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	<title>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis &#187; Klassenkampf</title>
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	<description>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis</description>
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		<title>Erinnert sich noch jemand an Frauen im Klassenkampf?</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Apr 2011 13:02:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 13]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Klassenkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie Ihr sicherlich bemerkt habt, stimmt irgendetwas mit dem Cover dieser Ausgabe von Perspektiven nicht. Das urspr&#252;ngliche Cover war eine Abwandlung von Dimitri Moors Plakat zur Anwerbung Freiwilliger f&#252;r die Rote Armee aus dem Jahr 1920. In Anbetracht der vorherrschenden Papierknappheit in der Zeit des russischen B&#252;rgerkriegs und Kampfes zur Verteidigung der Revolution war es mit einer Auflage von etwa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie Ihr sicherlich bemerkt habt, stimmt irgendetwas mit dem Cover dieser Ausgabe von Perspektiven nicht. Das urspr&#252;ngliche Cover war eine Abwandlung von Dimitri Moors Plakat zur Anwerbung Freiwilliger f&#252;r die Rote Armee aus dem Jahr 1920. In Anbetracht der vorherrschenden Papierknappheit in der Zeit des russischen B&#252;rgerkriegs und Kampfes zur Verteidigung der Revolution war es mit einer Auflage von etwa 50.000 St&#252;ck eines der meist verbreiteten Plakate seiner Zeit. Das Plakat reiht sich mit seiner Ikonographie (direkte Ansprache, Fingerzeig auf BetrachterIn) nahtlos in die Riege der Rekrutierungsposter des Ersten Weltkriegs ein. So warb etwa England bereits 1914 mit einem &#228;hnlichen Sujet f&#252;r Freiwillige. Am Bekanntesten ist sicherlich <em>Uncle Sams</em> „I want you for US Army“ aus dem Jahr 1917. Auch die konterrevolution&#228;re Wei&#223;e Armee nutze diese Ikongraphie f&#252;r ein Plakat des Jahres 1919. Der von uns benutzte Claim <em>Do you remember Klassenkampf?</em> spielt mit dieser direkten Anrede.<br />
Die Russische Revolution und die Verteidigung dieser im B&#252;rgerkrieg kann wohl als der erfolgreichste klassenk&#228;mpferische Akt in der Geschichte bezeichnet werden. In diesem Kontext ist auch das Cover (als Einheit von Bild und Claim) zu verstehen. Die urspr&#252;ngliche Darstellung hatte hierbei nicht den Anspruch einer ad&#228;quaten Darstellung der Zusammensetzung der ArbeiterInnenklasse, sondern sollte auf die milit&#228;rische Auseinandersetzung im Klassenkampf verweisen.<br />
Nachdem das Heft schon gedruckt war, wurde sowohl innerhalb der Gruppe Perspektiven als auch von ersten LeserInnen vermehrt Kritik am Motiv des Covers laut. Im Zuge einer feministischen Intervention wurden die Kritikpunkte schlie&#223;lich in der Gruppe diskutiert. Der Hauptkritikpunkt am gew&#228;hlten Motiv besteht darin, dass die urspr&#252;nglich gew&#228;hlte Darstellung Klassenkampf unreflektiert mit der Figur des m&#228;nnlichen, wei&#223;en Industriearbeiters identifiziert. Frauen und nicht-wei&#223;e Identit&#228;ten als Teil der ArbeiterInnenklasse werden unsichtbar gemacht. Die sowohl historisch als auch aktuell oftmals tragende Rolle, die diese in den K&#228;mpfen der ArbeiterInnenklasse gespielt haben und immer noch spielen, wird so einmal mehr negiert. Statt mit dem gew&#228;hlten Motiv die Kollektivit&#228;t von Klassenk&#228;mpfen ad&#228;quat widerzuspiegeln und darauf zu verweisen, dass Handlungsmacht nur kollektiv errungen werden kann, ist auf dem Cover ein einzelner „starker Mann“ abgebildet. Zudem wird die urspr&#252;nglich intendierte ironische Brechung der autorit&#228;ren Geste des abgebildeten Rotarmisten, wie sich herausgestellt hat, nicht als solche wahrgenommen.</p>
<p>Nach der gemeinsamen Diskussion dieser Kritikpunkte haben wir uns dazu entschieden, die Kritik und die folgende Diskussion auch symbolisch am aktuellen Cover abzubilden. </p>
<p>Eure <em>Perspektiven</em></p>
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		<title>Rebellion in Wisconsin</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2011/03/11/rebellion-in-wisconsin/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Mar 2011 22:51:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Klassenkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Joe Grim Feinberg berichtet von den gr&#246;&#223;ten ArbeiterInnenunruhen seit den 1930er Jahren in den USA. ArbeiterInnen und AktivistInnen k&#228;mpfen in Madison, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Wisconsin, gegen die Pl&#228;ne von Gouverneur Scott Walker, der nicht nur das Budget auf Kosten von LehrerInnen saniert, sondern gleich die gewerkschaftlichen Rechte aller Staatsbediensteten einkassiert.


FreundInnen, KollegInnen,
Ich hoffe, ihr habt inzwischen alle von der ArbeiterInnenrebellion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Joe Grim Feinberg</em> berichtet von den gr&#246;&#223;ten ArbeiterInnenunruhen seit den 1930er Jahren in den USA. ArbeiterInnen und AktivistInnen k&#228;mpfen in Madison, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Wisconsin, gegen die Pl&#228;ne von Gouverneur Scott Walker, der nicht nur das Budget auf Kosten von LehrerInnen saniert, sondern gleich die gewerkschaftlichen Rechte aller Staatsbediensteten einkassiert.<br />
<span id="more-1823"></span><br />
<a href="http://www.perspektiven-online.at/wp-content/uploads/2011/03/Protests-in-Madison-Wisconsin5.jpg"><img src="http://www.perspektiven-online.at/wp-content/uploads/2011/03/Protests-in-Madison-Wisconsin5-300x202.jpg" alt="" title="Protests-in-Madison-Wisconsin" width="300" height="202" class="alignnone size-medium wp-image-1835" /></a></p>
<p>FreundInnen, KollegInnen,</p>
<p>Ich hoffe, ihr habt inzwischen alle von der ArbeiterInnenrebellion geh&#246;rt, die seit einigen Wochen in Wisconsin abl&#228;uft. In den landesweiten Zeitungen hat sie (z.B. in Tschechien und der Slowakei) nur wenig Niederschlag gefunden, aber in den englischsprachigen Nachrichten ist sie weltweit prominent. Ich schreibe, um eure Solidarit&#228;t anzuregen.</p>
<p>Hintergr&#252;nde (falls ihr sie noch nicht kennt, ansonsten &#252;berspringt sie):<br />
Der US-Bundesstaat Wisconsin, historisch ein wichtiges Zentrum der fortschrittlichen Bewegungen und der organisierten ArbeiterInnenschaft in den USA, befand sich an der Spitze der reaktion&#228;ren Wahlen 2010. Der Staat w&#228;hlte einen neuen Gouverneur, Scott Walker, der erst damit bekannt wurde, dass er sich weigerte, Geld von der Obama-Regierung anzunehmen, das daf&#252;r gedacht war, eine Passagier-Eisenbahnlinie zwischen der Hauptstadt von Wisconsin, Madison, und der gr&#246;&#223;ten Stadt des Bundesstaates, Milwaukee zu bauen (und damit Madison an das bestehende landesweite Eisenbahnnetz anzuschlie&#223;en). Er hatte mit der Notwendigkeit von Sparma&#223;nahmen argumentiert, und ist dann auf die brillante, kostensparende Idee gekommen, das Geld f&#252;r die Eisenbahn umzuleiten in die Instandhaltung von Stra&#223;en (siehe dazu sein <a href="http://notrain.com">Video</a> &#8211; traurig, aber wahr). Danach beschloss er, die Steuern f&#252;r Unternehmen und die Reichen zu senken und danach erkl&#228;rte er &#246;ffentlich und panisch, der Staat habe kein Geld. Er schlug ein Gesetz vor, das nat&#252;rlich die Geh&#228;lter und Renten der &#246;ffentlich Besch&#228;ftigten im Staat stark gek&#252;rzt h&#228;tte; aber er f&#252;gte etwas hinzu, das er in seiner Wahlkampagne niemals erw&#228;hnt hatte: Er wollte nicht nur die Kosten senken, sondern auch die Rechte der Arbeitenden beschneiden. Das vorgeschlagene Gesetz w&#252;rde die gewerkschaftliche Organisierung ernsthaft beschneiden, beispielsweise w&#228;re es &#246;ffentlich Bediensteten nicht mehr erlaubt, kollektiv &#252;ber Arbeitsbedingungen oder Renten zu verhandeln.</p>
<p>Als der Plan &#246;ffentlich wurde (urspr&#252;nglich war er in einem kleinen &#8220;Budgetanpassungs&#8221;gesetz versteckt), organisierten die Gewerkschaften in Wisconsin den Protest, der zu einer zweiw&#246;chigen Besetzung des Kapitolgeb&#228;udes (in Madison) anwuchs. Ehe unl&#228;ngst der Zugang zum Geb&#228;ude eingeschr&#228;nkt wurde, kampierten hunderte, vielleicht tausende Menschen im Geb&#228;ude, nahmen an st&#228;ndigen Debatten &#252;ber das Gesetz teil und erhielten gespendetes, von Unterst&#252;tzerInnen aus der ganzen Welt bestelltes Fast Food. (Wegen der fortschrittlichen Geschichte von Wisconsin war das alles legal; die &#214;ffentlichkeit hatte das Recht auf freien Zugang zu den Regierungsgeb&#228;uden, ehe der Staat am letzten Wochenende dieses Gesetz &#228;nderte.) Viele LehrerInnen an &#246;ffentlichen Schulen streikten spontan. Im ganzen Land gab es Solidarit&#228;tsdemonstrationen. Und an zwei Samstagen hintereinander gab es in Madison Demonstrationen mit 70.000 – 100.000 TeilnehmerInnen, von denen die meisten Basismitglieder der Gewerkschaft der &#246;ffentlich Bediensteten von Wisconsin waren, darunter viele graduierte, bei der Universit&#228;t von Wisconsin angestellte StudentInnen (in Milwaukee und Madison), die ich als Mitglieder der American Federation of Teachers kenne, der auch meine Gewerkschaft der graduierten StudentInnen von Chicago angeh&#246;rt.</p>
<p>Aber der Kampf hat die Unterst&#252;tzung von ArbeiterInnen und AktivistInnen im ganzen Land erhalten, darunter mehrere meiner FreundInnen aus Chicago, die in Madison mitgemischt haben. Die Situation ist sowohl aufregend als auch erschreckend. Wenn das vorgeschlagene Gesetz in Kraft tritt, dann bedeutet das eine beispiellose Niederlage f&#252;r die organisierten ArbeiterInnen in den USA, und mehrere andere Bundesstaatsregierungen haben bereits &#228;hnliche Pl&#228;ne vorgeschlagen. Wenn der Plan in Wisconsin durchgeht, werden diese anderen Bundesstaaten sicher versuchen, auf dem Erfolg der Regierung Walker aufzubauen. Es liegt nahe, dass dar&#252;ber hinaus den gewerkschaftsfeindlichen Kr&#228;ften &#252;berall Hoffnung und Eingebung erwachsen w&#252;rde.</p>
<p>Aber so beispiellos das vorgeschlagene Gesetz ist, so beispiellos ist das Ausma&#223; der Opposition dagegen. Die gegenw&#228;rtige Rebellion k&#246;nnte die gr&#246;&#223;te ArbeiterInnenunruhe in den Vereinigten Staaten seit den 30er Jahren werden. Und es gibt eine gro&#223;e Wahrscheinlichkeit, dass sie anwachsen wird. Eine der wichtigsten Gewerkschaften in Wisconsin hat einstimmig einen Aufruf zu einem nationalen Generalstreik angenommen f&#252;r den Fall, dass das Gesetz durchgeht.  Es hat noch nie einen nationalen Generalstreik in den USA gegeben – unter anderem w&#228;re er illegal – aber ich habe noch keineN GewerkschaftsagitatorIn oder F&#252;hrerIn sich gegen diese Idee aussprechen geh&#246;rt, trotz ihres &#252;blicherweise moderaten, sogar konservativen Zugangs bei der Organisierung (von Streiks). Und weiter: die Polizeigewerkschaft von Wisconsin hat eine Unterst&#252;tzungserkl&#228;rung f&#252;r die Proteste ver&#246;ffentlicht und gefordert, dass das Kapitol offen bleiben muss, und sie hat ihre Mitglieder <a href="http://www.dane101.com/current/2011/02/25/wisconsin_professional_police_association_calls_for_capitol_to_be_kept_open_annou">dazu aufgerufen</a>, sich den DemonstrantInnen, die im Geb&#228;ude &#252;bernachten, anzuschlie&#223;en – und das, obwohl Walker vorgeschlagen hat, dass das Gesetz die Polizeigewerkschaften (und die der Feuerwehren) nicht betreffen soll. Das k&#246;nnte das erste Mal in der Geschichte der USA, zumindest in dieser Gr&#246;&#223;enordnung, sein, dass die Polizei offen den Anordnungen ihrer Vorgesetzten trotzt, gegen ArbeiterInnenproteste vorzugehen. Zus&#228;tzlich kam wichtige moralische <a href="http://thinkprogress.org/2011/02/15/packers-support-workers/">Unterst&#252;tzung von mehreren Mitgliedern der Green Bay Packers</a>, dem Football-Team von Wisconsin, das Ende J&#228;nner die Super Bowl gewann, und das, sowas gibt es, eine Non-Profit-Organisation ist, die ihren Fans geh&#246;rt (ich spreche &#252;ber American Football, mit Helmen und sonderbar geformten B&#228;llen; die Super Bowl ist die oberste Klasse der Meisterschaft).</p>
<p>Es gab andere, farbenfrohe Vorf&#228;lle, die zumindest gute Geschichten abgeben. Ein rechter (republikanischer) Abgeordneter von Wisconsin beging den Fehler, sich fr&#252;hzeitig dar&#252;ber zu mokieren, dass seine KollegInnen blo&#223; versucht h&#228;tten, die Regierungsfinanzen in den Griff zu bekommen, und „pl&#246;tzlich ist es, als ob Kairo nach Madison gekommen w&#228;re“. Egal ob die JournalistInnen die Idee von ihm hatten oder von selbst darauf kamen, fast jede Zeitung hat sich seither auf dieses Thema gest&#252;rzt. Es gibt zweifellos Unterschiede zwischen den beiden Situationen. Zum einen lie&#223; Mubarak Gewerkschaften der &#246;ffentlich Bediensteten zu, obwohl er versuchte, sie von oben zu kontrollieren. Zum anderen hat niemand auf die DemonstrantInnen in Wisconsin geschossen, obwohl der stellvertretende Generalstaatsanwalt von Indiana diese Idee &#246;ffentlich seinen KollegInnen in Wisconsin vorgeschlagen hat (<a href="http://www.batangastoday.com/indiana-deputy-attorney-general-fired-after-tweeting-%E2%80%98use-live-ammunition%E2%80%99-to-wisconsin-protesters/10296/">er wurde gefeuert</a>).<br />
Die Sache verdichtete sich, als die oppositionellen (demokratischen) Abgeordneten in Wisconsin beschlossen, die Bewegung der ArbeiterInnen zu unterst&#252;tzen, indem sie den Senat des Bundesstaates boykottieren, damit keine Abstimmung zustande kommt und das Gesetz somit nicht angenommen werden kann. Nachdem das Gesetz von Wisconsin die Polizei dazu erm&#228;chtigt, abwesende Abgeordnete zu suchen und sie (mit Gewalt) zum Kapitol zu bringen, flohen die Abgeordneten in das benachbarte Illinois, in dem die Polizei von Wisconsin keine Autorit&#228;t besitzt. In Erwartung einer &#228;hnlichen Situation taten die Demokraten in Indiana dasselbe und sorgten in der &#214;ffentlichkeit damit f&#252;r das un&#252;bliche Spektakel, dass angesehene PolitikerInnen vor den Polizeikr&#228;ften fl&#252;chten, die ihrerseits nicht darauf aus zu sein scheint, sie zu fangen, w&#228;hrend die Republikaner vor Wut toben, aber keine M&#246;glichkeit gefunden haben, auf rechtlicher Basis zu einer Abstimmung (&#252;ber das Gesetz) zu kommen.</p>
<p>Scott Walker wurde in der Zwischenzeit in weitere Verlegenheit gebracht, als ein Journalist ihn anrief und <a href="http://www.buffalobeast.com/?p=5045">vorgab, der milliardenschwere Unterst&#252;tzer seiner Kampagne, David Koch zu sein</a>. Der Anrufer konnte aufzeichnen, wie der Gouverneur dar&#252;ber sinnierte, agents provocateurs unter die Protestierenden zu bringen, und dann ein Angebot annahm, in „a good time“ gezeigt zu werden, nachdem er seine Widersacher vernichtet h&#228;tte. (Der Stab des Gouverneurs best&#228;tigte die Authentizit&#228;t der Aufnahme, dementierte aber, blo&#223;gestellt worden zu sein.)<br />
Jedenfalls ist der Ausgang der Vorf&#228;lle sehr unsicher, trotz einiger Ger&#252;chte, dass die Regierung von Wisconsin zur&#252;cktreten k&#246;nnte. Die Bewegung kann bereits den Teilsieg f&#252;r sich beanspruchen,  dass andere Regierungen z&#246;gern werden, ehe sie &#228;hnliche provokante Reaktionen zeigen. Aber innerhalb von Wisconsin hat keine der wichtigen beteiligten Parteien ihren Standpunkt ge&#228;ndert. Ich denke, es ist ein kritischer Moment, und die protestierenden ArbeiterInnen brauchen all unsere Hilfe, auch von Menschen, die das Pech haben, dass sie sich ihnen pers&#246;nlich nicht anschlie&#223;en k&#246;nnen.<br />
Deshalb wollte ich Vorschl&#228;ge machen, wie ihr sie unterst&#252;tzen k&#246;nnt: </p>
<p>*) Schreibt Solidarit&#228;tsstatements – wenn ihr Kontakt zu irgendeiner Organisation habt oder deren Mitglieder seid, dass sie ihre &#246;ffentliche Unterst&#252;tzung der protestierenden ArbeiterInnen ausdr&#252;ckt, schickt Solidarit&#228;tsadressen an defendwisconsin@gmail.com. Das kann eine gro&#223;e Hilfe f&#252;r die Moral der ArbeiterInnen und f&#252;r den Aufbau lokaler, aber auch ausl&#228;ndischer Unterst&#252;tzerInnenkomitees sein. Einige solcher Statements findet ihr am Ende dieser Seite: <a href="http://www.defendwisconsin.org.">www.defendwisconsin.org</a>.<br />
*) Spendet an <a href="http://helpdefendwisconsin.org">helpdefendwisconsin.org</a> oder <a href="http://store.iww.org/madison-donations.html">http://store.iww.org/madison-donations.html</a>. Die erste Adresse wird von der American Federation of Teachers betrieben, die eine der gr&#246;&#223;ten Gewerkschaften der &#246;ffentlich Bediensteten von Wisconsin ist. Die zweite ist mit den Industrial Workers of the World verbunden, die kleiner, aber im ArbeiterInnenaktivismus von Madison sehr aktiv sind. Jede Organisation wird das Geld gut einsetzen. Die DemonstrantInnen haben auch die folgenden Seiten vorgeschlagen, um Lebensmittel direkt an sie im Kapitol zu schicken: <a href="http://www.facebook.com/IansPizzaOnState?ref=ts&#038;sk=app_6009294086">http://www.facebook.com/IansPizzaOnState?ref=ts&#038;sk=app_6009294086</a> und <a href="http://cabellscrabble.blogspot.com/2011/02/donate-food-to-protesters-via.html">http://cabellscrabble.blogspot.com/2011/02/donate-food-to-protesters-via.html</a>. Der Zugang zum Kapitol ist jetzt beschr&#228;nkt, aber da ich noch nichts Gegenteiliges geh&#246;rt habe, nehme ich an, die Leute sind von 8:00 bis 18:00 Uhr US-Central Time dort und k&#246;nnen immer noch Lebensmittelspenden gebrauchen.<br />
*) Phone bank (d.h. ruft Leute in Wisconsin an und dr&#228;ngt sie, die protestierenden ArbeiterInnen zu unterst&#252;tzen) – Das k&#246;nnte Leuten au&#223;erhalb von Nordamerika schwer fallen. Aber mensch k&#246;nnte Skype verwenden, und ihr solltet auf die Uhrzeit achten, zu der ihr anruft. Schreibt wegen Anleitungen an volunteertodefendwisconsin@gmail.com.<br />
*) Gebt diese Nachricht weiter (oder eure eigenen Nachrichten).<br />
*) Verfolgt die Vorf&#228;lle auf <a href="http://www.defendwisconsin.org">www.defendwisconsin.org</a></p>
<p>Update, 10.3.2011: Am 9. M&#228;rz verabschiedeten die republikanischen SenatorInnen von Wisconsin eine neue Version des vorgeschlagenen Gesetzes, ohne auf die R&#252;ckkehr der DemokratInnen, die sich au&#223;erhalb des Bundesstaats befanden, zu warten. Anstatt eines Kompromisses entfernten die RepublikanerInnen die weniger kontroversiellen Budgetpunkte aus dem Gesetz, w&#228;hrend sie die schlimmsten gewerkschaftsfeindlichen Elemente beibehielten. Ohne die Budgetpunkte ben&#246;tigte das Gesetz nicht die Anwesenheit der Demokratischen SenatorInnen, und die RepublikanerInnen stimmten mit 18:1 (d.h. mit einer oppositionellen Stimme) f&#252;r das Gesetz. Das Gesetz ist noch nicht in Kraft getreten. Es ben&#246;tigt u.a. immer noch die Zustimmung durch die bundesstaatliche Legislative.</p>
<p>&#220;bersetzung: <a href="http://akkrise.wordpress.com">akkrise.wordpress.com</a></p>
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		<title>&#196;gypten &#8211; The Revolution was Televised</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Feb 2011 09:35:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 13]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Islamismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Revolution]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Bewegungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit dem Sturz der Diktatur Hosni Mubaraks hat die Welle von Revolten in Nordafrika und Westasien ihren ersten H&#246;hepunkt erreicht. In diesem Thesenpapier der Gruppe Perspektiven, das Ramin Taghian ausgearbeitet hat, wollen wir zu einer historischen Einordnung und politischen Einsch&#228;tzung der &#228;gyptischen Revolution beitragen.
Die Revolution in &#196;gypten kam &#252;berraschend. Vom erfolgreichen Sturz von Ben Ali in Tunesien Mitte Januar erwarteten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Mit dem Sturz der Diktatur Hosni Mubaraks hat die Welle von Revolten in Nordafrika und Westasien ihren ersten H&#246;hepunkt erreicht. In diesem Thesenpapier der </em>Gruppe Perspektiven, <em>das </em>Ramin Taghian a<em>usgearbeitet hat, wollen wir zu einer historischen Einordnung und politischen Einsch&#228;tzung der &#228;gyptischen Revolution beitragen.</em><span id="more-1775"></span></p>
<p>Die Revolution in &#196;gypten kam &#252;berraschend. Vom erfolgreichen Sturz von Ben Ali in Tunesien Mitte Januar erwarteten sich viele eine Signalwirkung an Bewegungen im Mittleren Osten, nun ihre eigenen langj&#228;hrigen Diktatoren verst&#228;rkt herauszufordern. Dass jedoch innerhalb weniger Wochen bereits der zweite Diktator durch eine revolution&#228;re Massenbewegung gest&#252;rzt werden w&#252;rde – und dies noch dazu im geopolitisch wichtigsten Land der Region, &#196;gypten – damit hatte niemand gerechnet. Gleichzeitig wurde sie von Millionen Menschen weltweit gebannt mitverfolgt. F&#252;r zwei Wochen war der Livestream von Al-Jazeera f&#252;r Tausende das Erste und Letzte am Tag, was ein bzw. ausgeschaltet wurde. Revolutionen sind ansteckend, und eine Revolution, die beinahe live mitverfolgt werden kann, umso mehr!<br />
Die Medien konzentrieren sich bei ihren Versuchen, eine Erkl&#228;rung f&#252;r diese Dynamik zu finden, meist auf die schon lange ausgerufene „Web 2.0-Generation“. Es seien Netzwerke wie <em>facebook</em>, die diese Revolution erm&#246;glichten. Es sei die neue, junge, ausgebildete, global vernetzte, Technologie-affine, nach Moderne und Demokratie strebende Jugend, die diese Revolte „inszenierte“. &#196;hnliche Interpretationen kennen wir aus der Berichterstattung zur „Gr&#252;nen Bewegung“ im Iran 2009 sowie zur „Unibrennt“-Bewegung 2010 in &#214;sterreich.<br />
Dass <em>facebook</em> – und allgemein das Internet – eine wichtige Rolle spiel(t)en und neue M&#246;glichkeiten der Vernetzung und Organisierung f&#252;r AktivistInnen bieten, sei hier in keinster Weise in Frage gestellt. Es soll hier aber auf die politischen Entwicklungen der letzten Jahre fokussiert werden, welche in &#196;gypten f&#252;r die Entstehung dieser Bewegung zentral waren. Revolutionen haben keine fixen Drehb&#252;cher und entstehen auch nicht aus dem Nichts! Es gibt immer AktivistInnen, die &#252;ber Jahre an K&#228;mpfen geschult wurden, &#252;ber Siege und Niederlagen Erfahrungen akkumuliert haben und dabei Zusammenh&#228;nge schufen, welche in der Lage sind, die politischen und sozialen Verh&#228;ltnisse zum Tanzen zu bringen. Dies ist in &#196;gypten nicht anders gewesen, und tats&#228;chlich ist in den letzten Jahren eine Generation von AktivistInnen entstanden, ohne die die aktuelle Situation nicht denkbar w&#228;re. Dar&#252;ber hinaus formierte sich innerhalb dieser K&#228;mpfe nicht zuletzt eine neue und junge Linke, welche im Unterschied zu fr&#252;heren Generationen vor allem durch ihre unsektiererische Haltung gegen&#252;ber anderen politischen Richtungen und insbesondere der Muslimbruderschaft gepr&#228;gt ist.</p>
<p>Im Folgenden soll auf drei Phasen von sozialen K&#228;mpfen in &#196;gypten eingegangen werden, die mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre identifiziert werden k&#246;nnen. Denn die Radikalit&#228;t und St&#228;rke der gegenw&#228;rtigen Bewegung kann nur dann erkl&#228;rt werden, wenn diese Phasen analysiert und als zusammenh&#228;ngend und aufeinander aufbauend verstanden werden. Daran anschlie&#223;end werde ich in acht Punkten auf den Charakter der Revolution, die wichtigsten AkteurInnen und die Herausforderungen, mit denen sich die progressiven Kr&#228;fte in &#196;gypten nun konfrontiert sehen, eingehen.</p>
<p><strong>1. 2000-2003:</strong> Eine erste Welle des Protests erfasste &#196;gypten zwischen 2000 und 2003. Dies geschah erst im Rahmen der Solidarit&#228;tsbewegung mit Pal&#228;stina und danach der Antikriegsbewegung gegen die US-Invasion im Irak. Zum ersten Mal seit langer Zeit fanden wieder &#246;ffentliche Stra&#223;enproteste in &#196;gypten statt. Die Bewegung wurde insbesondere von Studierenden an den Universit&#228;ten getragen, wobei vor allem linke Studierende die Bewegung anf&#252;hrten, w&#228;hrend die gr&#246;&#223;te Oppositionskraft, die Muslimbruderschaft, eher durch Abwesenheit gl&#228;nzte.<br />
Wie auf der ganzen Welt, so fanden auch in &#196;gypten vor der Invasion der USA in den Irak Anfang 2003 Massenproteste statt. Erstmals erschienen mehrere tausende Menschen auf dem symboltr&#228;chtigen Tahrir-Platz in Kairo, um ihren Unmut auszudr&#252;cken. Was diese Proteste auszeichnete, war jedoch nicht nur einfach die Tatsache ihres Zustandekommens, sondern vielmehr der Umstand, dass die Kritik am US-Imperialismus sowie der Politik des Staates Israels gegen&#252;ber den Pal&#228;stinenserInnen erstmals mit der Kritik an den eigenen Herrschenden in &#196;gypten, insbesondere dem Pr&#228;sidenten Hosni Mubarak, verbunden wurde. W&#228;hrend die Kritik am Pr&#228;sidenten bisher eher fl&#252;sternd ge&#228;u&#223;ert wurde, hatte man pl&#246;tzlich vereinzelte Rufe gegen Mubarak auf den Demonstrationen. Doch erst in der n&#228;chsten Phase nahm diese Entwicklung eine neue Qualit&#228;t an.</p>
<p><strong>2. 2004-2005</strong>: Seit 2004 formierte sich die „Kefaya“-Bewegung (dt.: „Genug!“) aus der Antikriegsbewegung der vorhergehenden Jahre. Diese repr&#228;sentierte ein breites B&#252;ndnis von NasseristInnen, Liberalen, SozialistInnen sowie auch der Muslimbruderschaft. Obwohl die von ihr organisierten Proteste zahlenm&#228;&#223;ig meist nicht mehr als einige hundert Leute auf die Stra&#223;e brachten (jeglicher Stra&#223;enprotest in &#196;gypten wird grunds&#228;tzlich mit einem Gro&#223;aufgebot der Polizei konfrontiert und von der &#214;ffentlichkeit isoliert), war die Bedeutung von „Kefaya“ eher in ihrer politischen Radikalit&#228;t begr&#252;ndet, mit der sie auch eine gewisse &#214;ffentlichkeit erreichte. So fanden erstmals Proteste statt, in denen dezidiert der R&#252;cktritt Mubaraks und eine &#214;ffnung des rigiden politischen Systems gefordert wurde. Nach 2005 verlor die „Kefaya“-Bewegung aufgrund interner Streitigkeiten sowie einer zunehmenden Repression an Bedeutung. Nichtsdestotrotz hat sie eine neue Kultur des Protestes und der Kritik etablieren k&#246;nnen und gleichzeitig aufgezeigt, dass die Opposition bis zu einem gewissen Grad auch geschlossen gegen das Regime auftreten kann.</p>
<p><strong>3. 2006-2008</strong>: Seit dem Winter 2006 rollte eine Streikwelle durch &#196;gypten, wie sie seit den 1940er Jahren nicht mehr entstanden war. Ihr Zentrum sowie ihren Ausgangspunkt hatte diese Bewegung in der Industriestadt Mahalla al-Kubra, in der sich die gr&#246;&#223;te Textilfabrik des Mittleren Ostens und damit 27.000 ArbeiterInnen befinden. Hunderte Streiks und hunderttausende ArbeiterInnen nahmen in den darauf folgenden zwei Jahren an diversen Streikaktionen im ganzen Land teil und forderten eine Anhebung der mickrigen L&#246;hne, eine Auszahlung der Bonis bis hin zur Absetzung der korrupten, lokalen Gewerkschaftsvorsitzenden. Zum ersten Mal kamen auch Forderungen nach unabh&#228;ngigen Gewerkschaften auf, was zumindest im Falle der SteuerbeamtInnen auch zur Gr&#252;ndung der ersten unabh&#228;ngigen Gewerkschaft seit 1952 f&#252;hrte.<br />
Den H&#246;hepunkt fand die Streikbewegung am 6. April 2008 in der Stadt Mahalla al-Kubra. Ein angesetzter Streik der TextilarbeiterInnen von <em>Ghazl El-Mahalla</em> f&#252;r einen Anstieg der Mindestl&#246;hne und bessere Arbeits- und Lebensbedinungen eskalierte nach der Besetzung des Betriebes durch Polizeieinheiten in zwei Tage andauernden Stra&#223;enschlachten zwischen ArbeiterInnen und AnwohnerInnen auf der einen Seite, und einem massiven Polizeiaufgebot auf der anderen. Obwohl am Ende die Polizei die „Intifada von Mahalla“ niederschlug, war eine neue Qualit&#228;t in der Auseinandersetzung zwischen Staat und ArbeiterInnen erreicht. Bedeutend war der der Aufstand vom 6. April auch deshalb, weil er von der Oppositionsbewegung in ganz &#196;gypten aufgegriffen wurde. Wenn auch der Aufruf zum landesweiten Generalstreik ein Hirngespinst einiger <em>facebook</em>-AktivistInnen blieb und letztendlich nicht umgesetzt werden konnte, hatte der Aufstand eine enorme symbolische Bedeutung f&#252;r eine Generation von &#228;gyptischen AktivistInnen und f&#252;hrte zu einer Ann&#228;herung der Demokratiebewegung an die ArbeiterInnenbewegung. Die „Jugendbewegung des 6. April“, welche einen ma&#223;geblichen Anteil am Zustandekommen der &#228;gyptischen Revolution hatte, gab sich aufgrund dieses Aufstands ihren Namen.<a title="anm_1" name="anm_1" href="#anm1"><sup>1</sup></a></p>
<p>Der 6. April 2008 war der letzte gro&#223;e Aufschwung der oppositionellen Bewegungen in &#196;gypten bis zu den Entwicklungen der letzten Wochen. Nichtsdestotrotz wurden diverse Kampagnen organisiert und um diese herum bauten sich weitere Netzwerke von AktivistInnen auf. Diese Kampagnen thematisierten meist die Menschenrechtssituation in &#196;gypten, Polizeirepression und Korruption. Eine dieser Kampagnen war &#8220;We are all Khaled Said&#8221;, ein Blogger welcher letzten Sommer von korrupten Polizisten in Alexandria auf offener Stra&#223;e zu Tode gepr&#252;gelt wurde. Was mit Khaled Said passiert war, wurde zu einem Symbol des politischen Zustands in &#196;gypten.<br />
Bereits vor der Revolution in Tunesien war aus &#196;gypten eine angespanntere Stimmung als die Jahre zuvor zu vernehmen. Die Parlamentswahlen im November 2010 zeigten erneut das jegliche Hoffnung auf eine politische Liberalisierung vergeblich waren. W&#228;hrend die Muslimbruderschaft mit 88 Abgeordneten als gr&#246;&#223;ter Oppositionsblock in den Wahlen von 2005 ins Parlament einziehen konnte, blieben er nun nur noch ein einziger Abgeordneter &#252;brig.<br />
Der Bombenangriff auf eine koptische Kirche in Alexandria und die Reaktionen darauf zeigten ebenfalls in welche Richtung der Wind zu wehen begann. Spontane Demonstrationen der koptischen Gemeinde verurteilten das Regime und die Polizei f&#252;r den fehlenden Schutz. Zahlreiche Proteste an denen auch MuslimInnen teilnahmen wurden organisiert. In dem n&#246;rdlichen Kairoer ArbeiterInnenbezirk Shubra mit einem hohen koptischen Bev&#246;lkerungsanteil fanden Massenproteste mit Beteiligung diverser Oppositionsparteien statt. Zeitweise konnte die Polizei bereits relativ erfolgreich konfrontiert werden.<br />
Die Revolution in Tunesien war in dieser Situation wie ein Z&#252;ndfunke f&#252;r ein schon volles Pulverfass. Der Sturz Ben Ali&#8217;s zeigte, dass durch die Massenproteste auch die brutalste Diktatur gest&#252;rzt werden kann und gab den AktivistInnen in &#196;gypten das Selbstbewusstsein und die &#220;berzeugung es ihren Br&#252;dern und Schwestern in Tunesien gleich zu tun.</p>
<p><strong>1. Eine wahre Revolution</strong></p>
<p>Die Ereignisse in &#196;gypten beschr&#228;nkten sich nicht nur auf eine gro&#223;e Party am Tahrir-Platz, wie es die Medien oft darstellten, sondern sie waren ein tats&#228;chlicher Aufstand im gesamten Land. Von Alexandria bis Kairo, von Suez bis zur weit im Westen liegenden Oase Kharga gingen die Leute auf die Stra&#223;e. Auch in kleinen Ortschaften brannten Polizeistationen oder wurden – insbesondere in der Bev&#246;lkerung als sadistisch bekannte – Polizisten nicht mehr als Autorit&#228;ten anerkannt und vertrieben. Betriebe im gesamten Land wurden bestreikt und Volkskommitees (<em>Popular Commitees</em>) errichtet, um nach dem Abzug der Polizei ab dem 28. J&#228;nner das &#246;ffentliche Leben selbst zu organisieren.<br />
In diesem Prozess ver&#228;nderte sich auf einen Schlag das Bewusstsein von Millionen und eine neue Generation artikulierte sich politisch. Die Angst vor dem Regime transformierte sich in Wut, politische Lethargie in das Gef&#252;hl von Solidarit&#228;t und Verantwortungsbewusstsein f&#252;r das eigene Handeln und die politische Relevanz jedes/r Einzelnen f&#252;r gesellschaftliche Ver&#228;nderung trat hervor. Genau dies machte es zu einer echten Revolution!<a title="anm2" name="anm_2" href="#anm2"><sup>2</sup></a><br />
Die demokratische Revolution in &#196;gypten und dar&#252;ber hinaus ist auch auf einer weiteren Ebene bedeutend. Seit 9/11 trat vor allem die US-Regierung mit der Position auf, Demokratie m&#252;sse den unterentwickelten islamischen und arabischen L&#228;ndern gebracht werden, wenn n&#246;tig auch mit Bomben. Dieses L&#252;gengeb&#228;ude ist nun eingest&#252;rzt! Die Menschen selbst sind sehr wohl in der Lage f&#252;r ihre eigene Befreiung einzutreten und brauchen keine westlichen Soldaten oder neokonservative Think Tanks um ihnen Demokratie beizubringen!</p>
<p><strong>2. &#8230;doch nicht vollendet – Der national-demokratische Charakter der Revolution</strong></p>
<p>Die Revolution war jedoch bisher vor allem eine national-demokratische Revolution. Da sich die Proteste prim&#228;r gegen die autorit&#228;re Herrschaftsstruktur, gegen eine ungeheuer korrupten Elite und f&#252;r einfache B&#252;rgerrechte richteten, konnten Menschen unterschiedlichster Herkunft Bezug dazu herstellen. Mitglieder fast aller Klassen, Konfessionen und politischer Richtungen nahmen daran teil. Es wurde die &#8220;&#228;gyptische Nation&#8221; als Ganze angerufen.<br />
&#8220;National&#8221; ist die Revolution auch deshalb, weil sie sich gegen den geopolitisch untergeordneten Status &#196;gyptens als Anh&#228;ngsel des „Westens“ richtet. W&#228;hrend &#196;gypten unter dem ehemaligen Pr&#228;sidenten Nasser f&#252;r einen eigenst&#228;ndigen Kurs stand und ein selbstbewusstes Image als widerst&#228;ndiges Land der Dritten Welt besa&#223;, kann das von dem Mubarak-Regime nicht behauptet werden. Das Regime war in engster Weise mit dem „Westen“ und vor allem den USA verbunden. Mit dem Camp-David-Abkommen Ende der 1970er Jahre wurde ein Friedensvertrag mit Israel beschlossen und eine relativ enge Kooperation aufgebaut – eine Entwicklung mit der sich die Mehrheit der &#196;gypterInnen nicht identifizieren konnte.<br />
Hinzu kommt, dass sich &#196;gypterInnen international oft als Menschen zweiter Klasse verstanden. Die das Land besuchenden „westlichen“ TouristInnen hatten einen weit besseren Status als die meisten &#196;gypterInnen. Seit Jahrzehnten wurde behauptet, dass &#196;gypterInnen unf&#228;hig seien, eigenst&#228;ndige Politik zu machen. Diese Revolution hat jedoch so etwas wie einen nationalen Stolz zur&#252;ck gegeben. Putztrupps, die den Tahrir-Platz s&#228;uberten und auch jetzt noch in den Stra&#223;en f&#252;r Sauberkeit sorgen, sind ein Ausdruck dieses Gef&#252;hls.<br />
Der nationale Charakter dr&#252;ckt sich weiters in der Positionierung der Mehrheit gegen&#252;ber dem Milit&#228;r aus. Anders als der Polizeiapparat, welcher in den Augen der &#196;gypterInnen immer schon als nach innen gerichteter Repressionsapparat wahrgenommen wurde und den Hass der Gesellschaft auf sich vereinte, war das Milit&#228;r mit dem Schein nationaler Einheit und politischer Neutralit&#228;t umgeben. Dies ist vor dem Hintergrund der Rolle des Milit&#228;rs in der &#228;gyptischen Geschichte zu verstehen. Es war zentraler St&#252;tzpfeiler der nationalistisch-populistischen &#196;ra Nassers sowie Verteidiger gegen ausl&#228;ndische Aggressoren (Kriege in den Jahren 1956, 1968, 1973).</p>
<p><strong>3. Widerspr&#252;che innerhalb der Bewegung</strong></p>
<p>Bis zum R&#252;cktritt Mubaraks am 11. Februar galt innerhalb der revolution&#228;ren Bewegung Einheit im gemeinsamen Kampf gegen das Regime. Nach deren erstem Erfolg ist zu erwarten, dass sich die Bewegung ausdifferenziert. Ein gro&#223;er Teil der Bewegung argumentierte unmittelbar nach dem Abtritt des Pr&#228;sidenten und der &#220;bernahme der Staatsgesch&#228;fte durch das Milit&#228;r f&#252;r eine Demobilisierung der Bewegung, eine Beendigung der Streiks und eine „R&#252;ckkehr zur Normalit&#228;t“. Dem Milit&#228;r wurde von vielen das Vertrauen ausgesprochen, einen geregelten &#220;bergang zu einer zivilen Regierung zu garantieren. Noch vor dem Fall Mubaraks sprachen sich zum Beispiel Mohammed el-Baradei und seine Unterst&#252;tzerInnen f&#252;r ein Einschreiten des Milit&#228;rs und eine Beendigung des &#8220;Chaos&#8221; aus.  Nun sei es an der Zeit, das „neue &#196;gypten“ aufzubauen und „h&#228;rter zu arbeiten als jemals zuvor“.<br />
F&#252;hrende Figuren der „Jugendbewegung“ wie Wael Ghonim sa&#223;en bereits kurz nach dem Sturz Mubaraks zusammen mit den Milit&#228;rs an einem Tisch, um einen Dialog aufzubauen. Einige liberale Kr&#228;fte der Opposition bildeten die &#8220;Koalition der Jugend der Revolution&#8221; – darunter Repr&#228;sentantInnen der &#8220;6. April Bewegung&#8221;, j&#252;ngere Mitglieder der Muslimbruderschaft sowie der Gruppe um El-Baradei. Es wird sich noch zeigen, welche Rolle diese Zusammenh&#228;nge weiterhin spielen werden. Doch das Vertrauen in das Milit&#228;r als Garant f&#252;r einen geregelten &#220;bergang in eine Post-Mubarak &#196;ra, der Aufruf zur Demobilisierung der Bewegung sowie vor allem zur Beendigung der massenhaften Streiks im Land sind gef&#228;hrliche Schritte, da sie der revolution&#228;ren Bewegung ihr urspr&#252;ngliches Momentum nehmen k&#246;nnten. Solange keine starken und permanenten Gegenstrukturen  zum Staatsapparat gebildet werden, ist die Revolution in Gefahr gewonnenes Terrain zu verlieren.</p>
<p><strong>4. Muslimbruderschaft</strong></p>
<p>Die Muslimbruderschaft ist die gr&#246;&#223;te und am besten organisierte Oppositionskraft &#196;gyptens. Dabei spielte sie immer eine widerspr&#252;chliche Rolle. Ihre F&#252;hrung versuchte, eine eher moderate konformistische Haltung einzunehmen. Nicht der Sturz des Regimes sondern eine Beteiligung am System war ihr prim&#228;res Interesse. Ihr Verh&#228;ltnis zum Regime war ebenso ambivalent. Je nach politischer Konjunktur wurde sie, obwohl immer offiziell illegal, mal geduldet oder verst&#228;rkt verfolgt. Gleichzeitig gibt es in der Muslimbruderschaft seit einigen Jahren eine neue Generation junger aktivistischer Mitglieder, die weiter gehen will als ihre F&#252;hrung. Wenn die Organisation in der Demokratiebewegung aktiver wurde, dann meist durch den Druck dieser Basis. Diese Jugend war auch aktiv an der Bewegung beteiligt.<br />
Seit der Revolution steckt die Organisation in einer Zwickm&#252;hle. Die F&#252;hrung reagierte versp&#228;tet auf die Bewegung, w&#228;hrend viele Mitglieder von Anfang an aktiv beteiligt waren. Politisch hat sie keine f&#252;hrende Rolle gespielt, auch wenn sie nachtr&#228;glich der Bewegung ihre Infrastruktur zur Verf&#252;gung stellte.<br />
Aktuell rief die Muslimbruderschaft dazu auf, dem Milit&#228;r mit dem &#220;bergang zu einer zivilen Regierung zu vertrauen. Noch vor dem Sturz Mubaraks waren sie an Gespr&#228;chen mit dem Regime beteiligt, um einen Kompromiss auszuhandeln. Diese Zusammenarbeit zeigt sich auch in der Ernennung eines Mitglieds der Bruderschaft an einem vom Milit&#228;r eingesetzten Komitee zur &#220;berarbeitung der Verfassung.<br />
Ziel der Muslimbruderschaft ist es, eine legale politische Partei zu werden. An einer grunds&#228;tzlichen Ver&#228;nderung der sozialen Verh&#228;ltnisse &#196;gyptens hat sie kein Interesse. Ein Vergleich mit der AKP der T&#252;rkei ist hierbei angebracht.</p>
<p>W&#228;hrend viele Teile der Opposition von der R&#252;ckkehr zur Normalit&#228;t und einem &#8220;Ende&#8221; der Revolution reden, argumentieren linke Teile der Bewegung daf&#252;r, die nun verst&#228;rkt auftretenden sozialen K&#228;mpfe weiterzuf&#252;hren und den Aufbau unabh&#228;ngiger Gewerkschaften zu forcieren. So sollte die Mobilisierung zum Tahrir-Platz mit der Mobilisierung innerhalb der Betriebe erg&#228;nzt bzw. durch diese ersetzt werden. Gleichzeitig warnen diese Kr&#228;fte davor, dem Milit&#228;r als Garant f&#252;r die Kontinuit&#228;t der Revolution zu vertrauen (zur Frage des Milit&#228;rs, siehe unten).<br />
Die Revolution in &#196;gypten hat au&#223;erordentliches geschafft, etwas womit kaum jemand gerechnet hat. Jedoch sind die alten Strukturen &#196;gyptens noch weitgehend in Kraft. Der tats&#228;chliche Kampf f&#252;r strukturelle Ver&#228;nderungen f&#228;ngt somit erst an. Ein wesentlicher Faktor daf&#252;r wird die F&#228;higkeit progressiver Kr&#228;fte zur Formierung, sowie die Aktivit&#228;ten der ArbeiterInnenklasse im Aufbau einer Gegenmacht sein!</p>
<p><strong>5. Die ArbeiterInnenbewegung &#8211; </strong><em><strong>the next stage of the revolution</strong></em><strong>!</strong></p>
<p>ArbeiterInnen waren zwar seit Beginn der Proteste involviert, beteiligten sich aber zun&#228;chst nicht als ArbeiterInnen, sondern als einfache DemonstrantInnen. In der letzten Woche vor dem Sturz Mubaraks nahm die Zahl von Streiks und ArbeiterInnenk&#228;mpfen jedoch rasant zu, und ArbeiterInnen begannen sich als ArbeiterInnen in den Betrieben zu organisieren. Dies war der letzte Ansto&#223; f&#252;r den Fall Mubaraks.<br />
Die &#228;gyptische ArbeiterInnenklasse denkt nicht daran, sich mit dem Abtritt Mubaraks und der Macht&#252;bernahme durch das Milit&#228;r zu begn&#252;gen. Immer neue Teile der ArbeiterInnenklasse wurden in den letzten Wochen aktiv, um ihre soziale Lage zu thematisieren. In allen Sektoren der Wirtschaft finden Streiks statt. Von den Suezkanal-ArbeiterInnen &#252;ber TextilarbeiterInnen bis hin zu MitarbeiterInnen diverser Ministerien und des &#246;ffentlichen Sektors werden Arbeitsk&#228;mpfe organisiert und Forderungen aufgestellt. Letztere sind dabei weitreichend. Neben Lohnerh&#246;hungen und dem Wunsch nach staatlichen Sozialleistungen sind die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn sowie der Absetzung korrupter Bosse und lokaler staatlicher Gewerkschaftsf&#252;hrer prominente Themen.<br />
Parallel zu den lokalen K&#228;mpfen gewinnt die Bewegung zur Gr&#252;ndung eines unabh&#228;ngigen Gewerkschaftsbundes an St&#228;rke. Bereits zu Beginn der Bewegung riefen die unabh&#228;ngige Gewerkschaft der SteuerbeamtInnen sowie des Krankenhauspersonals zur Formierung einer solchen auf. Seither haben sich einige weitere Betriebe und Sektoren dieser Initiative angeschlossen. Immer neue Forderungskataloge finden ihren Weg an die &#214;ffentlichkeit.<a title="anm_3" name="anm_3" href="#anm3"><sup>3</sup></a> Diese Entwicklung wird ein wesentlicher Faktor im weiteren Verlauf der Revolution in &#196;gypten sein. Eine unabh&#228;ngige Gewerkschaftsbewegung w&#228;re in der Lage, die lokalen und bisher meist von einander isolierten K&#228;mpfe zu vereinen und die Frage einer sozialen Revolution fl&#228;chendeckend auf die Tagesordnung zu stellen.<br />
Die Streikbewegung ist jedoch mit Hindernissen konfrontiert. So hat das Milit&#228;r mehrmals zur Beendigung der Streiks aufgerufen und mit der Anwendung von Gewalt gedroht. Wie oben erw&#228;hnt haben auch Teile der Bewegung die Beendigung der sozialen K&#228;mpfe gefordert, um nun das „neue &#196;gypten“ aufzubauen. Unumstritten ist, dass mit der revolution&#228;ren Bewegung die B&#252;chse der Pandora ge&#246;ffnet wurde. ArbeiterInnen haben schon in den letzten Jahren verst&#228;rkt f&#252;r ihre sozialen und politischen Rechte gek&#228;mpft. F&#252;r sie ist die Verbindung zwischen dem autorit&#228;ren politischen System und der &#246;konomischen Ausbeutung viel offensichtlicher als f&#252;r andere Bev&#246;lkerungsteile. Die Eliten in der Politik waren die gleichen korrupten Unternehmer, die sie f&#252;r Hungerl&#246;hne schuften haben lassen.  Ein „demokratisches“ &#196;gypten w&#252;rde f&#252;r ArbeiterInnen nichts ver&#228;ndern, wenn sich nicht auch die sozialen Verh&#228;ltnisse mitver&#228;ndern w&#252;rden. Ob dies passiert oder nicht, h&#228;ngt von den sich nun formierenden militanten ArbeiterInnen und SozialistInnen ab. Die Voraussetzungen f&#252;r einen solchen Kampf sind jedoch zweifelsohne vorhanden.</p>
<p><strong>6. Rolle der Armee</strong></p>
<p>Die Milit&#228;relite ist fixer Bestandteil des Regimes, und ihr ist nicht zu trauen! Seit dem 11. Februar hat der oberste Milit&#228;rrat die Regierungsgesch&#228;fte &#252;bernommen. Verteidigungsminister Tantawi, lange Zeit enger Freund und Kollege von Mubarak, steht nun an der Spitze des Staates. Das Milit&#228;r wird von vielen als Garant f&#252;r Stabilit&#228;t und einen „geordneten“ &#220;bergang zu einer zivilen Regierung gesehen. Obwohl es den Anschein einer neutralen Institution hat, war das Milit&#228;r schon immer einer der wichtigsten St&#252;tzpfeiler des Regimes. W&#228;hrend es bis in die 1970er Jahre eine offene politische F&#252;hrungsfunktion hatte, verschwand es danach aus der politischen &#214;ffentlichkeit. Seither existiert ein Deal zwischen der zivilen Regierung und dem Milit&#228;r. Letzteres h&#228;lt sich dabei zwar bewusst im Hintergrund, sein Einfluss in Wirtschaft und Politik ist jedoch enorm:<br />
- Personell sind die Kommandoh&#246;hen des Staates von ehemaligen Offizieren besetzt. Alle  Pr&#228;sidenten seit 1952 rekrutierten sich aus dem Milit&#228;r. Hosni Mubarak selbst war, bevor er unter Sadat Vizepr&#228;sident wurde, Offizier der Luftwaffe.<br />
- Das Milit&#228;r betreibt ein weitreichendes Wirtschaftsnetz. In vielen Branchen wie  der Nahrungsmittel- und Zementproduktion, der Automobilindustrie oder der Gasf&#246;rderung mischt das Milit&#228;r an entscheidender Stelle mit. Zudem kontrolliert es einen gro&#223;en Teil des &#246;ffentlichen Grund und Bodens in &#196;gypten. Auch genie&#223;t das Milit&#228;r im Wirtschaftsbereich weitreichende Privilegien. So ist es von Steuerzahlungen befreit und muss sich mit vielen der b&#252;rokratischen H&#252;rden, denen die Privatwirtschaft unterliegt, nicht herumschlagen. Es genie&#223;t somit eine gewisse Autonomie im Staat und der Wirtschaft.<br />
- Ein stark ausgebauter Sektor von Clubs, Krankenh&#228;usern etc. soll die Loyalit&#228;t der eigenen Offiziere gew&#228;hrleisten und sie bei Stange halten.<br />
- Das Bild vom Milit&#228;r als politisch neutrale Institution und rein nach au&#223;en gerichtete Verteidigungsarmee ist tats&#228;chlich ein Mythos. In Notzeiten war es bisher immer sofort zur Stelle, um die innenpolitische Feuerwehr zu spielen: Bei der Niederschlagung der Brotaufst&#228;nde von 1977 und einer Polizeirevolte 1986 ebenso wie im Krieg gegen militante islamistische Bewegungen in den 1990er Jahren.<br />
- Au&#223;enpolitisch ist es ebenfalls das Milit&#228;r, das am engsten mit Israel und den USA zusammenarbeitet. So erh&#228;lt das &#228;gyptische Milit&#228;r mit ca. 1.3 Mrd. Dollar nach Israel die zweith&#246;chste US-Milit&#228;rhilfe.</p>
<p>Es ist gut vorstellbar, dass das Milit&#228;r den &#220;bergang zu einer zivilen Regierung tats&#228;chlich garantiert und keine weitere, offen-politische Pr&#228;senz anvisiert. Dies w&#252;rde durchaus ihrem eigenen Interesse entsprechen, konnte es doch bereits in den letzten Jahrzehnten erfolgreich im Hintergrund agieren, ohne sich dabei &#246;ffentlicher Kritik stellen zu m&#252;ssen. Voraussetzung daf&#252;r wird jedoch sein, dass die &#246;konomische Rolle und die institutionalisierten Privilegien des Milit&#228;rs unangetastet bleiben. Was passiert, wenn diese zur Diskussion gestellt werden, bleibt demgegen&#252;ber eine offene Frage. Solange dies nicht geschieht, besteht eine grunds&#228;tzliche strukturelle Kontinuit&#228;t zur Mubarak-&#196;ra.<br />
Ungekl&#228;rt bleibt auch, wie die weiteren Entwicklungen innerhalb der Armee aussehen. W&#228;hrend gro&#223;e Teile der Soldaten und mittleren Offiziersr&#228;nge mit der Bewegung sympathisierten (siehe die Bilder sich solidarisierender Soldaten und Offiziere am Tahrir-Platz), sind die oberen Generalsr&#228;nge fixer Bestandteil des &#228;gyptischen Herrschaftsapparats und, wie oben gezeigt, an einem grunds&#228;tzlichen Wandel nicht interessiert. Ein Vertrauen in das bestehende Oberkommando h&#228;tte daher f&#252;r die Perspektiven der Revolution in &#196;gypten fatale Folgen.<a title="anm_4" name="anm_4" href="#anm4"><sup>4</sup></a></p>
<p><strong>7. Fraktionsk&#228;mpfe innerhalb der Eliten</strong></p>
<p>Trotz offensichtlicher Kontinuit&#228;ten hat es in den letzten Wochen mehrere strategische Man&#246;ver gegen Teile des alten Regimes gegeben. Einzelnen Ministern wurde die Ausreise verboten und ihre Konten wurden eingefroren. Manche wurden mittlerweile sogar festgenommen, gegen sie wird wegen Korruption ermittelt. Die betroffenen Kreise sind vor allem jene Unternehmer, die erst in den letzten Jahren in der Hierarchie der regierenden NDP (<em>National Demokratische Partei</em>) aufgestiegen sind. Diese Gruppe, welche eng mit Gamal Mubarak, dem Sohn des Pr&#228;sidenten und bis zur Revolution sein potentieller Nachfolger, verbunden war, stand f&#252;r eine neue Fraktion in &#196;gyptens Herrschaftsapparat. Anders als die „alte Garde“ favorisierte diese Fraktion eine Verst&#228;rkung des neoliberalen Kurses, von dem sie auch pers&#246;nlich enorm profitieren konnte. Repr&#228;sentanten dieser nachr&#252;ckenden Gruppe waren zum Beispiel  der Stahl-Tycoon Ahmad Ezz, der f&#252;r die NDP im Parlament sa&#223; und sich durch die Privatisierung von Stahlbetrieben bereichern konnte. Andere sind der ehemalige Innenminister Habib al-Adly, Tourismusminister Zoheir Garranah und der ehemalige Wohnbauminister Ahmed El-Maghraby. Alle vier wurden bereits verhaftet. Obwohl ihre Verfolgung sehr zu begr&#252;&#223;en ist – sie haben an der Neoliberalisierungsoffensive der letzten Jahre zweifellos einen gro&#223;en Anteil – m&#252;ssen diese Entwicklungen mit Vorsicht betrachtet werden. Tats&#228;chlich werden hier n&#228;mlich S&#252;ndenb&#246;cke f&#252;r das alte Regime gesucht. Zudem darf nicht &#252;bersehen werden, dass hier auch innerhalb der Herrschaftselite alte Rechnungen beglichen werden.</p>
<p><strong>8. Regionale und globale Dimension der Revolution(en) – 2011 als Jahr der Revolutionen?!</strong></p>
<p>Nach den Revolutionen in Tunesien und &#196;gypten werden die Karten geopolitisch neu gemischt werden m&#252;ssen. Der „Westen“ wei&#223; noch nicht so recht, wie er auf die Situation reagieren soll und womit er noch zu rechnen hat. Zudem wird der Widerspruch zwischen den eigenen geopolitischen Interessen, die denen der autorit&#228;ren Regime  in engster Weise verbunden waren, und der Rhetorik von Demokratie und Freiheit f&#252;r alle in dieser Situation nur zu offensichtlich.<br />
Bisher hat sich die Berichterstattung auf den arabischen Raum konzentriert. Doch die Inspiration der Revolution in Tunesien und &#196;gypten hat bereits andere Regionen erreicht. Im Iran sch&#246;pfte die Opposition, die 2009/2010 noch brutal niedergeschlagen wurde, neue Energie und Hoffnung. Aber auch in den nicht weniger autorit&#228;r regierten L&#228;ndern Afrikas finden die ersten Revolutionen des 21. Jahrhundert einen starken Widerhall.<a title="anm_5" name="anm_5" href="#anm5"><sup>5</sup></a> Selbst in den USA findet die Revolution in &#196;gypten einen Widerhall. Die j&#252;ngsten gewerkschaftlichen K&#228;mpfe in Wisconsin sahen teilweise direkte Bezugsnahmen auf die Massenproteste im Mittleren Osten. Unabh&#228;ngig vom weiteren Verlauf der Ereignisse kann schon jetzt gesagt werden, dass das Jahr 2011 neben 1848, 1917, 1968 und 1989 als Jahr der Revolutionen in die Geschichte eingehen wird. Die Entwicklung, welche in Tunesien ihren Anfang nahm, hat sich in k&#252;rzester Zeit zu einem regionalen Fl&#228;chenbrand ausgebreitet. Die Erfahrung, dass auch die brutalsten und autorit&#228;rsten Regime durch Massenbewegungen gest&#252;rzt werden k&#246;nnen, hat sich weltweit in das Bewusstsein von Millionen Menschen eingebrannt. Revolutionen sind ansteckend, und es wird noch zu sehen sein, was die langfristigen Folgen der j&#252;ngsten Entwicklungen sein werden.</p>
<p><em>Gruppe Perspektiven<br />
Wien, am 27. Februar 2011</em></p>
<p><strong>weiterf&#252;hrende Links:</strong></p>
<p>Spannende Dokumentation &#252;ber die &#228;gyptische Revolution: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ufrRNnfM7sc&amp;feature=player_embedded">http://www.youtube.com/watch?v=ufrRNnfM7sc&amp;feature=player_embedded</a></p>
<p>Zu feministischen Positionen in der Revolution:<br />
<a href="http://www.bloomberg.com/news/2011-02-16/egypt-women-clash-over-sharia-law-after-tahrir-shows-equality-in-uprising.html">http://www.bloomberg.com/news/2011-02-16/egypt-women-clash-over-sharia-law-after-tahrir-shows-equality-in-uprising.html</a></p>
<p>Interview mit der ber&#252;hmten radikalen Feministin und Autorin Nawal el-Saadawi:<br />
<a href="http://english.aljazeera.net/programmes/rizkhan/2011/02/201121472514918558.html">http://english.aljazeera.net/programmes/rizkhan/2011/02/201121472514918558.html<br />
</a><a href="http://edition.cnn.com/2011/WORLD/meast/02/24/egypt.women.optimism.harassment/index.html"></a></p>
<p><span style="-webkit-text-decorations-in-effect: underline;">Zwei lesenswerte Artikel zur Rolle von Frauen in der Revolution: <a href="http://edition.cnn.com/2011/WORLD/meast/02/24/egypt.women.optimism.harassment/index.html">http://edition.cnn.com/2011/WORLD/meast/02/24/egypt.women.optimism.harassment/index.html</a></span></p>
<p><span style="-webkit-text-decorations-in-effect: underline;"><a href="http://edition.cnn.com/2011/WORLD/meast/02/24/egypt.women.optimism.harassment/index.html"></a></span><a href="http://www.jadaliyya.com/pages/index/694/how-egyptian-women-took-back-the-street-between-two-%E2%80%9Cblack-wednesdays%E2%80%9D_a-first-person-account_">http://www.jadaliyya.com/pages/index/694/how-egyptian-women-took-back-the-street-between-two-%E2%80%9Cblack-wednesdays%E2%80%9D_a-first-person-account_</a></p>
<p>Reiseberichts-Serie von marx21 zur &#228;gyptischen Revolution: <a href="http://marx21.de/content/view/1349/32/">http://marx21.de/content/view/1349/32/</a></p>
<p>Zur Opposition, inklusive der Muslimbruderschaft:<br />
<a href="http://marx21.de/content/view/1326/32/">http://marx21.de/content/view/1326/32/</a></p>
<p>Zum Verh&#228;ltnis zwischen der Linken und der Muslimbruderschaf:<br />
<a href="http://www.merip.org/mer/mer242/hamalawy.html#_edn2">http://www.merip.org/mer/mer242/hamalawy.html#_edn2</a></p>
<p>Ein toller Artikel zu Neoliberalismus, Korruption, Milit&#228;r und die soziale Frage in &#196;gypten: <a href="http://english.aljazeera.net/indepth/opinion/2011/02/201122414315249621.html">http://english.aljazeera.net/indepth/opinion/2011/02/201122414315249621.html</a></p>
<p><strong>Anmerkungen</strong><br />
<a title="anm1" name="anm1" href="#anm_1">1</a> Siehe zum Geburtsort der Revolution in Mahalla: <a href="http://www.foreignpolicy.com/articles/2011/02/16/egypt_s_cauldron_of_revolt?page=full">http://www.foreignpolicy.com/articles/2011/02/16/egypt_s_cauldron_of_revolt?page=full</a></p>
<p><a title="anm2" name="anm2" href="#anm_2">2</a> Es wurden hunderte Tagebucheintr&#228;ge und Berichte zu den revolution&#228;ren Erfahrungen verfasst. Hier eine kleine Auswahl:<br />
<a href="http://www.occupiedlondon.org/cairo/?page_id=2">http://www.occupiedlondon.org/cairo/?page_id=2</a>, <a href="http://samuliegypt.blogspot.com/">http://samuliegypt.blogspot.com/</a>, <a href="http://caironotes.blogspot.com/">http://caironotes.blogspot.com/</a>, <a href="http://www.sandmonkey.org/">http://www.sandmonkey.org/</a>, <a href="http://www.arabist.net/">http://www.arabist.net/</a>, <a href="http://www.arabawy.org/blog/">http://www.arabawy.org/blog/</a>. Zur Vorbereitung des Aufstands am 25. J&#228;nner siehe: <a href="http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704132204576135882356532702.html">http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704132204576135882356532702.html</a></p>
<p><a title="anm3" name="anm3" href="#anm_3">3</a> Siehe zur letzten Deklaration der unabh&#228;ngigen Gewerkschaft: <a href="http://www.arabawy.org/2011/02/21/jan25-egyworkers-egyptian-independent-trade-unionists%E2%80%99-declaration/">http://www.arabawy.org/2011/02/21/jan25-egyworkers-egyptian-independent-trade-unionists%E2%80%99-declaration/</a>, <a href="http://www.socialistworker.co.uk/art.php?id=24000">http://www.socialistworker.co.uk/art.php?id=24000</a></p>
<p><a title="anm4" name="anm4" href="#anm_4">4</a> Siehe zur Rolle des Milit&#228;rs in &#196;gypten: <a href="http://www.time.com/time/world/article/0,8599,2046963,00.html">http://www.time.com/time/world/article/0,8599,2046963,00.html</a></p>
<p><a title="anm5" name="anm5" href="#anm_5">5</a> Siehe dazu: <a href="http://english.aljazeera.net/indepth/features/2011/02/201122164254698620.html">http://english.aljazeera.net/indepth/features/2011/02/201122164254698620.html</a></p>
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		<title>Veranstaltung: Streiks in China</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Dec 2010 09:47:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Klassenkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>

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		<description><![CDATA[Mitte 2010 rollte eine Streikwelle durch die Fabriken Chinas. Die WanderarbeiterInnen erk&#228;mpften sich h&#246;here L&#246;hne und l&#246;sten eine weltweite Debatte &#252;ber das Ende des Niedriglohnmodells aus, das hinter Chinas Aufstieg zur &#8220;Fabrik der Welt&#8221; steht und auch Europa billige Konsumg&#252;ter beschert.

Im Oktober 2010 ist bei Assoziation A das Buch &#8220;Aufbruch der zweiten Generation – Wanderarbeit, Gender und Klassenzusammensetzung in China&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mitte 2010 rollte eine Streikwelle durch die Fabriken Chinas. Die WanderarbeiterInnen erk&#228;mpften sich h&#246;here L&#246;hne und l&#246;sten eine weltweite Debatte &#252;ber das Ende des Niedriglohnmodells aus, das hinter Chinas Aufstieg zur &#8220;Fabrik der Welt&#8221; steht und auch Europa billige Konsumg&#252;ter beschert.<br />
<span id="more-1731"></span><br />
Im Oktober 2010 ist bei Assoziation A das Buch &#8220;Aufbruch der zweiten Generation – Wanderarbeit, Gender und Klassenzusammensetzung in China&#8221; erschienen. Pun Ngai und andere AutorInnen aus China analysieren das Schicksal und die K&#228;mpfe verschiedener MigrantInnengruppen – darunter Bau-, Fabrik- und SexarbeiterInnen – und beleuchten die Hintergr&#252;nde der aktuellen Streiks und Klassenbildungsprozesse in China.</p>
<p>Bei der Veranstaltung werden zwei der Herausgeber das Buch vorstellen und die Streikwelle und ihre Hintergr&#252;nde darstellen. In der Diskussion wird es auch um die Frage gehen, inwieweit sich heute in Zeiten der Krise und zunehmender sozialer K&#228;mpfe in verschiedenen Teilen der Welt neue Formen der Bezugnahme, des Austauschs und der Unterst&#252;tzung finden lassen.</p>
<p><strong>16.12.2010; 19.30<br />
Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien</strong></p>
<p><a href="http://www.perspektiven-online.at/wp-content/uploads/2010/12/China_Aufbruch-der-zweiten-Generation.jpg"><img src="http://www.perspektiven-online.at/wp-content/uploads/2010/12/China_Aufbruch-der-zweiten-Generation-150x150.jpg" alt="" title="China_Aufbruch-der-zweiten-Generation" width="150" height="165" class="alignleft size-thumbnail wp-image-1733" /></a></p>
<p>Aufbruch der zweiten Generation:<br />
Wanderarbeit, Gender und Klassenzusammensetzung in China<br />
Pun Ngai, Ching Kwan Lee u.a.</p>
<p>N&#228;heres: <a href="http://www.gongchao.org/">http://www.gongchao.org/</a></p>
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		<title>Out now: Perspektiven Nr. 11</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2010/05/04/out-now-perspektiven-nr-11/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 16:54:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Austromarxismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gentrifizierung]]></category>
		<category><![CDATA[Klassenkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Migration]]></category>
		<category><![CDATA[Rotes Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt]]></category>

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		<description><![CDATA[Schwerpunkt: Wie Rot ist Wien?


Die brandneue Perspektiven ist da!
Im Schwerpunkt:
Gruppe Perspektiven: Thesen zur Wien-Wahl 2010 – Veronika Duma, Katherina Kinzel, Fanny M&#252;ller-Uri und Tobias Zortea: Aufstand in der Vorstadt: Wiens verborgene Klassenk&#228;mpfe um 1900 – Benjamin Opratko und Stefan Probst: Sozialismus in einer Stadt? Austromarxismus und das Rote Wien – Assimina Gouma, Petra Neuhold, Paul Scheibelhofer und Gerd Valchars [KriMi]: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Schwerpunkt: Wie Rot ist Wien?</h3>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.perspektiven-online.at/category/ausgaben/perspektiven-nr-11/"><img class="size-medium wp-image-807 aligncenter" title="p11cover" src="http://www.perspektiven-online.at/wp-content/uploads/2010/05/p11cover-212x300.jpg" alt="" width="212" height="300" /></a></p>
<p style="text-align: center;">
<p><a><strong>Die brandneue Perspektiven ist da!</strong></a></p>
<p>Im Schwerpunkt:</p>
<p><a href="http://www.perspektiven-online.at/2010/05/09/thesen-zur-wien-wahl-2010/">Gruppe Perspektiven: Thesen zur Wien-Wahl 2010</a> – Veronika Duma, Katherina Kinzel, Fanny M&#252;ller-Uri und Tobias Zortea: Aufstand in der Vorstadt: Wiens verborgene Klassenk&#228;mpfe um 1900 – <a href="http://www.perspektiven-online.at/2010/05/04/sozialismus-in-einer-stadt/">Benjamin Opratko und Stefan Probst: Sozialismus in einer Stadt? Austromarxismus und das Rote Wien</a> – Assimina Gouma, Petra Neuhold, Paul Scheibelhofer und Gerd Valchars [KriMi]: Migration &#8211; Fangfragen f&#252;r das „rote“ Wien – Interview mit Jakob Weingartner: Sanfte Verdr&#228;ngung: Gentrifizierung in Wien – Florian Reiter: Wiens Salzamt: Neoliberalismus und der Fonds Soziales Wien</p>
<p>Au&#223;erhalb des Schwerkpunkts:</p>
<p>Interview mit Ashraf Cassiem, Mncedisi Twalo, Romin Khan, Alexander Kleider und Daniela Michel: Anti-R&#228;umungskampagne: soziale K&#228;mpfe in S&#252;dafrika – <a href="http://www.perspektiven-online.at/2010/05/04/die-beauty-queen-der-finanzmaerkte/">Fabio De Masi: Die Beauty-Queen der Finanzm&#228;rkte: Zur Krise in Griechenland </a>- Rezensionen und Rosinenpicken</p>
<p><strong>Jetzt <a href="http://www.perspektiven-online.at/2010/05/04/editorial-9/">Editorial lesen</a>! Perspektiven Nr. 11 <a href="http://www.perspektiven-online.at/kontakt/">bestellen</a>! <a href="http://www.perspektiven-online.at/abo/">Abo holen!</a></strong></p>
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		<item>
		<title>Veranstaltung: Energie, Krise und Klassenk&#228;mpfe</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2009/04/21/veranstaltung-energie-krise-und-klassenkaempfe/</link>
		<comments>http://www.perspektiven-online.at/2009/04/21/veranstaltung-energie-krise-und-klassenkaempfe/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 09:51:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Energiepolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Klassenkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[

Mit Kolya Abramsky und Philipp Probst
Termin: 28. April 2009
Uhrzeit: 19 Uhr
Ort: WUK (W&#228;hringerstra&#223;e 59, 1090 Wien)
Wie sich das weltweite Energiesystem in den n&#228;chsten Jahren entwickelt ist stark damit verbunden, welche Wege aus der globalen Finanz-, Wirtschafts- und zunehmend auch politischen Krise gefunden werden. Viele Regierungen setzen auf riesige Investitionen in erneuerbare Energien und gr&#252;ne Technologien, begleitet von hochtrabenden Reden, man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h5><a href="http://www.perspektiven-online.at/wp-content/uploads/2009/04/energie2_a6.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-368" title="energie2_a6" src="http://www.perspektiven-online.at/wp-content/uploads/2009/04/energie2_a6-219x300.jpg" alt="energie2_a6" width="219" height="300" /></a><a href="http://www.perspektiven-online.at/wp-content/uploads/2008/12/change_flyer-fornt_a6-2.jpg"><br />
</a></h5>
<p>Mit <strong>Kolya Abramsky</strong> und <strong>Philipp Probst</strong><br />
Termin: <strong>28. April 2009</strong><br />
Uhrzeit: <strong>19 Uhr</strong><br />
Ort: <strong>WUK (W&#228;hringerstra&#223;e 59, 1090 Wien)</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wie sich das weltweite Energiesystem in den n&#228;chsten Jahren entwickelt ist stark damit verbunden, welche Wege aus der globalen Finanz-, Wirtschafts- und zunehmend auch politischen Krise gefunden werden. Viele Regierungen setzen auf riesige Investitionen in erneuerbare Energien und gr&#252;ne Technologien, begleitet von hochtrabenden Reden, man w&#252;rde gleichzeitig den Planeten vor dem Klimawandel und die Wirtschaft retten.</p>
<p>Energie ist sowohl eines der zentralen Produktionsmittel, als auch ein zentrales Subsistenzmittel. Das bedeutet, dass der &#220;bergang hin zu einem neuen Energiesystem ein wichtiger Bestandteil der kommenden globalen Klassenk&#228;mpfe um die Kontrolle &#252;ber diese Produktions- und Subsistenzmittel sein wird. Allerdings sind die Verl&#228;ufe und Ergebnisse solcher K&#228;mpfe nie vorhersehbar, und eben deshalb ist auch der &#220;bergangsprozess einer Energiewende noch offen.</p>
<p>Irgendein &#220;bergang zu nicht-fossilen Energieressourcen ist nahezu unausweichlich, doch der Ausgang dieses Prozesses ist nicht technisch vorgegeben. Weil das weltweite Energiesystem vor weit reichenden Ver&#228;nderungen steht, er&#246;ffnen sich auch neue M&#246;glichkeiten. Ein komplexer weltweiter Kampf darum, wer den Energiesektorkontrolliert und f&#252;r welche Zwecke er genutzt wird ist bereits im Gange und verst&#228;rkt sich rapide.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum einlesen:</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.perspektiven-online.at/artikel/energie-arbeit-und-gesellschaftliche-reproduktion/">Kolya Abramsky: Energie, Arbeit und gesellschaftliche Reproduktion</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.perspektiven-online.at/artikel/grenzen-des-wachstums-ja-natuerlich/">Philipp Probst: Grenzen des Wachstums? Ja, nat&#252;rlich!</a></p>
<p style="text-align: justify;">beide erschienen in <a href="http://www.perspektiven-online.at/artikel/category/ausgaben/perspektiven-nr-7/">Perspektiven Nr. 7</a></p>
]]></content:encoded>
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