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Thesen zur Wien-Wahl 2010

26.08.2010

Die Wien-Wahl ist ein entscheidender Gradmesser für die politische Situation in Österreich. Wie und mit welchen inhaltlichen Schwerpunkten der Wahlkampf geführt wird und welche Politik die Stadt in den nächsten Jahren prägt, ist nicht nur für alle in Wien lebenden Menschen von großer Bedeutung, sondern hat weit über den lokalen Kontext hinaus Signalwirkung. In zugespitzter Form schlagen sich bei dieser Wahl die parteipolitischen Tendenzen der letzten Jahre und Jahrzehnte nieder: Aufgrund ihrer anhaltenden Krise ist die Sozialdemokratie mehr denn je vom Erhalt ihrer starken Machtposition und des Mythos Rotes Wien abhängig.

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Sommer 2010 | Nr.11
Wie rot ist Wien?
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Editorial

von

Die liebe Familie: Sitzplätze und Blumenhüte für die Damen, Autorität und weltgeschichtlicher Ruhm für die Herren. Als Jenny Marx ihren Vater bat, Fragen in ihrem Poesiealbum zu beantworten, schrieb dieser, seine Lieblingstugend beim Mann wäre „Kraft“; bei der Frau: „Schwäche“. Wir sehen: die feministische Sache hatte es von Anfang an nicht leicht, in ein Verhältnis zum Marxismus zu treten.

Wert und Wettex

von

Versuche einer theoretischen Vereinigung marxistischer und feministischer Erklärungsansätze zu asymmetrischen Geschlechterverhältnissen im Kapitalismus waren und sind nicht unproblematisch. Maria Asenbaum und Katherina Kinzel wühlen in Hausarbeitsdebatten, werttheoretischen Streitfragen, bürgerlich-familialen Diskurskonstruktionen und ideologietheoretischen Auseinandersetzungen der letzten 30 Jahre.

XY ungelöst

von

Der Körper hat eine Geschichte, und damit auch seine Geschlechter. Die Vorstellung einer biologisch-natürlichen Differenz zwischen „Mann“ und „Frau“ ist erstaunlich jung. Veronika Duma und Tobias Boos gehen in ihrem Artikel einen Schritt zurück, wagen sich in die Untiefen der Botanik, der Körperflüssigkeiten und Anatomielehrbücher um schließlich der Frage nachzugehen, wie Geschlechterdifferenz mit der Herausbildung der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaften zusammen hängt.

Welche Wirtschaft, wessen Krise?

von

Katharina Hajek und Benjamin Opratko fragen, welche Effekte die globale Wirtschaftskrise auf gegenwärtige Geschlechterverhältnisse hat. Was sind die vergeschlechtlichten Dimensionen der staatlichen Krisenbearbeitungsstrategien? Und was sagt die Beschäftigung mit Geschlechterpolitik in der Krise über beliebte Thesen vom „Ende des Neoliberalismus“ aus?

„Sie schlafen nie“

von

Informelle Beschäftigungsverhältnisse sind weltweit auf dem Vormarsch. Was dies für die Situation von Frauen in den Ländern des globalen Südens bedeutet, fragten Katherina Kinzel und Felix Wiegand im Interview mit Petra Steiner von der Frauensolidarität. Sie beschreibt die Arbeitsbedingungen, Kämpfe und Organisationsformen von Frauen in den exportorientierten Produktionsstätten, spricht über Heimarbeit und darüber, warum das internationale Arbeitsrecht hier nur ungenügend greift.

Revolutionen aus dem Off

von

Die Entkolonialisierung und die damit verbundene Dezentrierung des Westens hinterließ auch im Kino der damaligen „Dritte-Welt-Länder“ ihre Spuren. Nikolaus Perneczky zeichnet ein vielfältiges Bild des „Dritten Kinos“, seiner politischen Ästhetik und seiner Produktionsbedingungen von den 1960er Jahren bis heute.

Risse in der islamischen Republik

von

Heuer jährt sich zum 30. Mal die Iranische Revolution. Wie Behrooz Rahimi in seiner Analyse der Entwicklung der Islamischen Republik aufzeigt, ist das widersprüchliche Erbe der Revolution auch in den aktuellen Protesten gegen Ahmadinejads umstrittene Wiederwahl präsent.

Marx, Engels… und Darwin?

von

Darwins Bedeutung für die Entwicklung der modernen Naturwissenschaften steht außer Frage. Aufgrund der sozialdarwinistischen Interpretation seiner Werke wird er jedoch in linken Zusammenhängen oft kritisch beäugt. Ian Angus wagt anlässlich des diesjährigen Darwin-Jubiläums eine Wiederannäherung an seine materialistische Naturgeschichte und widmet sich den (politischen) Auseinandersetzungen in den Wissenschaften seiner Zeit.

Feminismus mal multikulturell?

von

Rezension: Sauer, Birgit/Strasser, Sabine (Hg.): Zwangsfreiheiten. Multikulturalität und Feminismus, Wien: Promedia Verlag 2008, 260 Seiten, € 24,50

Wachstum, Nachhaltigkeit und das gute Leben

von

Rezension: Hinterberger, Friedrich/Hutterer, Harald/Omann, Ines/Freytag, Elisabeth (Hg.): Welches Wachstum ist nachhaltig? Ein Argumentarium, Mandelbaum-Verlag: Wien 2009, 224 Seiten, € 17,80



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