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	<title>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis &#187; Wissensarbeit</title>
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	<description>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis</description>
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		<title>MAYDAY! MAYDAY! Uni prek&#228;r</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 21:57:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Prekarisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Bewegungen]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensarbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Diskussionsverstaltung mit Joe Grim Feinberg (Graduate Students United) aus Chicago sowie AktivistInnen von Perspektiven und Linkes Hochschulnetz
Donnerstag, 14. April 2011, 19 Uhr
Aula, Uni-Campus AAKH, Hof 1, Spitalgasse 2 / Alserstr 4, 1090 Wien

Am 1. Mai findet heuer zum f&#252;nften Mal die MayDay-Parade in Wien statt. Begonnen hat alles 2004 als Teil der EuroMayDay-Kampagne mit dem Ziel einerseits den 1. Mai [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Diskussionsverstaltung mit Joe Grim Feinberg (Graduate Students United) aus Chicago sowie AktivistInnen von Perspektiven und Linkes Hochschulnetz</p>
<p>Donnerstag, 14. April 2011, 19 Uhr<br />
Aula, Uni-Campus AAKH, Hof 1, Spitalgasse 2 / Alserstr 4, 1090 Wien</strong><br />
<span id="more-1884"></span></p>
<p>Am 1. Mai findet heuer zum f&#252;nften Mal die MayDay-Parade in Wien statt. Begonnen hat alles 2004 als Teil der EuroMayDay-Kampagne mit dem Ziel einerseits den 1. Mai als Kampftag zu erneuern und andererseits – auch &#252;ber den 1. Mai hinaus – das Thema “Prekarisierung” an die &#214;ffentlichkeit zu tragen und widerst&#228;ndig zu besetzen.<br />
Begriffe wie Prekarit&#228;t, Prekarisierung und Prekariat sind mittlerweile den wenigsten fremd. Immer mehr Menschen sind mit “flexibleren” Arbeitsverh&#228;ltnisssen bei entsprechend marktgerechteren – sprich: niedrigeren L&#246;hnen konfrontiert, sei es bei der Arbeit mit Laptop oder Putzfetzen; mit oder ohne Krankenversicherung; mit oder ohne Aufenthalts- oder Arbeitsbewilligung.</p>
<p>MAYDAY!MAYDAY! Uni prek&#228;r…</p>
<p>Die Universit&#228;ten sind ein wesentlicher Ort der Prekarisierung. Studierende sind einem immer gr&#246;&#223;eren &#246;komischen Druck ausgesetzt (K&#252;rzung Familienbehilfe, drohende Wiedereinf&#252;hrung Studiengeb&#252;hren), schlagen sich durch das mit “McJobs” finanzierte Studium, jagen in schlecht bis gar nicht bezahlten Praktika Zusatzqualifikationen nach, um nach dem Abschluss sich selbst als “hochqualifierzierte*r Wissenarbeiter*in” vermarkten zu m&#252;ssen. Diese Wissensarbeitsrealit&#228;ten sind ebenso prek&#228;r: kurzfristige Projekte, schlecht bezahlte Lektor*innenjobs, aufwendige Projektantr&#228;ge mit langen Wartezeiten und ungewissem Ausgang, Druck zur Selbstausbeutung. Die Arbeit und somit das Leben werden l&#228;ngerfristig kaum planbar und soziale Sicherheit stellt sich einfach nicht ein.</p>
<p>In den letzten Jahren gab es neben der unibrennt-Bewegung an verschiedenen Instituten immer wieder lokale, teils erfolgreiche K&#228;mpfe und Initiativen zur Verbesserung – bzw. zur Verhinderung der Verschlechterung – der Arbeitssituation von Lehrenden / Forschenden / Studierenden. Diese Initiativen existieren oft parallel, es gibt meist wenig Kommunikation und teilweise erf&#228;hrt man nicht einmal voneinander.</p>
<p>Im Rahmen dieser MAYDAY! Mobilisierungsveranstaltung sollen Erfahrungen ausgetauscht, der Begriff Wissensarbeit diskutiert und m&#246;gliche Strategien der Organisierung ausgelotet werden. Ein besonderes Anliegen ist dabei, die Situation von Studierenden und jenen von Forschenden/Lehrenden zusammenzudenken und auf die Suche nach gemeinsamen Handlungsm&#246;glichkeiten zu gehen!</p>
<p>Eine Initiative von <a href="http://www.ig-elf.at/">IG Externe LektorInnen und freie Wissenschafter*innen</a>, <a href="http://www.linkeshochschulnetz.at/">Linkes Hochschulnetz</a> und <a href="http://www.perspektiven-online.at/">Perspektiven. Magazin f&#252;r linke Theorie und Praxis</a> im Rahmen von <a href="http://mayday-wien.org/">MAYDAY</a>!</p>
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		<title>Prek&#228;r, aber allein?</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2010/08/26/prekaer-aber-allein/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 11:34:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 11]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaftsbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensarbeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Pernicka, Susanne/Lasofsky-Blahut, Anja/Kofranek, Manfred/Reichel, Astrid: Wissensarbeiter organisieren. Perspektiven kollektiver Interessensvertretung, Wien: Edition Sigma 2010, 322 Seiten, € 25,60

Die Grundlage des Buches sind verschiedene Fallstudien, die von den AutorInnen in unterschiedlichen Betrieben und Institutionen aus dem Bereich der Wissensarbeit durchgef&#252;hrt wurden. Im Zentrum der Forschung standen drei Teilbereiche: der staatsnahe Sektor (Forschung an Universit&#228;ten), der privatrechtliche Dienstleistungssektor (Unternehmensberatung, au&#223;eruniversit&#228;re Forschung) und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pernicka, Susanne/Lasofsky-Blahut, Anja/Kofranek, Manfred/Reichel, Astrid: Wissensarbeiter organisieren. Perspektiven kollektiver Interessensvertretung, Wien: Edition Sigma 2010, 322 Seiten, € 25,60<br />
<span id="more-1592"></span><br />
Die Grundlage des Buches sind verschiedene Fallstudien, die von den AutorInnen in unterschiedlichen Betrieben und Institutionen aus dem Bereich der Wissensarbeit durchgef&#252;hrt wurden. Im Zentrum der Forschung standen drei Teilbereiche: der staatsnahe Sektor (Forschung an Universit&#228;ten), der privatrechtliche Dienstleistungssektor (Unternehmensberatung, au&#223;eruniversit&#228;re Forschung) und der industrielle Sektor (Forschung und Entwicklung in der Elektroindustrie). Es ist interessant zu erw&#228;hnen, dass nicht nur Interviews mit WissensarbeiterInnen, sondern auch mit Betriebsr&#228;tInnen gef&#252;hrt wurden,. Die Aufarbeitung der Untersuchungsfelder kann daher als empirisch ges&#228;ttigt und dicht beschrieben werden.</p>
<p>Die unterschiedliche Strukturiertheit der drei Untersuchungsfelder bringt die AutorInnen gleich zum zentralen Problem in der Besch&#228;ftigung mit Wissensarbeit: der Begriff Wissensarbeit an sich. Laut den AutorInnen versperrt sich das Feld Wissensarbeit einem Zugriff &#252;ber einen fordistisch gepr&#228;gten Arbeitsbegriff. Zentral f&#252;r ihre Definition von Wissensarbeit ist die Abgrenzung gegen&#252;ber routinisierten Arbeiten, die zwar ohne spezifische Kenntnisse nicht zu bewerkstelligen, aber nicht explizit auf die Generierung neuen Wissens ausgelegt sind. Wissensarbeit ist f&#252;r sie daher eine T&#228;tigkeit, die &#252;berwiegend und explizit auf die Generierung neuen Wissens ausgerichtet ist. Mit der Bedeutungszunahme von Wissen als „nicht-endlichem“ Rohstoff in der neuen wissensbasierten &#214;konomie r&#252;ckt laut den AutorInnen eine generalisierbare, explizite Form des Wissens gegen&#252;ber implizitem Wissen in den Vordergrund. Diese Prozesshaftigkeit versuchen sie mit organisationssoziologischen Konzepten zu erfassen. Entgegen anderslautender Argumente halten die AutorInnen fest, dass mit der Transformation zu einer wissensbasierten &#214;konomie keinesfalls der Charakter einer Klassengesellschaft aufgehoben wird. Es verschieben sich lediglich die Konfliktlinien, sie werden bis zu einem gewissen Grad neu gezogen.<br />
Gerade diese Annahme bringt die AutorInnen dazu, auf klassische Konzepte der Arbeits- und Industriesoziologie zur&#252;ckzugreifen, um die Durchsetzungsf&#228;higkeit von (Wissens-)ArbeiterInnen und Gewerkschaften n&#228;her bestimmen zu k&#246;nnen: Zentral ist f&#252;r sie das Machtressourcen-Konzept von Beverly J. Silver und Erik O. Wright, bei dem zwischen struktureller Macht (Produktionsmacht und Marktmacht) und Organisationsmacht unterschieden wird. Aufgegriffen wird auch das Konzept der institutionellen Machtressourcen, das von WissenschafterInnen der Universit&#228;t Jena entwickelt wurde und darauf abzielt, der institutionellen Eingebundenheit von ArbeiterInnenorganisationen in staatlich-korporatistische Strukturen (insbesondere in Deutschland, &#214;sterreich und den skandinavischen Staaten) Rechnung zu tragen.<br />
Mit Hilfe dieses hier nur grob skizzierten analytischen Handwerkszeugs werden von den AutorInnen die unterschiedlichen Untersuchungsfelder systematisch aufgearbeitet. Im weiteren Verlauf m&#246;chte ich mich insbesondere auf den Bereich der Universit&#228;t beziehen, da – trotz der positiven Aspekte des Buches – auch einige Kritikpunkte angebracht sind, die anhand ihrer Untersuchungen und Schlussfolgerungen bez&#252;glich der universit&#228;ren Landschaft besonders deutlich herausgearbeitet werden k&#246;nnen.<br />
Die Analyse des universit&#228;ren Feldes beginnt mit einer ausf&#252;hrlichen Darstellung der Verbetriebswirtschaftlichung der &#246;sterreichischen Universit&#228;ten. Dabei werden sowohl die Aspekte des Universit&#228;tsorganisationsgesetzes (UOG) 1993 als auch die Ver&#228;nderungen durch das Universit&#228;tsgesetz (UG) 2002 miteinbezogen. Besonders betont wird hierbei der inneruniversit&#228;re Abbau von demokratischer Mitbestimmung und die B&#252;rokratisierungstendenzen im Zuge des Bologna-Prozesses sowie der neuen Studienarchitektur. Ein weiterer Teil der Analyse widmet sich der Diversifizierung der Anstellungsverh&#228;ltnisse an der Universit&#228;t und dem Ph&#228;nomen der Prekarisierung gro&#223;er Teile der Universit&#228;tsangestellten, insbesondere der Drittmittelangestellten und der wachsenden Zahl sogenannter „externer“ LektorInnen.<br />
Des Weiteren beleuchten die AutorInnen die verschiedenen, mehr oder weniger institutionalisierten Vertretungsstrukturen an den Universit&#228;ten (Betriebsratsorgane, Interessensvertretungen wie die IG Externe LektorInnen usw.) und deren fraktionelle Untergliederungen. Einen wichtigen Teil der Aufarbeitung der universit&#228;ren Landschaft nimmt das Selbstverst&#228;ndnis der WissensarbeiterInnen ein. Wenig &#252;berraschend kommen die AutorInnen zum Schluss, dass die in unterschiedlichen Arbeitsverh&#228;ltnissen stehenden Besch&#228;ftigten sehr heterogene Interessen vertreten. Diese artikulieren sich meist auch eher auf einer individuellen Ebene, da Universit&#228;ten keinen einheitlichen Produktionszusammenhang darstellen, sondern eher einer Ansammlung vieler kleiner Wissenswerkst&#228;tten gleichen. Dementsprechend schwierig gestaltet sich auch die betriebsr&#228;tliche und gewerkschaftliche Arbeit an Universit&#228;ten. Betriebsr&#228;tInnen werden nur selten als wichtige AnsprechpartnerInnen gesehen; auch Gewerkschaften spielen nur eine marginale Rolle.<br />
Mit dieser Analyse zeichnen die AutorInnen ein sehr d&#252;steres Bild. Aufbauend auf ihren Erkenntnissen – WissensarbeiterInnen verweigern sich an den Universit&#228;ten einer klassischen Repr&#228;sentation durch die institutionalisierten Kan&#228;le – kommen sie zu dem Schluss, dass Gewerkschaften oder andere Organe der Interessensvertretung ihre Serviceleistungen st&#228;rker individualisieren m&#252;ssen.<br />
F&#252;r mich war dies eine etwas &#252;berraschende Schlussfolgerung, hei&#223;t es doch im Titel des Buches Perspektiven einer kollektiven Interessensvertretung. Die Schlussfolgerung der AutorInnen hat meiner Meinung nach mehrere Ursachen: Erstens basiert ihre Analyse sehr stark auf der Individualisierungsthese, die sie durch die Ergebnisse ihrer Interviews zu st&#252;tzen versuchen. In diesen wurde von den InterviewpartnerInnen immer wieder betont, dass Gewerkschaften und Betriebsr&#228;tInnen bei Problemen an der Universit&#228;t nicht als AnsprechpartnerInnen gesehen werden. Die AutorInnen ziehen daher den Schluss, dass die kollektive Interessensartikulation aufgrund der Individualisierung im Bereich der universit&#228;ren Wissensarbeit schlichtweg nicht m&#246;glich w&#228;re. Man sollte sich hierbei allerdings fragen, was die Voraussetzungen f&#252;r eine kollektive Interessensartikulation sind. Diese kommt doch nicht automatisch, quasi nur aufgrund des Vorhandenseins von Problemen, zustande. Vielmehr muss der kollektiven Artikulation ein Organisierungsprozess vorausgehen. Die bisherige Arbeitsweise von Gewerkschaften und Betriebsr&#228;tInnen an der Universit&#228;t war nie auf einen derartigen Organisationsprozess ausgerichtet. Deshalb finde ich es fatal, wenn ein Organisierungsversuch erst gar nicht empfohlen, sondern als Schlussfolgerung vorgeschlagen wird, sich schlichtweg den desorganisierenden Tendenzen einer Individualisierung anzupassen.<br />
Zweitens liegt diese pessimistische Perspektive auch in der theoretischen Herangehensweise begr&#252;ndet. Obwohl die AutorInnen sich auf den Machtressourcen-Ansatz von Beverly J. Silver und Erik O. Wright beziehen, bleiben sie in ihrer Untersuchung sehr stark an einer einzelnen Machtressource orientiert, n&#228;mlich der Marktmacht. Unter Marktmacht versteht man die Bedingung, unter der Lohnabh&#228;ngige ihre Arbeitskraft verkaufen k&#246;nnen. Die AutorInnen konzentrieren sich in ihrer Analyse auf die rechtlichen und &#246;konomischen Rahmenbedingungen, unter denen WissensarbeiterInnen ihre Arbeitskraft verkaufen. Diese &#246;konomistische und legalistische Sichtweise m&#252;ndet meines Erachtens in ein Verst&#228;ndnis von passivierten ArbeiterInnen, die ihr Schicksal hinnehmen oder nur auf individueller Ebene versuchen, „es sich zu richten“. Dabei w&#252;rde der Machtressourcen-Ansatz noch viele andere Perspektiven er&#246;ffnen: Gerade die Frage der Produktionsmacht von ArbeiterInnen, also ihrer F&#228;higkeit, den Produktionsprozess oder die Funktionslogik eines Unternehmens oder einer Institution zum Erliegen zu bringen, vernachl&#228;ssigen die AutorInnen vollkommen. Sie reproduzieren damit einen paternalistischen Zugang zum Thema der Interessensvertretung und verbleiben dabei in den ausgetretenen und immer weniger durchsetzungsf&#228;higen Pfaden einer serviceorientierten Gewerkschaftskultur. Zudem reproduziert diese Herangehensweise in Bezug auf WissensarbeiterInnen auch einen Opferdiskurs. Sie versperrt den Blick auf deren aktives, dissidentes oder offen widerst&#228;ndiges Handeln, insbesondere an der Universit&#228;t.<br />
Drittens erw&#228;hnen die AutorInnen zwar die b&#252;rokratisch-hierarchische Organisationsstruktur der Universit&#228;ten als Hindernis f&#252;r gewerkschaftliche Organisierung, doch belassen sie es bei dieser Feststellung. Meine eigene Besch&#228;ftigung an der Universit&#228;t und die Auseinandersetzung mit dem Thema „Organisierung von WissensarbeiterInnen“ zeigen aber, dass diese b&#252;rokratisch-herrschaftsf&#246;rmige Zurichtung der Universit&#228;t mannigfache Momente der Dissidenz und des Widerstandes hervorbringt. Von Institutsleitungen, die versuchen, die rigiden b&#252;rokratischen Vorgaben zu umgehen, von Lehrenden, die gewisse Reglements umschiffen bis hin zu „externen“ LektorInnen, welche die Betreuung von Diplomarbeiten bestreiken, gibt es ein kleines Multiversum von abweichenden, dissidenten und widerst&#228;ndigen Praxen. Nicht zuletzt die Universit&#228;tsproteste der letzten Monate haben gezeigt, dass auch WissensarbeiterInnen f&#228;hig sind, kollektiv aufzutreten.<br />
Eine Perspektivenverschiebung in Richtung dieser t&#228;tigen Elemente im Machtressourcen-Ansatz h&#228;tte noch vollkommen andere Potentiale von Organisierung offen gelegt. Es gilt, genau diese Dissidenz und Widerst&#228;ndigkeit, die oft im Verborgenen existiert, zu verallgemeinern und einen Organisierungsprozess in Gang zu bringen.<br />
Die St&#228;rke dieses Buches besteht in der detaillierten, strukturellen Analyse der gegenw&#228;rtigen Arbeitsbedingungen von WissensarbeiterInnen. Doch genau diese St&#228;rke der strukturellen Analyse ist auch die Schw&#228;che des Buches. Die &#220;berbetonung der strukturellen Momente l&#228;sst keinen Platz mehr f&#252;r bereits vorhandene Formen des Widerstandes und der Dissidenz. Das verstellt auch den Blick auf alternative Methoden von Interessenvertretung, die eben nicht paternalistische Tendenzen einer Serviceorientierung reproduzieren, sondern die Selbstt&#228;tigkeit der Subjekte in den Vordergrund stellen.</p>
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