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	<title>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis &#187; Psychologie</title>
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		<title>Psychologie mit gro&#223;em K</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 11:29:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 11]]></category>
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		<category><![CDATA[kritische Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Marxistische Theorie]]></category>
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		<description><![CDATA[Rezension: Markard, Morus: Einf&#252;hrung in die Kritische Psychologie, Hamburg: Argument Verlag 2009, 319 Seiten, € 18,40

Mit der 2009 erschienen Einf&#252;hrung in die Kritische Psychologie legt Morus Markard eine umfassende und systematische Aufarbeitung der Holzkamp´schen Lehre vor. Durchaus mit Blick auf ein j&#252;ngeres, psychologisch nicht unbedarftes Publikum &#246;ffnet er einen Zugang zur Kritischen Psychologie (die „orthodoxere“ Variante mit gro&#223;em K), die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension: Markard, Morus: Einf&#252;hrung in die Kritische Psychologie, Hamburg: Argument Verlag 2009, 319 Seiten, € 18,40<br />
<span id="more-1588"></span><br />
Mit der 2009 erschienen <em>Einf&#252;hrung in die Kritische Psychologie</em> legt Morus Markard eine umfassende und systematische Aufarbeitung der Holzkamp´schen Lehre vor. Durchaus mit Blick auf ein j&#252;ngeres, psychologisch nicht unbedarftes Publikum &#246;ffnet er einen Zugang zur Kritischen Psychologie (die „orthodoxere“ Variante mit gro&#223;em K), die bislang – vor allem wegen ihrer Sperrigkeit im Original – nicht selten in den Regalen kritisch interessierter LeserInnen verstaubt ist. Zu Unrecht, wie Markard in seinem Buch zeigt.<br />
Markard verortet die Ursprungsintention Kritischer Psychologie in den wissenschafts-kritischen Debatten der 1960er/70er an verschiedenen sozialwissenschaftlichen Fakult&#228;ten im deutschsprachigen Raum, allen voran an der FU Berlin. Im Zuge von Fakult&#228;tsbesetzungen und dem Aufbau alternativer Lehrpl&#228;ne standen sich Gruppierungen, die die Psychologie als Herrschaftswissenschaft zerschlagen wollten, und solche, die sie als Teil kritischer Sozialwissenschaften umfunktionieren wollten – um zun&#228;chst einmal die Rolle dieser Art von Herrschaftssicherung n&#228;her zu untersuchen – gegen&#252;ber. Vor diesem Hintergrund entwickelte der gerade erst habilitierte Professor Klaus Holzkamp seine zun&#228;chst noch eher vorsichtig formulierte wissenschaftstheoretische Kritik am psychologischen Experiment, dessen Repr&#228;sentanz, der Norm-Versuchsperson und dem Verh&#228;ltnis vom Konkreten zum Abstrakten in der Mainstream-Psychologie. Ebenso wichtig f&#252;r den Aufbau und die Verankerung der Kritischen Psychologie waren die strukturellen Umw&#228;lzungen an der FU Berlin.1969 spaltete sich das Institut f&#252;r Psychologie aufgrund politischer Auseinandersetzungen; Holzkamp und seinen MitarbeiterInnen war es dadurch bis in die 1980er Jahre m&#246;glich, kritische Theoriearbeit und Forschung, unbehelligt von der liberalen Mainstream-Psychologie, an einem eigenen Institut zu betreiben.<br />
Nach einem kurzen „Zwischenschritt“ zur Psychologiekritik widmet Markard den Gro&#223;teil seiner Einf&#252;hrung der inhaltlich, thematischen Auseinandersetzung mit Holzkamps Kritischer Psychologie, wobei methodische und inhaltliche Fragen nie vollst&#228;ndig voneinander getrennt dargestellt werden (k&#246;nnen). So gilt die Gegenstandsad&#228;quatheit der Methoden als zentrales Kriterium Kritischer Psychologie. Und Gegenstand ist in diesem Fall das Psychische, dessen Charakteristika Holzkamp &#252;ber den Ansatz historischer Kategorialanalyse zu fassen versucht. In seiner <em>Grundlegung der Psychologie</em> (1983), die &#252;ber mehrere Kapitel Hauptreferenzpunkt von Markards Ausf&#252;hrungen bleibt, erarbeitet Holzkamp eine Art emanzipatorische Evolutionsgeschichte, in der er dem Darwin´schen Begriff der Anpassung den der Aneignung gegen&#252;berstellt, um zentrale Qualit&#228;ten des Psychischen, wie Orientierung, Emotionalit&#228;t und Kommunikation, als etwas gesellschaftlich Gewordenes darzustellen (S.121). Im krassen Gegensatz zur Mainstream-Psychologie steht hier das Individuum nicht isoliert vor gegebenen Bedingungen, sondern die gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse werden – als von Menschen entwickelte und ver&#228;nderbare Dynamik – mit in den Blick genommen. Auch hinsichtlich der individuellen Lerngeschichte und der darin enthaltenen M&#246;glichkeiten und Einschr&#228;nkungen des Handelns und der Kooperation betont Holzkamp die „gesellschaftliche Natur des Menschen“ und stellt sich Markard zufolge sowohl gegen biologistische als auch gegen klassisch freudianische Konzeptionen, die „die Natur der Menschen“ als etwas von der Gesellschaft zu B&#228;ndigendes auffassen (S.142).<br />
&#220;ber seine historischen Analysen und in Anlehnung an die Marx´sche Methode zur Untersuchung der &#214;konomie entwickelt Holzkamp Kategorien aus der Genese des Psychischen, die dann in aktual-empirischen Analysen angewendet werden k&#246;nnen.<br />
Neben der historischen Gewordenheit stellt aber auch die G<em>esamtgesellschaftliche Vermitteltheit der menschlichen Existenz</em> eine unabdingbare Referenz zur Untersuchung menschlicher Handlungen dar. Das Individuum stehe in einer doppelten Beziehung zu seinen/ihren Lebensbedingungen und -mitteln: Einerseits sind diese Voraussetzung seiner/ihrer Existenz, andererseits tr&#228;gt er/sie zu deren Schaffung, Erhaltung und Entwicklung bei (S.147). Die konkreten Lebensbedingungen/Produktionsverh&#228;ltnisse k&#246;nnen daher nicht einfach, wie in die Mainstream-Psychologie &#252;blich, ausgeblendet werden. Einerseits bedeutet dies f&#252;r die Kritische Psychologie stets ein aktives Verh&#228;ltnis zur Gesellschaftstheorie, andererseits auch eine Kategorieentwicklung, die gesellschaftliche Verh&#228;ltnisse nicht nur mitber&#252;cksichtigt, sondern auch an der &#220;berwindung ebendieser Verh&#228;ltnisse (d.h. kapitalistischer Verh&#228;ltnisse) arbeitet. Eine solche zentrale Kategorie ist die der restriktiven versus verallgemeinerten Handlungsf&#228;higkeit, wobei erstere f&#252;r die individuell-unmittelbare Bed&#252;rfnisbefriedigung und letztere f&#252;r die gemeinsame Erweiterung der gesellschaftlichen Lebensm&#246;glichkeiten steht (S.181).</p>
<p>Anhand dieser und anderer essentieller Begrifflichkeiten der Kritischen Psychologie pr&#228;sentiert Markard auch eigene Forschungsarbeiten zu den Themen Entwicklung, Bildung und Erziehung. Im abschlie&#223;enden Kapitel geht er nochmals fokussierter auf die Prinzipien Kritisch-psychologischer Forschung ein, um so zur <em>Reinterpretation</em>, zum Erkenntnisprinzip der Einheit von Kritik und Weiterentwicklung (S.299), anzuregen. Wichtig ist ihm dabei, dass in psychologischer Forschung nicht Subjekt-Objekt-Beziehungen wie in den Naturwissenschaften vorherrschen, sondern die Betroffenen selbst am Forschungsprozess partizipieren. Au&#223;erdem soll menschliches Handeln – im Gegensatz zum blo&#223;en Verhalten – in einem Begr&#252;ndungsdiskurs reflektiert, statt in einem statischen Bedingungsgef&#252;ge gepr&#252;ft werden. Die aktive Lebensgestaltung von Menschen wird damit zum eigentlichen Forschungsgegenstand, dem durch eine geeignete Methodologie Rechnung zu tragen ist, anstatt, wie in der heutigen psychologischen Forschung &#252;blich, jegliche individuelle „Verhaltensabweichung“ als St&#246;rvariable auszuschlie&#223;en.<br />
Insgesamt ist Morus Markards <em>Einf&#252;hrung in die Kritische Psychologie</em> eine sehr gelungene Aufbereitung der Holzkamp´schen Hinterlassenschaften und deren Weiterentwicklungen. Die Einbettung in die inhaltlichen und strukturellen Rahmenbedingungen des Entstehungsprozesses der Kritischen Psychologie, sowie die aktuellen Bez&#252;ge und plastisch geschilderten Beispiele stellen eine echte Bereicherung zur klassischen Lesart dar. Markard versucht auf alle Themen systematisch hinzuf&#252;hren und sie ausreichend zu kontextualisieren. Trotzdem bleibt es dem/der LeserIn nicht erspart, die wesentlichen Passagen im Mittelteil sehr konzentriert und teilweise mehrmals zu lesen, weil hier auch wissenschaftstheoretisch relativ komplexe Sachverhalte thematisiert werden. Diese Einf&#252;hrung ist keine leichte Lekt&#252;re, deshalb erscheint auch ein gemeinsames Lesen und Diskutieren sehr sinnvoll. Wenn Markard mit diesem Buch dazu anregen kann, im studentischen Umfeld wieder Kritisch-psychologische Inhalte zu diskutieren, so ist ihm bereits viel gelungen.</p>
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		<title>„Dialektik“ der Psychologie</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Oct 2008 15:16:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 6]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Marxistische Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezension: Abl, Gerald: Kritische Psychologie. Eine Einf&#252;hrung. Stuttgart: Schmetterling Verlag 2007, 10 €]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension: Abl, Gerald: Kritische Psychologie. Eine Einf&#252;hrung. Stuttgart: Schmetterling Verlag 2007, 10 €<br />
<span id="more-128"></span><br />
In einer Zeit, in der sich die Mainstream-Psychologie vor allem durch Selektionsdiagnostik, Hirnforschung und reaktion&#228;re Erziehungsleitf&#228;den hervortut und die &#214;konomisierung der Universit&#228;ten vielerorts alternativen Ans&#228;tzen das Wasser abgr&#228;bt, freut sich der/die kritische LeserIn &#252;ber eine Einf&#252;hrung in die kritische Psychologie. Eine solche ist Ende des vorigen Jahres im Schmetterling Verlag in der <em>theorie.org</em>-Reihe erschienen. Der Autor, Gerald Abl, hat in Salzburg Psychologie und Politikwissenschaften studiert und seine Dissertation zur Dialektik bei Freud verfasst. Dies wird in seiner so genannten „Einf&#252;hrung“ mehr als deutlich.<br />
Abl er&#246;ffnet, nach einem kurzen Abriss zur Geschichte der Psychologie, mit einem methodischen Kapitel, das es in sich hat. In knapp zwanzig Seiten erkl&#228;rt er seine simplifizierende Version der Philosophie des Marxismus. Wer sich schon mit marxistischen Thesen besch&#228;ftigt hat, ist davon vielleicht etwas genervt, wer das zum ersten Mal liest, eher &#252;berfordert, aber diese Marx-Lesart mit den drei Eckpunkten <em>Dialektik, Materialismus</em> und <em>Parteilichkeit </em>nachvollziehen zu k&#246;nnen, ist Voraussetzung f&#252;rs Weiterlesen. Mit <em>Materialismus </em>ist hier das Anerkennen einer erfassbaren &#228;u&#223;eren Welt und ihrer Entwicklungsprozesse gemeint und damit die M&#246;glichkeit von Erkenntnis. Zur <em>Dialektik </em>werden die „klassischen“ Aspekte der Totalit&#228;t, der Bewegung und das Zusammendenken dieser beiden er&#246;rtert. Unter Parteilichkeit versteht Abl ein „vom proletarischen Klassenstandpunkt ausgehendes Erkenntnisinteresse“ und bezieht sich dabei auf den Lukács’schen Begriff der Einheit von Theorie und Praxis.<br />
Dies vorangestellt beginnt der Autor systematisch, die Entwicklungsgeschichte der kritischen Psychologie und deren Vorl&#228;ufer darzustellen. Dazu versucht er zun&#228;chst Ber&#252;hrungspunkte zwischen Psychologie und Marxismus aufzuzeigen. Einerseits geht es hierbei um die Rolle des Psychischen im Marxismus, der Umgang mit menschlichen Bed&#252;rfnissen, die Rolle der Individuen und das Verh&#228;ltnis von Mensch und Natur. Andererseits geht es um das Psychologieverst&#228;ndnis im so genannten „Kommunismus“ der Sowjetunion. Hier beginnt Abl eigenartigerweise mit Pawlow („der sich weder als Psychologe noch als Marxist versteht“), kommt dann aber bald, &#252;ber einen kleinen Umweg via Rubenstein, zur Kulturhistorischen Schule, auf die sich sp&#228;ter Holzkamp (der Begr&#252;nder der Kritischen Psychologie) beziehen wird. Wichtig ist dabei vor allem Leontjews Entwicklungstheorie des Psychischen, der dem darwinistischen Begriff der Anpassung den der <em>Aneignung </em>entgegenstellt. In diesem Konzept wird individuelle und gesellschaftliche Entwicklung zusammengedacht und nur in einer Gesellschaft ohne Klassenwiderspr&#252;che (auf die Leontjew zuzusteuern glaubt) k&#246;nne sich beides voll entfalten.<br />
In seinem Kapitel &#252;ber „B&#252;rokratie und Psychologie“ stellt Abl den Niedergang dieser Vorstellungen und der dialektischen Psychologie im Stalinismus dar.<br />
Im n&#228;chsten Abschnitt rollt Abl die Geschichte von der anderen Seite her auf: „Die Psychoanalyse als Ausgangspunkt“. Der/die LeserIn merkt schnell, dass es sich hier um Abls Spezialgebiet dreht, denn ohne viel Vorrede steigt dieser in die inhaltliche Arbeit entlang der anfangs erl&#228;uterten S&#228;ulen Materialismus, Dialektik und Parteilichkeit ein. Im Kapitel &#252;ber Materialismus und Psychoanalyse zeigt er anhand einer F&#252;lle von Originalzitaten Freuds Verst&#228;ndnis der realen im Unterschied zur psychischen Welt. Hier arbeitet er heraus, welche Rolle Freud der Bed&#252;rfnisbefriedigung in der Erkenntnis bzw. dem Missverst&#228;ndnis dieser „realen Welt“ zuerkennt, aber auch jene Punkten, an denen Freud den Materialismus &#252;berwunden glaubt und auf „das Selbst&#228;ndige des Seelenlebens“ pocht. Abl meint in Freuds Denken eine neue Komplexit&#228;t von „Totalit&#228;t und Entwicklung“ auszumachen. Nicht nur die Gleichzeitigkeit und das Gewordene, sondern auch das Nicht-Denkbare, das unsichtbar Weiterwirkende muss dabei mit einbezogen werden. Obwohl Freud selbst der „dialektischen Methode“ h&#246;chst kritisch gegen&#252;berstand, ist nicht nur der Autor dieser Einf&#252;hrung der Ansicht, dass Freuds Verst&#228;ndnis von Kausalit&#228;t, Gleichzeitigkeiten und der Vielf&#246;rmigkeit und Fragilit&#228;t von Zusammenh&#228;ngen, sowie sein interdisziplin&#228;res Vorgehen, den Grundstein f&#252;r eine dialektisch-materialistische Psychologie legt.<br />
Diese schreiben sich die FreudomarxistInnen auf die Fahnen, denen sich der n&#228;chste Abschnitt des Buches widmet. Der fr&#252;he Freudomarxismus entstand ab Ende der 20er Jahre aus einer Linksopposition innerhalb der Psychoanalytischen Organisation. Dieser betrachtet die dialektische als die einzig „wahre Methode“ und versucht von dort aus  Freuds Werk fortzuf&#252;hren und auszuweiten.<br />
Weniger auf einem ad&#228;quaten Methodenverst&#228;ndnis als auf der inhaltlichen Ausweitung beruht f&#252;r Abl der Verdienst dieser Str&#246;mung. Die Bearbeitung sozialpsychologischer Fragen und vor allem ein psychologisch-marxistisches Verst&#228;ndnis der Arbeit sind dabei f&#252;r ihn die richtungweisenden Momente. Ein anderer wichtiger Ansto&#223; kommt aus der kritischen Theorie. Auch ihr widmet Abl ein kurzes Kapitel und setzt sie in Bezug zur Psychologie – in Anlehnung an Marcuses Begriff der Sozialwissenschaften, in welchem Psychologie, Soziologie und Philosophie eine Einheit bilden.<br />
Erst nach 160 Seiten befasst sich der Autor mit der sich in den 1960er Jahren entwickelnden, erstmals so bezeichneten „Kritischen Psychologie“, wobei er die Holzkamp-Schule recht einseitig darstellt und eher deren Defizite gegen&#252;ber der Psychoanalyse hervorhebt. Eine inhaltliche Erkl&#228;rung der Thesen der Holzkamp-Schule bleibt ausgespart. Deren kritische Auseinandersetzung mit der Mainstream-Psychologie wird nicht beleuchtet und ihre Versuche einer Neufassung der Psychologie als Subjektwissenschaft werden nur im Kontext der Institutionalisierung der „Kritischen Psychologie“ an der Freien Universit&#228;t Berlin beschrieben. Abls Kritikpunkt ist auch der viel zu hohe (natur-)wissenschaftliche Anspruch, der f&#252;r den Autor „undialektisch“ und entt&#228;uschend ist. Er vergleicht Holzkamps Kategorien mit denjenigen Kants und wirft Holzkamp vor, zu versuchen, Widerspr&#252;che aufl&#246;sen statt sie aufheben zu wollen (hier h&#228;tte dieser vermutlich widersprochen). Die Inhalte und Themen gehen unter der Apologie der Psychoanalyse leider unter.<br />
Abschlie&#223;end gibt es noch je ein Kapitel zur „Dialektischen Psychologie“ und zur „kritischen Psychoanalyse“, wo Abl seinen Faden wieder aufnimmt. Der Dialektischen Psychologie, rund um Klaus Riegel, geht es in erster Linie um eine Verfeinerung des Methodeninventars. So unterscheidet sie zwischen einfacher, wissenschaftlicher, innerer und &#228;u&#223;erer Dialektik. Dass sie sich weltanschaulich nicht festlegen m&#246;chte, sieht Abl als Manko. In seinem letzten Kapitel gibt er noch spannende Einblicke in neuere Entwicklungen in der gesellschaftskritischen Psychologie wie der analytischen Sozialpsychologie oder der Ethnopsychoanalyse, was zum Weiterlesen anregt.<br />
Abls <em>Kritische Psychologie. Eine Einf&#252;hrung</em> h&#228;lt nicht was sie verspricht, denn sie ist keine Einf&#252;hrung, vor allem nicht in das, was f&#252;r gew&#246;hnlich unter „Kritische Psychologie“ verstanden wird. Der Autor gibt keinen einfachen &#220;berblick &#252;ber die Debatte, sondern legt seinen eigenen systematischen Ansatz dar. Die St&#228;rken des Ansatzes kommen vor allem in den Kapiteln &#252;ber Freud zum Tragen, da Abl durch das Heranziehen von weniger bekanntem Originalmaterial einen neuen Einblick in dessen Werk erm&#246;glicht. Angesichts dessen, dass es in letzter Zeit recht still um die kritische Psychologie geworden ist, stellt dieses Buch – trotz seiner Schwachstellen – einen wichtigen Ansto&#223;punkt f&#252;r eine Wiederbelebung der Auseinandersetzung um kritische Ans&#228;tze in der Psychologie dar.</p>
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