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	<title>PERSPEKTIVEN : Magazin fÃ¼r linke Theorie und Praxis &#187; kritische Wissenschaft</title>
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		<title>Radikales Palaver</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 07:32:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 12]]></category>
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		<category><![CDATA[kritische Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Marxistische Theorie]]></category>
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		<description><![CDATA[Rezension: Lindner, Urs/Nowak, J&#246;rg/Paust-Lassen, Pia (Hg.): Philosophieren unter anderen. Beitr&#228;ge zum Palaver der Menschheit. Frieder Otto Wolf zum 65.sten, M&#252;nster: Westf&#228;lisches
Dampfboot 2008, 446 Seiten, â‚¬ 25,90

Der vorliegende Band ist eine Festschrift zu Frieder Otto Wolfs 65. Geburtstag und wie es sich f&#252;r ein solches Jubil&#228;um geh&#246;rt, hat Philosophieren unter anderen betr&#228;chtlichen Umfang. Denn Frieder Otto Wolf hat in seinem Leben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension: Lindner, Urs/Nowak, J&#246;rg/Paust-Lassen, Pia (Hg.): Philosophieren unter anderen. Beitr&#228;ge zum Palaver der Menschheit. Frieder Otto Wolf zum 65.sten, M&#252;nster: Westf&#228;lisches<br />
Dampfboot 2008, 446 Seiten, â‚¬ 25,90<br />
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Der vorliegende Band ist eine Festschrift zu Frieder Otto Wolfs 65. Geburtstag und wie es sich f&#252;r ein solches Jubil&#228;um geh&#246;rt, hat <em>Philosophieren unter anderen</em> betr&#228;chtlichen Umfang. Denn Frieder Otto Wolf hat in seinem Leben so einiges â€“ theoretisch wie praktisch â€“ bewirkt. Aus der 68er-Bewegung kommend, wurde er 1973 Professor der Philosophie an der Freien Universit&#228;t Berlin, wo er, mit Unterbrechungen, bis heute lehrt. In seinem langen Schaffen entfaltete Wolf au&#223;erdem diverse politischemanzipatorische Aktivit&#228;ten: Er gab, um nur einzelne dieser T&#228;tigkeiten zu nennen, die Werke Louis Althussers auf Deutsch heraus und verk&#252;ndete bereits Mitte der 1980er-Jahre, dass die Zukunft des Marxismus nur in einem &#246;kologischen Sozialismus liegen k&#246;nne. Demgem&#228;&#223; sa&#223; Wolf in den 1980er und 1990er-Jahren auch f&#252;r die deutschen Gr&#252;nen im Europaparlament.<br />
Diese Breite im Schaffen Wolfs schl&#228;gt sich auch in der inhaltlichen Vielf&#228;ltigkeit der knapp 450 Seiten z&#228;hlenden Festschrift nieder, obgleich sie um Wolfs zentrales Anliegen des letzten Jahrzehnts zentriert ist: die Radikale Philosophie. <em>Radikale Philosophie</em> findet, laut Wolf, immer schon â€žunter anderenâ€œ, also im Diskurs bzw. â€žPalaverâ€œ der Menschen, statt. Ihr erkl&#228;rtes Ziel ist es, â€žden Skandalâ€œ offen zu legen, dass â€ždie unterschiedlichsten philosophischen Linien einerseits das Selbstdenken propagierten und es auch innerhalb der Philosophieform propagieren mussten, sie andererseits aber gerade dieses Selbstdenken zum Instrument einer Selbstunterwerfung umfunktioniert haben.â€œ Wolfs Absicht ist also nichts Anderes, als philosophisches <em>underlabouring </em>in herrschaftskritischer Absicht zu betreiben. Und so hei&#223;t es auch an anderer Stelle des Sammelbandes, den Begriff des <em>underlabouring </em>konkretisierend: Radikale Philosophie â€žversucht, &#252;ber das Philosophieren als spezifische T&#228;tigkeit hinaus ein Selberdenken aller zu f&#246;rdern, das vor gelingender Praxis liegt, ohne sie garantieren zu k&#246;nnen.â€œ(380) Selberdenken wiederum ist in allen m&#246;glichen Dom&#228;nen des menschlichen Zusammenlebens gefragt, und so kommt es auch, dass der Radikalen Philosophie ein breites Feld der Bet&#228;tigung offen steht.<br />
Der Ausgangspunkt ist dabei die kritische Theorie Marxens. Davon legt der erste Teil des Bandes, der knapp die H&#228;lfte des Gesamtvolumens einnimmt und mit â€žPhilosophieren im Anschluss an Marxâ€œ betitelt ist, beredtes Zeugnis ab. Auch hier f&#228;llt sofort die thematische Breite der Darlegungen auf, deren einziger gemeinsamer Nenner oftmals nur in einer Bezugnahme auf Wolfs Radikale Philosophie liegt und auch diese ist in manchen Texten, wenn &#252;berhaupt, so nur implizit vorhanden â€“ eine Problematik, auf die wir sp&#228;terhin noch genauer zu sprechen kommen werden. Die inhaltliche Spannweite der Texte reicht in diesem Teil jedenfalls von der wissenschaftstheoretischen Bedeutung des Marxschen Werkes &#252;ber Reflexionen zum Verh&#228;ltnis von Ludwig Wittgenstein zu Pierre Bourdieu bis hin zur politischen Philosophie und Psychoanalyse von Cornelius Castoriadis. Dazwischen werden noch die gesellschaftlichen Naturverh&#228;ltnisse samt ihrer â€žnat&#252;rlichen Tiefendimensionâ€œ (Kate Soper), fr&#252;hb&#252;rgerliche Staatstheorien von Hobbes bis Hume und vieles mehr verhandelt.<br />
Insbesondere und exemplarisch hervorheben m&#246;chte ich aus diesem Teil von <em>Philosophieren unter anderen</em> einen einzelnen Text: ebenjenen von <em>Urs Lindner</em> â€žzur doppelten wissenschaftsgeschichtlichen Bedeutung von Karl Marxâ€œ, so der Untertitel seines Beitrags. Dieser zeichnet sich durch breite Kenntnis neuerer wissenschaftstheoretischer Debatten aus und demonstriert pr&#228;zise, was <em>underlabouring </em>in radikalphilosophischer Absicht auf dem Felde der Philosophie bedeuten kann. Lindner argumentiert n&#228;mlich sehr anschaulich, dass Louis Althussers These vom â€žepistemologischen Einschnittâ€œ im Marxschen Schaffen grunds&#228;tzlich modifiziert werden muss. Mit Althusser geht Lindner zwar davon aus, dass es diesen Einschnitt tats&#228;chlich gegeben hat, dass Marx sich also mit den <em>Feuerbachthesen</em> und der <em>deutschen Ideologie</em> 1845 auf den Weg machte von der spekulativen Philosophie seiner Jugendjahre zur Wissenschaftlichkeit seines Sp&#228;twerks â€“ sodann emblematisch zu Tage tretend im <em>Kapital</em>. Lindner geht aber sogleich &#252;ber Althusser hinaus, indem er weitere heuristische Untergliederungen des Marxschen Schaffens einf&#252;hrt und meint, dass Marx sich von 1845 bis 1857 â€“ bis zur Anfertigung der <em>Grundrisse </em>â€“ in einem Prozess der Reifung befunden habe, der schlie&#223;lich zu einem wissenschaftlichen Durchbruch, namentlich der Identifikation des Doppelcharakters der gesellschaftlichen Arbeit, gef&#252;hrt hat und Marx folglich in die Lage versetzte, die kapitalistische Gesellschaft im <em>Kapital </em>von ihrer â€žZellformâ€œ (Marx) her aufzurollen. Lindner ist sich dabei der Problematik jedweder Schematisierung durchaus bewusst, wie er sich gleichsam, trotz der Rede von der Reifung, allen teleologischen Obert&#246;nen versagt. Das Marxsche Werk ist und bleibt ein Torso und gerade Lindners Rekurs auf neuere wissenschaftstheoretische &#220;berlegungen macht klar, dass Marx sich wohl selbst nicht so ganz bewusst war, welche ontologischen, epistemologischen und methodologischen Vorannahmen und Setzungen er getroffen hatte (hier ist wiederum <em>underlabouring </em>gefragt, um ebenjene impliziten Pr&#228;missen zu Tage zu f&#246;rdern).<br />
Teil 2 der Festschrift tr&#228;gt die &#220;berschrift â€žPolitik, &#214;konomie, Geschlechterverh&#228;ltnisseâ€œ und verweist damit auf den weitl&#228;ufigen Fokus der <em>underlabouring</em>-T&#228;tigkeit der Radikalen Philosophie, verglichen etwa mit diversen (&#246;konomistischen) Traditionsmarxismen.Auch diesem Teil des Bandes l&#228;sst sich eine bunte Vielfalt an Themen attestieren. Von Fragen queerer Theoriebildung &#252;ber Probleme der sog. Staatsableitung in marxistischen Debatten bis hin zu historischen Skizzen &#252;ber die Durchsetzung des Kapitalismus in England und die Widerst&#228;nde dagegen sind die verhandelten Inhalte wiederum mannigfaltig. So setzt sich etwa <em>Michael Heinrich</em> in Teil 2 mit den â€žGrenzen des idealen Durchschnittsâ€œ, will meinen den Grenzen der dialektischen Darstellungsweise des Marxschen Kapitals in Hinblick auf den Staat auseinander und gibt desgleichen eine &#220;bersicht &#252;ber die versprengten theoretischen Aussagen Marxens &#252;ber den Staat. <em>Ingo Elbe</em> besch&#228;ftigt sich daran anschlie&#223;end mit der Rechts- und Staatstheorie von Nicos Poulantzas und versucht in kritischer Auseinandersetzung mit diesem und im Anschluss an Erkenntnisse der deutschen Staatsableitungsdebatte der 1970er Jahre, die kapitalistische Staatsform zu ergr&#252;nden. Neben diesen enger auf das Marxsche Werk zentrierten Texten behandelt dieser Teil des Bandes zudem weitere Probleme marxistischer Theoriebildung, die nicht allzu oft als solche er&#246;rtert werden. <em>Ingo St&#252;tzle</em> besch&#228;ftigt sich beispielsweise mit der Kategorie der Staatsverschuldung und ihrem Stellenwert in der Kritik der politischen &#214;konomie â€“ ein in Krisenzeiten ausnehmend interessanter Beitrag. Dar&#252;ber hinaus sei aus diesem Abschnitt schlie&#223;lich noch der Text von <em>Pia Paust-Lassen</em> zur Lekt&#252;re empfohlen, welcher sich in sehr innovativer und erkenntnisbringender Art und Weise mit der Relevanz von verschiedenen Formen von Zeitlichkeit f&#252;r &#214;konomie und &#214;kologie auseinandersetzt.<br />
Der letzte Teil von <em>Philosophieren unter anderen</em> ist der â€žTheorie und Praxis radikaler Philosophieâ€œ im engeren Sinne gewidmet, auch wenn selbst in diesem Teil der Bezug auf Wolfs <em>framework </em>h&#228;ufig nur implizit bleibt. <em>Denis Maeder</em> spricht gegen Ende des Bandes etwa &#252;ber die Zentralit&#228;t des Fragens und Nichtwissens im Gegensatz zur reinen Aussagen- und Satzlogik klassischer (analytischer) Philosophie und <em>Boaventura de Sousa Santos</em> macht sich Gedanken &#252;ber die Kommensurabilit&#228;t verschiedener Wissensformen und pl&#228;diert f&#252;r eine bestimmte standpunktlogische â€žEpistemologie des S&#252;densâ€œ. Auch in diesem letzten Teil der Festschrift gilt, was schon zuvor aufgefallen war: Es handelt sich um durchwegs interessante Texte, wobei deren Bez&#252;ge zur Radikalen Philosophie oder Wolfs Werk ganz generell &#246;fter unklar bleiben.<br />
Dies leitet auch schon zur eigentlichen Problematik der Festschrift &#252;ber. Selbige ist ohne Zweifel ein sehr lesenswertes Sammelsurium gegenw&#228;rtiger linker Theoriebildung und Emanzipation, die, will sie denn greifen, sich gewiss nur als vermittelte Zusammenschau vieler differenter Perspektiven denken l&#228;sst. Frieder Otto Wolf versucht mit seiner Radikalen Philosophie eine Art gemeinsame Klammer, einen Diskursbogen f&#252;r verschiedene emanzipatorische Ans&#228;tze zu schaffen, sodass sie in Dialog treten und sich schlussendlich gegenseitig theoretisch befruchten k&#246;nnen. Trotz dieses hehren und unterst&#252;tzenswerten Anliegens stellt sich bei der Lekt&#252;re der Festschrift aber die Frage nach der Koh&#228;renz der gesamten (meta-)theoretischen Perspektive. Wollen linke Theoriebildung und emanzipatorische Bewegungen nicht in seichten und zahnlosen Pluralismus abgleiten, so gelte es ebenso, die verschiedenen Ans&#228;tze in produktive Frontstellungen zueinander zu bringen und, wo n&#246;tig, eben auch Gegens&#228;tze zu prononcieren. Genau dies unterbleibt aber im vorliegenden Band &#252;berwiegend. <em>Underlabouring </em>h&#228;tte es genauso zur Aufgabe, die Inkonsistenzen und ideologischen Verschleifungen einzelner Theorien herauszupr&#228;parieren. Nur durch diese Gegens&#228;tze hindurch lie&#223;e sich zu einer pointiert-vermittelten Theorie des Ganzen gelangen. Mit dieser Festschrift ist sicherlich ein erster Schritt getan, verschiedene Theorietraditionen und Positionen in ein produktives Palaver miteinander und auch â€žunter die anderenâ€œ zu bringen, weitere Schritte zur Sch&#228;rfung der zu Tage tretenden Widerspr&#252;che stehen aber â€“ auch unter dem Schirm der Radikalen Philosophie â€“ noch aus. Denn so befreiend und egalit&#228;r <em>Palaver </em>sein kann als gleichberechtigtes und solidarisches Sprechen unter anderen, die doch Gleiche sind, so schnell kann dieser in die polyphone Kakophonie des <em>Palaverns </em>ausarten, wo es nicht mehr so sehr darum geht, durch die Differenzen hindurch in kritischer Auseinandersetzung zur Wahrheit zu gelangen, sondern, im Gegenteil, die eigene (virtuelle) Befindlichkeit lauthals und &#252;ber alle anderen dr&#252;ber kundzutun.</p>
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		<title>Kritische Soziologie reloaded</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 07:01:42 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Rezension: D&#246;rre, Klaus/Lessenich, Stephan/Rosa, Hartmut: Soziologie â€“ Kapitalismus â€“ Kritik. Eine Debatte, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 2010, 327 Seiten, â‚¬ 12,40

Nachdem viele namhafte SoziologInnen Mitte der 1980er Jahre das â€žEnde der Klassengesellschaftâ€œ postuliert und damit der Soziologie ihr gesellschaftskritisches Potential systematisch entzogen hatten, schenkten linke Kr&#228;fte der (deutschsprachigen) soziologischen Forschung und Theoriebildung in den letzten Jahren kaum mehr Beachtung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension: D&#246;rre, Klaus/Lessenich, Stephan/Rosa, Hartmut: Soziologie â€“ Kapitalismus â€“ Kritik. Eine Debatte, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 2010, 327 Seiten, â‚¬ 12,40<br />
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Nachdem viele namhafte SoziologInnen Mitte der 1980er Jahre das â€žEnde der Klassengesellschaftâ€œ postuliert und damit der Soziologie ihr gesellschaftskritisches Potential systematisch entzogen hatten, schenkten linke Kr&#228;fte der (deutschsprachigen) soziologischen Forschung und Theoriebildung in den letzten Jahren kaum mehr Beachtung und betrachteten sie als empirizistische Handlanger neoliberaler Politik. In den letzten Jahren scheint demgegen&#252;ber die kritische Gesellschaftsforschung wieder zunehmend an Einfluss in der Soziologie zu gewinnen. Einzelne SoziologInnen, aber auch ganze Institute verschreiben sich neuerdings einer â€žkritischen Theorietraditionâ€œ.<br />
Als ein Versuch, diesen Trend zur Wiederkehr kritischer Soziologie zu verst&#228;rken, kann die in Buchform gebrachte Debatte der Jenaer Soziologen Klaus D&#246;rre, Stephan Lessenich und Hartmut Rosa verstanden werden. So lautet das hochgesteckte Ziel der drei Autoren, die â€žR&#252;ckkehr der Kritik in die Soziologieâ€œ (12) zu forcieren. Die Methode, die D&#246;rre, Lessenich und Rosa daf&#252;r w&#228;hlen, ist innovativ: Das â€ždiskursive Prinzip dialogischer Wissensentwicklungâ€œ (13) gibt im ersten Teil des Buches jedem Autor knapp 50 Seiten Spielraum, um die eigenen Positionen darzulegen. Im zweiten Teil kritisieren die Autoren die Konzepte der jeweils anderen und der dritte Teil gibt Gelegenheit, auf die Kritik einzugehen bzw. die eigenen Position noch klarer darzustellen.<br />
Eine kritische Soziologie muss sich in erster Linie mit den Urspr&#252;ngen und Spezifika des Kapitalismus auseinandersetzen, um die Krisenhaftigkeit dieses Systems analysieren zu k&#246;nnen. Hinsichtlich ihres kapitalismustheoretischen Grundverst&#228;ndnisses unterscheiden sich die drei Jenaer Soziologen allerdings massiv: Klaus D&#246;rre betont insbesondere die verschiedenen Formen kapitalistischer Landnahme (21), Stephan Lessenich weist auf die Rolle von Aktivierungsprozessen hin (126) und Hartmut Rosa sieht im modernen Kapitalismus vorwiegend eine Beschleunigungsmaschine (87). Aufgrund dieser h&#246;chst unterschiedlichen Konzepte haben die drei Autoren nat&#252;rlich auch unterschiedliche Einsch&#228;tzungen bez&#252;glich der Folgen kapitalistischer Vergesellschaftungsprozesse.<br />
In Anschluss an Rosa Luxemburg, Hannah Arendt und David Harvey ist f&#252;r Klaus D&#246;rre der Kapitalismus nur durch seine F&#228;higkeit zur Landnahme lebensf&#228;hig, das hei&#223;t durch seine Gabe, sich immer auf ein â€žAu&#223;enâ€œ beziehen und dieses teilweise selbst mitproduzieren zu k&#246;nnen (42). Jede kapitalistische Phase sei durch eine bestimmte Form der Landnahme gekennzeichnet, so seit den 1970er Jahren auch der Finanzmarktkapitalismus durch seine finanzgetriebene Landnahme. Letztere zeichnet sich D&#246;rre zufolge dadurch aus, dass marktbegrenzende Institutionen (die fr&#252;her das â€žAu&#223;enâ€œ kapitalistischer Gesellschaften bildeten) zunehmend geschw&#228;cht, ausgeh&#246;hlt und Teil von Landnahmeprozessen werden. Das neue â€žfinanzdominierte Akkumulationsregimeâ€œ (57) wirke sich verheerend auf die Gesellschaft aus: die Trennung zwischen Privatem und Arbeit wird im flexiblen Kapitalismus zunehmend aufgeweicht, konkurrenzbasierte Regulationsdispositive setzen sich durch; das Tarifsystem erodiert, prek&#228;re Arbeitsverh&#228;ltnisse h&#246;hlen Kollektivvereinbarungen aus und mithilfe des Shareholder Value k&#246;nnen marktzentrierte Steuerungsans&#228;tze &#252;ber (inner-) betriebliche Angelegenheiten bestimmen. Auch Finanzkrisen w&#252;rden zum â€žModus operandi der neuen Landnahmeâ€œ (69) geh&#246;ren. Durch intransparente Finanzprodukte und -risiken, weltwirtschaftliche Ungleichgewichte und der (damit einhergehenden) zunehmenden Notwendigkeit eines Staatsinterventionismus habe sich das finanzmarktkapitalistische System selbst instabil gemacht und sto&#223;e an â€žimmanente Grenzenâ€œ (81). Diese selbstgeschaffenen Widerspr&#252;che offenbaren f&#252;r D&#246;rre die Chance auf Wandel â€“ die subalternen Gruppen m&#252;ssten diese Krisen des Finanzmarktkapitalismus nur erkennen, ihre Angst vor sozialem Abstieg abbauen und f&#252;r eine andere Gesellschaftsform k&#228;mpfen. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen progressiven Entwicklung sch&#228;tzt der Soziologe allerdings als sehr gering ein. Da es an einem â€žglaubw&#252;rdigen, &#252;berw&#246;lbenden, emanzipatorischen Projektâ€œ (82) fehle, werde es wohl nichts mit dem Klassenkampf in n&#228;chster Zeit. Daher m&#252;sse sich die Soziologie, so argumentiert D&#246;rre n&#252;chtern, f&#252;r eine innerkapitalistische Alternative einsetzen: den &#246;kologischen New Deal (83).<br />
Anders als Klaus D&#246;rre, der sich in seinen Analysen am wenigsten von der marxistischen politischen &#214;konomie entfernt, lehnt sich Harmut Rosa in seinen Positionen eher an Max Weber an. Rosa sieht das â€žgute Lebenâ€œ (87) aller Menschen aufgrund des Wachstumsprinzips und der Beschleunigungslogik kapitalistischer Akkumulationsprozesse in Gefahr. Das Tempo sozialen Wandels beschleunige sich konstant â€“ die Folge w&#228;re der Verlust von â€žin der â€žklassischen Moderneâ€œ gewonnenen Gestaltungs-, Entwicklungs- und [â€¦] Autonomieanspr&#252;chenâ€œ (109). Der flexible Mensch sei politisch ohnm&#228;chtig, m&#252;sse sich permanent anpassen und sich mit einer â€žsituativen Identit&#228;tâ€œ (110) zufrieden geben. Auch die Politik habe kaum mehr Handlungsspielr&#228;ume. Anstelle einer Interessenspolitik werde daher immer mehr auf die â€žStrategie des ,muddling throughâ€˜â€œ (109) gesetzt. Da die Sozialwissenschaften und die politischen Akteure die Widerspr&#252;che innerhalb des Kapitalismus â€“ also die â€žSpaltungen, Spannungen und Trennungen zwischen Klassenâ€œ (97/98) â€“ jahrzehntelang &#252;berbetonten, konnte der Kapitalismus, so Rosa, bisher nie an seiner â€žethischen Wurzelâ€œ (125) gepackt werden. Aufgabe einer kritischen Soziologie w&#228;re es demnach, aufzuzeigen, dass der Kapitalismus â€žProfiteure und Gewinner nur ungl&#252;cklich machen kann, weil [er] all ihre [â€¦] Energien [â€¦] dem Kampf um die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsf&#228;higkeitâ€œ (125) unterwerfe. Stephan Lessenich besch&#228;ftigt sich als einziger der drei Soziologen vorwiegend mit der Rolle des Staates im kapitalistischen System. Er stellt die These in den Raum, dass der moderne Kapitalismus weder mit, noch ohne (Wohlfahrts-)Staat lebensf&#228;hig w&#228;re (141). Aufbauend auf Carl Offes â€žTheorie des Sp&#228;tkapitalismusâ€œ untersucht Lessenich die ver&#228;nderte Rolle des Staates im â€žpostindustriellenâ€œ Kapitalismus. Dieser sei in â€žeiner zwiesp&#228;ltigen, dilemmatischen Kommunikationssituationâ€œ (149), da er den â€žkapitalistischen Erfordernissen und demokratischen Forderungen gleicherma&#223;en gerechtâ€œ (149) werden m&#252;sse. Folge w&#228;re â€“ und hier argumentiert Lessenich mit Foucault â€“ nicht nur eine &#214;konomisierung, sondern auch eine Subjektivierung des Sozialen, d.h. â€ždie Sorge um das Soziale, seine Sicherung und St&#228;rkung, wird in die Verantwortung der Subjekte gelegt.â€œ(166) Der Staat ziehe sich zunehmend zur&#252;ck. Gesellschaftliche Inklusion w&#252;rde nicht mehr gef&#246;rdert, sondern nur mehr Ma&#223;nahmen gegen drastische Formen der Exklusion gesetzt. Neue soziale Spaltungen zwischen Inkludierten (Mehrheitsgesellschaft) und Exkludierten (Angeh&#246;rige der â€žUnterschichtâ€œ, illegale MigrantInnen) w&#228;ren die Folge. Nur wenn diese &#252;berwunden w&#252;rden und sich â€ždie als Aktivb&#252;rger gedachten Subjekteâ€œ (174) der Aktivgesellschaft und ihrer eigenen Rolle bewusst w&#252;rden, k&#246;nnte diese Form kapitalistischer Vergesellschaftung &#252;berwunden werden. Ziel einer kritischen Soziologie muss es nach Lessenich daher sein, die Subjekte &#252;ber die Urspr&#252;nge und Bedingungen dieser Aktivgesellschaft aufzukl&#228;ren.<br />
Hier ist nicht der Raum, auf die Kritiken einzugehen, welche die Autoren aneinander &#252;ben. Einige relevante Punkte seien jedoch genannt: So sehr Harmut Rosas Analyse von der â€žBeschleunigungsmaschine Kapitalismusâ€œ stimmen mag, so unbrauchbar ist seine Position f&#252;r eine linke Kritik am kapitalistischen System. Rosas Blindheit gegen&#252;ber jeglichen sozialstrukturellen Differenzierungen &#228;hnelt stark Ulrich Becks These der â€žIndividualisierung sozialer Risikenâ€œ. Auch wenn der Kuchen des Kapitalismus, wie Rosa betont, an sich giftig ist (268), so macht es eben doch einen Unterschied, wer davon wie viel isst und wer aus welchen Gr&#252;nden beschlie&#223;t, einen neuen Kuchen zu backen. Stephan Lessenichs Versuch einer Integration polit-&#246;konomischer Ans&#228;tze und foucaultianischer Subjektivierungstheorien ist ebenfalls nicht ganz gl&#252;cklich. Statt Struktur- und Akteursebene zu verbinden, werden &#246;konomische Prozesse und subjektive Handlungsmuster getrennt dargestellt. Die Rolle des Staates (welches eigentlich?) als intermedi&#228;re Instanz bleibt ebenso diffus. Auch Klaus D&#246;rre bleibt in seiner Position hinter den Erwartungen eines kritischen Geistes zur&#252;ck. Zwar ist seine Analyse polit&#246;konomisch durchaus fundiert, doch sind die politischen Konsequenzen, die er zieht, sehr z&#246;gerlich. Ein Green New Deal m&#252;sse her; jegliche andere Form dekommodifizierter Gesellschaft w&#228;re utopisch.<br />
Trotz aller Kritik an den Ans&#228;tzen ist die Initiative D&#246;rres, Lessenichs und Rosas absolut unterst&#252;tzenswert. Wenn â€žSoziologie &#8211; Kapitalismus &#8211; Kritikâ€œ auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist, so l&#228;sst es zumindest das kritische SoziologInnenherz ein wenig h&#246;her schlagen.</p>
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		<title>Psychologie mit gro&#223;em K</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2010/08/26/psychologie-mit-grossem-k/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 11:29:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Rezension: Markard, Morus: Einf&#252;hrung in die Kritische Psychologie, Hamburg: Argument Verlag 2009, 319 Seiten, â‚¬ 18,40

Mit der 2009 erschienen Einf&#252;hrung in die Kritische Psychologie legt Morus Markard eine umfassende und systematische Aufarbeitung der HolzkampÂ´schen Lehre vor. Durchaus mit Blick auf ein j&#252;ngeres, psychologisch nicht unbedarftes Publikum &#246;ffnet er einen Zugang zur Kritischen Psychologie (die â€žorthodoxereâ€œ Variante mit gro&#223;em K), die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension: Markard, Morus: Einf&#252;hrung in die Kritische Psychologie, Hamburg: Argument Verlag 2009, 319 Seiten, â‚¬ 18,40<br />
<span id="more-1588"></span><br />
Mit der 2009 erschienen <em>Einf&#252;hrung in die Kritische Psychologie</em> legt Morus Markard eine umfassende und systematische Aufarbeitung der HolzkampÂ´schen Lehre vor. Durchaus mit Blick auf ein j&#252;ngeres, psychologisch nicht unbedarftes Publikum &#246;ffnet er einen Zugang zur Kritischen Psychologie (die â€žorthodoxereâ€œ Variante mit gro&#223;em K), die bislang â€“ vor allem wegen ihrer Sperrigkeit im Original â€“ nicht selten in den Regalen kritisch interessierter LeserInnen verstaubt ist. Zu Unrecht, wie Markard in seinem Buch zeigt.<br />
Markard verortet die Ursprungsintention Kritischer Psychologie in den wissenschafts-kritischen Debatten der 1960er/70er an verschiedenen sozialwissenschaftlichen Fakult&#228;ten im deutschsprachigen Raum, allen voran an der FU Berlin. Im Zuge von Fakult&#228;tsbesetzungen und dem Aufbau alternativer Lehrpl&#228;ne standen sich Gruppierungen, die die Psychologie als Herrschaftswissenschaft zerschlagen wollten, und solche, die sie als Teil kritischer Sozialwissenschaften umfunktionieren wollten â€“ um zun&#228;chst einmal die Rolle dieser Art von Herrschaftssicherung n&#228;her zu untersuchen â€“ gegen&#252;ber. Vor diesem Hintergrund entwickelte der gerade erst habilitierte Professor Klaus Holzkamp seine zun&#228;chst noch eher vorsichtig formulierte wissenschaftstheoretische Kritik am psychologischen Experiment, dessen Repr&#228;sentanz, der Norm-Versuchsperson und dem Verh&#228;ltnis vom Konkreten zum Abstrakten in der Mainstream-Psychologie. Ebenso wichtig f&#252;r den Aufbau und die Verankerung der Kritischen Psychologie waren die strukturellen Umw&#228;lzungen an der FU Berlin.1969 spaltete sich das Institut f&#252;r Psychologie aufgrund politischer Auseinandersetzungen; Holzkamp und seinen MitarbeiterInnen war es dadurch bis in die 1980er Jahre m&#246;glich, kritische Theoriearbeit und Forschung, unbehelligt von der liberalen Mainstream-Psychologie, an einem eigenen Institut zu betreiben.<br />
Nach einem kurzen â€žZwischenschrittâ€œ zur Psychologiekritik widmet Markard den Gro&#223;teil seiner Einf&#252;hrung der inhaltlich, thematischen Auseinandersetzung mit Holzkamps Kritischer Psychologie, wobei methodische und inhaltliche Fragen nie vollst&#228;ndig voneinander getrennt dargestellt werden (k&#246;nnen). So gilt die Gegenstandsad&#228;quatheit der Methoden als zentrales Kriterium Kritischer Psychologie. Und Gegenstand ist in diesem Fall das Psychische, dessen Charakteristika Holzkamp &#252;ber den Ansatz historischer Kategorialanalyse zu fassen versucht. In seiner <em>Grundlegung der Psychologie</em> (1983), die &#252;ber mehrere Kapitel Hauptreferenzpunkt von Markards Ausf&#252;hrungen bleibt, erarbeitet Holzkamp eine Art emanzipatorische Evolutionsgeschichte, in der er dem DarwinÂ´schen Begriff der Anpassung den der Aneignung gegen&#252;berstellt, um zentrale Qualit&#228;ten des Psychischen, wie Orientierung, Emotionalit&#228;t und Kommunikation, als etwas gesellschaftlich Gewordenes darzustellen (S.121). Im krassen Gegensatz zur Mainstream-Psychologie steht hier das Individuum nicht isoliert vor gegebenen Bedingungen, sondern die gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse werden â€“ als von Menschen entwickelte und ver&#228;nderbare Dynamik â€“ mit in den Blick genommen. Auch hinsichtlich der individuellen Lerngeschichte und der darin enthaltenen M&#246;glichkeiten und Einschr&#228;nkungen des Handelns und der Kooperation betont Holzkamp die â€žgesellschaftliche Natur des Menschenâ€œ und stellt sich Markard zufolge sowohl gegen biologistische als auch gegen klassisch freudianische Konzeptionen, die â€ždie Natur der Menschenâ€œ als etwas von der Gesellschaft zu B&#228;ndigendes auffassen (S.142).<br />
&#220;ber seine historischen Analysen und in Anlehnung an die MarxÂ´sche Methode zur Untersuchung der &#214;konomie entwickelt Holzkamp Kategorien aus der Genese des Psychischen, die dann in aktual-empirischen Analysen angewendet werden k&#246;nnen.<br />
Neben der historischen Gewordenheit stellt aber auch die G<em>esamtgesellschaftliche Vermitteltheit der menschlichen Existenz</em> eine unabdingbare Referenz zur Untersuchung menschlicher Handlungen dar. Das Individuum stehe in einer doppelten Beziehung zu seinen/ihren Lebensbedingungen und -mitteln: Einerseits sind diese Voraussetzung seiner/ihrer Existenz, andererseits tr&#228;gt er/sie zu deren Schaffung, Erhaltung und Entwicklung bei (S.147). Die konkreten Lebensbedingungen/Produktionsverh&#228;ltnisse k&#246;nnen daher nicht einfach, wie in die Mainstream-Psychologie &#252;blich, ausgeblendet werden. Einerseits bedeutet dies f&#252;r die Kritische Psychologie stets ein aktives Verh&#228;ltnis zur Gesellschaftstheorie, andererseits auch eine Kategorieentwicklung, die gesellschaftliche Verh&#228;ltnisse nicht nur mitber&#252;cksichtigt, sondern auch an der &#220;berwindung ebendieser Verh&#228;ltnisse (d.h. kapitalistischer Verh&#228;ltnisse) arbeitet. Eine solche zentrale Kategorie ist die der restriktiven versus verallgemeinerten Handlungsf&#228;higkeit, wobei erstere f&#252;r die individuell-unmittelbare Bed&#252;rfnisbefriedigung und letztere f&#252;r die gemeinsame Erweiterung der gesellschaftlichen Lebensm&#246;glichkeiten steht (S.181).</p>
<p>Anhand dieser und anderer essentieller Begrifflichkeiten der Kritischen Psychologie pr&#228;sentiert Markard auch eigene Forschungsarbeiten zu den Themen Entwicklung, Bildung und Erziehung. Im abschlie&#223;enden Kapitel geht er nochmals fokussierter auf die Prinzipien Kritisch-psychologischer Forschung ein, um so zur <em>Reinterpretation</em>, zum Erkenntnisprinzip der Einheit von Kritik und Weiterentwicklung (S.299), anzuregen. Wichtig ist ihm dabei, dass in psychologischer Forschung nicht Subjekt-Objekt-Beziehungen wie in den Naturwissenschaften vorherrschen, sondern die Betroffenen selbst am Forschungsprozess partizipieren. Au&#223;erdem soll menschliches Handeln â€“ im Gegensatz zum blo&#223;en Verhalten â€“ in einem Begr&#252;ndungsdiskurs reflektiert, statt in einem statischen Bedingungsgef&#252;ge gepr&#252;ft werden. Die aktive Lebensgestaltung von Menschen wird damit zum eigentlichen Forschungsgegenstand, dem durch eine geeignete Methodologie Rechnung zu tragen ist, anstatt, wie in der heutigen psychologischen Forschung &#252;blich, jegliche individuelle â€žVerhaltensabweichungâ€œ als St&#246;rvariable auszuschlie&#223;en.<br />
Insgesamt ist Morus Markards <em>Einf&#252;hrung in die Kritische Psychologie</em> eine sehr gelungene Aufbereitung der HolzkampÂ´schen Hinterlassenschaften und deren Weiterentwicklungen. Die Einbettung in die inhaltlichen und strukturellen Rahmenbedingungen des Entstehungsprozesses der Kritischen Psychologie, sowie die aktuellen Bez&#252;ge und plastisch geschilderten Beispiele stellen eine echte Bereicherung zur klassischen Lesart dar. Markard versucht auf alle Themen systematisch hinzuf&#252;hren und sie ausreichend zu kontextualisieren. Trotzdem bleibt es dem/der LeserIn nicht erspart, die wesentlichen Passagen im Mittelteil sehr konzentriert und teilweise mehrmals zu lesen, weil hier auch wissenschaftstheoretisch relativ komplexe Sachverhalte thematisiert werden. Diese Einf&#252;hrung ist keine leichte Lekt&#252;re, deshalb erscheint auch ein gemeinsames Lesen und Diskutieren sehr sinnvoll. Wenn Markard mit diesem Buch dazu anregen kann, im studentischen Umfeld wieder Kritisch-psychologische Inhalte zu diskutieren, so ist ihm bereits viel gelungen.</p>
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		<title>M&#228;chte und M&#228;rkte im globalen Kapitalismus</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 09:10:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr.10]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung(skritik)]]></category>
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		<description><![CDATA[Rezension: Hartmann, Eva/Kunze, Caren/Brand, Ulrich (Hg.): Globalisierung, Macht und Hegemonie. Perspektiven einer kritischen Internationalen Politischen &#214;konomie, M&#252;nster: Westf&#228;lisches Dampfboot, 274 S., 25,60 â‚¬

Nicht erst seit die globale Wirtschaftskrise weit verbreitete Gewissheiten von der Effizienz freier M&#228;rkte ins Wanken gebracht hat, wird in den Sozialwissenschaften &#252;ber das Verh&#228;ltnis von &#214;konomie und Politik, Markt und Staat auf internationaler Ebene nachgedacht. Die â€žInter-Disziplinâ€œ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension: Hartmann, Eva/Kunze, Caren/Brand, Ulrich (Hg.): Globalisierung, Macht und Hegemonie. Perspektiven einer kritischen Internationalen Politischen &#214;konomie, M&#252;nster: Westf&#228;lisches Dampfboot, 274 S., 25,60 â‚¬<br />
<span id="more-1533"></span><br />
Nicht erst seit die globale Wirtschaftskrise weit verbreitete Gewissheiten von der Effizienz freier M&#228;rkte ins Wanken gebracht hat, wird in den Sozialwissenschaften &#252;ber das Verh&#228;ltnis von &#214;konomie und Politik, Markt und Staat auf internationaler Ebene nachgedacht. Die â€žInter-Disziplinâ€œ der Internationalen Politischen &#214;konomie â€“ kurz IP&#214; â€“ hat sich insbesondere im Zuge der sogenannten â€žGlobalisierungsdebattenâ€œ seit den 1990er Jahren an diesem Zusammenhang abgearbeitet und dabei Aufmerksamkeit auch &#252;ber ein wissenschaftliches Fachpublikum hinaus erregt. Dabei werden Einsichten aus Soziologie, Humangeographie, Geschichts-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften verkn&#252;pft, um die zunehmenden politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verflechtungen, globale Dynamiken der Liberalisierung und De-Regulierung sowie die daraus entstehenden Konflikte und Problemlagen zu analysieren. Der vorliegende Sammelband will nun eine Bestandsaufnahme der kritischen IP&#214; im deutschsprachigen Raum bieten.<br />
Was das Adjektiv â€žkritischâ€œ in diesem Zusammenhang bedeuten soll und dass es keine Tautologie darstellt, macht <em>Hans-J&#252;rgen Bieling</em> in seinem &#228;u&#223;erst n&#252;tzlichen, orientierenden Beitrag deutlich. Er zeigt erstens, dass die IP&#214; eine l&#228;nger zur&#252;ckreichende Historie besitzt als gemeinhin angenommen; und zweitens, dass sie auch eine weitere theoretische Bandbreite aufweist, als dies die meisten Darstellungen vermuten lassen. Schlie&#223;lich wurde die internationale Dimension bereits von den â€žKlassikernâ€œ der Politischen &#214;konomie â€“ wie Adam Smith oder David Ricardo â€“ ebenso wie in deren Kritik durch Karl Marx ber&#252;cksichtigt; und auch die, an letzteren anschlie&#223;ende, â€žklassischeâ€œ imperialismustheoretische Debatte â€“ gef&#252;hrt u.a. von Rosa Luxemburg, Nikolai Bucharin, Karl Kautsky, Vladimir Lenin und dem von Bieling unterschlagenen Leo Trotzki â€“ hat sich letztlich mit Fragen besch&#228;ftigt, die sp&#228;ter unter dem Label IP&#214; diskutiert werden sollten. Auch in der zweiten H&#228;lfte des vergangenen Jahrhunderts wurden Neo-Imperialismus-, Dependenz- und Weltsystem-Theorien prominent diskutiert.<br />
Kapitalismuskritische Perspektiven haben in der IP&#214; also eine Tradition, die vor den Disziplinenbegriff selbst zur&#252;ckreicht. Seit die IP&#214; sich in den 1970er Jahren auch akademisch-institutionell verankern konnte, kam es jedoch zur Ausbildung einer â€žneuen Orthodoxieâ€œ, die sich fernab jedes kritischen Paradigmas mit Fragen der politischen Stabilit&#228;t im internationalen System besch&#228;ftigt. Die Existenz dieser, insbesondere im angels&#228;chsischen Raum dominanten, neu-orthodoxen IP&#214;, die zumeist positivistisches Wissenschafts- mit neoliberalem Politikverst&#228;ndnis verkn&#252;pft, wird in der deutschsprachigen Debatte gerne &#252;bersehen und von Bieling daher zu Recht betont. Aktuelle kritische oder â€žheterodoxeâ€œ Perspektiven in der IP&#214; wurden zun&#228;chst vor allem als Abgrenzung von dieser neuen Orthodoxie entwickelt und stellen weniger ein gemeinsames Forschungsprogramm als ein breites und durchaus widerspr&#252;chliches sozialwissenschaftliches Feld dar.<br />
Als Gemeinsamkeiten kritischer IP&#214; k&#246;nnen nach Bieling vier Aspekte genannt werden. <em>Erstens </em>eine umfassende Perspektive, die sich nicht auf die Analyse von Markt und Staat beschr&#228;nkt, sondern auch Produktions- und Reproduktionsverh&#228;ltnisse, kulturelle und ideologische Gesichtspunkte auf inter- und transnationaler Ebene als Teil ihres Untersuchungsgegenstands versteht. <em>Zweitens </em>die kritische Hinterfragung von dominanten Problemwahrnehmungen und -darstellungen durch polit-&#246;konomische AkteurInnen wie Mainstream-Analysen. Dies betrifft insbesondere das Verh&#228;ltnis von Markt und Staat, das aus kritischer Perspektive nicht als einander &#228;u&#223;erliche Beziehung gedacht wird, sondern als â€žintegral verschr&#228;nktâ€œ (31). Der Illusion vom sich selbst regulierenden Markt wird ein Verst&#228;ndnis von M&#228;rkten als politisch konstituierte Beziehungsgeflechte entgegen gestellt, der Illusion vom entlang rein politischer Logiken handelnden Nationalstaat ein Verst&#228;ndnis der Bedeutung welt&#246;konomischer Ungleichheiten. <em>Drittens </em>wird die Frage gestellt, warum sich die herrschenden kapitalistischen Verh&#228;ltnisse durch Krisen und Turbulenzen hindurch letztlich doch relativ stabil reproduzieren. Dies impliziert einerseits einen Fokus auf unterschiedliche Perioden und Varianten des Kapitalismus, andererseits auch eine normativ-politische &#220;berwindungsperspektive. Die Hegemonietheorie Antonio Gramscis ist f&#252;r viele AutorInnen der kritischen IP&#214; hier ein zentraler Bezugspunkt. <em>Viertens </em>schlie&#223;lich grenzt sich die heterodoxe IP&#214; vom empirisch-positivistischen Selbstverst&#228;ndnis der Orthodoxie ab und legt gr&#246;&#223;ere Aufmerksamkeit auf die Selbstreflexion und -kritik der eigenen Analyseinstrumente und theoretischen Vorannahmen.<br />
&#220;ber diese Bestimmungen hinaus vereint die Bezeichnung â€žkritische IP&#214;â€œ ein weites Feld durchaus heterodoxer Ans&#228;tze. Die HerausgeberInnen verstehen diese Breite als begr&#252;&#223;enswerte Vielfalt, ohne zu unterschlagen, dass die in diesem Band versammelten Beitr&#228;ge â€žsich nicht nur gegenseitig erg&#228;nzen, sondern sich durchaus kritisch voneinander abgrenzenâ€œ (10).<br />
Im Wesentlichen finden sich hier drei Arten von Texten. Die meisten Aufs&#228;tze konfrontieren den aktuellen Stand der kritischen IP&#214;-Debatte mit anderen Theoriestr&#228;ngen, die den AutorInnen zufolge bisher zu wenig Beachtung erhalten haben bzw. die offene Fragen und â€žBaustellenâ€œ in der IP&#214; zu bearbeiten helfen sollen. Dazu z&#228;hlt <em>Petra Purkarthofers</em> Beitrag, der die Bedeutung Postkolonialer Theorien f&#252;r die Aufdeckung und m&#246;gliche &#220;berwindung eurozentristischer Haltungen in der IP&#214; darstellt; der &#220;berblicksaufsatz von <em>Friederike Habermann </em>und <em>Aram Ziai</em> zu feministischen Perspektiven in der IP&#214;; und der Vorschlag von <em>Joachim Hirsch</em> und <em>John Kannankulam</em>, die Argumente der sogenannten â€žStaatsableitungsdebatteâ€œ der 1970er Jahre, zur F&#252;llung staatstheoretischer L&#252;cken in die IP&#214; zu integrieren.<br />
Zwei Autoren widmen sich den ontologischen und epistemologischen Grundannahmen, also den Fragen, wie die Welt, mit der sich die IP&#214; besch&#228;ftigt, beschaffen ist, und welche Art von (wissenschaftlichen) Aussagen wir &#252;ber diese treffen k&#246;nnen. <em>Joscha Wullweber</em> beantwortet diese Fragen aus einer diskurstheoretischen, den â€žpost-marxistischenâ€œ Thesen von Erneso Laclau und Chantal Mouffe folgenden Perspektive, w&#228;hrend Bob Jessop ein kritisch-realistisches Weltverst&#228;ndnis stark macht, das ein nicht-positivistisches, nicht-deterministisches Verh&#228;ltnis von Kausalit&#228;t â€“ von ihm â€žkontingente Notwendigkeitâ€œ genannt â€“ beinhaltet.<br />
Schlie&#223;lich setzen drei Beitr&#228;ge an konkreteren Fragen der kritischen Zeitdiagnose an. <em>Bernd R&#246;ttger</em> analysiert die Konjunkturen der Gewerkschaftsbewegung entlang historisch unterschiedlicher Formen des Klassenkampfs. <em>Ulrich Brand</em> schl&#228;gt vor, die Bedeutungszunahme internationaler politischer Institutionen in der neoliberal-imperialen Globalisierung mit den Konzepten des â€žinternationalisierten Staatesâ€œ und der â€žVerdichtung zweiter Ordnungâ€œ theoretisch auf den Begriff zu bringen. Und <em>Eva Hartmann</em> bearbeitet das in IP&#214;-Debatten oft vernachl&#228;ssigte Feld des Rechts und zeigt, dass ein â€žinstrumentellesâ€œ Verst&#228;ndnis, nach dem Recht â€žeinfach ein weiteres Instrument der M&#228;chtigenâ€œ ist (250), die spezifischen Funktionen und Effekte der â€žRechtsformâ€œ in der Internationalisierung von Politik und &#214;konomie nicht angemessen begreifen kann.<br />
Die vielf&#228;ltigen theoretischen Kontroversen, die sich durch all diese Beitr&#228;ge ziehen, bilden beispielhaft den <em>State of the Art</em> der aktuellen IP&#214;-Diskussion im deutschsprachigen Raum ab. Auf sie im Einzelnen einzugehen l&#228;sst der Raum einer Rezension nicht zu. Es sollen aber zwei Themen aus dem Band herausgegriffen werden, welche die politische Bedeutung der kritischen IP&#214; deutlich und die Relevanz dieses Forschungsgebiets auch f&#252;r die nicht-akademische Linke nachvollziehbar macht. So muss man den theoretischen &#220;berlegungen von Joachim Hirsch und John Kannankulam zur â€žpolitischen Form des Kapitalismusâ€œ nicht vollinhaltlich folgen, um die von den Autoren im Anschluss daran formulierte Frage nach der Stabilit&#228;t des gegenw&#228;rtigen politischen Institutionensystems f&#252;r hoch aktuell zu halten. Sie argumentieren, dass die aktuelle Dynamik der Internationalisierung des Staates â€“ womit die (Selbst-)Beschr&#228;nkung nationalstaatlicher Gestaltungsr&#228;ume, die Privatisierung von politischen Entscheidungsstrukturen, die wachsende Bedeutung internationaler Organisationen, die Internationalisierung des Rechts sowie die Konstituierung einer â€žinternationalen Managerklasseâ€œ gemeint ist (198-201) â€“ dazu f&#252;hrt, dass die kapitalistische Gesellschaft â€žinsgesamt instabiler und krisenhafterâ€œ wird. Die Machtaus&#252;bung <em>qua </em>Hegemonie â€“ also durch die kompromisshafte Einbeziehung weiter Teile der ArbeiterInnenklasse â€“ weicht, so die These, zunehmend autorit&#228;ren, gewaltf&#246;rmigen, ent-demokratisierten und des-integrierenden Formen poltischen Herrschaft (205f.).<br />
Als zweites hervorzuheben ist der Beitrag von Bernd R&#246;ttger, der auf beispielhafte Weise einl&#246;st, was die kritische IP&#214; verspricht: Die Verkn&#252;pfung von theoretischer Analyse, empirischer Untersuchung <em>und </em>der Entwicklung politischer Schlussfolgerungen f&#252;r eine antikapitalistische Linke. Nachdem er mit Karl Marx und Antonio Gramsci das grunds&#228;tzliche Spannungsverh&#228;ltnis gewerkschaftlicher Klassenk&#228;mpfe als â€žwiderst&#228;ndiges Handeln der subalternen Arbeiterklassen im Kampf <em>im </em>und <em>gegen </em>das Lohnverh&#228;ltnisâ€œ (95f.) charakterisiert, zeichnet er am bundesdeutschen Beispiel die Konjunkturen der Gewerkschaftsbewegung nach. Von deren Einbindung in den fordistischen Korporatismus, in dem sie sich auf den Kampf <em>im </em>Lohnverh&#228;ltnis beschr&#228;nkte, &#252;ber ihre â€žNeokonditionierungâ€œ durch die neoliberale Konterrevolution, durch die GewerkschafterInnen zu â€žSpezialisten f&#252;r sozialvertr&#228;glichen Besch&#228;ftigungsabbauâ€œ umgelernt wurden (106, Fn.), bis zu den aktuellen, zaghaften Versuchen gewerkschaftlicher Erneuerung. Diese Entwicklungen werden mit den Br&#252;chen in der Politischen &#214;konomie im Weltma&#223;stab verkn&#252;pft. Der Beitrag profitiert von der langj&#228;hrigen empirischen Forschungsarbeit in Betrieben und Gewerkschaften ebenso wie vom explizit gemachten politischen Standpunkt des Autors. Plausibel ist seine begr&#252;ndete Einsch&#228;tzung, dass nur eine gewerkschaftliche â€žErneuerung von untenâ€œ (114) den aktuellen Tendenzen, Gewerkschaften unter Bedingungen der Krise wieder verst&#228;rkt als â€žâ€šErf&#252;llungsgehilfenâ€™ f&#252;r den Bestand der kapitalistischen Eigentumsordnungâ€œ (118) in die Pflicht zu nehmen, wirksam etwas entgegen setzen kann. R&#246;ttgers Pl&#228;doyer f&#252;r eine kritische IP&#214;, die es als ihre Aufgabe versteht â€ždem verstreuten Widerstand gegen eine kapitalistische Restauration in der Krise eine Sprache zu gebenâ€œ und die â€žkein akademisierter Marxismusâ€œ, sondern eine â€žan der geschichtlichen Praxis der ArbeiterInnen- und Gewerkschaftsbewegung orientierte Kritik, die die Widerst&#228;ndigkeit der lebendigen Arbeit ernst nimmtâ€œ (119) sein sollte, kann der Rezensent nur vorbehaltlos zustimmen. M&#246;ge sein Apell im Fortlauf der weiteren Debatte zur Internationalen Politischen &#214;konomie, zu deren Entwicklung der vorliegende Sammelband einen wichtigen Beitrag darstellt, nicht ungeh&#246;rt verklingen.</p>
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		<title>Kritisch studieren an &#214;sterreichs Universit&#228;ten?</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2009/06/13/kritisch-studieren-an-oesterreichs-universitaeten/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Jun 2009 12:20:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 8]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[kritische Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ã–sterreich]]></category>
		<category><![CDATA[UniversitÃ¤t]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit den &#214;H-Wahlen treten wieder Fragen nach M&#246;glichkeiten studentischer Mitbestimmung und Freir&#228;umen an der Universit&#228;t in den Vordergrund. <em>Thomas Reithmayer</em> rekapituliert die Ver&#228;nderungen der universit&#228;ren Bildungsarchitektur und Machtverh&#228;ltnisse seit dem zweiten Weltkrieg und fragt nach den Bedingungen kritischen Studierens an &#214;sterreichs Hochschulen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit den &#214;H-Wahlen treten wieder Fragen nach M&#246;glichkeiten studentischer Mitbestimmung und Freir&#228;umen an der Universit&#228;t in den Vordergrund. <em>Thomas Reithmayer</em> rekapituliert die Ver&#228;nderungen der universit&#228;ren Bildungsarchitektur und Machtverh&#228;ltnisse seit dem zweiten Weltkrieg und fragt nach den Bedingungen kritischen Studierens an &#214;sterreichs Hochschulen.<br />
<span id="more-517"></span><br />
Universit&#228;ten waren und sind Zeit ihrer Existenz herrschaftlich organisierte Institutionen, deren vordringliche Aufgabe darin besteht f&#252;r die Reproduktion der zentralen Intellektuellen Schichten der jeweils herrschenden Klassen zu sorgen. <a title="anm_1" name="anm_1" href="#anm1"><sup>1</sup></a> Ihre jeweilige Verfasstheit, ihre Strukturen, ihre soziale Zusammensetzung und sogar ihre Inhalte sind stets nur in Relation zu den jeweiligen &#246;konomischen Machtverh&#228;ltnissen zu sehen, jedoch nicht ausschlie&#223;lich auf diese zur&#252;ckzuf&#252;hren. Denn gerade weil es Aufgabe der Universit&#228;t als zivilgesellschaftlicher Institution ist, gesellschaftliche Machtverh&#228;ltnisse konsensual abzusichern, war und ist sie seit jeher auch Raum in dem â€žrelativ freie und unabh&#228;ngige theoretische und politische Diskussionen und Auseinandersetzungen grunds&#228;tzlich m&#246;glich sind.â€œ <a title="anm_2" name="anm_2" href="#anm2"><sup>2</sup></a> Dieser Artikel will daher rekonstruieren, wie sich das Feld der Universit&#228;ten vor dem Hintergrund neoliberaler Hegemonie in &#214;sterreich transformiert hat. Konkret soll gefragt werden ob und in welchem Ausma&#223; &#246;sterreichische Universit&#228;ten f&#252;r ihre Studierenden einen Raum darstellen, welcher â€žZeit und Gelegenheit f&#252;r die Pflege und Erprobung der Pers&#246;nlichkeit, f&#252;r soziale Experimente und politische Radikalit&#228;tâ€œ anbietet.<a title="anm_3" name="anm_3" href="#anm3"><sup>3</sup></a> Sprich inwiefern R&#228;ume und M&#246;glichkeiten im Rahmen des Studiums existieren, welche f&#252;r selbstbestimmte kritisch-wissenschaftliche T&#228;tigkeiten und im Sinne eines emanzipatorischen politischen Projekts, genutzt werden k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Die &#246;sterreichische Hochschullandschaft nach 1945</strong><br />
Das kritische Potential an &#246;sterreichischen Universit&#228;ten nach 1945 erholte sich lange nicht von den Folgen der austrofaschistischen und nationalsozialistischen Herrschaft. Standen die &#246;sterreichischen Universit&#228;ten, insbesondere die Universit&#228;t Wien, bereits vor der Ausschaltung der Demokratie unter ma&#223;geblichem Einfluss von korporierten katholischen und deutschnationalen Gruppen, so waren wenigsten einige kritisch-wissenschaftliche Inseln vorhanden. <a title="anm_4" name="anm_4" href="#anm4"><sup>4</sup></a> Diese wurden jedoch in zw&#246;lf Jahren faschistischer Herrschaft zerschlagen, ihre ProtagonistInnen vertrieben oder ermordet. Nach 1945 versuchten weder Regierung noch Universit&#228;t die vertriebenen kritischen WissenschaftlerInnen zur&#252;ck zu holen. Auch die Entnazifizierung wurde, abgesehen von einem kurzen Intermezzo unmittelbar nach Kriegsende, rasch eingestellt, so dass bereits im Studienjahr 1949/50 wieder 44% aller Lehrenden und 60% der ordentlichen ProfessorInnen schon w&#228;hrend des Nationalsozialismus gelehrt hatten. <a title="anm_5" name="anm_5" href="#anm5"><sup>5</sup></a><br />
Die Universit&#228;t selbst wurde von einem Machtgleichgewicht aus dem stets von der &#214;VP kontrollierten Bundesministerium f&#252;r Unterricht und der im Rahmen der akademischen Selbstverwaltung allm&#228;chtigen ProfessorInnenkurie gestaltet und verwaltet. Zentrale Schnittstellen waren die ProfessorInnenkollegien, welche an den Fakult&#228;ten eingerichtet waren, und der akademische Senat, welcher ebenso nur von den ProfessorInnen beschickt wurde. <a title="anm_6" name="anm_6" href="#anm6"><sup>6</sup></a> Studentische Freir&#228;ume waren wenn dann haupts&#228;chlich durch den elit&#228;ren Hintergrund<br />
der Studierendenschaft und durch die im Sinne humboldtscher Bildungsideale gestalteten Studienordnungen gegeben, wenngleich selbst diese durch die mangelnde Bandbreite an Lehrmeinungen unter den ProfessorInnen begrenzt war. Doch stellten die Studierenden selbst lange Zeit ein Paradebeispiel f&#252;r den konservativ-reaktion&#228;ren Background der &#246;sterreichischen Universit&#228;ten dar.<br />
Zwar wurde bereits 1945 mit der &#214;sterreichischen Hochsch&#252;lerInnenschaft (&#214;H) eine selbstverwaltete demokratische Studierendenvertretung, welche durch Pflichtbeitr&#228;ge finanziert und durch das Hochsch&#252;lerinnen- und Hochsch&#252;lerschaftsgesetz (HSG) unbeeinflusst von Universit&#228;tsverwaltungen und Ministerium bundesweit und lokal arbeiten kann, geschaffen. Die Mehrheitsverh&#228;ltnisse innerhalb der &#214;H blieben aber bis in die 70er Jahre relativ statisch bei mehr als 50 Prozent f&#252;r katholisch-konservative Gruppierungen, etwa ein Drittel f&#252;r den deutschnationalen und oftmals neonazistischen â€žRing Freiheitlicher Studentenâ€œ und weniger als ein F&#252;nftel f&#252;r den â€žVerband Sozialistischer StudentInnenâ€œ (damals noch Studenten) als einzige dauerhaft vertretene linke, nicht von Korporationen beeinflusste Gruppe innerhalb der &#214;H. <a title="anm_7" name="anm_7" href="#anm7"><sup>7</sup></a> Der Hochschulzugang war durch diverse Hochschultaxen (z.B. Aufwandsbeitrag, Kollegiengelder etc.) <a title="anm_8" name="anm_8" href="#anm8"><sup>8</sup></a> eingeschr&#228;nkt. Bez&#252;glich Stipendien und anderer finanzieller Unterst&#252;tzungen existierten keinerlei gesetzliche Regelungen; sofern &#252;berhaupt Mittel hierf&#252;r vorgesehen waren, konnten diese von der Ministerialb&#252;rokratie weitgehend freih&#228;ndig vergeben werden.<br />
&#214;sterreichs Universit&#228;ten boten kritischen Intellektuellen also praktisch keinerlei Bet&#228;tigungsfelder, von der von Alex Demirovi&#196;‡ f&#252;r Deutschland konstatierten â€žEingliederung der kritischen Gesellschaftstheorie in die Universit&#228;tâ€œ <a title="anm_9" name="anm_9" href="#anm9"><sup>9</sup></a> nach dem zweiten Weltkrieg war bis in die 70er Jahre in &#214;sterreich nichts zu merken. Kritisch-wissenschaftliche Arbeit passierte, wenn &#252;berhaupt, gro&#223;teils in direkt von der Sozialdemokratie kontrollierten Institutionen und Verb&#228;nden. Ein Umstand welcher einerseits aufgrund der grunds&#228;tzlichen Widerspr&#252;che zwischen kritischer Wissensproduktion und parteigebundener Realpolitik, andererseits aber auch durch die pragmatische Wende der Sozialdemokratie, die durch den abnehmenden Stellenwert theoretischer Fundierung sozialdemokratischer Politik und die Hinwendung zum Austrokorporatismus gekennzeichnet war, die Arbeitsbedingungen kritischer Intellektueller zunehmend erschwerte.<br />
Eine besonders augenscheinliche Folge dieser reaktion&#228;ren Vorherrschaft im Feld der Wissenschaft war die Unterentwicklung der Sozialwissenschaften. Diese waren im unmittelbaren Nachkriegs&#246;sterreich quasi nicht vorhanden. Politikwissenschaft existierte gar nicht, die Soziologie fristete ein Schattendasein, F&#228;cher wie Kommunikationswissenschaft und Ethnologie waren von den (post-)nazistischen Eliten bestimmt. Ein erster Ansto&#223; zur Etablierung der Sozialwissenschaften in &#214;sterreich war die Gr&#252;ndung des â€“ nicht zuf&#228;llig eben nicht an der Universit&#228;t angesiedelten â€“ Instituts f&#252;r H&#246;here Studien im Jahr 1963. <a title="anm_10" name="anm_10" href="#anm10"><sup>10</sup></a> Gleichzeitig betrieb die in ihren Ausma&#223;en kleine Studierendenbewegung eifrig Theorieimport aus den Zentren der studentischen Rebellion und begann die Kritische Theorie zu rezipieren. Dies f&#252;hrte zur paradoxen Situation, â€ždass [der positivistische sozialwissenschaftliche] Mainstream â€¦ sich nahezu gleichzeitig mit dessen Kritik etablierte.â€œ <a title="anm_11" name="anm_11" href="#anm11"><sup>11</sup></a> Ein Umstand welcher dazu f&#252;hrte, dass sich beide in einer merkw&#252;rdigen â€žSchicksalsgemeinschaftâ€œ wiederfanden, da beide gleichsam &#252;berhaupt erst um Anerkennung im wissenschaftlichen Feld ringen mussten und hierbei quasi zur Kooperation verdammt waren.</p>
<p><strong>Integration der (kritischen) Sozialwissenschaften</strong><br />
Mit den 1960er Jahren begann eine Phase der Universit&#228;tsreformen, welche das Ziel hatten die &#246;sterreichische Hochschullandschaft an den Bedarf des fordistischen Produktionsmodells anzupassen. Erste Manifestationen dieser Entwicklung waren der Beschluss eines Studienbeihilfengesetzes 1963, welcher Studierenden unter den Bedingungen â€žsozialer Bed&#252;rftigkeitâ€œ und eines â€žg&#252;nstigen Studienerfolgsâ€œ einen Rechtsanspruch auf Studienbeihilfe sicherte, gefolgt vom Allgemeinen Hochschul-Studiengesetz 1966, welches die zweigliedrige Studienstruktur bestehend aus Diplom- und Doktoratsstudien implementierte, sowie die Studien- und Pr&#252;fungsordnungen homogenisiert und endg&#252;ltig gesetzlicher Kontrolle unterwarf. Diese Ma&#223;nahmen erleichterten die M&#246;glichkeit des Hochschulzugangs zunehmend auch f&#252;r ArbeiterInnenkinder, tasteten die Prinzipien der von ProfessorInnen dominierten Ordinarienuniversit&#228;ten jedoch nicht an. Erst mit dem Beginn der sozialdemokratischen Alleinregierungen ab 1970 dynamisierten sich die Entwicklungen. In wenigen Jahren wurden alle Hochschultaxen, zumindest f&#252;r &#246;sterreichische Staatsb&#252;rgerInnen und diesen gleichgestellte Personen, abgeschafft, das Stipendiensystem erweitert, eine Reihe von Erm&#228;&#223;igungen f&#252;r Studierende geschaffen, sowie die Universit&#228;tsorganisation und die Struktur der &#214;H reformiert. Im Universit&#228;tsorganisationsgesetz (UOG) 1975 wurden die Organe der Universit&#228;t um VertreterInnen der Studierenden und des Mittelbaus erg&#228;nzt. Diese setzten sich auf (&#252;ber-)fakult&#228;rer Ebene im Verh&#228;ltnis 2:1:1 (ProfessorInnen/Mittelbau/Studierende), auf Ebene der Institute und Studienrichtungen im Verh&#228;ltnis 1:1:1 zusammen. <a title="anm_12" name="anm_12" href="#anm12"><sup>12</sup></a>Die neuen Gremien entschieden im Bereich der Lehre und Forschung autonom, w&#228;hrend strukturelle, finanzielle und teilweise auch personelle Kompetenzen dem Ministerium zufielen. Dieser neuen Struktur entsprechend wurde auch das HSG angepasst. Die &#214;H wurde um die Ebenen der Studienrichtungs- und Institutsvertretungen erg&#228;nzt, die Bundesvertretung fortan direkt gew&#228;hlt.<br />
Besonders die Schaffung von Kollegialorganen sowie entsprechenden Vertretungsorganen der &#214;H auf Studienrichtungs- und Institutsebene bedeutete einen immensen Machtzuwachs f&#252;r die studentische Linke. Hatten sich doch im Gefolge der 68er-Bewegung autonome Basis- und Institutsgruppen gebildet, welche die Linken verschiedener Strukturen sammelten und nun in die Universit&#228;tsverwaltung und in die &#214;H integriert wurden. Die &#214;H blieb weiterhin konservativ dominiert. Zwar verlor der RSF best&#228;ndig an Boden, w&#228;hrend der VSSt&#214; zulegen konnte und diverse weitere linke Listen zumindest zeitweise und lokal eine relevante Gr&#246;&#223;enordnung erreichten, doch die Konservativen sicherten sich durch die Diversifizierung ihrer Listen ihre Dominanz (von linkskatholisch, bis monarchistisch). <a title="anm_13" name="anm_13" href="#anm13"><sup>13</sup></a>Es gelang der Linken aber einzelne Studienrichtungen zu â€žerobernâ€œ und in diesen konkret in Berufungsprozesse, Lehrangebot und Studienpl&#228;ne zu intervenieren und somit studentische Freir&#228;ume zu schaffen.<br />
Aufgrund der geringen Anzahl an SozialwissenschaftlerInnen und der gro&#223;en Nachfrage an den neu eingerichteten sozialwissenschaftlichen Instituten und in der staatlichen Verwaltung (insbesondere in diversen Ministerien), kam es zur raschen Integration gro&#223;er Teile der jungen (kritischen) SozialwissenschaftlerInnen und vieler ProtagonistInnen der Studierendenbewegung in das sozialdemokratische Modernisierungsprojekt der 70er Jahre. <a title="anm_14" name="anm_14" href="#anm14"><sup>14</sup></a> Diese Integration vergr&#246;&#223;erte zwar die Arbeits- und Einflussm&#246;glichkeiten kritischer Wissenschaften enorm, alleine durch die intakte Kommunikationsbasis zu den politischen Entscheidungstr&#228;gerInnen, zeigte jedoch ebenso Effekte des â€žTransformismoâ€œ, sprich der Integration kritischer Intellektueller in den herrschenden Machtblock. <a title="anm_15" name="anm_15" href="#anm15"><sup>15</sup></a> Trotz oder gerade wegen dieser Ambivalenzen gelang es in einigen Teilbereichen nachhaltige Erfolge zu erzielen. So konnte zum Beispiel Frauen- und Geschlechterforschung in vielen Disziplinen verankert werden und es gelang eine f&#252;r &#246;sterreichische Verh&#228;ltnisse ausgesprochen kritische Politikwissenschaft zu etablieren. <a title="anm_16" name="anm_16" href="#anm16"><sup>16</sup></a> Zusammenfassend l&#228;sst sich behaupten, dass die Universit&#228;tsreformen der 70er Jahre die M&#246;glichkeit eines kritischen Universit&#228;tsstudiums &#252;berhaupt erst erm&#246;glichten, indem die Vorherrschaft postnazistischer und konservativer Eliten an den Universit&#228;ten zumindest in Teilbereichen gebrochen wurde. Dies geschah unter anderem durch die Schaffung neuer (sozialwissenschaftlicher) Studieng&#228;nge und die Berufung der ersten Generation kritischer (Sozial-)WissenschafterInnen an die neuen Institute. Mit dem freien und offenen Hochschulzugang, wurden Studierende ansatzweise in die &#246;konomische Lage versetzt, ihr Studium an individuellen Erkenntnisinteressen zu orientieren. Durch den Ausbau der Mitbestimmungsrechte der Studierenden und des Mittelbaus, sowie dem Ausbau der &#214;H, wurde kritischen Studierenden die M&#246;glichkeit gegeben in â€žlinkenâ€œ Studienrichtungen direkt in die Lehre und Forschung zu intervenieren. Wichtig waren auch die neuen finanziellen Ressourcen f&#252;r selbstbestimmte Projekte und nicht zu vergessen, dass den Funktionstr&#228;gerInnen selbst zus&#228;tzliche individuelle Spielr&#228;ume einger&#228;umt wurden (Aufwandsentsch&#228;digungen, Minderung der Freien Wahlf&#228;cher, zus&#228;tzliche Toleranzsemester f&#252;r Beihilfen).</p>
<p><strong>Neoliberalisierung</strong><br />
Doch produzierte diese Reformphase auch neue Widerspr&#252;che. So k&#228;mpften Generationen an kritischen Studierenden in den universit&#228;ren Gremien gegen die weiterhin dominante ProfessorInnenkurie. <a title="anm_17" name="anm_17" href="#anm17"><sup>17</sup></a> Ein Kampf welcher zwar durchaus Erfolge zeigte, gleichzeitig jedoch auf Kosten dauerhafter studentischer Projekte und der Organisation der Studierenden an der â€žBasisâ€œ ging. <a title="anm_18" name="anm_18" href="#anm18"><sup>18</sup></a> Der Stellungskrieg in den Gremien zwischen diversen Kurien und Fraktionen brachte den Selbstverwaltungsorganen den Ruf der Innovationsfeindlichkeit, Ineffizienz und der Klientelpolitik ein. Kritische Studierende fanden durch ihre Integration in die Universit&#228;tsorganisation ein Feld vor, in dem sich mit gro&#223;em Aufwand meist trotzdem nur minimale Erfolge erreichen lie&#223;en. Die Energie, bzw. in weiterer Folge auch die Motivation sich effektiv in gesamtgesellschaftlichen K&#228;mpfen zu involvieren, ging dadurch h&#228;ufig verloren. Gleichzeitig hielt die finanzielle, personelle und infrastrukturelle Ausstattung der Universit&#228;ten nicht Schritt mit dem rasanten Anwachsen der Studierendenzahlen, wodurch die Universit&#228;ten und ihre Organe zur chronischen M&#228;ngelwirtschaft verdammt waren. Diese Widerspr&#252;che stellten schlie&#223;lich zentrale Ankn&#252;pfungspunkte f&#252;r die neoliberale Intervention an den Hochschulen dar. Denn mit der ebenfalls in den 70er Jahren beginnenden Transformation des Kapitalismus hin zur hochtechnologischen Produktionsweise wurde die Gruppenuniversit&#228;t zunehmend dysfunktional f&#252;r die Konkurrenzf&#228;higkeit im globalen Standortwettbewerb. Mit der Marginalisierung klassisch tayloristischer Arbeitsorganisation zugunsten von Arbeitsweisen, welche die Autonomie der Besch&#228;ftigten verlangen und auf deren Produktionsintelligenz setzen, kommen auf die Arbeitskr&#228;fte und deren Ausbildung neue Anforderungen zu, welche in den Vorstellungen des gesellschaftlich dominanten Machtblocks â€ždas flexible und marktg&#228;ngige Lernsubjekt [er]forder[n].â€œ <a title="anm_19" name="anm_19" href="#anm19"><sup>19</sup></a> Schlie&#223;lich wird die Aufgabe der Hochschule insofern umgedeutet, dass ihr Ziel nunmehr darin bestehen soll â€žalle Potenziale und Talente auszusch&#246;pfen, um den Innovationsstandort zu st&#228;rken.â€œ <a title="anm_20" name="anm_20" href="#anm20"><sup>20</sup></a>Doch kann das neoliberale Projekt des Umbaus der Hochschulen nur in seiner ganzen Dimension erfasst werden, wenn es auch als politisches Projekt verstanden wird, welches einzelne von oppositionellen und dissidenten Bewegungen formulierte Kritikpunkte aufgreift und in ver-r&#252;ckter Weise integriert, sei es nun durch <em>Gender Mainstreaming</em>, lebenslanges Lernen oder den scheinbar endg&#252;ltigen Schlussstrich unter die Humboldtâ€˜schen Bildungsideale.<br />
Diese Intervention war jedoch lange Zeit im internationalen Vergleich wenig wirkm&#228;chtig, wurde sie doch durch die (neo-)korporatistische Politik der zweiten Phase gro&#223;er Koalitionen (1986-1999) gebremst. Dennoch kam es bereits in der Novelle des Universit&#228;tsorganisationsgesetzes von 1993 zur Implementierung von â€žElementen des Universit&#228;tsmanagementsâ€œ. <a title="anm_21" name="anm_21" href="#anm21"><sup>21</sup></a> So wurden die LeiterInnen von Organisationseinheiten (RektorInnen, [Studien-]DekanInnen, Institutsvorst&#228;ndInnen) mit von den Kollegialorganen autonomen Entscheidungsbefugnissen ausgestattet, teilweise Top-Down Strukturen implementiert und die Einbringung von Drittmitteln erleichtert.22 Im Zuge des Sparpaketes 1996 wurden den Studierenden eine Reihe von Rechten gestrichen (Abschaffung der Studierendenfreifahrt, Erbringung eines Leistungsnachweises f&#252;r die Familienbeihilfe) wodurch die &#246;konomische Situation der Studierenden zunehmend prek&#228;rer wurde. Doch sollte dies alles erst ein Vorgeschmack auf jene &#196;nderungen sein, welche im Zuge des schwarz-blauen Regierungsantritts im Jahr 2000 auf die Universit&#228;ten zukommen sollten.</p>
<p><strong>&#214;sterreichs Universit&#228;ten seit der schwarzblauen Wende</strong><br />
Der Regierungswechsel im Jahr 2000 stellte einen &#228;hnlichen Einschnitt in die Entwicklung &#214;sterreichischer Universit&#228;ten dar wie jener des Jahres 1970. Wurde damals versucht das Hochschulwesen binnen weniger Jahre in Form einer nachholenden Modernisierung an das vorherrschende fordistische Produktionsparadigma anzupassen, war man nun bestrebt, die in den 90er Jahren begonnene Ausrichtung des universit&#228;ren Bildungswesens auf die Prinzipien der â€žstandortgerechten Dienstleistungshochschuleâ€œ so rasch wie m&#246;glich umzusetzen. <a title="anm_23" name="anm_23" href="#anm23"><sup>23</sup></a>Dementsprechend wurde in nur sechs Jahren der freie und offene Hochschulzugang weitgehend demontiert und das Hochschulwesen drastisch ver&#228;ndert. Diese Ver&#228;nderungen, welche in ihrer Intention auch in Zeiten einer erneuerten SP&#214;VP Koalition nahtlos fortgesetzt wurden, sollen im Folgenden skizziert werden.</p>
<p><strong>Verbetriebswirtschaftlichung der Bildungseinrichtungen</strong><br />
Die im Neoliberalismus angestrebte &#214;konomisierung von Bildung vollzieht sich (zumindest noch) nicht in Form einer formalen Privatisierung von Bildungseinrichtungen, sondern vielmehr durch eine Umgestaltung ihrer Binnenstruktur nach den Prinzipien des <em>New Public Management</em>. Zentraler Hebel dieser Neustrukturierung besonders im Falle der Universit&#228;ten ist eine &#196;nderung des Systems der Finanzierung. Anstatt die Finanzierung an der Nachfrage der Studierenden zu orientieren, werden nun die Mittel nach leistungsorientierten Zielvereinbarungen vergeben. <a title="anm_24" name="anm_24" href="#anm24"><sup>24</sup></a>Die Ma&#223;st&#228;be zur Mittelzuteilung werden in Vertr&#228;gen zwischen Universit&#228;ten und dem Ministerium festgelegt, wobei davon auszugehen ist, dass die Entscheidungstr&#228;ger &#252;ber die Vergabe der Mittel eine immanent bessere Verhandlungsposition innehaben. Die einzelnen Parameter der Vereinbarungen (bspw. Anzahl an Publikationen, Abschl&#252;ssen, Drittmittel oder auch Position in diversen Rankings) m&#252;ssen mittels Controlling st&#228;ndig gepr&#252;ft, evaluiert und die Mittelvergabe muss dementsprechend angepasst werden. Nicht nur die Universit&#228;ten finden sich also in einem k&#252;nstlich geschaffenen Wettbewerb wieder, sondern auch die einzelnen Fakult&#228;ten, Studienrichtungen und Institute, welche, um die n&#246;tigen Gelder f&#252;r Forschung und Lehre zu erhalten, st&#228;ndig nachweisen m&#252;ssen, dass sie einen Beitrag zur Zielerreichung leisten. Wenn jedoch die Aufgabe der Universit&#228;ten und ihrer Einrichtungen nur mehr das schlichte Erf&#252;llen von Zielvorgaben ist, welche schlussendlich durch die Wissenschaftsministerien definiert werden, ist demokratische Selbstverwaltung vor allem eines: ineffizient. Vielmehr brauche es starke F&#252;hrungsgremien, Aufsichts- und Evaluationsstellen. Doch die Einf&#252;hrung der vermeintlich vollkommenen Autonomie bedeutet bei weitem nicht das Ende staatlichen Einflusses, vielmehr ist das Ziel, die Universit&#228;ten in â€žeine sich selbst tragende Prozessdynamik zu &#252;berf&#252;hren, welche nicht mehr permanenter staatlicher Intervention bedarf.â€œ <a title="anm_25" name="anm_25" href="#anm25"><sup>25</sup></a>Dieser Ansatz materialisierte sich im Universit&#228;tsgesetz 2002 (UG02). <a title="anm_26" name="anm_26" href="#anm26"><sup>26</sup></a> Dessen erster Gestaltungsvorschlag gab die Devise aus â€žautonome, unternehmerisch agierende Universit&#228;tenâ€œ zu verwirklichen. <a title="anm_27" name="anm_27" href="#anm27"><sup>27</sup></a> Das UG02 entl&#228;sst die Universit&#228;ten in die Vollrechtsf&#228;higkeit, die zentralen Kompetenzen werden weitgehend im Rektorat konzentriert. Wurde der/die RektorIn selbst zuvor auf Vorschlag des Senates von der viertelparit&#228;tisch verfassten Universit&#228;tsversammlung gew&#228;hlt, &#252;bernimmt diese Aufgabe nun der neu geschaffene Universit&#228;tsrat. Dieses den Aufsichtsr&#228;ten in der Wirtschaft nachempfundene Gremium, welches sich zur H&#228;lfte aus vom Senat, bzw. von der Regierung ausgew&#228;hlten universit&#228;tsexternen Mitgliedern zusammensetzt, w&#228;hlt nun aus einem Dreiervorschlag des Senats den/die RektorIn.<br />
Statt der bisherigen vier-Ebenen-Struktur (Universit&#228;t, Fakult&#228;t, Institut, Studienrichtung) wurde eine zwei-Ebenen-Struktur implementiert. Die LeiterInnen der Organisationseinheiten werden nicht von einem Kollegialorgan gew&#228;hlt, sondern, ebenso wie beispielsweise Berufungen, direkt vom Rektorat bestellt. Ebenso k&#246;nnen die neuen Organisationseinheiten nicht mehr autonom die Studienpl&#228;ne bestimmen, diese Kompetenz wandert in eine einzige (!) vom Senat eingerichtete Curricularkomission. Auch studienrechtliche Anliegen werden nun in erster Instanz zentral von einem direkt vom Rektorat ernannten studienrechtlichen Organ (an der Universit&#228;t Wien: Studienpr&#228;ses) entschieden, in zweiter Instanz entscheidet der Senat.<br />
Allgemein gesprochen wird durch das Universit&#228;tsgesetz 2002 studentische Mitbestimmung auf den Senat beschr&#228;nkt, welcher selber um zentrale Kompetenzen beschnitten wird und lediglich um Belange aufgewertet, welche bisher von anderen Kollegialorganen geregelt wurden. Im Senat selbst wird die ProfessorInnenkurie aufgewertet, da sie nun statt f&#252;nfzig 51% aller Senatsmitglieder stellt und damit ohne R&#252;cksicht auf andere Kurien Entscheidungen alleine treff en kann. Allgemein gesprochen ist â€žeine vertikale Polarisierung zwischen Management und Universit&#228;tsangeh&#246;rigenâ€œ zu konstatieren, welche dem Management die direkte M&#246;glichkeit zum Eingriff, auch in die inhaltliche Ausgestaltung von Forschung und insbesondere Lehre an den einzelnen Instituten und Fakult&#228;ten gibt. Durch die hierarchische Struktur und die Umstellung der Finanzierung verschlechtern sich die Realisierungsm&#246;glichkeiten kritischer universit&#228;rer Projekte drastisch, da sie nur dann eine Chance haben, wenn sie marktgerecht zugeschnitten werden oder zumindest diesen Anschein erwecken k&#246;nnen. Studierende, die in den Studienkommissionen sowie den Institutskonferenzen gleichberechtigt zur ProfessorInnenkurie und zum Mittelbau Einfluss auf Studienpl&#228;ne, Lehrangebot, Berufungen und Anrechnungen nehmen konnten, sind nun entweder dem Rektorat, dem Studienpr&#228;ses oder dem von den ProfessorInnen dominierten Senat ausgeliefert und haben keinerlei effektive Interventionsm&#246;glichkeiten, selbst wenn sie sich an einzelnen Instituten mit den dortigen Lehrenden abstimmen. Organe wie die Studienkommission auf Institutsebene existieren zwar weiterhin, haben aber nur noch beratende Funktion.<br />
Es scheint logisch, dass eine Universit&#228;t, welche als Dienstleistungsunternehmen konzipiert ist â€žBildung (â€¦) in Ware umwandelt und als â€šknappes Gutâ€˜ konstituiertâ€œ. <a title="anm_28" name="anm_28" href="#anm28"><sup>28</sup></a> Dementsprechend beschloss die Bundesregierung bereits im September 2000 die Einf&#252;hrung von Studiengeb&#252;hren im Umfang von 363,36â‚¬ f&#252;r EWR-B&#252;rgerInnen, bzw. 726,72â‚¬ f&#252;r Nicht-EWR-B&#252;rgerInnen ab dem Wintersemester 2001/2002. Von den Geb&#252;hren befreit waren lediglich Konventionsfl&#252;chtlinge und Menschen mit Behinderung, BezieherInnen von Studienbeihilfe bekamen sie r&#252;ckerstattet. Die Einnahmen flossen den Universit&#228;tsbudgets direkt zu, jedoch wurden die Budgets an anderen Stellen gek&#252;rzt, so dass die Universit&#228;ten keine zus&#228;tzlichen Einnahmen lukrieren konnten. <a title="anm_29" name="anm_29" href="#anm29"><sup>29</sup></a><br />
Die Folgen der Studiengeb&#252;hren waren verheerend; die Zahl der Studierenden sank auf den tiefsten Wert seit 1990, der Anteil erwerbst&#228;tiger Studierender stieg von 49,4% (1998) auf 66,5% (2002). Der Anteil an ArbeiterInnenkindern sank im Zuge des Sparpakets und der Studiengeb&#252;hren-Einf&#252;hrung sogar unter den Anteil des Jahres 1970/1971. <a title="anm_30" name="anm_30" href="#anm30"><sup>30</sup></a> â€žDie Universit&#228;t wird aufgrund der zu zahlenden Studienbeitr&#228;ge deutlicher als Dienstleistungsorganisation wahrgenommen.â€œ <a title="anm_31" name="anm_31" href="#anm31"><sup>31</sup></a> Durch die Einf&#252;hrung der Studiengeb&#252;hren und die vorhergehenden Sparma&#223;nahmen in den 90ern wurde die M&#246;glichkeit eines selbstbestimmten Studiums massiv eingeschr&#228;nkt. Die Studierenden werden diskursiv und durch die obig erw&#228;hnten Ma&#223;nahmen vermehrt in die Rolle von Kunden und Kundinnen gedr&#228;ngt, welche zielgerichtet die Ware (Hochschul-) Bildung konsumieren und auf ein baldiges â€žReturn of investmentâ€œ hoff en m&#252;ssen. Durch die verst&#228;rkt notwendige Erwerbst&#228;tigkeit wird der Lebensmittelpunkt der Studierenden aus der Universit&#228;t hinaus verlagert.</p>
<p><strong>Bologna-Prozess und Modularisierung</strong><br />
Die Ausrichtung der Universit&#228;ten auf marktwirtschaftliche Prinzipien geht auch mit einer Ver&#228;nderung der Organisation der Lehre einher. Die Eckpunkte dieser Neustrukturierung werden vor allem unter dem Schlagwort â€žBologna-Studienarchitekturâ€œ diskutiert. Mit dem Bologna-Prozess <a title="anm_32" name="anm_32" href="#anm32"><sup>32</sup></a> hat die bereits im Rahmen der Bildungsreform der 70er Jahre begonnene Strukturierung und Modularisierung der Studienpl&#228;ne einen neuen H&#246;hepunkt erreicht. Die zu absolvierenden Leistungen sind nicht mehr â€ž&#252;ber formale Zeiteinheiten (Wochenstunden), sondern durch komplexe Lernziele in thematisch abgeschlossenen Einheiten (ECTS) definiert. Die so genannten Module sollen miteinander kombinierbar und lebenslang akkumulierbar sein.â€œ <a title="anm_33" name="anm_33" href="#anm33"><sup>33</sup></a> Dabei kann der Bachelor-Abschluss als gehobener â€žgeneral intellectâ€œ interpretiert werden, w&#228;hrend die erst zum eigenst&#228;ndigen wissenschaftlichen Arbeiten qualifizierenden Abschl&#252;sse Master bzw. PhD die elitenbildende Funktion der Universit&#228;t gew&#228;hrleisten soll. <a title="anm_34" name="anm_34" href="#anm34"><sup>34</sup></a><br />
Die M&#246;glichkeit zur Einrichtung eines drei-zyklischen Studiums (Bachelor/Master/PhD) wurde bereits mit einer Novelle des Universit&#228;tsstudiengesetz aus dem Jahre 1999 geschaffen. Im Universit&#228;tsgesetz 2002 wird bez&#252;glich der Umstellung relativ wenig geregelt, so d&#252;rfen Studien zwar nur mehr als Bakkalaureats- und Magisterstudien neu eingerichtet werden, davon ausgenommen sind jedoch all jene Studien welche bereits im UniStg Erw&#228;hnung fanden. Die Triebfeder der Anpassung an die dreigliedrige Struktur stellten vielmehr die Leistungsvereinbarungen dar. So verpflichtete sich die Universit&#228;t Wien beispielsweise bis 2009 90% aller Studienangebote als Bachelor- und Masterstudien anzubieten, ebenso wurde zur Steigerung der â€žemployabilityâ€œ die Einf&#252;hrung so genannter Erweiterungscurricula anstelle der â€žFreien Wahlf&#228;cherâ€œ vereinbart. Erweiterungscurricula sind Module, welche von bestimmten Studienrichtungen f&#252;r Studierende anderer Studienrichtungen angeboten werden. Sie bestehen aus einer festgelegten Anzahl bestimmter Lehrveranstaltungen im Umfang von 15 oder 30 ECTS-Punkten. Dies stellt einen massiven Einschnitt in die autonomen Studiengestaltungsm&#246;glichkeiten der Studierenden dar, konnten diese doch bis zu 50% ihrer Lehrveranstaltungen im Rahmen der â€žFreien Wahlf&#228;cherâ€œ absolvieren. <a title="anm_35" name="anm_35" href="#anm35"><sup>35</sup></a> Diese erm&#246;glichten entweder g&#228;nzlich oder bei Fachverwandtschaft mit dem jeweiligen Studium aus dem gesamten Lehrangebot in- und ausl&#228;ndischer Universit&#228;ten frei zu w&#228;hlen. Im Gegensatz dazu m&#252;ssen Erweiterungscurricula quasi als Mini-Studienpl&#228;ne vom Senat beschlossen werden, sie umfassen eine bestimmte Anzahl festgelegter Lehrveranstaltungen, sie m&#252;ssen einem bestimmten Studienprogramm zugewiesen werden und d&#252;rfen von Studierenden des jeweiligen Hauptstudiums nicht absolviert werden. <a title="anm_36" name="anm_36" href="#anm36"><sup>36</sup></a><br />
Ebenso entf&#228;llt weitgehend die M&#246;glichkeit zur Anfertigung eigener wissenschaftlicher Arbeiten im Rahmen von Lehrveranstaltungen anderer Studien, da Erweiterungscurricula haupts&#228;chlich aus nicht-pr&#252;fungsimmanenten Lehrveranstaltungen, also Vorlesungen, bestehen. Weiters wurden die Bologna-Curricula dazu genutzt, Sequenzierungen <a title="anm_37" name="anm_37" href="#anm37"><sup>37</sup></a> weiter auszubauen und kritische Inhalte zu eliminieren. Die Verschulungstendenzen vollziehen sich neben der Einschr&#228;nkung freier Wahlm&#246;glichkeiten und Sequenzierungen vor allem auch diskursiv. Ein Umstand welcher die Studierenden dazu veranlasst sich als in Jahrg&#228;ngen befindlich zu begreifen und â€žzielorientiertâ€œ lediglich den Abschluss durch das Studium zu erstreben. Eine Haltung welche auch durch die Kritik am Bologna-Prozesses mithervorgerufen wird, welche den Eindruck von Bachelorstudierenden best&#228;rkt, sich lediglich in einem sinnentleerten Schmalspurstudium zu befinden, anstatt verbliebene Freir&#228;ume zu suchen, auszuf&#252;llen und nach Formen zu suchen, neue zu schaff en.<br />
Im Rahmen der europ&#228;ischen Bildungsstrategie des â€žLebenslangen Lernensâ€œ stellen einzelne universit&#228;re Abschl&#252;sse nicht das Ende der Bildungslaufbahn dar, sondern man soll sich die einzelnen Bildungs-H&#228;ppchen ganz nach den zum jeweiligen Zeitpunkt vorhandenen Anforderungen an das individuelle Humankapital in eigener Verantwortung aneignen. Dementsprechend sind auch Zugangsbeschr&#228;nkungen gerechtfertigt, da diese lediglich eine Hilfestellung im Sinne der Studierenden darstellen, zu erkennen, in welchen Studieng&#228;ngen die eigene Verwertbarkeit gesteigert werden kann und in welchen keinerlei Exzellenz zu erreichen ist, bzw. die vorherrschende vermeintliche &#220;berbelegung ad&#228;quate Job-Aussichten verunm&#246;glicht.</p>
<p><strong>Offener Hochschulzugang?</strong><br />
Doch blieb der offene Hochschulzugang f&#252;r Studierende mit &#246;sterreichischem Reifezeugnis, abseits der bereits erw&#228;hnten Sequenzierungen, relativ lange erhalten. Studierende mit nicht-&#246;sterreichischem Reifezeugnis mussten jedoch, um f&#252;r Studien in &#214;sterreich zugelassen zu werden, einen Studienplatz im selben Fach aus dem Herkunftsland nachweisen. Diese Regelung veranlasste schlie&#223;lich deutsche Studierende auf Basis des Diskriminierungsverbots Klage beim Europ&#228;ischen Gerichtshof einzureichen. Nach einem zehn Jahre andauernden Prozess wurde schlie&#223;lich am 7. Juli 2005 die &#246;sterreichische Regelung als EU-rechtswidrig erkl&#228;rt, daraufhin brachten die damaligen Regierungsparteien bereits am n&#228;chsten Tag (!) einen Antrag ein, um dem UG02 den Paragraphen 124b hinzuzuf&#252;gen, welcher besagt, dass in allen in Deutschland <em>numerus clausus</em>-beschr&#228;nkten Studien Zulassungsverfahren vor der Aufnahme oder Auswahlverfahren im Rahmen der Studieneingangsphase erlaubt sind.<br />
Im September 2008 wurde daraufhin, auf Initiative der SP&#214;. FP&#214; und der Gr&#252;nen der Antrag gestellt, dass der Â§124b mit 30. Juni 2009 au&#223;er Kraft tritt. Doch bereits 3 Monate sp&#228;ter findet sich im Regierungsprogramm der erneuerten SP&#214;VP Koalition folgendes: â€žVerpflichtende positive Absolvierung einer flexiblen Studieneingangs- und Orientierungsphase, die einen Querschnitt des im Fachbereich zu erwartenden Stoff s vermittelt, in allen Diplom und Bachelorstudien, deren Zulassung nicht besonders gesetzlich geregelt ist. F&#252;r den Zugang zum Masterstudium soll den Universit&#228;ten die M&#246;glichkeit zur autonomen Gestaltung nach qualitativen Gesichtspunkten zukommen &#8230; Im Bereich der PhD-Studienprogramme sollen autonome, leistungsorientierte Auswahlverfahren durch die Universit&#228;ten erfolgen k&#246;nnen.â€œ <a title="anm_38" name="anm_38" href="#anm38"><sup>38</sup></a> Dies klingt nach einer weitgehenden Versch&#228;rfung der Situation von vor dem September 2008, die M&#246;glichkeit mittels Sequenzierungen den Zugang einzuschr&#228;nken wird zur Pflicht, nur wird das Festlegen der H&#246;he der H&#252;rde in die H&#228;nde der Curricularkomissionen, respektive der Pr&#252;ferInnen in der Studieneingangsphase gelegt. Auch die M&#246;glichkeit der Beschr&#228;nkung des Master- und PhDZugangs wird den Universit&#228;ten &#252;berantwortet, wodurch es vermutlich entweder zu fl&#228;chendeckenden Beschr&#228;nkungen dieser Abschl&#252;sse oder einer weiteren Ausdifferenzierung der Hochschullandschaft zwischen Elite- und Massenuniversit&#228;ten, bzw. auch Elite- und Massenstudieng&#228;ngen kommen wird.</p>
<p><strong>Studentischer Widerstand in Zeiten universit&#228;ren Wandels</strong><br />
Gegen den neoliberalen Umbau der Universit&#228;t protestierten die Studierenden anfangs massiv. Besonders vor dem Hintergrund der Einf&#252;hrung von Studiengeb&#252;hren kam es zu wochenlangen Protesten, an deren H&#246;hepunkt bis zu 70.000 Menschen auf die Stra&#223;e gingen. Im Zuge dessen gelang es erstmals eine linke Mehrheit innerhalb der &#214;H-Bundesvertretung dauerhaft zu etablieren. Die linke Bundesexekutive, bzw. die sich drastisch vergr&#246;&#223;ernde Anzahl linker Universit&#228;ts-, Fakult&#228;ts- und Studienvertretungen startete neben dem Abwehrkampf gegen die Universit&#228;tsreformen Initiativen vor allem gegen Bildungs&#246;konomisierung, gegen die Kontinuit&#228;t nazistischen Gedankenguts an den Universit&#228;ten und f&#252;r Frauenfreir&#228;ume und feministische Politik und Wissenschaft in der &#214;H und den Universit&#228;ten. Ebenfalls konnte sich die &#214;H in unz&#228;hlige au&#223;eruniversit&#228;re Projekte sozialer Bewegungen u.a. mit ihren betr&#228;chtlichen finanziellen Mitteln einbringen und dadurch deren Existenz sichern. Die Reformen der Regierung konnte sie trotz breiter Protestbewegungen, bis auf kleine und kleinste Konzessionen jedoch nicht verhindern.<br />
Dieser Widerstand d&#252;rfte jedoch ausreichend gewesen sein, um mittels Reform des Wahlrechts abgestraft zu werden. Am Abend des 11. November 2004 stellten die Wissenschaftssprecherinnen von &#214;VP und FP&#214; im Nationalrat unangek&#252;ndigt einen Initiativantrag zur &#196;nderung des HSG. Das Ziel die &#214;H umzuf&#228;rben, die linke Bundesvertretung zu schw&#228;chen und ihr die Z&#228;hne zu ziehen, war dabei unschwer zu durchschauen. Einerseits wurde das Budget der Bundes- zugunsten der Universit&#228;tsvertretungen drastisch gek&#252;rzt und weiters die Direktwahl der Bundesvertretung abgeschafft und durch ein Delegations-Prinzip der Universit&#228;tsvertretungen ersetzt, in dem kleine Universit&#228;ten, welche oftmals konservativ oder unpolitisch gepr&#228;gt sind, &#252;berproportional vertreten sind. <a title="anm_39" name="anm_39" href="#anm39"><sup>39</sup></a> Ebenfalls wurde die Direktwahl der Fakult&#228;tsvertretungen abgeschafft und es wurde generell den jeweiligen Universit&#228;tsvertretungen &#252;berlassen, ob diese &#252;berhaupt eingerichtet werden oder nicht. Die Studienvertretungen werden zu Gunsten der Fakult&#228;tsvertretungen finanziell aufgewertet, erhalten sie nun doch mehr als ein Viertel der Studienbeitr&#228;ge. <a title="anm_40" name="anm_40" href="#anm40"><sup>40</sup></a><br />
Zur &#220;berraschung aller ging jedoch der Plan, die &#214;H-Bundesvertretung umzuf&#228;rben, zumindest vorl&#228;ufig nicht auf. Generell konnten die linken Fraktionen durch eine konsequente Wahlkampagne, welche das neue Gesetz in den Mittelpunkt stellte, mehr als 6% zulegen und den drohenden konservativen Backslash vorl&#228;ufig abwehren, doch sollten sich die Auswirkungen des neuen HSG erst zeigen. Denn durch die Abwertung der Direktwahl der Fakult&#228;tsvertretungen h&#246;rten diese faktisch auf zu existieren, nahmen sie vorher eine Koordinationst&#228;tigkeit der Studienvertretungen ein, verf&#252;gten &#252;ber eigene Angestellte, nahmen ein allgemeinpolitisches Mandat wahr und stellten Ressourcen f&#252;r kritische Forschungszusammenh&#228;nge von Studierenden zur Verf&#252;gung, waren sie nun weitgehend mittellos, bereits durch das UG 02 um die Mitbestimmungsrechte beschnitten und nun nicht einmal mehr direkt gew&#228;hlt. Dies schadete nicht nur der Vernetzung zwischen (kritischen) Studienvertretungen untereinander, sondern auch den Universit&#228;tsvertretungen, was der Durchschlagskraft kritischer Studierendenvertretung nicht gerade zutr&#228;glich war. In der Bundesvertretung musste mit hohem personellen Aufwand M&#228;ngelverwaltung betrieben werden. Generell konnte das personelle Wachstum der linken Studierendenorganisationen nicht mit der wachsenden Anzahl von errungenen Funktionen und Arbeitsbereichen mithalten. Linke Studierendenorganisationen wandelten sich dadurch teilweise zu blo&#223;en Rekrutierungsorganen der einzelnen &#214;H-Strukturen. Diese wurden jedoch stetig in ihren Rechten und M&#246;glichkeiten beschnitten, die Linken innerhalb der &#214;H waren st&#228;ndig gezwungen auf weitere Verschlechterungen zu reagieren, wobei ihr Protest aufgrund der vorherrschenden gesellschaftlichen Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse erschwert wurde und oft wirkungslos blieb. Dabei kam noch erschwerend hinzu, dass die AktivistInnen als oftmalige Multifunktion&#228;rInnen auf mehreren Kirtagen gleichzeitig tanzen mussten und somit weder Zeit noch Mu&#223;e f&#252;r Aktivit&#228;ten abseits von Abwehrk&#228;mpfen und Strukturerhaltung zur Verf&#252;gung hatten.<br />
Im Zuge der &#214;H-Wahl 2007 ging die linke Mehrheit schlie&#223;lich verloren und die konservative Aktionsgemeinschaft (AG) konnte die relative Mehrheit zur&#252;ckerobern. Zwar wurde seitens der linken Fraktionen versucht, durch eine Koalition mit den &#228;u&#223;erst heterogenen und politisch indifferenten Fachschaftslisten, den linken Einfluss auf die Bundesvertretung zu erhalten, doch zerbrach dieses Experiment bereits nach einem Jahr. Seither befindet sich die AG in einer Minderheitsexekutive. Im Zuge der &#214;H-Wahl 2007 verloren auch die meisten linken Universit&#228;tsvertretungen ihre Mehrheit, bzw. zerfielen aufgrund arbeitstechnischer Differenzen.<br />
Somit sind die Ressourcen f&#252;r kritische studentische Projekte begrenzt wie schon lange nicht mehr. Keinerlei Interventionsm&#246;glichkeiten im Universit&#228;tsbetrieb, marktf&#246;rmige Restrukturierung der Studien, Erwerbst&#228;tigkeit und Zugangsbeschr&#228;nkungen schlie&#223;en begrenzte aber zumindest bew&#228;hrte Freir&#228;ume. Der konservative Backslash in der &#214;H nimmt weitere Ressourcen und bringt die Linke auch in diesem Feld in eine aufwendige Defensivposition. UG02 und HSG-Novelle befreiten viele unfreiwillig davon, in schlie&#223;lich trotzdem durch gesellschaftliche Machtverh&#228;ltnisse strukturierten Bahnen zu laufen, in denen der Weg oft nur marginal bestimmbar war. Neue Technologien erleichtern die Vernetzung und Aktionsf&#228;higkeit jenseits staatlicher Institutionen, es kommt zur Herausbildung einer netzwerkartigen, postdisziplin&#228;ren und nomadischen Kritikpraxis <a title="anm_41" name="anm_41" href="#anm41"><sup>41</sup></a>, welche trotz ihrer Widerspr&#252;che neue Perspektiven er&#246;ffnet die es auszuf&#252;llen gilt. Diese Perspektiven werden wohl vorerst mehr um die Universit&#228;t als in ihr vonstattengehen, doch gerade deshalb bedarf es einer strategischen Neupositionierung, welche danach trachtet, jene universit&#228;ren Kan&#228;le auszumachen, die Interventionsm&#246;glichkeiten bieten um diese Entwicklungen zu beg&#252;nstigen. Defensivk&#228;mpfe und altbekannte Strategien werden sicher nicht ausreichen. Einem breiten universit&#228;ren Projekt fehlt es zugleich aber noch an inhaltlicher Sch&#228;rfe und Vernetzung mit gesamtgesellschaftlichen Initiativen.</p>
<h3>Anmerkungen</h3>
<p><a title="anm1" name="anm1" href="#anm_1">1</a> Begonnen bei Schriftgelehrten, KlerikerInnen und BeamtInnen, bis hin zu den BeraterInnen, PsychologInnen und BetriebswirtschaferInnen heutiger Tage.</p>
<p><a title="anm2" name="anm2" href="#anm_2">2</a> Hirsch, Joachim: Die Universit&#228;t: Elfenbeinturm, Wissensfabrik oder Ort kritischer Theoriebildung, in: Br&#252;chert, Oliver/Wagner, Alexander (Hg.): Kritische Wissenschaft, Emanzipation und die Entwicklung der Hochschulen. Marburg 2007, S. 244</p>
<p><a title="anm3" name="anm3" href="#anm_3">3</a> Steinert, Heinz: Die Universit&#228;t als Ort von Kritischer Theorie?, in: Br&#252;chert/Wagner, a.a.O., S. 19</p>
<p><a title="anm4" name="anm4" href="#anm_4">4</a> Hier w&#228;ren u. a. der erste Direktor des Frankfurter Instituts f&#252;r Sozialforschung Carl Gr&#252;nberg, welcher bereits um 1900 einen Lehrstuhl in politischer &#214;konomie an der Universit&#228;t Wien innehatte, Max Adler, der erste (au&#223;erordentliche) Professor f&#252;r Soziologie, oder die Wirtschaftspsychologische Forschungsstelle, in der Marie Jahoda und Paul Lazersfeld arbeiteten, zu nennen.</p>
<p><a title="anm5" name="anm5" href="#anm_5">5</a> Vgl. Bruckner, Christian: 60 Jahre &#214;H, S. 13, online unter: http://www.oeh.ac.at/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/60_Jahre.pdf</p>
<p><a title="anm6" name="anm6" href="#anm_6">6</a> Vgl. Hochschul-Organisationsgesetz; in BGBl. Nr. 154/1955</p>
<p><a title="anm7" name="anm7" href="#anm_7">7</a> Vgl. Bruckner, a.a.O., S. 52</p>
<p><a title="anm8" name="anm8" href="#anm_8">8</a> Vgl. Hochschultaxengesetz; in BGBl. Nr. 102/1953</p>
<p><a title="anm9" name="anm9" href="#anm_9">9</a> Vgl. Demirovic, Alex: Kritische Gesellschaftstheorie und ihre Bildungsbedingungen im fordistischen und postfordistischen Kapitalismus; in Br&#252;chert/Wagner, a.a.O., S. 69</p>
<p><a title="anm10" name="anm10" href="#anm_10">10</a> Dieses wurde im Auftrag der Ford Foundation von Paul Lazersfeld aufgebaut und umfasste erstmals postgraduale Lehrg&#228;nge in modernen Sozialwissenschaften (&#214;konomie, Soziologie, Politikwissenschaft) anbot. Vgl. K&#246;nig, Thomas/Kreisky, Eva: Bedingungen kritischer Wissenschaft in &#214;sterreich; in Br&#252;chert/Wagner, a.a.O., S. 117</p>
<p><a title="anm11" name="anm11" href="#anm_11">11</a> Ebd., S. 118</p>
<p><a title="anm12" name="anm12" href="#anm_12">12</a> Pasqualoni, Pier-Paolo: &#214;sterreichische Universit&#228;ten im Spiegel der Geschichte. Fallstricke einer Reform der Reform, in: Paolo Freire Zentrum/&#214;sterreichische Hochsch&#252;lerInnenschaft (Hg.): &#214;konomisierung der Bildung, Wien 2005, S. 107</p>
<p><a title="anm13" name="anm13" href="#anm_13">13</a> Vgl. Bruckner, a.a.O., S. 52, bzw. Foltin, Robert: Und wir bewegen uns doch. Soziale Bewegungen in &#214;sterreich. Wien 2004, S. 73ff .</p>
<p><a title="anm14" name="anm14" href="#anm_14">14</a> Vgl. K&#246;nig/Kreisky, a.a.O., S. 118</p>
<p><a title="anm15" name="anm15" href="#anm_15">15</a> Zum Begriff des Transformismo vgl. Gramsci, Antonio: Gef&#228;ngnishefte, Hamburg 1991ff , S. 966</p>
<p><a title="anm16" name="anm16" href="#anm_16">16</a> Vgl. K&#246;nig/Kreisky, a.a.O., S. 125ff .</p>
<p><a title="anm17" name="anm17" href="#anm_17">17</a> Welche de jure in den akademischen Senaten sowie den Fakult&#228;tskonferenzen eine zentrale Position einnahmen (50%) und de facto auch in den unter-fakult&#228;ren Gremien ihre Macht mittels Erfahrung, Netzwerken, Informationsvorsprung usw. aufrecht erhielten.</p>
<p><a title="anm18" name="anm18" href="#anm_18">18</a> Hierzu bemerkte die Studienvertretung Politikwissenschaft an der Universit&#228;t Wien im Jahre 1980, dass: â€ž(&#8230;) die Aktivisten, die fr&#252;her in den Lehrveranstaltungen, an den Instituten usw. h&#228;ufig zu finden waren, sich in der Gremialpolitik totlaufen; sie hetzen als Vertreter der â€žBasisâ€œ von Sitzung zu Sitzung, aber Basis haben sie keine mehr, die R&#252;ckkoppelung zur Basis geht langsam aber sicher verloren.â€œ (zit. n. Steiner, Olivia: Zur Entstehung der Basisgruppenliste Geisteswissenschaften an der Universit&#228;t Wien. Universit&#228;t Wien, Dipl.-Arb. 2005, S. 53)</p>
<p><a title="anm19" name="anm19" href="#anm_19">19</a> Merkens, Andreas: Neoliberalismus, passive Revolution und Umbau des Bildungswesens, in: Meyer-Siebert, Jutta et al. (Hg.innen): Die Unruhe des Denkens nutzen. Emanzipatorische Standpunkte im Neoliberalismus; Hamburg 2002, S. 171</p>
<p><a title="anm20" name="anm20" href="#anm_20">20</a> Industriellenvereinigung: Hochschulen f&#252;r die Zukunft â€“ Hochschulstrategie NEU; online unter: http://www.iv-mitgliederservice.at/iv-all/publikationen/file_424.pdf (15.1.2009); S. 6</p>
<p><a title="anm21" name="anm21" href="#anm_21">21</a> Pasqualoni, a.a.O. S. 119</p>
<p><a title="anm22" name="anm22" href="#anm_22">22</a> Vgl. Universit&#228;tsorganisationsgesetz â€“ UOG 1993; in BGBl. 805/1993 Â§Â§ 3, 43, 46, 49, 52</p>
<p><a title="anm23" name="anm23" href="#anm_23">23</a> Bultmann, Torsten: Die standortgerechte Dienstleistungshochschule; in PROKLA 104 (1996), online unter http://nofees.redefreiheit.net/texte/torsten_2.html</p>
<p><a title="anm24" name="anm24" href="#anm_24">24</a> Pelizzari, Allesandro: Marktgerecht studieren â€“ New Public Management an den Universit&#228;ten, in: &#214;sterreichische Hochsch&#252;lerInnenschaft/Paolo Freire Zentrum, a.a.O., S. 91</p>
<p><a title="anm25" name="anm25" href="#anm_25">25</a> Bultmann, Torsten: Hochschulunternehmen auf dem Bildungsmarkt, in: ASTA-Bochum (Hg): Education not for Sale, S. 47. Der Reader ist online unter: http://euforthepeople.tripod.com/gats-reader-deutsch.pdf</p>
<p><a title="anm26" name="anm26" href="#anm_26">26</a> Vgl. Universit&#228;tsgesetz 2002; in: BGBl I Nr. 120/2002</p>
<p><a title="anm27" name="anm27" href="#anm_27">27</a> Vgl. Bruckner, a.a.O., S. 45</p>
<p><a title="anm28" name="anm28" href="#anm_28">28</a> Pelizzari, a.a.O., S. 86</p>
<p><a title="anm29" name="anm29" href="#anm_29">29</a> Bruckner, a.a.O., S. 44</p>
<p><a title="anm30" name="anm30" href="#anm_30">30</a> Die genauen Daten zu diesem Absatz fi nden sich bei Wroblewski, Angela/Unger, Martin: Studierenden-Sozialerhebung 2002. Bericht zur sozialen Lage der Studierenden; online unter: http://ww2.sozialerhebung.at/Ergebnisse/PDF/sozialbericht_2002.pdf, S. 10, 57, 120</p>
<p><a title="anm31" name="anm31" href="#anm_31">31</a> Kolland, Franz: Auswirkungen der Einf&#252;hrung von Studienbeitr&#228;ge auf die Studienbeteiligung und das Studierverhalten. Endbericht, Wien 2002, S. 93. Bei Kolland und Wroblewski/Unger handelt es sich &#252;brigens um zwei Studien welche vom Wissenschaftsministerium selbst in Auftrag gegeben wurden.</p>
<p><a title="anm32" name="anm32" href="#anm_32">32</a> Unter dem Bologna-Prozess wird in Anlehnung an die â€žGemeinsame Erkl&#228;rung der europ&#228;ischen Bildungsministerâ€œ vom 19. Juni 1999 in Bologna der Prozess zur Schaffung eines einheitlichen europ&#228;ischen Hochschulraums, insbesondere die Schaffung eines Systems einheitlicher Studienabschl&#252;sse, verstanden. Dieser Prozess verl&#228;uft jedoch weder im Rahmen der Europ&#228;ischen Union, noch in Form v&#246;lkerrechtlicher Vertr&#228;ge, vielmehr handelt es sich bei den &#220;bereink&#252;nften der MinisterInnen lediglich um Absichtserkl&#228;rungen ohne rechtsverbindlichen Charakter. Wirkm&#228;chtig wird der Bologna-Prozess vielmehr durch mit der â€žOffenen Methode der Koordinierungâ€œ vergleichbaren Praxen des <em>naming and shaming</em> einzelner Staaten und Universit&#228;ten, welche entlang der formulierten Ziele Benchmarks setzen, regelm&#228;&#223;ig evaluieren, ver&#246;ffentlichen und beabsichtigen, damit eine Reformdynamik in den jeweiligen Institutionen zu initiieren.</p>
<p><a title="anm33" name="anm33" href="#anm_33">33</a> Bultmann, a.a.O., S. 190f.</p>
<p><a title="anm34" name="anm34" href="#anm_34">34</a> Vgl. Kaindl, a.a.O., S. 218f.</p>
<p><a title="anm35" name="anm35" href="#anm_35">35</a> Vgl. Â§13, bzw. Anlage 1.41 des Universit&#228;ts-Studiengesetz; in: BGBl. I Nr. 48/1997</p>
<p><a title="anm36" name="anm36" href="#anm_36">36</a> Universit&#228;t Wien: Tischvorlage SPL Sitzung 10.10.2007, Erweiterungscurricula als curriculare Gestaltungsm&#246;glichkeit an der Universit&#228;t Wien, Aktualisierte Version 08.10.2007; online unter: http://www.univie.ac.at/bologna/bb-dokumente/071008_Erweiterungscurricula_Richtlinien.pdf, S. 4 bzw. 7</p>
<p><a title="anm37" name="anm37" href="#anm_37">37</a> Sequenzierungen sehen den Abschluss bestimmter Lehrveranstaltungen als Voraussetzung f&#252;r die Anmeldung zu weiterf&#252;hrenden Pflichtlehrveranstaltungen vor. Dies &#246;ffnet knock-out Pr&#252;fungen T&#252;r und Tor und ist dementsprechend als informelle Zugangsbeschr&#228;nkung zu werten.</p>
<p><a title="anm38" name="anm38" href="#anm_38">38</a> Regierungsprogramm f&#252;r die XXIV. Gesetzgebungsperiode; online unter: http://spoe.at/bilder/d268/Regierungsprogramm.pdf, S. 205</p>
<p><a title="anm39" name="anm39" href="#anm_39">39</a> Auf Basis des neuen Wahlrechts h&#228;tten die linken Fraktionen bereits<br />
2001 und 2003 weniger als ein Drittel der Mandate in der Bundesvertretung gehabt.</p>
<p><a title="anm40" name="anm40" href="#anm_40">40</a> Vgl. Hochsch&#252;lerinnen- und Hochsch&#252;lerschaftsgesetz 1998 idF BGBl.I Nr. 1/2005 Â§Â§ 12, 14</p>
<p><a title="anm41" name="anm41" href="#anm_41">41</a> Demirovic, a.a.O.</p>
<p><em>Thomas Reithmayer </em> ist im <em>VSSt&#214; Wien Sozialwissenschaften</em> aktiv und kandidiert bei den Wahlen zur Studienvertretung Politikwissenschaft an der Universit&#228;t Wien f&#252;r <em>KriSP â€“ Kritische Studierende Politikwissenschaft.</em></p>
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		<title>KriSP w&#228;hlen! F&#252;r eine offene, kritische Studienvertretung Politikwissenschaft!</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2009/05/26/krisp-waehlen-fuer-eine-offene-kritische-studienvertretung-politikwissenschaft/</link>
		<comments>http://www.perspektiven-online.at/2009/05/26/krisp-waehlen-fuer-eine-offene-kritische-studienvertretung-politikwissenschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 May 2009 09:09:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[KriSP]]></category>
		<category><![CDATA[kritische Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politikwissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[<img class="aligncenter size-full wp-image-431" title="sokrispy" src="http://www.perspektiven-online.at/wp-content/uploads/2009/05/sokrispy.png" alt="sokrispy" width="190" height="190" />
<p style="text-align: justify;">Von 26. bis 28. Mai finden an den &#246;sterreichischen Hochschulen die Wahlen zur &#214;H, also zur Studierendenvertretung auf Universit&#228;ts- und Institutsebene (sowie indirekt auf Bundesebene) statt. Als Gruppe Perspektiven beteiligen wir uns an der Initiative <a href="www.krisp.at" target="_blank">KriSP â€“ Kritische Studierende Politikwissenschaft</a>, die bei den Wahlen zur Studienvertretung am Institut f&#252;r Politikwissenschaft an der Universit&#228;t Wien antritt. Hier erkl&#228;ren wir, warum wir das tun.</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-431" title="sokrispy" src="http://www.perspektiven-online.at/wp-content/uploads/2009/05/sokrispy.png" alt="sokrispy" width="190" height="190" /></p>
<p style="text-align: justify;">Von 26. bis 28. Mai finden an den &#246;sterreichischen Hochschulen die Wahlen zur &#214;H, also zur Studierendenvertretung auf Universit&#228;ts- und Institutsebene (sowie indirekt auf Bundesebene) statt. Als Gruppe Perspektiven beteiligen wir uns an der Initiative <a href="www.krisp.at" target="_blank">KriSP â€“ Kritische Studierende Politikwissenschaft</a>, die bei den Wahlen zur Studienvertretung am Institut f&#252;r Politikwissenschaft an der Universit&#228;t Wien antritt. Hier erkl&#228;ren wir, warum wir das tun.</p>
<p><span id="more-428"></span></p>
<p>Im Laufe der letzten Wochen und Monate hat sich eine kleine, aber dynamische <a href="http://powiprotest.wordpress.com/" target="_blank">Protestbewegung am Institut f&#252;r Politikwissenschaft</a> formiert. Diese richtete sich in erster Linie gegen die systematische Aushungerung des Instituts durch Wissenschaftsministerium und Rektorat, die zu unzumutbaren Studien- und Arbeitsbedingungen f&#252;hren und ein kritisches, halbwegs selbstbestimmtes Studieren zunehmend verunm&#246;glichen. In Zusammenhang mit den Protesten gelang es, ausgehend von den <a href="http://www.krisp.at/home/einzelansicht/home/forderungen-der-hoerer-innenversammlung/" target="_blank">unmittelbaren Forderungen</a>, eine breite Diskussion zu aktuellen hochschulpolitischen Fragen zu organisieren. Dies betrifft etwa die Einbindung der &#246;sterreichischen Universit&#228;ten in die wettbewerbsgetriebene â€žBologna-Architekturâ€œ der EU, die damit verbundene Umstellung auf Bachelor-, Master- und PhD-Studium oder die drohende Einf&#252;hrung von (offenen oder versteckten) Zugangsbeschr&#228;nkungen.</p>
<p>Im Zuge dieser Aktivit&#228;ten stellte sich einmal mehr heraus, dass die â€žBasisgruppe Politikwissenschaftâ€œ (Bagru Powi), die zur Zeit die Studienvertretung am Institut f&#252;r Politikwissenschaft stellt, ihrem vorgeblich aktivistischen Selbstverst&#228;ndnis zum Trotze, f&#252;r die Organisierung und Unterst&#252;tzung von Protestbewegungen nicht viel &#252;brig hat. Es offenbarte sich auch die konsequente Vernachl&#228;ssigung von bildungs- und universit&#228;tspolitischen Fragen durch die Bagru Powi in den letzten Jahren. Dies h&#228;ngt eng mit der politischen Ausrichtung dieser Gruppe zusammen, die sich â€“ besonders knapp vor den &#214;H-Wahlen â€“ gerne selbst als kritischer, offener Zusammenhang pr&#228;sentiert. Tats&#228;chlich hat sich die Bagru Powi jedoch besonders in den letzten Jahren zu einem geschlossenen und dogmatischen Kreis entwickelt, der sich auf problematische Weise blo&#223; einer handvoll Themen widmet. Ihre Intention ist es offensichtlich nicht, etwa durch ihre Veranstaltungen, breite Debatten und Engagement unter den Studierenden zu f&#246;rdern und so zu einer lebendigen Diskussions- und Protestkultur am Institut f&#252;r Politikwissenschaft beizutragen. Dabei liegt das Problem nicht nur in der sehr engen Auswahl von Themen, der sich die Bagru Powi in ihrer Funktion als Studienvertretung widmet. Besonders beklagenswert ist, dass die Studienvertretung Politikwissenschaft durch die Bagru Powi zur Speerspitze einer obskuren politischen Str&#246;mung entwickelt hat, die oft als â€žantideutschâ€œ bezeichnet wird. Diese zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass sie sozialen Bewegungen â€“ etwa der globalisierungskritischen Bewegung oder antimilitaristischen Initiativen â€“ pauschal vorwirft, â€žantiamerikanischâ€œ oder gar antisemitisch zu sein. Als besondere Gefahr wird dabei â€žder Islamâ€œ gesehen, der Europa in die Barbarei zu f&#252;hren drohe. Diese politische Linie l&#228;sst sich anhand der Veranstaltungen, die in den letzten Monaten im Namen der Studienvertretung Politikwissenschaft veranstaltet oder unterst&#252;tzt wurden, sch&#246;n nachvollziehen. Ihre letzte Veranstaltungsreihe trug den Titel â€žMit linken Mythen aufr&#228;umenâ€œ und diente in erster Linie dazu, soziale Bewegungen und kritische Perspektiven abzukanzeln. Dabei traten fast <a href="https://www.adf-berlin.de/wbb2/thread.php?postid=37780" target="_blank">ausschlie&#223;lich AutorInnen der ber&#252;chtigten Zeitschrift â€žBahamasâ€œ</a> auf, die <a href="http://www.trend.infopartisan.net/trd1200/t081200.html" target="_blank">selbst in antideutschen Kreisen</a> wegen ihrer offen <a href="http://www.burks.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?t=6183" target="_blank">rassistischen</a> und <a href="http://www.copyriot.com/sinistra/magazine/sin04/abschied.html" target="_blank">antifeministischen</a> Ausrichtung kritisiert wurde. Unterst&#252;tzung der Bagru Powi gab es auch f&#252;r die Kampagne mit dem Orwellâ€™schen Titel â€žStop the Bombâ€œ und den gleichnamigen Kongress, auf dem ein Teilnehmer unter Beifall einen <a href="http://derstandard.at/?url=/?id=3325059" target="_blank">â€žatomaren Erstschlagâ€œ (!) auf den Iran</a> forderte. Und schlie&#223;lich veranstaltete die Studienvertretung j&#252;ngst ein â€žIslam-Symposiumâ€œ, bei dem ausschlie&#223;lich â€žantideutscheâ€œ RednerInnen unter dem Deckmantel der Religionskritik <a href="http://www.perspektiven-online.at/artikel/gegen-islam-symposium/" target="_blank">kulturrassistische Klischees bedienten</a>.<br />
Die von uns unterst&#252;tzte Kandidatur der KriSP ist also auch eine Kandidatur f&#252;r eine Studienvertretung, die als Anlaufstelle, Infrastruktur und Ort der Vernetzung f&#252;r vielf&#228;ltige linke Projekte dient. Gegen die dogmatische und reaktion&#228;re Politik der Bagru Powi setzen wir auf einen Ansatz, der die Vielfalt linker, emanzipativer und fortschrittlicher Bewegungen als St&#228;rke anerkennt, statt von der Kanzel der Aufkl&#228;rung ewige Wahrheiten zu verk&#252;nden. Wir wollen Veranstaltungen, in denen unterschiedliche kritische Positionen auf solidarische Weise diskutiert werden k&#246;nnen. Wir wollen eine Studienvertretung, die antirassistische, feministische, queere und &#246;kologische Ans&#228;tze ernst nimmt. Wir wollen selbstorganisierte studentische Initiativen wie den geplanten Kongress <a href="http://freiebildung.at/wordpress/aufbruch-im-umbruch/" target="_blank">â€žAuf:bruch im Um:bruchâ€œ</a> unterst&#252;tzen und politische Debatten organisieren, die uns zur Etablierung einer studentischen Diskussions- und Protestkultur notwendig scheinen. Und wir wollen als Perspektiven daf&#252;r sorgen, dass undogmatische, radikale linke Positionen an der Universit&#228;t wieder sichtbar werden.</p>
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		<title>Veranstaltung: Was hei&#223;t kritische Politikwissenschaft heute?</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2009/05/06/veranstaltung-was-heisst-kritische-politikwissenschaft-heute/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 May 2009 12:16:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[KriSP]]></category>
		<category><![CDATA[kritische Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politikwissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Alex Demirovic (TU Berlin) und Stefanie W&#246;hl (Uni Wien)
Moderation: Hanna Lichtenberger (KriSP)
Termin: 15. Mai 2009
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ort: Neues Institutsgeb&#228;ude (NIG) der Universit&#228;t Wien, H&#246;rsaal 2 (Erdgescho&#223;)
Die Rolle der Universit&#228;t im Allgemeinen und der Sozialwissenschaften im Besonderen hat sich in den letzten Jahren auch in &#214;sterreich drastisch ver&#228;ndert. Was oft als â€žNeoliberalisierungâ€œ der Hochschulen bezeichnet wird, hat sich zuletzt etwa [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit <strong>Alex Demirovic (TU Berlin)</strong> und <strong>Stefanie W&#246;hl (Uni Wien)</strong><br />
Moderation: <strong>Hanna Lichtenberger (<a href="http://www.krisp.at" target="_blank">KriSP</a>)</strong><br />
Termin: <strong>15. Mai 2009</strong><br />
Uhrzeit: <strong>19:30 Uhr</strong><br />
Ort: <strong>Neues Institutsgeb&#228;ude (NIG) der Universit&#228;t Wien, H&#246;rsaal 2 (Erdgescho&#223;)</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Rolle der Universit&#228;t im Allgemeinen und der Sozialwissenschaften im Besonderen hat sich in den letzten Jahren auch in &#214;sterreich drastisch ver&#228;ndert. Was oft als â€žNeoliberalisierungâ€œ der Hochschulen bezeichnet wird, hat sich zuletzt etwa in der Umstellung von Diplomstudien auf das â€žBologna-Modellâ€œ ausgedr&#252;ckt, also in der Teilung in Bachelor-, und Masterstudium. Ausgewiesenes Ziel dieser und anderer Reformen ist es, die Studien auf das Prinzip der <em>employability </em>auszurichten. Universit&#228;ten sollen in ausreichendem Ma&#223;e jene Arbeitskr&#228;fte produzieren, die auf den Arbeitsm&#228;rkten nachgefragt werden. Studierende werden dabei diskursiv und durch Ma&#223;nahmen wie die Einf&#252;hrung von Studiengeb&#252;hren von aktiven Universit&#228;tsangeh&#246;rigen zu Kund_innen gemacht, die zielgerichtet die Ware Bildung konsumieren und auf ein baldiges <em>return of investment</em> hoffen m&#252;ssen.</p>
<p><span id="more-398"></span><br />
Wo das Studium zunehmend nach Kriterien der Betriebswirtschaft organisiert wird und Modularisierung und Sequenzierungen dazu beitragen sollen, Studierende in m&#246;glichst kurzer Zeit durch das Bakkalaureats-Studium zu schleusen, ver&#228;ndern sich jedoch die Bedingungen f&#252;r Politikwissenschaft fundamental. Insbesondere eine Position, die Politikwissenschaft als Ort kritischer Reflexion &#252;ber die gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse versteht, scheint hier kaum noch Platz zu haben.</p>
<p>Wie k&#246;nnen unter diesen Voraussetzungen Freir&#228;ume, in denen sich kritische, selbstbestimmte Formen des Lernens, Lehrens und Forschens entwickeln, verteidigt und neu geschaffen werden? In welchem Verh&#228;ltnis stehen Politikwissenschaft und soziale Bewegungen? Was kann â€žkritische Politikwissenschaftâ€œ heute, nach dem neoliberalen Umbau der Hochschulen, aber auch angesichts der globalen Krise, &#252;berhaupt bedeuten? &#220;ber diese Fragen wollen wir gemeinsam mit Alex Demirovi&#196;‡ und Stefanie W&#246;hl diskutieren.</p>
<p><strong>Eine Veranstaltung der <a href="http://www.krisp.at" target="_blank">Kritischen Studierenden Politikwissenschaft</a><a href="http://www.krisp.at" target="_self"> (KriSP)</a></strong></p>
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