Was tun, wenn ein rentables Werk aus Spekulationsgründen geschlossen und die Belegschaft entlassen werden soll? Am besten „fare come alla Innse“ – es wie die INNSE machen. Andreas Fink analysiert die erfolgreiche Besetzung der Mailänder Fabrik im Sommer 2009 und zeigt, welche Rolle Standortwettbewerb, Stadtentwicklung, eine Tradition radikaler ArbeiterInnenkämpfe und nicht zuletzt ein Kran spielen.
Sozialpartnerschaftliche Verhandlungsstrategien und verrechtlichte Formen des Arbeitskampfs sind offensichtlich in der Sackgasse. Doch die gewerkschaftliche Neuorientierung bleibt oft in den Mustern der Vergangenheit verhaftet. Mario Becksteiner, Tobias Boos und Ako Pire über die Erosion gewerkschaftlicher Handlungsmacht und die Herausforderungen im Angesicht der Krise.
Anlässlich der Veröffentlichung von PERSPEKTIVEN Nr. 6 “USA – Brüche im Imperium” zeigen wir im Rahmen eines Filmabends “The Wobblies. Die Geschichte der Industrial Workers of the World”.
Termin: Freitag, 28.11.2008
Uhrzeit: 20 Uhr
Ort: W23, Wipplingerstrasse 23, 1010 Wien
Obamas Sieg bei den US-Präsidentschaftswahlen hat vielen Menschen Hoffnung gegeben. Die grundlegenden Klassenwidersprüche sind dadurch nicht verschwunden. „Wilde“ Streiks, Proteste, wie der migrantischen ArbeiterInnen 2006 und Organisierungsversuche neuer Gewerkschaftsbewegungen zeigen die Brüche und Konflikte innerhalb der amerikanischen Gesellschaft. Dass die amerikanische ArbeiterInnenbewegung auf eine radikale Geschichte zurückblicken kann, wird dabei oft vergessen.
Der Film “The Wobblies” zeigt die Geschichte der Industrial Workers Of The World, einer [...]
Schwerpunkt: USA – Brüche im Imperium
Als der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama im Juli im Rahmen einer kleinen Europa-Tournee Berlin besuchte, bot sich ein bizarres Bild. Versorgt von Wurst-, Bier- und DevotionalienverkäuferInnen jubelten mehr als 200.000 Menschen, als würde eine Mischung aus Rockstar, Jesus und Martin Luther King zu ihnen sprechen – und nicht der vielleicht schon bald mächtigste Mann der Welt.
Philipp Probst ruft die militanten und kreativen Kämpfe der revolutionären Gewerkschaft der Industrial Workers of the World zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Erinnerung. Die Organisierung überwiegend weiblicher, migrantischer, ungelernter ArbeiterInnen ist heute noch ein inspirierendes Beispiel klassenkämpferischer Gewerkschaftspraxis.
Im Zuge der Union Renewal-Debatte in den USA werden auch alternative, community-bezogene Organisierungsansätze diskutiert. Maria Asenbaum fragt, ob die so genannten Worker Centers migrantischer ArbeiterInnen einen Beitrag zur Erneuerung der Gewerkschaftsbewegung leisten können.
Rezension: Brinkmann, Ulrich/ Choi, Hae-Lin/Detje, Richard/ Dörre, Klaus/ Holst, Hajo/ Karakayali, Serhat/ Schmalstieg, Catharina: Strategic Unionism: Aus der Krise zur Erneuerung? Umrisse eines Forschungsprogramms. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2008. 19,90 €
Schwerpunkt: Prekäre Klassen, prekäre Kämpfe
Im Winter 2006/07 und im gesamten folgenden Jahr erlebte Ägypten die größte Streikbewegung seit den 1950er Jahren, die nicht nur die ägyptische Wirtschaft, sondern auch das politische System der Mubarak-Diktatur tief erschütterte. Ramin Taghian über Chancen und Herausforderungen einer ArbeiterInnenbewegung.