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Veranstaltung: Was heißt kritische Politikwissenschaft heute?
von benni

Mit Alex Demirovic (TU Berlin) und Stefanie Wöhl (Uni Wien)
Moderation: Hanna Lichtenberger (KriSP)
Termin: 15. Mai 2009
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ort: Neues Institutsgebäude (NIG) der Universität Wien, Hörsaal 2 (Erdgeschoß)

Die Rolle der Universität im Allgemeinen und der Sozialwissenschaften im Besonderen hat sich in den letzten Jahren auch in Österreich drastisch verändert. Was oft als „Neoliberalisierung“ der Hochschulen bezeichnet wird, hat sich zuletzt etwa in der Umstellung von Diplomstudien auf das „Bologna-Modell“ ausgedrückt, also in der Teilung in Bachelor-, und Masterstudium. Ausgewiesenes Ziel dieser und anderer Reformen ist es, die Studien auf das Prinzip der employability auszurichten. Universitäten sollen in ausreichendem Maße jene Arbeitskräfte produzieren, die auf den Arbeitsmärkten nachgefragt werden. Studierende werden dabei diskursiv und durch Maßnahmen wie die Einführung von Studiengebühren von aktiven Universitätsangehörigen zu Kund_innen gemacht, die zielgerichtet die Ware Bildung konsumieren und auf ein baldiges return of investment hoffen müssen.


Wo das Studium zunehmend nach Kriterien der Betriebswirtschaft organisiert wird und Modularisierung und Sequenzierungen dazu beitragen sollen, Studierende in möglichst kurzer Zeit durch das Bakkalaureats-Studium zu schleusen, verändern sich jedoch die Bedingungen für Politikwissenschaft fundamental. Insbesondere eine Position, die Politikwissenschaft als Ort kritischer Reflexion über die gesellschaftlichen Verhältnisse versteht, scheint hier kaum noch Platz zu haben.

Wie können unter diesen Voraussetzungen Freiräume, in denen sich kritische, selbstbestimmte Formen des Lernens, Lehrens und Forschens entwickeln, verteidigt und neu geschaffen werden? In welchem Verhältnis stehen Politikwissenschaft und soziale Bewegungen? Was kann „kritische Politikwissenschaft“ heute, nach dem neoliberalen Umbau der Hochschulen, aber auch angesichts der globalen Krise, überhaupt bedeuten? Über diese Fragen wollen wir gemeinsam mit Alex DemiroviÄ und Stefanie Wöhl diskutieren.

Eine Veranstaltung der Kritischen Studierenden Politikwissenschaft (KriSP)





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