;pfen.<br />
Der 8. Mai ist kein Tag der Trauer, sondern der Tag der Befreiung und des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus! Das bedeutet f&#252;r uns, den Anf&#228;ngen zu wehren und gegen alle Formen von Rassismus zu k&#228;mpfen.</p>
<p style="text-align: center;"><strong> Ihre Niederlage – unsere Befreiung! Rechtsextremen Aufmarsch verhindern!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Infos zur Route der Demonstration und weitere Texte finden sich auf der Homepage der <a href="http://www.offensivegegenrechts.net/?p=767" target="_blank">Offensive gegen Rechts</a>.</p>
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		<title>Burschibummel verhindern!</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 19:26:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Was sich jeden Mittwoch auf der Rampe der Universit&#228;t Wien abspielt mag auf den ersten Blick recht harmlos – sogar ein bisschen l&#228;cherlich – wirken. Hinter den bunten K&#228;ppchen und Scherpen steckt aber weit mehr als ein paar M&#228;nner* die auf Verkleidungen stehen. 
Burschenschaften stehen f&#252;r eine Ideologie, der kein Raum gegeben werden darf. Weder auf der Uni, noch in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was sich jeden Mittwoch auf der Rampe der Universit&#228;t Wien abspielt mag auf den ersten Blick recht harmlos – sogar ein bisschen l&#228;cherlich – wirken. Hinter den bunten K&#228;ppchen und Scherpen steckt aber weit mehr als ein paar M&#228;nner* die auf Verkleidungen stehen. </p>
<p>Burschenschaften stehen f&#252;r eine Ideologie, der kein Raum gegeben werden darf. Weder auf der Uni, noch in der Gesellschaft. Sie stehen f&#252;r Sexismus, Antisemitismus, Rassismus, Homo- und Transphobie,&#8230; </p>
<p>Es gilt den v&#246;lkischen Verbindungen entgegenzutreten, egal ob Mittwochs auf der Unirampe, oder wenn sie der Befreiung vom Nationalsozialismus als &#8220;totale Niederlage&#8221; betrauern.</p>
<p>Deshalb: Burschibummel am 18. April 2012, 11.30 Rampe am Haupteingang der Universit&#228;t Wien</p>
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		<title>Revolte in der Eurozone? Europ&#228;isches Krisenmanagement und Strategien des Widerstandes</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Mar 2012 08:27:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Diskussionsveranstaltung mit Thomas Sablowski
Dienstag, 20. M&#228;rz 2012
20 Uhr
HS1, NIG, Universit&#228;t Wien

Getragen von einem breiten B&#252;ndnis an Organisationen, Initiativen  und Einzelpersonen werden vom 17. bis zum 19. Mai in Frankfurt Tage des Protestes gegen das Krisenregime der Europ&#228;ischen Union  stattfinden. Mit Massenprotesten, Blockaden und Besetzungen soll ein klares Zeichen gegen die Verw&#252;stung Griechenlands und anderer L&#228;nder, gegen die Verarmung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diskussionsveranstaltung mit Thomas Sablowski<br />
Dienstag, 20. M&#228;rz 2012<br />
20 Uhr<br />
HS1, NIG, Universit&#228;t Wien<br />
<span id="more-2456"></span></p>
<p>Getragen von einem breiten B&#252;ndnis an Organisationen, Initiativen  und Einzelpersonen werden vom 17. bis zum 19. Mai in Frankfurt Tage des Protestes gegen das Krisenregime der Europ&#228;ischen Union  stattfinden. Mit Massenprotesten, Blockaden und Besetzungen soll ein klares Zeichen gegen die Verw&#252;stung Griechenlands und anderer L&#228;nder, gegen die Verarmung und Entrechtung von Millionen und die faktische Abschaffung demokratischer Verfahren in der Folge von Beschl&#252;ssen der Troika (EZB, EU und IWF) gesetzt werden. An der europaweiten Mobilisierung f&#252;r diese Aktionstage wollen wir uns in Wien beteiligen. Deshalb laden wir dazu ein, gemeinsam &#252;ber die Ursachen der aktuellen (Euro-)Krise zu diskutieren und nach M&#246;glichkeiten f&#252;r einen breiten Widerstand gegen die Krisenpolitik der Herrschenden zu suchen.</p>
<p>Diskussionsveranstaltung mit:<br />
Thomas Sablowski (Dozent an der Universit&#228;t Frankfurt und<br />
Redakteur der Zeitschrift PROKLA)<br />
Renate (Redaktion der Zeitschrift grundrisse)</p>
<p>Wann: Dienstag, 20. M&#228;rz, 20 Uhr<br />
Wo: Hs. 1, Institut f&#252;r Politikwissenschaft, 2. Stock, Neues<br />
Institutsgeb&#228;ude (NIG), Universit&#228;tsstra&#223;e 7/2<br />
Unterst&#252;tzt von: grundrisse. zeitschrift f&#252;r linke theorie &#038; debatte, Prek&#228;rcafé, Perspektiven. Magazin f&#252;r linke Theorie und Praxis</p>
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		<item>
		<title>Definitionsmacht und sexualisierte Gewalt</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2012/01/31/definitionsmacht-und-sexualisierte-gewalt/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 12:48:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Definitionsmacht]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>

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		<description><![CDATA[In den letzten Wochen haben wir uns ausf&#252;hrlich mit dem Thema sexualisierte Gewalt besch&#228;ftigt. In diesem kurzen Papier halten wir erste Ergebnisse unserer Diskussionen und unser Bekenntnis zum Konzept der Definitionsmacht fest.

1. Als emanzipatorische Organisation teilt Perspektiven einen antisexistischen Grundkonsens. Das bedeutet, dass wir gegen strukturelle, geschlechtsspezifische Machtverh&#228;ltnisse sowohl gesellschaftspolitisch ank&#228;mpfen, als auch auf individueller Ebene f&#252;r eine antisexistische Praxis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den letzten Wochen haben wir uns ausf&#252;hrlich mit dem Thema sexualisierte Gewalt besch&#228;ftigt. In diesem kurzen Papier halten wir erste Ergebnisse unserer Diskussionen und unser Bekenntnis zum Konzept der Definitionsmacht fest.<br />
<span id="more-2446"></span></p>
<li>1. Als emanzipatorische Organisation teilt Perspektiven einen antisexistischen Grundkonsens. Das bedeutet, dass wir gegen strukturelle, geschlechtsspezifische Machtverh&#228;ltnisse sowohl gesellschaftspolitisch ank&#228;mpfen, als auch auf individueller Ebene f&#252;r eine antisexistische Praxis eintreten.</li>
<li>2. Innerhalb gegenw&#228;rtiger Gesellschaften ist die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen stark eingeschr&#228;nkt. Die bestehenden Geschlechterverh&#228;ltnisse kommen unter anderem in sexualisierter Gewalt zum Ausdruck und werden durch diese reproduziert. Dabei handelt es sich um einen politischen Akt, der nicht nur einzelne M&#228;nner* und Frauen* betrifft. Vergewaltigung ist nicht au&#223;er Kontrolle geratene Sexualit&#228;t, sondern sexualisierte Gewalt.</li>
<li>3. Das Fortbestehen eines strukturellen Macht- und Herrschaftsverh&#228;ltnisses zwischen Mann* und Frau* – auch in der Linken – macht „Definitionsmacht“ zu einem notwendigen Konzept. Hierbei geht es um die Anerkennung der Definitionsmacht &#252;ber sexualisierte Gewalt – also dar&#252;ber, welche Situationen und Erfahrungen als Grenz&#252;berschreitung zu definieren sind. Die vorherrschende, juristische Definition sexualisierter Gewalt verlangt ein sofortiges Sich-Wehren der Betroffenen, eine klare Benennung des T&#228;ters sowie (sichtbare) Beweise f&#252;r die Tat. Weil sexualisierte Gewalt zumeist im sozialen Nahbereich stattfindet, eine unmittelbare Einordnung und Reaktion im Moment des &#220;bergriffs oft kaum m&#246;glich ist und sich auch der Tatbeweis schwierig und entw&#252;rdigend gestaltet (dar&#252;ber hinaus wird ein Gro&#223;teil der F&#228;lle vor Gericht wegen mangelnden Beweisen eingestellt oder erst gar nicht verfolgt ), nimmt eine solche juristische Definition strukturell die T&#228;terperspektive ein und sch&#252;tzt diesen so.</li>
<li>4. Mit der „Definitionsmacht“ wird demgegen&#252;ber das pers&#246;nliche Empfinden einer Grenz&#252;berschreitung als Ausgangspunkt gesetzt, denn nur die Betroffene* selbst kann definieren, was sexualisierte Gewalt im je konkreten Einzelfall ist oder war; <em>diese Definition stellen wir nicht in Frage</em>. F&#252;r uns als Organisation bedeutet das Bekenntnis zur Definitionsmacht die aktive und bedingungslose Parteilichkeit mit der Betroffenen*. Ihre Definition wird vollst&#228;ndig akzeptiert und auch nicht durch „kritisches“ Nachfragen oder detektivische Beweisf&#252;hrung in Zweifel gezogen.</li>
<li>5. Perspektiven f&#252;hlen sich als feministische Organisation angerufen. Damit die Konsequenzen unseres Bekenntnisses zur Definitionsmacht von der ganzen Gruppe mitgetragen werden, muss ein transparenter Informationsprozess stattfinden. Zu diesen Konsequenzen geh&#246;rt unter anderem, dass falls es zu F&#228;llen sexualisierter Gewalt seitens eines Mitglieds kommen sollte, der T&#228;ter aus der Organisation ausgeschlossen wird und wir die Forderungen der Betroffenen* bedingungslos umsetzen. Das Bekenntnis zur Definitionsmacht bedeutet f&#252;r uns auch, nicht mit Organisationen, Initiativen etc. zusammenzuarbeiten, die T&#228;ter sch&#252;tzen. Wir m&#246;chten einen Raum darstellen, in dem Frauen* politisch aktiv sein k&#246;nnen und wollen. Definitionsmacht ist ein Erm&#228;chtigungsverh&#228;ltnis, das unter bestehenden Geschlechterverh&#228;ltnissen notwendig ist, um gemeinsame politische Praxis und gegenseitiges Vertrauen zu erm&#246;glichen.</li>
<li>6. Die Anerkennung der Definitionsmacht bedeutet keineswegs, dass antisexistische und feministische Praxis sich darin ersch&#246;pft. Vielmehr ist eine stetige Auseinandersetzung mit Antisexismus und Feminismus f&#252;r uns zentral.</li>
</ol>
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		<item>
		<title>Demonstration gegen den WKR-Ball</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2012/01/25/demo-gegen-den-wkr-ball/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 16:38:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ]]></category>

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		<description><![CDATA[27. Januar 2012 &#8211; 18 Uhr &#8211; Schottentor (Uni Wien)
Verhindern wir gemeinsam den rechtsextremen Ball der Burschenschaften in der Hofburg!

Der Rausschmiss des WKR-Balls aus der Hofburg ab 2013 ist ein gro&#223;er Erfolg f&#252;r alle Antifaschist_innen. Sowohl f&#252;r jene, die in den letzten Jahren trotz Demoverbot und Repression auf die Stra&#223;e gegangen sind, als auch f&#252;r jene die in den letzten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>27. Januar 2012 &#8211; 18 Uhr &#8211; Schottentor (Uni Wien)<br />
Verhindern wir gemeinsam den rechtsextremen Ball der Burschenschaften in der Hofburg!<br />
<span id="more-2442"></span></p>
<p>Der Rausschmiss des WKR-Balls aus der Hofburg ab 2013 ist ein gro&#223;er Erfolg f&#252;r alle Antifaschist_innen. Sowohl f&#252;r jene, die in den letzten Jahren trotz Demoverbot und Repression auf die Stra&#223;e gegangen sind, als auch f&#252;r jene die in den letzten Monaten Druck ausge&#252;bt haben.<br />
Ein wichtiges Merkmal der antifaschistischen Mobilisierung dieses Jahr ist die politische Breite, die diesen Erfolg m&#246;glich gemacht hat. Von Antifagruppen und linken Organisationen, &#252;ber Parteien, Gewerkschaften bis zu zivilgesellschaftlichen Initiativen war der Protest im Vorfeld nicht nur breiter, sondern hat auch schon deutlich fr&#252;her angefangen den Druck auf die Hofburgverantwortlichen zu erh&#246;hen.<br />
Es wurde deutlich, dass antifaschistischer Protest erfolgreich sein kann. Selbst Strache musste schmerzhaft feststellen dass der „Druck der Stra&#223;e“ ein wichtiger Faktor f&#252;r den Rausschmiss war.<br />
Daran gilt es anzukn&#252;pfen und nun auch den WKR-Ball 2012 zu verhindern. Der WKR-Ball ist immer noch eines der europaweit gr&#246;&#223;ten Vernetzungstreffen der extremen Rechten. Gerade weil der WKR-Ball 2012 am Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz stattfindet, ist es umso wichtiger sich dem Ball entschlossen entgegenzustellen.<br />
Wie schmerzhaft diese Niederlage f&#252;r die extreme Rechte ist, zeigte sich an den Reaktionen von FP&#214; und Burschenschaften. So einfach werden sich FP&#214; und Burschenschafter aber nicht geschlagen geben. Gerade deswegen gilt es am 27.01 ein deutliches Zeichen zu setzten, damit der WKR-Ball NIE WIEDER stattfinden kann.<br />
Wenn es die Verantwortlichen nicht schaffen den WKR auch 2012 auszuladen, m&#252;ssen wir die Verhinderung selbst in die Hand nehmen. Deshalb wollen wir am 27.01. auf die Stra&#223;e gehen um zu zeigen, dass rassistische Hetze, Antisemitismus, Homophobie und menschenverachtende Politik keinen Platz haben.<br />
Dabei wird von uns keine Gewalt oder jegliche Form von Eskalation ausgehen. Uns geht es nicht darum, den Konflikt mit der Polizei zu suchen, sondern den WKR-Ball zu verhindern.<br />
Wir sind solidarisch mit allen, die das Ziel teilen den WKR-Ball zu verhindern.<br />
Gehen wir am 27.01.2012 zahlreich auf die Stra&#223;e und machen wir deutlich:<br />
Nie wieder Faschismus!<br />
Kein Platz f&#252;r Holocaustleugner_innen, Nazis und Rassist_innen: ob in der Hofburg, auf der Stra&#223;e oder im Parlament!<br />
F&#252;r eine Gesellschaft ohne Rassismus!<br />
Demotreffpunkt 18:00 Schottentor<br />
www.offensivegegenrechts.net<br />
F&#252;r R&#252;ckfragen:<br />
buendnis@offensivegegenrechts.net </p>
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		</item>
		<item>
		<title>Perspektiven Nr. 14 erschienen!</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2011/11/25/perspektiven-nr-14-erschienen-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 13:30:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>

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		<description><![CDATA[Perspektiven Nr.14 ist erschienen und gibt sich in Form wie Inhalt revolution&#228;r.

Im schicken neuen Layout, mit bedienungsfreundlichen Fu&#223;noten und Infoboxen und begleitet von attraktiv aufbereiteten Fotostrecken geht es in Perspektiven Nr. 14 um nicht weniger als die Revolution. Alles n&#228;here dazu lest ihr im Editorial, auch auf das Inhaltsverzeichnis k&#246;nnt ihr bereits einen Blick werfen. 
F&#252;r alles weitere empfehlen wir, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Perspektiven Nr.14 ist erschienen und gibt sich in Form wie Inhalt revolution&#228;r.</p>
<p><span id="more-2433"></span></p>
<p>Im schicken neuen Layout, mit bedienungsfreundlichen Fu&#223;noten und Infoboxen und begleitet von attraktiv aufbereiteten Fotostrecken geht es in Perspektiven Nr. 14 um nicht weniger als die Revolution. Alles n&#228;here dazu lest ihr im <a href="http://www.perspektiven-online.at/2011/11/24/editorial-14/">Editorial</a>, auch auf das <a href="http://www.perspektiven-online.at/ausgaben/perspektiven-nr-14/">Inhaltsverzeichnis</a> k&#246;nnt ihr bereits einen Blick werfen. </p>
<p>F&#252;r alles weitere empfehlen wir, das wundersch&#246;ne Heft per Mail zu <a href="http://www.perspektiven-online.at/kontakt/">bestellen</a>, bei einer der <a href="http://www.perspektiven-online.at/links/">Verkaufsstellen</a> zu erwerben oder gleich ein <a href="http://www.perspektiven-online.at/abo/">Abo</a> zu l&#246;sen.</p>
<p>Viel Freude damit,<br />
Eure Perspektiven-Redaktion </p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Editorial</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2011/11/24/editorial-14/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 19:26:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 14]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>

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		<description><![CDATA[„Revolution!“ haben wir uns wieder einmal gedacht… und uns zun&#228;chst einmal an ein neues Layout f&#252;r das Magazin herangemacht. Was ihr nun in den H&#228;nden haltet ist also das langersehnte Ergebnis vieler – mit, &#252;ber den Xten Entw&#252;rfen zusammengehaltenen K&#246;pfen, gef&#252;hrten – Diskussionen und nicht zuletzt unz&#228;hliger &#220;berstunden unseres Grafikers Reinhard Lang (danke daf&#252;r!). Die treue Leser_innenschaft bemerkt sofort: es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Revolution!“ haben wir uns wieder einmal gedacht… und uns zun&#228;chst einmal an ein neues Layout f&#252;r das Magazin herangemacht. Was ihr nun in den H&#228;nden haltet ist also das langersehnte Ergebnis vieler – mit, &#252;ber den Xten Entw&#252;rfen zusammengehaltenen K&#246;pfen, gef&#252;hrten – Diskussionen und nicht zuletzt unz&#228;hliger &#220;berstunden unseres Grafikers Reinhard Lang (danke daf&#252;r!). Die treue Leser_innenschaft bemerkt sofort: es hat sich einiges ver&#228;ndert! Neben dem neuen Coverdesign sollen vor allem das aufpolierte Layout der Artikel, kleine Infoboxen oder etwa auch „bedienungsfreundlichere“ Fu&#223;noten das Lesen zu einem noch gr&#246;&#223;eren Genuss machen, als zuvor! Zudem bekommt die Bebilderung endlich den Platz, den sie sich unserer Meinung nach schon l&#228;nger verdient hat (n&#228;mlich mehr). Auch die Rezensionen wollen wir aufwerten. Schlie&#223;lich haben wir uns nach hitzigen Diskussionen daf&#252;r entschieden, die Anzahl der Artikel auf vier handverlesene St&#252;ck zu reduzieren… denn alles weitere – so unsere &#220;berlegung – findet ihr auf unserem neuen Blog unter: www.perspektiven-online.at .</p>
<p>„Revolution!“ haben wir uns dann gleich noch einmal gedacht und dem nicht nur Form, sondern auch Inhalt dieser Ausgabe gewidmet, wie Ihr unschwer auf dem Cover nachlesen k&#246;nnt. Und wer h&#228;tte sich das gedacht: war der Begriff bis vor einem Jahr – so scheint es – noch den Marketingabteilungen dieser Welt vorbehalten, wenn es um die Anpreisung neuer Handy-Modelle oder Hybrid-Motoren ging , so ist „Revolution“ pl&#246;tzlich auch wieder im politischen Diskurs pr&#228;sent. Hierf&#252;r sorgte nicht nur die Wieder-Aneignung dieses Kampfbegriffes durch die Besetzer_innen auf der Plaza Puerta del Sol und dem Syntagma-Platz oder der <em>Occupy Wallstreet-Bewegung</em>, sondern auch die Umst&#252;rze in Nordafrika. </p>
<p>Um einen dieser Umst&#252;rze geht es in <em>Von Tahrir zu Tat ’hir</em>. <em>Stefan Probst</em> und <em>Tyma Kraitt</em> zeigen, unter welchen Bedingungen sich das gesellschaftliche Potential dieser Proteste entwickelte, vergessen dabei niemals auf den Klassenkampf und f&#252;hren nebenher in revolutionstheoretische Begriffe ein.<br />
Wurde diesbez&#252;glich in &#196;gypten – bei allen Schwierigkeiten – also schon einiges erreicht, darf hierzulande noch im Konjunktiv diskutiert werden. Dazu hat <em>Perspektiven </em>mit <em>Lukas Oberndorfer</em> (Institut Solidarische Moderne) und <em>Elmer Flatschart </em>(<em>W.E.G., Theorieb&#252;ro/Schenke</em>) zwei sehr unterschiedliche linke Projekte zum Gespr&#228;ch mit <em>Benjamin Opratko</em> und <em>Katharina Hajek</em> (<em>Perspektiven</em>) geladen, um &#252;ber Handlungsm&#246;glichkeiten der Linken in der Krise, lang- und kurzfristige Ziele, Subjekte aber auch die „Orte“ von Transformation zu diskutieren. Eben darum geht es nicht zuletzt, wenn <em>Hanna Lichtenberger</em> und <em>Julia Hofmann</em> der Frage nachgehen, welche Diskurse politischer Selbsterm&#228;chtigung sich von der Pariser Commune – als einem der historisch ersten Versuche breiter demokratischer Selbstverwaltung – &#252;ber die Aufst&#228;nde in Oaxaca bis zur Bewegung M15 in<br />
Spanien ziehen. Schlie&#223;lich – und au&#223;erhalb des Schwerpunktes – sind wir Euch noch den zweiten Teil von Harry Cleavers <em>Karl Marx: &#214;konom oder Revolution&#228;r?</em> schuldig. </p>
<p>Rezensiert wird in dieser Ausgabe zu so unterschiedlichen Themen wie Okzidentalismus, antimuslimischem Rassismus und der  queeren Multitude, wobei wir mit mit einem Kommentar zur Frauenfu&#223;ball-WM diesen Jahres sowie einer Rezension zum Thema Rapid im Nationalsozialismus auch noch einen kleinen – inoffiziellen – Ballsport-Schwerpunkt untergebracht haben.</p>
<p>Und jetzt alle zusammen: „one solution:…!“ …f&#252;r all die vielen Widerspr&#252;che, </p>
<p><strong>Eure Perspektiven-Redaktion!</strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>25. &#8211; 27.11. &#8211; Konferenz gegen den WKR-Ball 2012: Programm und Infos</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 14:10:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[FPÖ]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 26. November organisiert der Wiener Korporationsring einen Fest-Kommers im Vorfeld des WKR-Balles 2012. Passend dazu m&#246;chten wir euch an diesem Tag eine Konferenz anbieten, bei der ein m&#246;glichst breit gef&#228;chertes Bild der Rechten in &#214;sterreich und Europa aufgezeigt werden soll. Wir m&#246;chten die Teilnerhmer_innen dabei aber nicht als Konsument_innen von Workshops verstehen, sondern auch ein Angebot schaffen, wie mensch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 26. November organisiert der Wiener Korporationsring einen Fest-Kommers im Vorfeld des WKR-Balles 2012. Passend dazu m&#246;chten wir euch an diesem Tag eine Konferenz anbieten, bei der ein m&#246;glichst breit gef&#228;chertes Bild der Rechten in &#214;sterreich und Europa aufgezeigt werden soll. Wir m&#246;chten die Teilnerhmer_innen dabei aber nicht als Konsument_innen von Workshops verstehen, sondern auch ein Angebot schaffen, wie mensch sich in die Arbeit gegen Rechts und die Mobilisierungen gegen den WKR-Ball 2012 einbringen kann.<br />
Die Teilnahme ist kostenlos. F&#252;r Verpflegung wird gesorgt.</p>
<p><strong>Freitag, 25.November</strong><br />
<strong>16:00-18:00</strong><br />
Workshop: Die Frauenpolitik der FP&#214;. &#220;ber die Aktualit&#228;t des antifeministischen Backlashes. (Seminarraum am Institut f&#252;r Politikwissenschaften)<br />
<strong>18:00-20:00</strong><br />
Filmvorstellung:<br />
»Das gro&#223;e Schweigen. Bordelle in Konzentrationslagern.« Ein Film von Maren Niemeyer und Caroline von der Tann. (HS 2 – Neues Instituts geb&#228;ude)<br />
<strong>20:00 – 21:45</strong><br />
Die Offensive gegen Rechts stellt sich vor. (HS 2 – Neues Instituts Geb&#228;ude)</p>
<p><strong>Samstag, 26.November</strong><br />
<strong>Block 1</strong><br />
<strong>10:00 – 13:00</strong> / Ort: Seminarr&#228;ume Institut f&#252;r Politikwissenschaften<br />
Workshop 1.1: Who the fuck is Burschi? &#220;ber die Geschichte und der aktuellen Zusammensetzung &#246;sterreichischer Burschenschaften im deutschnationalen Verbandswesen.<br />
Ws 1.2: Einf&#252;hrung in die Entwicklung, Kontinuit&#228;ten und aktuelle Zusammensetzung der Freiheitlichen Partei &#214;sterreichs.<br />
Ws 1.3: Europe, crisis and the rise of the populist and extreme right. Organisiert von transform!<br />
Ws 1.4: Antimusslimischer Rassismus in Europa – Wenn MigrantInnen muslimischer Herkunft zur allgemeinen rassistischen Projektionsfl&#228;che werden.<br />
Ws 1.5: Die Geschichte der Konservativen Revolution und ihr Fortleben in der Neuen Rechten.</p>
<p><strong>Block 2</strong><br />
<strong>14:00 – 17:00</strong> / Ort: Seminarr&#228;ume Institut f&#252;r Politikwissenschaften<br />
Ws 2.1: &#220;ber Homophobie und den Umgang mit m&#228;nnlicher Homosexualit&#228;t im Rechtspopulismus / von Yves M&#252;ll<br />
Ws 2.2: Antisemitismus in &#214;sterreich im 19. und 20. Jahrhundert – Das Fortleben antisemitischer Stereotypen bis heute.<br />
Ws 2.3: Aktuelle rechtsextreme Umtriebe in &#214;sterreich am Beispiel Alpen Donau.info<br />
Ws 2.4: Frauen in der organisierten Rechten.<br />
Ws 2.5: Populist and extreme right in central and eastern Europe. Focus Hungary / G. M. Tamas<br />
Ws 2.6: Die soziale Frage und die FP&#214; – Warum die FP&#214; eine Wahl nach der anderen gewinnt.</p>
<p><strong>17.00-19:00</strong><br />
Buchvorstellung: Nina Horaczek &#038; Sebastian Wiese: Handbuch gegen Vorurteile. Von Auschwitzl&#252;ge bis Zuwanderungstsunami  (HS 2 – Neues Instituts geb&#228;ude)<br />
<strong>19:30</strong><br />
Abschlusspodium (HS 2 – Neues Instituts geb&#228;ude)<br />
<strong>„The populist and extreme Right in Europe“</strong><br />
Es diskutieren Yves M&#252;ller (Deutschland, Verein f&#252;r Demokratische Kultur in Berlin e.V.), Haris Triantafyllidou ( Nicos Poulantzas Institute, Greece), Anna Mikkola (Left Alliance, Finnland) und Elisabeth Gauthier (Espace Marx and PCF, France).<br />
Moderation von transform!.at<br />
<strong>Ab 21.00 Party „Love Music – Hate Fascism“ im Roten Bogen.</strong></p>
<p><strong>Sonntag, 27.November </strong>/ Aktionstag / Lustkandlgasse 10/1, 1090 Wien (N&#228;he U6 Volksoper/W&#228;hringerstr.)<br />
>10:00- 12:00 Demotraining: Was macht mensch, wenn die Polizei kommt? Was tun wenns brennt?<br />
12:00 – 13:30 Mittagspause<br />
13.30-15.20 Vorstellung des Aktionskonsens / Wie kann mensch sich in die “Offensive gegen Rechts” einbringen?<br />
13.30 -15.30 Aktionstag<br />
16:00 Burschisafari<br />
18:00 Abschlie&#223;endes gem&#252;tliches Zusammensitzen</p>
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		</item>
		<item>
		<title>¡Todos con Cristina!&#8230; Krise, Kontinuit&#228;t und Kirchnerismo</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Oct 2011 09:41:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Argentinien]]></category>
		<category><![CDATA[kirchnerismo]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Lateinamerika]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einem wahren Wahlmarathon in den letzten Monaten erreicht das argentinische Wahljahr 2011 mit der Pr&#228;sidentschaftswahl und den Gouverneurswahlen in 9 Provinzen – unter anderem Buenos Aires – am 23. Oktober seinen H&#246;hepunkt. Letztere scheint allerdings bereits seit Wochen entschieden, nachdem Cristina Fernández de Kirchner die zum ersten Mal auf nationaler Ebene abgehaltenen Vorwahlen, die primarias abiertas, simultáneas y obligatorias [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einem wahren Wahlmarathon in den letzten Monaten erreicht das argentinische Wahljahr 2011 mit der Pr&#228;sidentschaftswahl und den Gouverneurswahlen in 9 Provinzen – unter anderem Buenos Aires – am 23. Oktober seinen H&#246;hepunkt.<span id="more-1986"></span> Letztere scheint allerdings bereits seit Wochen entschieden, nachdem Cristina Fernández de Kirchner die zum ersten Mal auf nationaler Ebene abgehaltenen Vorwahlen, die <em>primarias abiertas, simultáneas y obligatorias (primarias)</em><a title="anm_1" name="anm_1" href="#anm1"><sup>1</sup></a> mit 50,21% der abgegebenen Stimmen f&#252;r sich entscheiden konnte. Seitdem besteht endg&#252;ltig kein Zweifel mehr daran, dass sie in der kommenden Woche wiedergew&#228;hlt werden wird. Allerdings stellt nicht der Sieg der amtierenden Pr&#228;sidentin an sich, sondern die Deutlichkeit mit der dieser ausfiel, die eigentliche &#220;berraschung der Wahlen dar: man war von 43% bis 45% ausgegangen, die mehr als 50% &#252;berraschten selbst die Anh&#228;ngerInnen des <em>kirchnerismo</em>.<br />
Neben dem eigenen Wahlergebnis tr&#228;gt aber auch die brutale Niederlage der Opposition zur aktuellen Hochstimmung auf Seiten der Regierung bei. Betrachtet man die Ergebnisse dieser wird das Ausma&#223; des Sieges noch deutlicher. Mit gerade einmal 12,20% und 12,12% teilen sich Ricardo Alfonsín – <a href="http://es.wikipedia.org/wiki/Uni%C3%B3n_para_el_Desarrollo_Social"><em>Unión para el Desarrollo Social</em></a> (UDESO), eine Wahlkoalition angef&#252;hrt durch die <em>Unión Cívica Radical</em> (UCR), der &#228;lteste Partei Argentiniens, die man als konservativ b&#252;rgerlich charakterisierten k&#246;nnte – und Eduardo Dualde – Anf&#252;hrer des <em>peronismo federal</em>, Widersacher des <em>kirchnerismo </em>innerhalb der <em>Partido Justicialista</em> (PJ) – im Endeffekt den zweiten Platz, dicht gefolgt von Hermes Binner – <em>Frente Amplio Progresista</em> (FAP), mitte-links Wahlallianz angef&#252;hrt durch die <em>Partido Socialista</em> –  mit 10,18%.<a title="anm_2" name="anm_2" href="#anm2"><sup>2</sup></a> Keiner der genannten Kandidaten wird die amtierende Pr&#228;sidentin in ihrer Wiederwahl gef&#228;hrden, die einzige offene Frage ist ob Cristina Fernandez de Kirchner diese bereits in der ersten Runde gewinnen kann, oder zu Stichwahl antreten muss.</p>
<p>Dabei wiesen die Zeichen in den Monaten zuvor in eine andere Richtung. Bei der Provinzwahl in Santa Fe war der Kandidat der <em>Frente Para la Victoria</em> – so der Name des kirchneristischen „Parteifl&#252;gels“ innerhalb der <em>Partido Justicialista</em> &#8211; nicht einmal bis in die Stichwahl gekommen, so dass sich bei dieser Ende Juli der Juan Antonio Bonfatti – <em>Frente progresista, civico y social</em> – Wahlb&#252;ndnis auf Provinzebene, welches von der <em>Partido Socialista</em> angef&#252;hrt wird – gegen&#252;ber Miguel De Sel – <em>Propuesta Republicana</em> (PRO), rechtspopulistische Partei unter der F&#252;hrung Mauricio Macris – durchsetzen konnte. Bonfatti trat als Nachfolger f&#252;r den scheidenden Hermes Binner (beide Mitglied der <em>Partido Socialista</em>) an, der um die Pr&#228;sidentschaft kandieren wird. Del Sel war f&#252;r die Partei Mauricio Macris <em>Propuesta Republicana</em> (PRO) angetreten und steht in gewisser Weise paradigmatisch f&#252;r dessen „Apolitik“: er ist ein bekannter Komiker. Sein zweiter Platz wurde als weitere Schlappe f&#252;r den <em>kirchnerismo </em>und als erneuten Hinweis auf die zunehmende Ablehnung der Regierung gewertet. Macri selber ist derzeit wohl die herausragendste Figur der Opposition und der neuen Rechten. Dass er nicht f&#252;r die Pr&#228;sidentschaft, sondern wieder in der Stadt Buenos Aires kandierte, scheint wahltaktischen &#220;berlegungen geschuldet: Die Wiederwahl Cristinas galt bereits vor den <em>primarias </em>als sehr wahrscheinlich. Bei der Wahl 2015 d&#252;rfte sie jedoch nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten und es ist derzeit niemand in Sicht der das kirchneristische Projekt weiterf&#252;hren k&#246;nnte.<br />
Anfang August gewann eben jener Mauricio Macri dann die Stichwahl um die B&#252;rgermeisterschaft in Buenos Aires mit 64,25% gegen&#252;ber Daniel Filmus (35,75%), dem Kandidaten des <em>kirchnerismo</em>. Mit Sicherheit l&#228;sst sich das Ph&#228;nomen Macri nicht auf eine Erkl&#228;rung reduzieren und kann hier nicht tiefergehend diskutiert werden, eine dominante Erkl&#228;rung im Anschluss an den deutlichen Wahlerfolg – Macri konnte jeden einzelnen Wahlbezirk f&#252;r sich entscheiden – war, dass die Leute nicht f&#252;r Macri sondern gegen Cristina und den <em>kirchnerismo </em>gestimmt h&#228;tten.<br />
Bei den Provinzwahlen in Córdoba schlie&#223;lich, gewann Jose Manuel de la Sota. Die <em>Frente Para la Victoria </em>hat zwar keineN KandidatIn aufgestellt; de la Sota, selber Mitglied der peronistischen <em>Partido Justicialista</em>, gilt er jedoch als Gegner des <em>kirchnerismo </em>und z&#228;hlt zum rechten Fl&#252;gel des Peronismus.</p>
<p><strong>Die unn&#252;tze Opposition</strong><br />
Wie also l&#228;sst sich der &#252;berw&#228;ltigende Sieg Cristina Fernández de Kirchner erkl&#228;ren? Die nach den Wahlen dominierende Erkl&#228;rung verweist auf die fehlende Opposition. Im Vorfeld der Wahlen hatte es diese nicht geschafft, sich auf ein gemeinsames Projekt zu einigen. Betrachtet man die unterschiedlichen KandidatInnen erscheint keineR eine Alternative darzustellen. Ricardo Alfonsín, Sohn des ersten Pr&#228;sidenten nach der Milit&#228;rdiktatur der 70er und 80er Jahre, wird von der Bev&#246;lkerung als „Schw&#228;tzer“ ohne politisches Programm wahrgenommen. Die Kandidatur Eduardo Dualdes, mitverantwortlich f&#252;r die Abwertung des Peso 2002 und Vater der Repression gegen&#252;ber der sozialen Bewegungen jener Jahre, die schlie&#223;lich ihren traurigen H&#246;hepunkt in der Ermordung der beiden AktivistInnen Darío Santillán und Maximilian Kosteki fand, empfindet der Gro&#223;teil der Bev&#246;lkerung als Dreistigkeit die ihres gleichen sucht. Alberto Rodríguez Saá, Gouverneur der Provinz San Luis  (immerhin 8,17%), gilt als Provinzcaudillo. Seiner Familie, die von Juan Saá einem bedeutenden Milit&#228;r und Politiker des B&#252;rgerkrieges des 19. Jahrhunderts abstammt, besitzt praktisch die gesamte Provinz und reicht die Posten innerhalb der staatlichen Apparate von Generation zu Generation weiter. Elisa Carrió, bei der Wahl 2007 mit 23% noch zweite hinter Fernández de Kirchner und Hoffnung der Opposition, erreichte gerade einmal 3,24%. Sie gilt als verr&#252;ckt geworden, nicht zuletzt deshalb weil sie von Zeit zu Zeit mit den abstrusesten Verschw&#246;rungstheorien aufwartet. So behauptete sie etwa im Anschluss an den Tod Néstor Kirchner, dass die gro&#223;e Anteilnahme und Trauer der Bev&#246;lkerung w&#228;hrend dessen Beerdigung, von der Theatergruppe inszeniert worden w&#228;re, die auch schon das <a href="http://www.youtube.com/watch?v=O9pfkmMn9cA">200j&#228;hrige Jubil&#228;um Argentiniens organisiert hatte</a>. Neben der Programmlosigkeit der genannten OppositionspolitikerInnen, hatten diese es nicht geschafft Allianzen untereinander zu kn&#252;pfen und sich als eine M&#246;glichkeit des Bruchs mit dem <em>kirchnerismo </em>zu pr&#228;sentieren. Die meisten von ihnen repr&#228;sentieren hierbei die politische Elite der Krisenzeit um 2001, die im kollektiven Ged&#228;chtnis der Bev&#246;lkerung noch immer zutiefst verhasst ist. </p>
<p><a href="http://www.perspektiven-online.at/?attachment_id=2396"><img src="http://www.perspektiven-online.at/wp-content/uploads/2011/10/Binner-en-el-Plenario-del-Partido-Socialista-en-Rosario-26-08-2011-300x200.jpg" alt="" title="Binner-en-el-Plenario-del-Partido-Socialista-en-Rosario-26-08-2011" width="300" height="200" class="aligncenter size-medium wp-image-2396" /></a></p>
<p>Die einzige Ausnahme bildet der bisherige Gobernador von Santa Fe Hermes Binner. Er gilt als gro&#223;er Gewinner der <em>primarias</em>, in dessen Vorfeld er sich stets als offener und sachlicher Diskussionspartner f&#252;r alle politischen Lager und Verfechter der demokratischen Institutionen pr&#228;sentiert hatte. So schreckte er beispielsweise auch nicht davor zur&#252;ck sich kurz vor der Wahl mit Hugo Moyano dem Chef der <em>Confederación General del Trabajo de la República Argentina</em> (CGT), der gr&#246;&#223;ten und m&#228;chtigsten Gewerkschaft Argentiniens, zu treffen. Hugo Moyano wird von der Opposition gerne als personifizierte Korruption und Machtgier aufgrund seiner Verbindungen zur Regierung dargestellt.<a title="anm_3" name="anm_3" href="#anm3"><sup>3</sup></a> Trotzdem versammelte sich Binner mit Moyano unter dem Verweis darauf, dass man die demokratischen Institutionen des Landes respektieren m&#252;sse – ob einem das Gesicht des anderen nun passe oder nicht. Eine Argumentation die an den Diskurs der Regierung &#252;ber die Bedeutung der demokratischen Institutionen ankn&#252;pft (mehr dazu weiter unten). Binners Politikform scheint auch f&#252;r weite Teile der (urbanen) Mittelschichten ankn&#252;pfungsf&#228;hig, die sich mehr soziale Gerechtigkeit w&#252;nschen, die populistische Politikform des <em>kirchnerismo </em>diesbez&#252;glich jedoch befremdlich finden. Zwar haben die Entwicklungen seit den <em>primarias </em>seine aufstrebende Tendenz best&#228;tigt und aufgezeigt, dass sich um ihn herum in kommenden Jahren ein oppositionelles Potenzial entwickeln k&#246;nnte, seine politische Karriere auf nationaler Ebene ist jedoch noch relativ jung, weshalb er nicht als ernsthafter Konkurrent f&#252;r Cristina gilt.<br />
F&#252;r eine weitere kleine &#220;berraschung sorgte das Abschneiden von Jorge Altamira dem Pr&#228;sidentschaftskandidaten der <em>Frente de Izquierda y de los trabajadores</em> (FIT). Hierbei handelt es sich um ein B&#252;ndnis der drei gro&#223;en trotzkistischen Parteien <em>Partido Obrero</em> (PO), <em>Partido de los Trabajadores Socialistas</em> (PTS) und <em>Izquierda Socialist</em>a (IS) und Einzelpersonen. D<a href="http://www.ips.org.ar/?p=1743.">abei wird es von einer ganzen Reihe von bekannten Intellektuellen, wie Eduardo Gr&#252;ner unterst&#252;tzt.</a> Unter dem Titel „Asamblea de intelectuales, docentes y artistas en apoyo al Frente de Izquierda“ versammeln sich diese in Form <a href="http://www.ips.org.ar/?cat=9.">&#246;ffentlicher Diskussionsveranstaltungen</a>, um das B&#252;ndnis zu debattieren. Bei allen Vorbehalten und Kritikpunkten unterst&#252;tzen viele das B&#252;ndnis mit der Begr&#252;ndung, es sei die einzige antikapitalistische Kraft, die bei den Wahlen antreten w&#252;rde. Zudem gehe es darum einen <a href="http://www.ips.org.ar/?p=3277">Diskussionsprozess innerhalb der Linken voranzutreiben</a> und alte Vorurteile abzubauen. Die FIT hatte im Vorfeld die <em>primarias </em>an sich sowie die zu erreichende Mindeststimmzahl von 400.000 bzw. 1,5% Stimmanteil heftig kritisiert und diese als Versuch der Regierung die kleinen Parteien von den Wahlen auszuschlie&#223;en angeprangert. Viele glaubten nicht wirklich daran, dass die FIT und Altamira wirklich den genannte Stimmanteil erreichen w&#252;rde, schlie&#223;lich waren es dann sogar 2,48%. </p>
<p><strong>Narrative des <em>kirchnerismo</em></strong><br />
Auch wenn die fehlende Opposition sicherlich einen Teil zum Erfolg Cristinas beigetragen hat, so reicht diese bei weitem nicht aus, um den Wahlerfolg zu erkl&#228;ren. Wie Alfredo Serrano und Esteban de Gori in ihrer <a href="http://www.rebelion.org/noticia.php?id=134634&#038;titular=votos-sorpresas-y-reconfiguraciones- ">hervorragenden Analyse</a> feststellen, hat es die Regierung geschafft ein Narrativ zu etablieren, welches Ankn&#252;pfungspunkte f&#252;r verschiedene Sektoren bietet und einen „<em>un nuevo horizonte de expectativas</em>“ (einen neuen Erwartungshorizont) schafft. In diesem sei die Hoffnung auf einen gewissen „<em>bienstar</em>“ (Wohlstand/Wohlfahrt) f&#252;r alle eingeschrieben, welches nicht nur &#246;konomische Aspekte beinhaltet, sondern als ganzheitliche Kategorie zu verstehen sei, „die seit 2003 in der Konsolidierung eines Institutionennetzes f&#252;r Bildung, Gesundheit und sozialen Einrichtungen besteht. Ausgehend [davon] wurde eine Subjektivit&#228;t hervorgerufen […], die konfrontiert mit der Notwendigkeit &#252;ber seine Gegenwart und Zukunft zu entscheiden, es umgehend bevorzugt ein Projekt zu unterst&#252;tzen, welches eine stabile Basis besitzt.“<br />
Dieses Narrativ der Institutionen kn&#252;pft auch bei vielen W&#228;hlerInnen des (st&#228;dtischen) Kleinb&#252;rgerInnentums an und kontrastiert den <em>kirchnerismo </em>gegen das Chaos um 2001. Selbst diese Teile rechnen der Regierung trotz ideologischer Differenz an, die politischen Institutionen wieder gest&#228;rkt zu haben. Nicht zu untersch&#228;tzen ist dabei auch die Rolle des 2010 verstorbenen Ex-Pr&#228;sidenten Néstor Kirchner. Im Wahlkampf stetig pr&#228;sent, ist wird seine Mythologisierung von Seite des <em>kirchnerista </em>stetig vorangetrieben. Passend dazu ist vor kurzem eine Biographie Cristina Fernández de Kirchner erschienen, in der sie ausf&#252;hrliche intime Details &#252;ber ihren Mann erz&#228;hlt. Zudem sind j&#252;ngst mehrere Biographien und B&#252;cher &#252;ber den Ex-Pr&#228;sidenten ver&#246;ffentlicht worden. Unter anderem eine Sammlung von José Pablo Feinmann – ein bekannter Intellektueller und h&#228;ufig als Philosoph <a <a href="http://jafrenkejnshtein.ru">more info</a></p>
<p>href=&#8221;http://numberswiki.com/&#8221;>numberswiki.com</a></p>
<p>des <em>kirchnerismo </em>bezeichnet – welche Gespr&#228;che zwischen ihm und Néstor Kirchner enth&#228;lt.<a title="anm_4" name="anm_4" href="#anm4"><sup>4</sup></a>  Seine Bem&#252;hungen, das Land nach der Krise wieder auf Kurs zu bringen, dient hier als eine Art gemeinsame Geschichte, die eine Z&#228;sur markiert und ein neues nationales Projekt einleitete; dieses gelte es nun weiter zu f&#252;hren.</p>
<p><a href="http://www.perspektiven-online.at/?attachment_id=2395"><img src="http://www.perspektiven-online.at/wp-content/uploads/2011/10/18-G3c3p.AuSt_.55-300x199.jpg" alt="" title="18-G3c3p.AuSt.55" width="300" height="199" class="aligncenter size-medium wp-image-2395" /></a></p>
<p><strong>Die Angst vor der Krise</strong><br />
Ein weiterer wichtiger Aspekt in der Erkl&#228;rung des Wahlerfolges stellt die weltweite Krise des Kapitalismus dar. Bisher scheint diese zwar in Argentinien kaum Auswirkungen zu haben und die Regierung betont immer wieder, dass man gut ger&#252;stet sei, was denn auch kommen m&#246;ge. Wie der <a href="http://www.ips.org.ar/?p=3333">Eduardo Gr&#252;ner</a> jedoch feststellt, muss die Wahl auch als eine konservative Entscheidung verstanden werden: <a href="http://www.ips.org.ar/?p=3333">„Eine Abstimmung daf&#252;r, dass sich, w&#228;hrend der zugespitzten internationalen Krise des Kapitalismus, nichts zu sehr bewegt.“</a> Seine Interpretation wird auch durch die Wahlergebnisse in den Provinzen gest&#252;tzt, in denen ausnahmslos die bisherigen Regierungen best&#228;tigt wurden. Betrachtet man die <a href="http://www.primarias2011.gob.ar/">Wahlergebnisse </a>der <em>primarias </em>in den einzelnen Provinzen zeigt sich sogar, dass Cristina in Santa Fe gegen&#252;ber Hermes Binner durchsetzen konnte, was ebenfalls auf den Wunsch nach Kontinuit&#228;t sowohl auf Provinz- als auch nationaler Ebene hindeutet. Dass es der Regierung Kirchner bisher gelungen ist die Auswirkungen der Krise soweit wie m&#246;glich zu umschiffen, wird ihr hoch angerechnet. Nicht zuletzt deshalb, weil man mit <a href="http://www.youtube.com/watch?v=_xC3KB_UBco">Entsetzen nach Griechenland</a> schaut und feststellt, dass die dort aufoktroyierten Politiken denen gleichen, die 2001 in Argentinien angewendet wurden.</p>
<p>Neben diesem Bezug zur aktuellen Krise wird das Projekt-K allerdings auch insgesamt trotz all seiner M&#228;ngel als wirtschaftlich erfolgreich wahrgenommen. <a href="http://www.atilioboron.com/2011/08/cristina-recargada-notas-sobre-las.html">Atilio Boron</a> beschreibt die Wahrnehmung der Regierungspolitik wie folgt: „Zudem wird das wirtschaftliche Wachstum von einer starken Ausweitung des Konsums begleitet (in den Augen des Beg&#252;nstigten interessieren die Mechanismen nicht mit Hilfe derer diese bef&#246;rdert wird); die Schaffung von Jobs (egal ob angemeldet oder „schwarz“); eine bescheidene aber willkommene Verbesserung der L&#246;hne, Geh&#228;lter und der Bez&#252;ge der PensonistInnen; die enorme Ausweitung der Vorsorge f&#252;r Hausfrauen; die Implementierung einiger palliativer Ma&#223;nahmen gegen das Armutsproblem, welches im Land seit den neunziger Jahren herrscht […]. “<br />
Und tats&#228;chlich wird die Wirtschaftspolitik der Regierung von den unterschiedlichen Sektoren als erfolgreich wahrgenommen, wobei es die Regierung clever versteht, diese mit unterschiedlichen Politiken zu bedienen.<br />
Zwar sorgt steigende Inflation daf&#252;r, dass die &#228;rmeren Teile der Bev&#246;lkerung sich gerade so &#252;ber Wasser halten k&#246;nnen. Auch dass die Regierung die Inflationszahlen des INDEC manipuliert, ist ein offenes Geheimnis und wird viel kritisiert. Allerdings ist man aber doch froh wieder Arbeit zu haben und sich irgendwie durchschlagen zu k&#246;nnen. Dass die meisten Jobs <em>en negro</em> sind und viele seit Jahren darauf warten, in den Genuss von Sozialversicherungsleistungen zu kommen, ist man bereits gew&#246;hnt.<a title="anm_5" name="anm_5" href="#anm5"><sup>5</sup></a> Gerade in diesen Teilen der Bev&#246;lkerung scheint man sich wenig Illusionen &#252;ber die Parteienpolitik und politischen Institutionen zu machen. Auf die Frage, wen sie w&#228;hlen – die Wahlen in Argentinien sind verpflichtend – h&#246;rt man immer wieder, dass es den Leuten wirtschaftlich gesehen relativ egal erscheint wer das Land regiert, allerdings w&#228;hle man Cristina „por lo que hace para la gente.“ (wegen dem was Cristina f&#252;r die (einfachen) Leute tut). So konnte Cristina auch die meisten Stimmen in den &#228;rmeren Provinzen des Nordens wie Santiago del Estero.<br />
Die Zustimmung beschr&#228;nkt sich jedoch nicht auf diese Bev&#246;lkerungsteile. Tats&#228;chlich gewann die amtierenden Pr&#228;sidentin &#252;berraschenderweise auch in den Regionen, in denen <a href="http://www.pagina12.com.ar/diario/elpais/1-175080-2011-08-23.html">etwa die Agrarwirtschaft angesiedelt ist</a> oder aber in Buenos Aires, wo eine Woche zuvor noch Macri mehr als deutlich siegen konnte. Neben der fehlenden Wahlalternative stellt sich die wirtschaftspolitische Kluft zwischen den beiden Lagern bei weiten nicht so gro&#223; dar, wie dies vielleicht auf ideologischer Ebene der Fall sein mag. <a href="http://www.ips.org.ar/?p=3333">Gr&#252;ner analysiert </a>in diesem Zusammenhang: „Die sogenannte rechte Opposition ist nachdem sie nebenher ungeschickt, nutzlos und dumm ist, auch vollkommen unn&#246;tig, da die Regierung sorgf&#228;ltig alle Aufgaben der Bourgeoisie (tareas burguesas) erledigt, die in dieser Etappe notwendig sind. Die unterschiedlichen Wirtschaftsfraktionen der herrschenden Klassen sind mittlerweile an einem Punkt angelangt, wo sie sich einerseits ein wenig f&#252;gen und andererseits ein wenig davon schw&#228;rmen, dass man mit dieser Regierung hervorragende Gesch&#228;fte machen kann und es keinen Grund daf&#252;r gibt bei der derzeitigen weltweiten Krise gro&#223;e Abenteuer einzugehen.“<br />
Das hei&#223;t, w&#228;hrend der populare Sektor die (prek&#228;ren) M&#246;glichkeiten des aktuellen Wirtschaftswachstums zu nutzen wei&#223; und nach der Ohnmacht der vorangegangen Jahre wieder M&#246;glichkeiten und Zukunftsperspektiven sieht (auch wenn diese darin bestehen sechs Tage die Woche in mehreren Jobs unangemeldet zw&#246;lf oder mehr Stunden zu arbeiten), hofft ein weiterer Teil der Lohnabh&#228;ngigen darauf in geregelte Arbeitsverh&#228;ltnisse &#252;berzuwechseln. Das (st&#228;dtische) Kleinb&#252;rgerInnentum wiederum setzt darauf, dass die Wirtschaft weiter w&#228;chst und stabil bleibt, da die Gesch&#228;fte derzeit gut laufen.</p>
<p>Neben diesen wirtschaftspolitischen Aspekten d&#252;rfen jedoch nicht die Regierungsma&#223;nahmen im Bereich der Menschen- und B&#252;rgerInnenrechte vergessen werden die von der Regierung h&#228;ufig medienwirksam inszeniert werden und eine starke symboltr&#228;chtige Wirkung haben. Hierzu lassen z&#228;hlen Projekte wie das <a href="http://www.lgbt.org.ar/blog/Matrimonio/matrimonio.htm">Matrimonio Igualitario (gleichgeschlechtliche Ehe)</a>, das sogenannte <a href="http://www.argentina.ar/_es/pais/nueva-ley-de-medios/C2396-nueva-ley-de-medios-punto-por-punto.php">Ley de los medios</a> (Mediengesetz) und die Menschenrechtspolitik (im Bezug auf die Milit&#228;rdiktatur).Mit Hilfe dieser unterstreicht die Regierung immer wieder ihren Anspruch auf den progressiven Charakter ihrer Politik und bedient viele gesellschaftliche Gruppen. So h&#246;rt man beispielsweise von AktivistInnen, die sich stark f&#252;r das <em>matrimonio igualtario</em> engagiert haben, dass sie die Wirtschaftspolitik der Regierung als Tropfen auf den hei&#223;en Stein empfinden, diese aber aus Mangel an ernsthaften Alternativen weiterhin unterst&#252;tzen werden, in der Hoffnung bestimmte <em>single-issues</em> so durchsetzen zu k&#246;nnen.</p>
<p><a href="http://www.perspektiven-online.at/?attachment_id=2393"><img src="http://www.perspektiven-online.at/wp-content/uploads/2011/10/4266721301.jpg" alt="" title="4266721301" width="300" height="169" class="aligncenter size-full wp-image-2393" /></a></p>
<p><strong>Wie weiter?</strong><br />
Der sich abzeichnende Trend unmittelbar nach den <em>primarias </em>hat sich in den darauf folgenden Wochen best&#228;tigt: Die Opposition scheint noch mehr in Aufl&#246;sung begriffen als vor den primarias. Dass selbst hartgesottene Regierungsgegner wie Biolcati, der Vorsitzende der Sociedad Rural Argentina unmittelbar nach den <em>primarias</em>, den Sieg Cristinas nicht mehr anzweifelten und der Opposition ihre Programmlosigkeit vorwarfen, zeigt deren verzweifelte Lage.<a title="anm_6" name="anm_6" href="#anm6"><sup>6</sup></a> Wie Biolcati bereits zu diesem Zeitpunktanklingen lie&#223;, zeigte sich in den Folgewochen, dass diese nun auf die ebenfalls am 23. Oktober stattfindenden Wahlen in einigen Provinzen zu fokussieren scheint, bei denen immerhin 130 Abgeordnete sowie 24 SenatorInnen neu bestimmt werden.<br />
Die Regierung selber scheint derzeit vor Selbstvertrauen zu strotzen. In der <a href="www.presidencia.gov.ar/informacion/actividad-oficial/25323">Pressekonferenz</a> unmittelbar nach den <em>primarias </em>k&#252;ndigte Cristina bereits an, dass sogenannte <em>ley de la tierra</em> m&#246;glichst schnell vorantreiben zu wollen. Hierbei geht es um die Beschr&#228;nkung des Erwerbs von L&#228;ndereien durch Nicht-ArgentinierInnen. Die Agraroligarchie hat sich bisher wenig erfreut &#252;ber die Versuche der Regierung in diese Richtung gezeigt. Zudem preschte der Innenminister Florencio Randazzo bei der <a href="http://www.argentina.ar/_es/pais/C8328-elecciones-primarias-abiertas-simultaneas-y-obligatorias-paso---14-de-agosto-de-2011.php">Verk&#252;ndung der endg&#252;ltigen Wahlresultate</a> wenige Tage sp&#228;ter in der stetigen Auseinandersetzung zwischen der Regierung und einigen Medienunternehmen erneut vor: Diese hatten immer wieder von Unstimmigkeiten bei den Wahlen gesprochen. Im Endeffekt mussten die Zahlen f&#252;r Cristina Fernández de Kirchner dann sogar noch oben korrigiert werden. Erneut bediente Randazzo dabei den Diskurs der demokratischen Institutionen, indem er diesen Medien – vor allem den Zeitungen Clarín und La Nación – vorwarf unverantwortlich zu handeln und diese Institutionen anzugreifen.<br />
Auch in den Ergebnissen der Provinzwahlen nach den <em>primarias</em>, konnte die Regierung ihren Siegeszug fortsetzen: Im Chaco wurde mit Jorge Capitanich ein Anh&#228;nger des <em>kirchnersimo </em>mit deutlicher Mehrheit wiedergew&#228;hlt. In Rio Negro gewann mit Carlos Soria nicht nur der Kandidat der <em>Frente para la Victoria</em>,sondern &#252;berhaupt das erste Mal seit der R&#252;ckkehr zu Demokratie ein peronistischer Kandidat.<br />
Wie es auf lange Sicht weitergeht mit dem <em>kirchnersimo </em>steht jedoch in den Sternen. Dass diese Form des Kompromisses keine langfristige L&#246;sung bringen wird, zeigt sich in der grundlegenden Ausrichtung des derzeitigen Modells, dessen Wurzeln bis in die Wirtschaftspolitik der Milit&#228;rjunta reichen: Dominanz des ausl&#228;ndischen Finanzkapitals und Unternehmen, r&#252;cksichtslose Ausbeutung der nat&#252;rlichen Ressourcen, „Sojarisierung“ die dazu f&#252;hrt, dass die Wirtschaft sich wieder vermehrt im Prim&#228;rsektor konzentriert und diesen homogenisiert, Prekarisierung der <a href="http://www.rebelion.org/noticia.php?id=134376&#038;titular=cristina-recargada-">Arbeitsverh&#228;ltnisse und Schwarzarbeit</a>.  Es ist schwer vorstellbar, dass sich diese dauerhaft mit den. trotz aller berechtigten und n&#246;tigen Kritik, zweifellos vorhandenen progressiven Aspekten des <em>kirchnerismo </em>und vor dem Hintergrund einer weltweiten kapitalistischen Krise vereinbaren lassen. Wie sich der <em>kirchnerismo</em>, konfrontiert mit den neuen Herausforderungen, verhalten wird scheint offener denn je.</p>
<p><strong>Anmerkungen</strong><br />
<a title="anm1" name="anm1" href="#anm_1">1</a> Einen schnellen Einstieg und &#220;berblick bez&#252;glich der KandidatInnen, ihre nParteien und Wahlkoalitionen bietet der <a href="http://es.wikipedia.org/wiki/Elecciones_primarias_de_Argentina_de_2011">wikipedia-Eintrag</a> zu den primarias.<br />
<a title="anm2" name="anm2" href="#anm_2">2</a> Die Parteienlandschaft Argentiniens ist h&#246;chtst zersplittert und stellt sich hinsichtlich B&#252;ndnispartnerInnen  etc. a auf nationaler Ebene anders dar als auf Pronvinzebene. Als zentrales Merkmal k&#246;nnten man eine Art Projektcharakter ausmachen im Zuge dessen sich vor den Wahlen die unterschiedlichen Parteistr&#246;mungen, auch &#252;ber die eigenen Parteigrenzen hinaus, um zentrale Figuren gruppieren. Weil die Darstellung der argentinischen Parteienlandschaft eines eigenen Artikels bed&#252;rfte, verzichte ich an dieser Stelle auf genauere Ausf&#252;hrungen. Statistiken nach Ministerio del Interior: http://www.primarias2011.gob.ar/ [3.09.2011]<br />
<a title="anm3" name="anm3" href="#anm_3">3</a> Hugo Moyano ist Vorsitzender der Lastwagenvereinigung. Da ein Gro&#223;teil des Warentransportes &#252;ber den Stra&#223;enverkehr abgewickelt wird besitzt diese ein enormes Machtpotenzial. In Argentinien sagt man, wenn Mayona will, dann steht das Land still.<br />
<a title="anm4" name="anm4" href="#anm_4">4</a> Russo, Sandra (2011): La presidenta. Buenos Aires: Editorial Sudamericana.<br />
<a title="anm5" name="anm5" href="#anm_5">5</a> Feinmann, José Pablo (2011): El Flaco. Dialogos Irreverentes con Néstor Kirchner. Buenos Aires: Editorial Planeta.<br />
<a title="anm6" name="anm6" href="#anm_6">6</a> Die Schwarzarbeit liegt derzeit bei ca. 30%. Die Absurdit&#228;t in diesem Zusammenhang ist, dass es sogar f&#252;r den Staat Arbeitenden gibt, die en negro arbeiten.<br />
<a title="anm7" name="anm7" href="#anm_7">7</a> Der Vorsitzende sorgt nach den <em>primarias </em>f&#252;r einen Skandal nachdem er seiner Verachtung f&#252;r die popul&#228;ren Sektoren Argentiniens freien Lauf lie&#223; und wie folgt analysierte: „Die Leute schauen Tinelli und wenn sie ihren Plasmafernseher bezahlen k&#246;nnen interessiert sie nichts mehr/schei&#223;en sie auf alles.“ Zudem gab dieser zu, dass die Repr&#228;sentantInnen des <em>campo </em>immer wieder gelogen h&#228;tten, um Stimmung gegen die Regierung zu machen und dass es der Agrarwirtschaft eigentlich sehr gut ginge.</p>
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		<title>Ernten der Krise. Zu den K&#228;mpfen um die &#8220;Internationale Entwicklung&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 19:01:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nico</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das &#252;bergriffige Potenzial einer „Anomal-IE“ – das Linke Hochschulnetz &#252;ber die Internationale Entwicklung als Beispiel widerst&#228;ndiger Bewegungen gegen die neoliberale Umstrukturierung der Universit&#228;t.

Am 13. April unterbrach eine Masse von mehreren hundert Studierenden eine unter dem Motto „Bachelor, was nun?“ laufende geschlossene Veranstaltung, zu der die Uni Wien u.a. die Wirtschaftskammer und den OMV-Vorstand auf das Podium geladen hatte. „Master f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das &#252;bergriffige Potenzial einer „Anomal-IE“ – das <em>Linke Hochschulnetz</em> &#252;ber die Internationale Entwicklung als Beispiel widerst&#228;ndiger Bewegungen gegen die neoliberale Umstrukturierung der Universit&#228;t.<br />
<span id="more-2351"></span><br />
<em>Am 13. April unterbrach eine Masse von mehreren hundert Studierenden eine unter dem Motto „Bachelor, was nun?“ laufende geschlossene Veranstaltung, zu der die Uni Wien u.a. die Wirtschaftskammer und den OMV-Vorstand auf das Podium geladen hatte. „Master f&#252;r Alle!“, war die Antwort an eine Unileitung, die (sich) daran gew&#246;hnen will, Entscheidungen &#252;ber die K&#246;pfe der Universit&#228;tsangeh&#246;rigen hinweg zu treffen, und sich nur mit ausgew&#228;hltem Publikum und fragw&#252;rdigen „ExpertInnen“ zu konfrontieren. Die Aktionen am „Bachelor-Day“, an dem auch die Lehre an der Internationale Entwicklung (IE) ausgesetzt wurde, markieren einen vorl&#228;ufigen H&#246;hepunkt dieses inneruniversit&#228;ren Konfliktes. Was war passiert?</em></p>
<p>Zu Beginn des Sommersemesters &#252;berraschte der scheidende Rektor der Universit&#228;t Wien Georg Winckler mit der Neuauflage einer altbekannten Auseinandersetzung: Der f&#252;r das kommende Wintersemester vorgesehene Start des Masterstudiums IE wird im letzten Moment mit dem Argument der Unfinanzierbarkeit zuerst relativiert und wenig sp&#228;ter auf Grund „inhaltlicher M&#228;ngel“ &#252;berhaupt in Frage gestellt. Dies obwohl der Senat bereits im J&#228;nner 2011 seine Zustimmung f&#252;r einen von Lehrenden und Studierenden ausgearbeiteten Studienplan gegeben hat. Seither wird au&#223;erdem auch mehr oder weniger offen &#252;ber die Beendigung des Bachelors IE nachgedacht. Entsprechend aufgebracht sind nicht nur die Studierenden &#252;ber die wiederholt gebrochenen Versprechen. Ernst bleibt auch die Lage von Lehrenden und administrativem Personal: an der IE sind fast alle prek&#228;r angestellt und nun vom Verlust ihres Arbeitsplatzes bedroht.</p>
<p>Die Vorstellung des Rektorats ist ein englischsprachiger und zugangsbeschr&#228;nkter Eliten-Master der „Development Studies“, der die Motiviertesten und F&#228;higsten aus aller Welt rekrutiert und zu den morgigen TechnokratInnen internationaler Organisationen ausbildet. Dies w&#228;re nichts anderes als die Abschaffung der IE durch die Verkehrung ihrer Anspr&#252;che und Ziele.</p>
<p><strong>1. Die IE ist anders — kurze Geschichte einer Anomal-IE</strong><br />
Der Fokus des Studiums „Internationale Entwicklung“ liegt auf einem transdisziplin&#228;ren Zugang, der sich in einer Verbindung politikwissenschaftlicher, soziologischer, kultur-, wirtschafts- und geo-wissenschaftlicher Ans&#228;tze in der Erforschung globaler Zusammenh&#228;nge und des Ph&#228;nomens „Entwicklung” widerspiegelt. Ein solches transdisziplin&#228;res Vorgehen erm&#246;glicht anwendungs- und problemgeleitete Forschung auf Basis einer kritischen Analyse gegenw&#228;rtiger Gesellschaftsformationen. Diese Herangehensweise scheint angesichts der verschiedenen Krisen unserer Zeit (Wirtschaft, &#214;kologie, Ern&#228;hrung&#8230;) und ihrer gegenseitigen Verstrickung notwendiger denn je. Damit ist die IE innerhalb der deutschsprachigen Universit&#228;tslandschaft ein einzigartiges Studium. Nicht zuletzt deshalb, weil sie sich noch im Rahmen der &#246;ffentlichen Massenuniversit&#228;t entwickelte, als der neoliberale Umbau der Universit&#228;ten schon begonnen hatte.</p>
<p>Die Situation des Projekts gestaltete sich aufgrund fehlender Ressourcen h&#246;chst prek&#228;r. W&#228;hrend die Unsicherheit und fehlende Ausstattung mit Ressourcen mitunter darin begr&#252;ndet liegt, dass das Projekt von der Universit&#228;tsleitung stets nur geduldet, aber eigentlich nicht gewollt war, fand der individuelle Diplomstudiengang IE allergr&#246;&#223;ten Zuspruch von Seiten der Studierenden. Die Inskriptionszahlen explodierten und machten den Studiengang innerhalb weniger Semester zu einem Massenstudium. Bei anhaltendem Zustrom interessierter Studierender f&#252;hrte die Politik der Aushungerung seitens der Unileitung zu untragbaren Zust&#228;nden: die Lehrveranstaltungen waren &#252;berf&#252;llt, es fehlten R&#228;umlichkeiten, der Betrieb wurde bald nur noch durch die Aufopferung bzw. Selbstausbeutung von schlecht bezahlten Lehrenden mit kurzfristigen Arbeitsvertr&#228;gen sowie durch das Engagement von Studierenden aufrechterhalten. Andererseits entstand daraus eine besondere Situation selbstbestimmter Lehre. Das Massenstudium IE war ohne die enge und relativ gleichberechtigte Zusammenarbeit von Lehrenden und Studierenden schlichtweg nicht zu administrieren. Durch den starken R&#252;ckgriff auf studentische TutorInnen, die Gestaltung und Betreuung des Lehrveranstaltungs-Anmeldesystems durch die organisierte Studierendenschaft, ihre Beteiligung an der Lehre, der Ausarbeitung der Studienpl&#228;ne und deren inhaltlicher Schwerpunktsetzung, konnten die negativen Auswirkungen des unterfinanzierten Massenstudiums teilweise abgefedert werden.</p>
<p>Dadurch war es m&#246;glich, der disziplinierenden und vereinheitlichenden Zurichtung des Studiums im Zuge der Bologna-Implementierung zumindest graduell und im Sinne der Erhaltung von individuellen Gestaltungsspielr&#228;umen entgegenzuwirken. Absurderweise trug die Vorgehensweise der Universit&#228;tsleitung zu den Voraussetzungen f&#252;r selbstbestimmte kritische Lehre und auf l&#228;ngere Sicht auch zur Formierung einer widerst&#228;ndigen politischen Praxis bei. Das Rektorat sah sich einem rasch anwachsenden, selbstbewussten Kollektiv gegen&#252;ber.</p>
<p><strong>2. Der Umbau der Hochschulen&#8230;</strong><br />
Aber warum sitzen Wirtschaftskammer und OMV am Podium, wenn es darum geht, den neuen Bachelor-Studienplan zu evaluieren? Begriffe wie „&#214;konomisierung der Bildung“ oder „neoliberale Umstrukturierung“ versuchen einen gesellschaftlichen Prozess zu bezeichnen, der sich in den letzten Jahren beschleunigt hat. Allerdings geht es nicht einfach nur um Bildung, die zu einer Ware f&#252;r den Markt werden soll. Im Mittelpunkt stehen die Studierenden, welche direkt in der kapitalistischen Produktion und deren institutionellen Rahmenbedingungen arbeiten sollen. In den Worten der <a href="http://portal.wko.at/wk/dok_detail_file.wk?angid=1&#038;docid=1367496&#038;conid=482444&#038;stid=557158">Wirtschaftskammer</a> hei&#223;t das etwa, dass das Hochschulstudium als Berufsausbildung und nicht als „akademisch“ oder „wissenschaftlich“ verstanden werden muss und an die Erfordernisse des Arbeitsmarkts angepasst werden soll. Bachelorstudien „sollen klare Bez&#252;ge zu beruflichen Aufgaben in der Wirtschaft aufweisen. Die weiterf&#252;hrenden Studien (Master- bzw. Doktoratsstudium) sollen entweder die erworbene Anwendungsorientierung fortf&#252;hren oder als wissenschafts- bzw. forschungszentrierte Programme gef&#252;hrt werden“. F&#252;r den wissenschaftlichen Nachwuchs soll eine hochselektive „Exzellenzstrategie“ forciert werden und die Privatwirtschaft soll sich durch „Hochschul-Sponsoring“ und „Hochschulstiftungen“ leichter direkt einbringen k&#246;nnen (WK&#214; 2010: 35ff).</p>
<p>F&#252;r eine Wirtschaft zu arbeiten, die im Namen des Standorts st&#228;ndig neue Opfer verlangt und ein gutes und sicheres Leben immer in ferner Zukunft verortet, ist wohl f&#252;r die meisten in unserer Gesellschaft eine leidvolle Erfahrung. Das Interesse der Wirtschaftskammer f&#252;r die Strukturen der Universit&#228;t und ihre Abwertung des „Akademischen“ offenbart, was sich hinter dem Gerede von „Berufsausbildung“/„Employability“ und „Anwendungsorientierung“ versteckt: Menschliche Arbeitskraft ist im Kapitalismus die wichtigste Ware, um die sich alles dreht. Sie muss m&#246;glichst billig, abh&#228;ngig, f&#252;gsam, erpressbar, jederzeit verf&#252;gbar und austauschbar sein – kurz: prek&#228;r. Die Geschichte der „Hochschulreformen“ des letzten Jahrzehnts ist f&#252;r uns Studierende ein Prozess der Zurichtung und Enteignung, der uns auf entfremdete Arbeit vorbereiten soll:</p>
<p>Enteignung jeglichen eigenen Anspruchs an das Studium: was, wozu, wie lange studiert wird, wird uns „von oben“ auferlegt – jede T&#228;tigkeit, die uns nicht dazu ausbildet, in vorgegebenen Berufsbildern zu funktionieren, wird delegitimiert. Jede andere gesellschaftliche Rolle der Massenuni soll undenkbar werden. Selbst die freie Wahl des Studiums soll uns aus den H&#228;nden genommen werden.</p>
<p>Enteignung von Wissen (Dequalifizierung): an die Stelle einer m&#246;glichst umfassenden Ausbildung tritt die enge fachliche Spezialisierung, die nicht nur schneller und billiger ist, sondern uns auch gegen&#252;ber dem/der einzelnen ArbeitgeberIn abh&#228;ngiger macht. Je nach dem, was gerade von uns gebraucht wird, sollen wir uns dann um- oder weiterbilden („Lifelong learning“).</p>
<p>Enteignung von Mitbestimmungs- und Gestaltungsm&#246;glichkeiten („Verschulung“): Studieren ist das m&#246;glichst schnelle Aneignen vorgegebener Wissenshappen in straff organisierten und standardisierten Studienpl&#228;nen. Die „Mindeststudienzeit“ ist schon l&#228;ngst Regelstudienzeit. Verlieren wir Zeit mit Herumschweifen, Vertiefen und eigenwilliger Gestaltung, ist bald die „Toleranz“ vorbei und wir verlieren Beihilfen, Beg&#252;nstigungen und zahlen Studiengeb&#252;hren. Die Vorstellungen und Bestrebungen der Auszubildenden sind potentielle Hindernisse f&#252;r die zielgerechte Ausbildung: Lieber unverbindliche KundInnenbefragungen als demokratische Entscheidungsprozesse! Die Ideologie der „Dienstleistungsuniversit&#228;t“, die Universit&#228;t als Unternehmen und Ausbildung als kaufbares Produkt darstellt, mystifiziert diese autorit&#228;re Umgestaltung, indem sie es &#252;berhaupt erst als selbstverst&#228;ndlich erscheinen l&#228;sst, dass wir als KonsumentInnen kein Recht darauf haben, mitzubestimmen, wie das Produkt ausschauen soll oder gar wie der ganze Betrieb zu funktionieren hat.</p>
<p>Enteignung finanzieller Mittel: die Erzeugung materieller Armut in einem der reichsten L&#228;nder der Welt soll unseren Eigensinn einschr&#228;nken und uns zur Fremdbestimmung disziplinieren. Studierende haben keinen Anspruch auf Mindestsicherung. Studiengeb&#252;hren und andere Belastungen h&#228;ngen &#252;ber unseren K&#246;pfen, sobald wir vorgegebene Bahnen verlassen wollen. Der allgegenw&#228;rtige Mangel soll uns zur Entsolidarisierung und zur Konkurrenz erziehen: unsere Mitstudierenden werden zu FeindInnen und die „Masse“ zur Ursache aller Missst&#228;nde, wie fehlende Seminarpl&#228;tze, knapp verf&#252;gbare Lehrb&#252;cher usw.</p>
<p>Angesichts dieser umfassenden kontinuierlichen Enteignung greift die Debatte um den Finanzierungsnotstand der Universit&#228;ten zu kurz. Der Mangel an Mitteln ist nicht Vernachl&#228;ssigung von Studierenden und ihrer Bildung. Dieser erm&#246;glicht im Gegenteil erst — durch Bezugnahme auf so genannte finanzielle Sachzw&#228;nge — die neoliberale Umstrukturierung der Massenuniversit&#228;ten. Damit versteckt sich hinter der angeblichen Zentralit&#228;t des Themas Bildung im Mund von PolitikerInnen, InteressenvertreterInnen, „ExpertInnen“ und liberalen MeinungsmacherInnen de facto der gewaltf&#246;rmige Umbau der &#246;ffentlichen Massenuniversit&#228;t „von oben“.</p>
<p>Paradebeispiel f&#252;r den Zusammenhang zwischen Unterfinanzierung und Umbau ist die Debatte um Zugangsbeschr&#228;nkungen. Die planm&#228;&#223;ige Ausbildung von ausbeutbarer Arbeitskraft erfordert die „Lenkung der Studierendenstr&#246;me“, wie sie etwa die <a href="http://www.industriellenvereinigung.at/b2318m103">Industriellenvereinigung</a> fordert. Dem steht der freie Hochschulzugang im Weg. An dessen Stelle tritt die „Studienplatzbewirtschaftung“ und das „Zugangsmanagement“. Das schlagende Argument daf&#252;r: freier Hochschulzugang sei nicht finanzierbar. Die von den Studierendenprotesten erzeugte Aufmerksamkeit rund um die fehlende Finanzierung der Hochschulen wird von Regierung und RektorInnen zur Durchsetzung der eigenen Vorstellungen genutzt. Die freie Wahl des eigenen Studiums muss aufh&#246;ren, ein Recht zu sein. Das Studium wird zur Konzession, die man sich verdienen muss und dankbar in Empfang nimmt, nachdem man den Kampf um den Studienplatz gegen die eigenen KollegInnen gewonnen hat.</p>
<p>Am Beispiel der Aushebelung des freien Hochschulzugangs wird sichtbar, dass Unterfinanzierung Strategie ist. Ziel ist eine regierbare Hochschule. Der Angriff im Sinne einer Umstrukturierung der &#246;ffentlichen Massenuniversit&#228;t ist ein Zugriff auf diejenigen, die in ihr studieren und arbeiten. Er zielt darauf ab, Bildung zur Produktion von prek&#228;rer, unterworfener, herrschaftskonformer Arbeitskraft zu machen. Die Ausbildung bereitet dabei auf die Arbeit vor, indem sie selbst schon deren Eigenschaften annimmt: fremdbestimmtes, unm&#252;ndiges T&#228;tigsein unter Zeitdruck. Studieren erleben wir zunehmend als Ausbildungsarbeit, um im neoliberalen System funktionieren zu k&#246;nnen.</p>
<p><strong>3. &#8230; ist krisenhaft!</strong><br />
Die Ware sind schon l&#228;ngst wir selbst! Allerdings sind wir nicht einfach tote Gegenst&#228;nde. Wir sind eine au&#223;erordentlich lebendige Ware! Wir sollen funktionieren. Das System lebt von unserem Tun und will es vorbestimmen. Aber wir k&#246;nnen auch anders! Im Eigensinn der lebendigen Arbeit steckt die Grenze des Kapitalismus.</p>
<p>Das Hindernis sind wir selbst. Unsere intellektuelle Neugier, die &#252;ber einzelne Disziplinen und spezifische Berufsausbildungen hinausgeht. Unsere solidarische Haltung gegen&#252;ber unseren Mitmenschen, der Gesellschaft und der Natur, die die normative Vorstellung des egoistischen, Nutzen maximierenden „homo oeconomicus“ und den Imperativ der Konkurrenz untergr&#228;bt; unsere Scheu vor sinnloser, entfremdeter Arbeit; unsere F&#228;higkeit, zu kritisieren.</p>
<p>Die Jahre der „Hochschulreformen“, der Enteignungen und der Einf&#252;hrung neuer Zw&#228;nge, sind auch die Jahre, in denen die StudentInnenrevolten in ganz Europa an die Tagesordnung zur&#252;ckgekehrt sind: Frankreich, Italien, Spanien, D&#228;nemark, Griechenland, Kroatien, Polen, &#214;sterreich, Niederlande, Deutschland, Gro&#223;britannien&#8230; in welchem Land wurden in den letzten Jahren nicht Universit&#228;ten besetzt, bestreikt oder auf der Stra&#223;e demonstriert? Die Massenmobilisierungen auf Unis und Schulen erreichten an manchen Orten noch nie da gewesene Ausma&#223;e und haben immer wieder Angriffe „von oben“ entschleunigt oder gar r&#252;ckg&#228;ngig gemacht. Prominentes Beispiel ist die R&#252;cknahme eines prekarisierenden Besch&#228;ftigungsgesetzes f&#252;r junge Arbeitende in Frankreich 2006, zu dem die Regierung durch den monatelangen Stillstand der Universit&#228;ten und schlie&#223;lich die Mobilisierung der Gewerkschaften gezwungen wurde. Diese Erfahrung sagt auch viel &#252;ber das neue Verh&#228;ltnis zwischen Studium und Arbeit und deren verschwimmende Grenzen aus. Die Universit&#228;t ist l&#228;ngst nicht mehr der abgekapselte Raum, der er einmal war. Die Auseinandersetzung mit unserer eigenen spezifischen Lage zwingt uns zum Einschreiten ins gesellschaftliche und politische Geschehen, wie neuestens in Spanien, wo die „emp&#246;rte“ Jugend sich die &#246;ffentlichen Pl&#228;tze aneignete und versuchte, Politik anders zu praktizieren. Die Dynamik dieser Konflikte ist ein Wechselspiel von pl&#246;tzlichem Ausbruch massenhaften Ungehorsams und dem R&#252;ckzug ins Private, die nach Vorstellungskraft, politischer Zielrichtung und entsprechender Organisierung schreit. Zentrale Herausforderungen f&#252;r die StudentInnenbewegung sind sowohl der Zusammenschluss mit anderen gesellschaftlichen Kr&#228;ften als auch, die Universit&#228;t als Institution, in der Wissen geschaffen wird, in diesen verallgemeinerten Kampf miteinzubeziehen.</p>
<p>Jedenfalls entpuppt sich der herrschaftsf&#246;rmige Umbau der Hochschulen auch abseits gro&#223;er Zuspitzungen und Revolten keineswegs als gschmeidiges Unterfangen. Die &#246;ffentliche Massenuniversit&#228;t bleibt ein t&#228;glich umk&#228;mpftes Feld: Universit&#228;t wird immer wieder anders gemacht, als sie von den Regierenden gedacht wird. Bei der IE handelt es sich um eine solche Abweichung. „Anomalie“ im Hochschulsystem findet sich &#252;berall dort, wo gelebte Demokratie, studentische Selbst- und Mitbestimmung sowie kritische Wissenschaft und die Aushebelung von Selektionsmechanismen m&#246;glich bleiben. Zentral und konstitutiv f&#252;r den Charakter der IE war dabei immer wieder die direkte Einmischung der Studierenden. Was w&#228;re die IE, wenn sie nicht erk&#228;mpft worden w&#228;re? Indem wir den strukturellen Umbau der Massenuniversit&#228;t undurchf&#252;hrbar machen, k&#246;nnen wir die gesellschaftliche Funktion der Universit&#228;ten umkehren und dazu beitragen, die herrschende Ordnung zu destabilisieren. Wir sind ihre Krise!</p>
<p><strong>4. Die Anomalie ist die Wiege der Krise</strong><br />
Warum die Figur der „Anomalie“? Weil sie uns die Widerspr&#252;chlichkeit der IE erfassen l&#228;sst. Weil sie gleichzeitig ein emanzipatorisches Ver&#228;nderungspotential, als auch Beschr&#228;nktheit und prek&#228;re Existenz ausdr&#252;ckt. Die Anomalie zeichnet sich dadurch aus, dass sie eine Nische, eine Abweichung und nicht die Regel ist. Sie ist nicht das „radikal Andere“, sondern etwas Anderes innerhalb bestimmter systemischer Grenzen. Was bedeutet etwa <a href="http://www.perspektiven-online.at/2009/06/13/kritisch-studieren-an-oesterreichs-universitaeten/">&#8220;kritisches Studieren&#8221;</a> in einer Institution wie der Universit&#228;t, die historisch der Reproduktion von Eliten sowie der Legitimation von Herrschaft gedient hat? Bei der Diskussion um dessen emanzipatorische Wirkungsm&#228;chtigkeit sollte mitbedacht werden, dass – verallgemeinernd ausgedr&#252;ckt – das Studium der IE auch in Zeiten des freien Hochschulzugangs von einer kleinen Minderheit der Gesellschaft in Anspruch genommen wird, die sich gro&#223;teils aus „bildungsb&#252;rgerlichen Schichten“ rekrutiert. Emanzipation erfordert auch den Ausbruch aus einem selbstbez&#252;glichen akademischen Milieu.</p>
<p>Weiters unterliegt die Anomalie immer strengen inneruniversit&#228;ren Grenzen. So handelt es sich bei der IE um ein regul&#228;res Studium, an dessen Ende ein Titel vergeben wird, der sozialen Aufstieg und Privilegien bedeutet. Die IE kann immer nur bis zu einem gewissen Grad aus der etablierten Logik universit&#228;rer Lehre ausbrechen und kritische Freir&#228;ume f&#252;r emanzipatorische Bildung schaffen. Dabei handelt es sich oftmals um einen zeitlich begrenzten Bruch mit und innerhalb der herrschenden Ordnung. Die Anomalie zeichnet sich durch ihre prek&#228;re Existenz aus: sie droht vom System aufgefressen zu werden. Entweder durch frontalen Angriff und schlagartige Beseitigung – wie im Falle der Nicht-Einf&#252;hrung des IE-Masters – oder aber durch langsame Normalisierung und Institutionalisierung. Ein Kampf, der sich auf die blo&#223;e Erhaltung einer Anomalie beschr&#228;nkt, kann daher nicht gewonnen werden; immer wieder aufs Neue droht die Anomalie in den Sog gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen gezogen zu werden und sich darin aufzul&#246;sen.</p>
<p>Mit dem ausklingenden Wintersemester 2010 und nach langj&#228;hrigen Studi-Protesten schienen sich die Verh&#228;ltnisse an der IE normalisiert zu haben. Mit der Einf&#252;hrung des Bachelors war ein stetiger Zufluss von Ressourcen, eine schrittweise Institutionalisierung als befristete „Forschungs- und Lehrplattform“ und eine entsprechende Planbarkeit verbunden – es musste nicht mehr jedes Semester aufs Neue um die n&#246;tigen Mittel f&#252;r die Fortsetzung der Lehre gebangt werden. Diese Ver&#228;nderungen blieben nicht ohne Konsequenzen f&#252;r die innere Zusammensetzung des Studiengangs und f&#252;hrten unter anderem zu einer Einschr&#228;nkung der Gestaltungsspielr&#228;ume f&#252;r die Studierendenschaft – der selbstverwaltete Charakter der Lehre litt unter dem Prozess der Institutionalisierung.</p>
<p>Vor allem aber kann sich die IE als einzelnes Studium nicht zur G&#228;nze den Angriffen entziehen, die in Form von Universit&#228;tgesetz-Novellierungen oder europaweit konzertierter Bildungspolitik daherkommen. Das Diplomstudium wurde zwangsweise aufgelassen. Die neue zugangsbeschr&#228;nkende Studieneingangsphase (STEOP) macht seit diesem Herbst auch vor der IE nicht halt. Diese sieht am Anfang des Studiums alles entscheidende Modulpr&#252;fungen vor, die den Leistungsdruck auf Erstsemestrige extrem erh&#246;hen und Doppelstudien praktisch verunm&#246;glichen.</p>
<p>In dieser Situation der normalisierenden Institutionalisierung und der vermeintlichen Sicherheit schlug die Nicht-Finanzierung des IE-Masters ein wie eine Bombe. Die daraus resultierende existenzielle Bedrohung des gesamten Studiengangs verdeutlicht nicht nur den immer prek&#228;ren Charakter der Anomalie. Sie erinnert auch an die Zeit vor der schrittweisen Institutionalisierung und daran, dass schon um die Etablierung des Individuellen Diplomstudiengangs gek&#228;mpft werden musste; dass die Anomalie selbst das Ergebnis von K&#228;mpfen ist und Ausgangspunkt neuer K&#228;mpfe werden kann: Sp&#228;testens ab 2007 formierte sich offener studentischer Protest gegen die Politik der Aushungerung von Seiten der Universit&#228;tsleitung. &#220;ber den eingeengten institutionellen Handlungsspielraum der Basisgruppe IE hinaus radikalisierte sich der Protest im <em>Café IE</em>. Dessen widerst&#228;ndige politische Praxis erlebte durch den Zusammenschluss mit Studierenden verschiedener anderer Studienrichtungen im <em>Widerstandscafé</em> eine erste Verallgemeinerung. Die urspr&#252;nglich partikularen Forderungen der Internationalen Entwicklung bekamen eine gesamtuniversit&#228;re Dimension. Das <em>Widerstandscafé</em> wurde in den folgenden zwei Jahren zu einer treibenden Kraft politischer K&#228;mpfe an der Universit&#228;t Wien, bis es im Herbst 2009 in der Besetzungsbewegung aufging. Der Zusammenhang zwischen „Partikularit&#228;t“ und „Verallgemeinerung“, bzw. zwischen „Anomalie“ und „Bewegung“ wurde damals besonders deutlich: ein wichtiger Teil der Studierenden, die am 22. Oktober 2009 das Audimax besetzten und damit die gr&#246;&#223;te Unibewegung seit Jahren ausl&#246;sten, waren IE-Studierende, die um ihr Studium k&#228;mpften und kurz zuvor eine entsprechende Vollversammlung abgehalten hatten. Die „allgemeine Ersch&#252;tterung“ von <a href="http://www.perspektiven-online.at/2010/02/10/die-explosion-eines-politischen-unbehagens/"><em>unibrennt</em></a> wirkte damals positiv auf die Verh&#228;ltnisse an der IE zur&#252;ck.</p>
<p>Es geht also um diesen Sprung im Kampfzyklus, der aus dem Kampf der Anomalie um ihre eigene Existenz entstanden ist. Die Verallgemeinerung der K&#228;mpfe bedeutet dabei nichts als die konsequente Antwort auf den Umbau der Massenuniversit&#228;t; sie wird zur Notwendigkeit. Wir brauchen den Zusammenschluss mit allen, die vom Umbau in und au&#223;erhalb der Universit&#228;ten betroffen sind!</p>
<p>Der Kampf um die Anomalie ist nicht nur um ihrer selbst Willen wichtig. Vielmehr bietet sie ein Terrain f&#252;r die Formierung widerst&#228;ndiger Subjekte, die sich wiederum nur in der Anbindung an gr&#246;&#223;ere gesellschaftliche K&#228;mpfe und im Anschluss an politische Kampfzyklen wirklich konstituieren k&#246;nnen. Das ist, was die Anomalie so interessant und wichtig macht. Der Kampf der Anomalie um ihre Existenz kann und soll &#252;ber die Verteidigung des Bestehenden hinausgehen. Die IE zeigt, dass der Umbau der Massenuniversit&#228;t sich keineswegs reibungslos vollzieht, sondern eine politische Durchsetzung ben&#246;tigt. Ansonsten ger&#228;t der Umbau in die Krise. Wir wollen seine Krise! Die Anomalie tr&#228;gt den Keim dieser Krise in sich.</p>
<p><strong>5. Was passiert innerhalb der Uni Wien?</strong><br />
Die Rolle der Unileitung muss im Kontext des strukturellen Umbaus der Massenuniversit&#228;t gesehen werden. Die Verwandlung der Hochschule in eine Produktionsst&#228;tte f&#252;gsamer Arbeitskraft kann n&#228;mlich nicht ohne Ver&#228;nderung inneruniversit&#228;rer Machtverh&#228;ltnisse vonstatten gehen: wer nie etwas mitentscheiden durfte, wird auch im sp&#228;teren Leben keinen Anspruch darauf erheben. Demokratische Mitbestimmung ist im Sinne eines „effizienten Entscheidungsprozesses“ ein Hindernis. Das ideologische Gewand dieser autorit&#228;ren Umstrukturierung ist jenes der „Dienstleistungsuniversit&#228;t“. Die Universit&#228;t soll ausschauen wie ein Unternehmen. Und Demokratie h&#246;rt bekanntlich an der T&#252;rschwelle aller Unternehmen auf. An der Spitze der Universit&#228;t stehen jetzt ein Management (Rektorat) und ein Aufsichtsrat (Unirat) – von den &#252;blichen konservativen Seilschaften besetzt. Die „Universit&#228;tsreformen“ verleihen der alten Unihierarchie mehr Macht &#252;ber die Universit&#228;tsangeh&#246;rigen und machen sie gleichzeitig zu einer gewichtigen Akteurin des Umbaus.</p>
<p>Seit der UG-Novelle 2009 besitzt der Rektor etwa die alleinige Kompetenz &#252;ber Finanzierungsfragen. Am Beispiel der IE wird ersichtlich, dass ihm dies weit mehr erlaubt: das gewaltsame Eingreifen in die inhaltliche Ausgestaltung der Studienpl&#228;ne &#252;ber die K&#246;pfe der Kollegialorgane hinweg, welche nicht ohne seine finanzielle Zusicherungen arbeiten k&#246;nnen. Monokratische Entscheidungsstrukturen zu Gunsten des Rektors werden durch die bewusste Logik der gegenseitigen Ausspielung verschiedener Universit&#228;tsebenen und Fakult&#228;ten nach dem Prinzip des „Teile und Herrsche“ abgesichert. Wird irgendwo Kohle frei, weil das Management beschlossen hat, etwas nicht zu finanzieren, erhoffen sich alle anderen davon Vorteile.</p>
<p>Es besteht insofern auch kein Interessensgegensatz zwischen Regierung und Unileitung. Eher haben wir es mit einer integrierten Doppelherrschaft zu tun, die es den Instanzen erlaubt, jeweils die Verantwortung von sich zu schieben: Das Ministerium verteidigt die eigenen Angriffe als Reformen, die an sich gut, aber von den „autonomen“ Universit&#228;ten schlecht umgesetzt w&#228;ren (wie bei der Debatte rund um die Bologna-Architektur). Die RektorInnen und DekanInnen wollen ihre gezielten Ma&#223;nahmen gegen freies Studieren, selbstverwaltete R&#228;ume und demokratische Mitbestimmung mit dem Argument der Ressourcennot durchsetzen, f&#252;r die doch leider die Regierung verantwortlich sei (und diese jammern sie periodisch in &#246;ffentlichen Briefen und Auftritten an). Die gesellschaftlichen Machtverh&#228;ltnisse st&#252;tzen sich auf inneruniversit&#228;re Machtverh&#228;ltnisse (und umgekehrt). Die Universit&#228;tshierarchie fungiert als Agentin von Entdemokratisierung und kapitalistischem Zugriff auf die Universit&#228;t und ihre Subjekte. Dadurch werden gesellschaftliche Verh&#228;ltnisse (an)greifbar. Dr&#228;ngen wir die Diktatur des Rektorats zur&#252;ck! Erobern wir R&#228;ume und M&#246;glichkeiten zur autonomen Gestaltung der Universit&#228;t und brechen wir die Grenzen zwischen Universit&#228;t und anderen gesellschaftlichen Bereichen auf!</p>
<p><strong>S&#228;en wir die Krise,<br />
seien wir die Krise!</strong><br />
Sonst k&#246;nnen wir alle sehen, wo wir bleiben&#8230;</p>
<p>Es handelt sich bei diesem Artikel um Ausschnitte aus der gleichnamigen <a href="http://linkeshochschulnetz.at/index.php?site=180&#038;subsite=156">Brosch&#252;re</a> des <em>Linken Hochschulnetz</em>.</p>
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