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	<title>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis &#187; Kolumbien</title>
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	<description>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis</description>
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		<title>Bolívar in Bogotá: Die „neue Linke“ in Kolumbien</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jul 2011 17:12:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 13]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumbien]]></category>
		<category><![CDATA[Lateinamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Guerillataktik der letzten Jahrzehnte in Kolumbien scheint gescheitert. Die unglaubliche staatliche und parastaatliche Repression aber auch eigene Fehler zwingen die gesamte Linke zu neuen Strategien. Dass diese neuen Formierungsversuche nur vor dem spezifischen historischen Hintergrund verst&#228;ndlich werden, argumentieren Sebastian Muhr, Julia Hofmann, Tobias Zortea und Tobias Boos.

Die Diskussionen rund um die „Neue Linke“ in Lateinamerika sind in den letzten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Guerillataktik der letzten Jahrzehnte in Kolumbien scheint gescheitert. Die unglaubliche staatliche und parastaatliche Repression aber auch eigene Fehler zwingen die gesamte Linke zu neuen Strategien. Dass diese neuen Formierungsversuche nur vor dem spezifischen historischen Hintergrund verst&#228;ndlich werden, argumentieren <em>Sebastian Muhr, Julia Hofmann, Tobias Zortea</em> und <em>Tobias Boos</em>.<br />
<span id="more-1960"></span><br />
Die Diskussionen rund um die „Neue Linke“ in Lateinamerika sind in den letzten Jahren zu einem wichtigen Bezugspunkt der europ&#228;ischen Linken geworden. Dabei drehten sich die Debatten vor allem um die beiden Paradebeispiele linker Regierungsprojekte in Venezuela und Bolivien. W&#228;hrend in den b&#252;rgerlichen Medien die Projekte und vor allem deren <em>líder </em>Morales und Chavez h&#228;ufig verteufelt wurden, zeigte sich bei Teilen der Linken eine Tendenz zur &#220;berromantisierung.<a title="anm_1" name="anm_1" href="#anm1"><sup>1</sup></a> L&#228;nder wie Kolumbien, in denen die Rechte seit Jahren stark autorit&#228;r regiert, werden hingegen selten beachtet. Ebenso wenig wird die Vorgehensweise, mit der die Rechte diese Politik durchsetzt, au&#223;erhalb von Lateinamerika thematisiert.<br />
Dabei stellt sich der Fall Kolumbien aus zwei Gr&#252;nden als besonders spannend dar: Einerseits gab es zu Hochzeiten der kolumbianischen Linken vor ca. 20 Jahren reale Hoffnungen auf positive Ver&#228;nderungen. Andererseits existieren, trotz der starken Repression, noch immer progressive K&#228;mpfe und Projekte im Land. Aus diesem aktuellen Beispiel autorit&#228;rer Politiken l&#228;sst sich daher auch f&#252;r die hiesigen Verh&#228;ltnisse viel lernen.<br />
Der Artikel wird sich zun&#228;chst mit dem Niedergang der kolumbianischen Linken im Verlauf des 20. Jahrhunderts besch&#228;ftigen, um in einem weiteren Schritt ihre neuen Strategien zu beleuchten. Hierbei wird sich zeigen, dass diese – vor allem auf politische Institutionen abzielende – Strategien, nur durch die Einbeziehung des spezifisch-historischen Hintergrunds verstanden und analysiert werden k&#246;nnen. Abschlie&#223;end werden die skizzierten gesellschaftspolitischen Entwicklungen anhand der Region Apartadó konkretisiert.</p>
<p><strong>Historische Entwicklung und Krise</strong><br />
Anfang des 20. Jahrhunderts kam es, ausgel&#246;st durch einen Wirtschaftsboom, zu einer zunehmenden Industrialisierung Kolumbiens. Im Zuge dieser formierten sich neben den traditionellen Parteien (in Kolumbien v.a. die Konservativen und Liberalen), neue (und/oder) antagonistische soziale Kr&#228;fte, die sich zum Gro&#223;teil unter dem Schirm der <em>Partido Socialista Revolucionario</em> (PSR) versammelten. Diese begriff sich explizit – in Abgrenzung zu den KPs – als Bewegungspartei und b&#252;ndelte somit die unterschiedlichen aufkommenden sozialen Bewegungen. Gerade am Land organisierten sich gro&#223;e Teile der Bev&#246;lkerung. Es kam zur Gr&#252;ndung zahlreicher Kommunen. Ihr trauriges Ende erreichten diese Entwicklungen jedoch 1928, als die Armee zahlreiche streikende ArbeiterInnen der <em>United Fruit Company</em> massakrierte. Interessant sind hierbei die personellen Kontinuit&#228;ten: Viele Verwandte der ermordeten Kommunenanf&#252;hrerInnen spielten sp&#228;ter eine gewichtige Rolle bei den Gr&#252;ndungen von Guerillas.<a title="anm_2" name="anm_2" href="#anm2"><sup>2</sup></a><br />
Nach diesen Vorkommnissen kam es zu einer massiven Repressionswelle, durch die progressive au&#223;erparlamentarische Kr&#228;fte f&#252;r lange Zeit fast g&#228;nzlich von der Bildfl&#228;che verschwanden. Erst 1948 traten linke Kr&#228;fte wieder in Erscheinung: Zur Pr&#228;sidentschaftswahl kandidierte der aus der liberalen Partei kommende Linkspopulist Jorge Eliecer Gaitán f&#252;r die von ihm gegr&#252;ndete <em>Unión Nacional Izquierdista Revolucionaria</em> (UNIR). Als jedoch deutlich wurde, dass sein bevorstehender Wahlsieg den herrschenden Eliten gef&#228;hrlich werden w&#252;rde, lie&#223;en diese ihn kurzerhand erschie&#223;en. Die aufgebrachte Bev&#246;lkerung zog daraufhin wutentbrannt durch Bogotá und &#252;berfiel staatliche Einrichtungen. Auf den <em>Bogotazó </em>– wie dieser spontane Aufstand in Kolumbien genannt wird – folgten b&#252;rgerkriegsartige Zust&#228;nde. In der Episode, die als <em>la violencia</em> (die Gewalt) in die kolumbianische Geschichte eingegangen ist, bek&#228;mpften sich vor allem der kolumbianischen Staat und die Konservativen auf der einen und die soziale Basis der Liberalen auf der anderen Seite.<a title="anm_3" name="anm_3" href="#anm3"><sup>3</sup></a> 1964–66 entstanden schlie&#223;lich die <em>Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia</em> – <em>Ejército del Pueblo</em> (FARC-EP) sowie die guevaristische <em>Ejército de Liberación Nacional</em> (ELN). Wie bereits erw&#228;hnt, gab es zwischen den aufst&#228;ndischen Bauern der 1920er Jahre und der FARC personelle Verbindungen, so dass sich viele der Guerilla anschlossen. Zudem begriff diese sich explizit als Selbstverteidigungsorganisation, womit sie an die Tradition der <em>Autodefensas Campesinas</em> (Bauernselbstverteidigungsorganisationen) ankn&#252;pfte.<a title="anm_4" name="anm_4" href="#anm4"><sup>4</sup></a> In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche andere Guerillagruppen, die unterschiedliche territoriale Verankerungen besa&#223;en und verschiedene politische Strategien vertraten. Es kann hier nicht im einzelnen auf die unterschiedlichen Gruppen eingegangen werden, jedoch stellte deren Uneinigkeit sicherlich einen Grund daf&#252;r dar, dass es nicht gelang, breitere Allianzen zu bilden. So konnte auch in der Krise der <em>frente nacional</em>, dem seit 1958 institutionalisierten B&#252;ndnis zwischen der liberalen und konservativen Partei, und nach deren endg&#252;ltigem Zusammenbruch 1974 wenig erreicht werden.<br />
Hoffnung keimte erst wieder zu Beginn der Pr&#228;sidentschaft Betancours Anfang der 80er Jahre auf. Dieser hatte vielversprechende Reformen angek&#252;ndigt. Es kam zu Gespr&#228;chen zwischen der Regierung, der FARC und weiteren Guerillaorganisation, so dass 1984 ein Waffenstillstand ausgehandelt werden konnte. Dieser wurde allerdings bereits 1985 wieder aufgek&#252;ndigt, nachdem die Regierung den aufkommenden sozialen Bewegungen (die zunehmend Verbindungen zu der <em>guerilla </em>aufbauten) erneut mit einer Welle der Repression entgegentrat. Im selben Jahr gr&#252;ndete ein B&#252;ndnis von GewerkschafterInnen, sozialen Bewegungen, sozialistischen und kommunistischen Parteien und Teilen der FARC Guerilla die <em>Unión Patriótica </em>(UP).</p>
<p><strong>Das Massaker an der UP</strong><br />
Die UP konnten 1986 bei ihrer erstmaligen Teilnahme an den Wahlen enorme Erfolge verzeichnen und erhielt so viele Stimmen wie nie zuvor eine linke Partei in Kolumbien. Landesweit konnte sich die UP als drittst&#228;rkste politische Kraft etablierten. 1986 stellte sie 14 Kongressabgeordnete und 335 Abgeordnete in 187 Gemeinder&#228;ten.<a title="anm_5" name="anm_5" href="#anm5"><sup>5</sup></a> Ihre Verankerung besa&#223; sie vor allem auf lokaler Ebene. Die Partei wurde zum Anziehungspunkt f&#252;r zahlreiche Bewegungen und Initiativen. Es bestand die Hoffnung, dass im Rahmen des angesto&#223;enen nationalen Dialogs ernsthafte Ver&#228;nderungen in die Wege geleitet w&#252;rden. Die Wahlerfolge der UP und die immer breiter werdende Zustimmung der Bev&#246;lkerung rief allerdings erneut die Eliten auf den Plan.<a title="anm_6" name="anm_6" href="#anm6"><sup>6</sup></a> Es begann die systematische Ausl&#246;schung der  UP-Mitglieder. Die interamerikanische Kommission f&#252;r Menschenrechte (<em>Comisión Interamericana de Derechos Humanos</em>) spricht in ihrem Bericht aus dem Jahre 1993 von 630 Morden in den Jahren 1985–88 und bezeichnet dies als politischen Genozid.<a title="anm_7" name="anm_7" href="#anm7"><sup>7</sup></a> Andere gehen von &#252;ber 3500 Morden im Zeitraum zwischen 1985 und 1993 aus.<a title="anm_8" name="anm_8" href="#anm8"><sup>8</sup></a> Unter den Toten waren auch die UP-Pr&#228;sidentschaftskandidaten aus den Jahren 1986 und 1990, Jaime Pardo Leal und Bernando Jaramillo.<a title="anm_9" name="anm_9" href="#anm9"><sup>9</sup></a><br />
Die Vorkommnisse sorgten daf&#252;r, dass die FARC endg&#252;ltig von der Strategie der <em>combinación de todas formas de luchas</em> (Kombination aller Kampfformen) zu einer rein milit&#228;rischen Strategie &#252;berging. Um diese zu finanzieren, f&#252;hrt die FARC bis heute zahlreiche Entf&#252;hrungen durch. Dieses Vorgehen, aber vor allem auch ihre Involvierung in den Coca-Anbau und Drogenhandel waren jedoch ein Grund daf&#252;r, dass der gesellschaftliche R&#252;ckhalt der FARC schwand und sie zunehmend isoliert wurde.<a title="anm_10" name="anm_10" href="#anm10"><sup>10</sup></a></p>
<p><strong>Parastaatliche Repression</strong><br />
Neben der staatlichen Armee waren die zentralen Akteure bei der Ermordung der UP-Mitglieder die Paramilit&#228;rs.<a title="anm_11" name="anm_11" href="#anm11"><sup>11</sup></a> Der Ursprung dieser in den 1980ern aufkommenden Gruppen kann in der MAS-Kampagne (<em>Muerte a Secuestradores</em>/Tod den Entf&#252;hrern) gesehen werden: Im Dezember 1981 verk&#252;ndeten f&#252;hrende Personen der Drogenkartelle, dass Unterst&#252;tzerInnen der Guerillas ab sofort von einer durch sie aufgestellten Privatarmee hingerichtet w&#252;rden. Auch wenn der Initiator der Aktion, Fabio Ochoa, ein Mitglied des Medellín-Kartells war, gab es von Beginn an eine enge Kooperation mit staatlichen Stellen.<a title="anm_12" name="anm_12" href="#anm12"><sup>12</sup></a> Die MAS-Kampagne muss dabei im Kontext eines systematischen, staatlich gest&#252;tzten Aufbaus der Paramilit&#228;rs gesehen werden. Zu Beginn der 1980er unterst&#252;tzte der kolumbianische Staat den Aufbau sogenannter <em>autodefensas </em>(Selbstverteidigungsgruppen), die – so die Argumentation – dem Schutz der Bev&#246;lkerung vor der Guerilla dienen sollten. Dabei wurden viele der Strukturen sogar staatlich legalisiert. In der Realit&#228;t beschr&#228;nkten diese sich aber nicht auf die Auseinandersetzungen mit der Guerilla, sondern bek&#228;mpften auch die legale politische Linke sowie die Gewerkschaften.<a title="anm_13" name="anm_13" href="#anm13"><sup>13</sup></a><br />
Auch wenn die Paramilit&#228;rs ein wichtiges Instrument des kolumbianischen Staates waren und sind, um unliebsame Gegner zu beseitigen, muss davor gewarnt werden, sie auf diese Rolle zu reduzieren. Deutlich wird dies am Beispiel der Castaño-Br&#252;der und der Geschichte der <em>Autodefensas Unidas de Colombia</em> (AUC). In den 1980er Jahren arbeiteten diese eng mit Pablo Escobar und dem Medellín-Kartell zusammen. 1989 wurden die <em>autodefensas </em>jedoch staatlich verboten. Zudem verrieten die Castaño-Br&#252;der Escobar an den Staat. Dadurch kam es zu einer grundlegenden Neuformierung der Paramilit&#228;rs.<br />
Nur f&#252;nf Jahre nach dem Verbot erlie&#223; der neue Pr&#228;sident Cesar Gaviria jedoch das ber&#252;hmte Dekret 354, das den Aufbau paramilit&#228;rischer Strukturen erneut legalisierte. Der daraufhin vorangetriebenen Sicherheitskooperative CONVIVIR<a title="anm_14" name="anm_14" href="#anm14"><sup>14</sup></a> kam hierbei laut Raul Zelik eine Art „Scharnierfunktion zwischen Milit&#228;rs und illegalen Paramilit&#228;rs“<a title="anm_15" name="anm_15" href="#anm15"><sup>15</sup></a> zu. 1997 gr&#252;ndete Carlos Castaño dann die bereits erw&#228;hnten AUC, welche die verschiedenen paramilit&#228;rischen Bl&#246;cke koordinieren sollte. Hierbei wurden viele der CONVIVIR-„Selbstverteidigungsmilizen“ direkt eingegliedert. In den Folgejahren bem&#252;hte sich die AUC um die Etablierung und Selbstdarstellung als eigenst&#228;ndiger politischer Akteur.</p>
<p><strong>Uribes Politik der „demokratischen Sicherheit“</strong><br />
Nach Álvaro Uribes Wahlsieg im Jahr 2002 startete dieser unter dem Namen <em>Seguridad Democrática</em> (demokratische Sicherheit) eine neue Sicherheitsdoktrin. Deren Eckpfeiler waren die Aufstockung des Milit&#228;rbudgets (bei gleichzeitigen K&#252;rzungen &#246;ffentlicher Ausgaben im Bereich Bildung und Gesundheit), die staatliche Kontrolle des gesamten kolumbianischen Territoriums, die milit&#228;rische Zerschlagung der Guerilla, die Demobilisierung der Paramilit&#228;rs sowie eine Intensivierung des <em>War on Drugs</em>. Der Zeitpunkt f&#252;r solch eine Sicherheitspolitik konnte wohl nicht vorteilhafter sein. Uribes Vorg&#228;nger Andrés Pastrana (1998–2002) erkl&#228;rte am Ende seiner Amtsperiode die Friedensverhandlungen mit der Guerilla-Organisation FARC-EP f&#252;r gescheitert. Zuvor verabschiedete die US-amerikanische Regierung unter Clinton im Jahr 2000 den <em>Plan Colombia</em> zur milit&#228;rischen Unterst&#252;tzung Kolumbiens im Kampf gegen den Drogenhandel. Nach den Anschl&#228;gen vom 11. September 2001 stand die ganze Welt im Schatten des „Kriegs gegen den Terror“. Unter diesen Bedingungen konnte Uribe erfolgreich eine enorme Militarisierung des Landes vorantreiben. Zwischen 2000 und 2009 verdoppelte sich die Schlagkraft des kolumbianischen Milit&#228;rs auf ca. 500.000 Streitkr&#228;fte und die milit&#228;rischen Ausgaben verdreifachten sich auf rund 12 Milliarden US-Dollar.<a title="anm_16" name="anm_16" href="#anm16"><sup>16</sup></a> Die milit&#228;rischen Erfolge der kommenden Jahre sollten Uribe schlie&#223;lich die Wiederwahl im Jahr 2006 bescheren. Doch der Preis daf&#252;r war hoch: Die Zivilbev&#246;lkerung wurde mit Hilfe von InformantInnen-Systemen in den „Krieg gegen den Terror“ eingebunden. Zwischen 2002 und 2009 fl&#252;chteten etwa 2,4 Millionen Menschen in Kolumbien vor der Gewalt. Laut dem Forschungsinstitut CODHES wurden im Zuge der Kriegshandlungen &#252;ber 900 ZivilistInnen von der kolumbianischen Armee ermordet und als Guerilla-K&#228;mpferInnen pr&#228;sentiert (so genannte <em>falsos positivos</em>).<a title="anm_17" name="anm_17" href="#anm17"><sup>17</sup></a><br />
Im Jahr 2003 trat die kolumbianische Regierung unter Alvaro Uribe dann in Verhandlungen mit der AUC. Es war der Beginn eines Demobilisierungsprozesses, der 2006 f&#252;r beendet erkl&#228;rt wurde und bei dem – nach offiziellen Zahlen – 31.671 Paramilit&#228;rs ihre Waffen aush&#228;ndigten. F&#252;r die Regierung war das Kapitel Paramilitarismus in Kolumbien damit abgeschlossen. Oder, wie Alvaro Uribe es 2009 formulierte „En Colombia se acabaron los grupos paramilitares.“ (frei: „Die paramilit&#228;rischen Gruppen sind in Kolumbien gegessen.“)<br />
Trotzdem mordeten bestimmte Gruppen, teilweise unter neuen Namen wie z.B. <em>Aguilas Negras</em>, weiter. Von nun an war in der &#214;ffentlichkeit nicht mehr von paramilit&#228;rischer Gewalt die Rede, sondern es trieben pl&#246;tzlich „kriminelle Banden“ ihr Unwesen. Zu einer Zeit, als zahlreiche Regierungsmitglieder wegen Verbindungen zu Paramilit&#228;rs vor Gericht standen, kam diese Neuinterpretation paramilit&#228;rischer Gewalt der Regierung Uribe nicht ungelegen. Zum einen ist der Begriff „kriminelle Banden“ eine entpolitisierte Worth&#252;lse, die davon ablenken will, dass paramilit&#228;rische Gewalt politisch selektiv in eine Richtung zielt – nicht umsonst nennt sich eine der neuen „kriminellen Banden“<em> Ejercito Revolucionario Popular Anticomunista de Colombia</em>. Die Opfer sind fast immer <em>líderes comunitarios</em> (Gemeindef&#252;hrerInnen), GewerkschafterInnen, Mitglieder linker Parteien, MenschenrechtsaktivistInnen oder kritische JournalistInnen. Zum anderen unterschl&#228;gt der Diskurs der „kriminellen Banden“ die Verbindung zwischen Staat und Paramilit&#228;rs.<br />
Noch einmal sei daher die Frage gestellt, welche Funktion den Paramilit&#228;rs zukam und bis heute zukommt? Zelik hebt in diesem Zusammenhang zwei Punkte hervor: Einerseits handle es sich bei ihnen um eine Art <em>outsourcing </em>staatlicher Gewalt.<a title="anm_18" name="anm_18" href="#anm18"><sup>18</sup></a> Andererseits erm&#246;glichten diese eine Re-Symmetrierung des Konfliktes. Dessen soziale und &#246;konomische Dimension trat in den Hintergrund, stattdessen erschient er als sicherheitspolitische Frage: Der Staat konnte hierdurch als Opfer und neutraler Vermittler zwischen zwei Extremen – der Guerilla und den Paramilit&#228;rs – positioniert werden.<a title="anm_19" name="anm_19" href="#anm19"><sup>19</sup></a> Trotz dieser Zusammenh&#228;nge d&#252;rfen die Eigeninteressen der Paramilit&#228;rs nicht vergessen werden. So eigneten sie sich bspw. zahlreiche L&#228;ndereien durch systematische Vertreibungen an.</p>
<p><strong>Strategien der Linken</strong><br />
Mitte der 1990er Jahre war also aufgrund der systematischen Ausl&#246;schung von der kolumbianischen Linken nicht mehr viel &#252;brig. Rodríguez-Garavito zufolge wurde jedoch Ende der 1990er Jahre durch &#246;konomische, politische und soziale Faktoren das Fenster f&#252;r linke Politik wieder zunehmend ge&#246;ffnet. Linke Ideen konnten insbesondere durch den Niedergang der traditionellen politischen Parteien (also der Liberalen und der Konservativen Partei), das Wiederaufleben sozialer Bewegungen sowie die &#246;konomische Krise (1999-2002) an Einfluss gewinnen.<a title="anm_20" name="anm_20" href="#anm20"><sup>20</sup></a><br />
Vor dem Hintergrund des Paramilitarismus, des starken autorit&#228;ren Regimes, des politisch-strategischen Wandels Uribes sowie der gescheiterten Strategie der Guerilla, mussten die linken Kr&#228;fte allerdings ihre Strategien massiv &#228;ndern, um wieder an Einfluss in der Bev&#246;lkerung zu gewinnen. Dieser Wandel vollzog sich konkret auf vier Ebenen: (1) Eine soziale Revolution von unten als langfristiges Ziel linker Politik wurde (vorerst) aufgegeben. Stattdessen konzentrieren sich linke Kr&#228;fte in Kolumbien nun vermehrt darauf, entweder auf institutionellem Weg oder &#252;ber au&#223;erinstitutionelle Mobilisierung Reformen zu fordern und in Gang zu setzen. (2) Damit teilweise einhergehend gewann der Diskurs um Gewaltfreiheit – im Sinne einer Abgrenzung gegen&#252;ber den Strategien der Guerilla – innerhalb der Linken zunehmend an Bedeutung.<a title="anm_21" name="anm_21" href="#anm21"><sup>21</sup></a> (3) Anstelle von Klassenwiderspr&#252;chen werden gegenw&#228;rtig vermehrt andere Diskriminierungsformen – wie jene von Frauen oder Indigenen – hervorgehoben. (4) Es wird versucht, gegen Uribes autorit&#228;res Projekt den Demokratiebegriff zu st&#228;rken. Damit einhergehend wurde der (Menschen-)Rechtsdiskurs innerhalb der Linken gest&#228;rkt.<a title="anm_22" name="anm_22" href="#anm22"><sup>22</sup></a><br />
Dieser Wandel der Strategien er&#246;ffnet der Linken in Kolumbien neue M&#246;glichkeiten, bringt aber auch Probleme mit sich. Wie der Strategiewechsel sich konkret auswirkt, soll im Folgenden anhand von drei Beispielen gezeigt werden: dem Linksparteib&#252;ndnis <em>Polo Democrático</em> (PDA), dem Niedergang der verfolgten Gewerkschaften sowie dem Aufstieg der sozialen Bewegungen.</p>
<p><strong>Ein wackliges Linksb&#252;ndnis</strong><br />
Das PDA ist ein B&#252;ndnis von radikalen und reformistischen Parteien, Personen, Gewerkschaften und Bewegungen, das im Dezember 2005 anl&#228;sslich der Pr&#228;sidentschaftswahlen 2006 gebildet wurde. Bei diesen Wahlen gewann zwar Uribe um L&#228;ngen (62% der Stimmen) – der PDA-Kandidat Gaviria war mit 22% der Stimmen aber sein sch&#228;rfster Gegner.<a title="anm_23" name="anm_23" href="#anm23"><sup>23</sup></a> Noch nie zuvor erhielt ein linksorientierter Kandidat bei Pr&#228;sidentschaftswahlen im Kolumbien so viel Unterst&#252;tzung.<a title="anm_24" name="anm_24" href="#anm24"><sup>24</sup></a> Das PDA kann als linksreformistisches Parteiprojekt verstanden werden. Um sich von der Guerilla abzugrenzen, betont es immer wieder die Wichtigkeit gewaltfreien politischen Handelns.<a title="anm_25" name="anm_25" href="#anm25"><sup>25</sup></a><br />
Schon seit seiner Gr&#252;ndung ist das B&#252;ndnis jedoch im Inneren mit gro&#223;en politischen Problemen konfrontiert, die auch den aktuellen Zustand des PDA erkl&#228;ren: Das <em>Polo Democrático</em> entstand n&#228;mlich vor allem aus der Zusammenarbeit des zentralistischen, an der <em>Portal do Partido dos Trabalhadores</em> (PT) des ehemaligen brasilianischen Pr&#228;sidenten Lula orientierten <em>Polo Demócratico Independiente</em> (PDI) mit dem linken B&#252;ndnis <em>Alternativa Demócratica</em> (AD). W&#228;hrend PDI-Anh&#228;ngerInnen sich klar f&#252;r eine Regierungsbeteiligung aussprachen, betonte die <em>Alternativa Demócratica</em> vor allem ihre Kritik am herrschenden System und ihren Kampf gegen Korruption und f&#252;r die Durchsetzung von Menschenrechten.<a title="anm_26" name="anm_26" href="#anm26"><sup>26</sup></a> Schaffte es das PDA, diese Unterschiede hinsichtlich strategischer Einsch&#228;tzungen und politischer Positionierungen f&#252;r die Pr&#228;sidentschaftswahlen 2006 noch hinten anzustellen, so brechen die Widerspr&#252;che seither immer wieder auf und schw&#228;chen das B&#252;ndnis. Indigene und VertreterInnen anderer sozialer Bewegungen haben sich mittlerweile eigenen Projekten wie der <em>Minga </em>(siehe unten) zugewendet. Seit der „pragmatischen Neuausrichtung“ des PDA – ein Versuch, die Heterogenit&#228;t der politischen Ansichten innerhalb des B&#252;ndnisses einzud&#228;mmen – wenden sich auch die Gewerkschaften und linke Einzelpersonen vermehrt vom PDA ab: „Das PDA jedenfalls hat an Glaubw&#252;rdigkeit verloren und es scheint nicht einmal sicher, ob sich die Differenzen zwischen den verschiedenen Str&#246;mungen &#252;berhaupt &#252;berwinden lassen. Konnte man in den letzten Jahren noch feststellen, dass die kolumbianische Linke erstmals gemeinsam auftrat und damit als Alternative zur Rechtsregierung Uribes Erfolg hatte, ist dies jetzt ganz offensichtlich nicht mehr der Fall.“<a title="anm_27" name="anm_27" href="#anm27"><sup>27</sup></a> Trotzdem er&#246;ffnet das PDA bis heute neue M&#246;glichkeiten f&#252;r linke Politik in Kolumbien, kann es doch als Versuch gesehen werden, in dem autorit&#228;r regierten Land eine handlungsf&#228;hige Linke zu formieren.</p>
<p><strong>Die verfolgten Gewerkschaften</strong><br />
Gewerkschaften haben es in Kolumbien besonders schwer. Gegen sie wird, wie bereits erw&#228;hnt, seit Ende der 1980er Jahre ein „Vernichtungsfeldzug“<a title="anm_28" name="anm_28" href="#anm28"><sup>28</sup></a> gef&#252;hrt. Der <em>International Labour Organisation</em> (ILO) zufolge geh&#246;rt Kolumbien zu jenen 20 L&#228;ndern, in denen Arbeitsrechte weltweit am meisten verletzt werden.<a title="anm_29" name="anm_29" href="#anm29"><sup>29</sup></a> Laut Rodolfo Vecino Acevedo, einem Mitarbeiter der Gewerkschaft der Erd&#246;larbeiter [sic!], wurden „seit der Wahl Uribes 462 Gewerkschafter und soziale Aktivisten ermordet. Im Schnitt wird jeden dritten Tag ein politischer Mord begangen.“<a title="anm_30" name="anm_30" href="#anm30"><sup>30</sup></a> Die Logik, die hinter diesen konsequenten Eliminierungsversuchen steht, ist, anders als die b&#252;rgerliche Medien gerne glauben machen wollen, jedoch nicht in der allgemeinen Gewaltsituation im Land, sondern in der Durchsetzung neoliberaler Politiken zu suchen. Politisierte GewerkschafterInnen, die sich gegen Privatisierungsma&#223;nahmen zur Wehr setzen, werden mit Hilfe staatlicher Kriminalisierungsma&#223;nahmen und durch die Paramilit&#228;rs verfolgt.<a title="anm_31" name="anm_31" href="#anm31"><sup>31</sup></a> Ein kolumbianisches Sprichwort bringt es treffend auf den Punkt: „Du willst zur Gewerkschaft? Tritt lieber der Guerilla bei, das ist ungef&#228;hrlicher!“ Trotz dieser massiven Repression existieren die zentralen Gewerkschaften in Kolumbien bis heute und f&#252;hren den Kampf um Arbeitsrechte und weitergehende soziale Rechte fort.</p>
<p><strong>Der Kampf sozialer Bewegungen</strong><br />
Seit den 1990er Jahren gewinnen soziale Bewegungen in Kolumbien zunehmend an Sichtbarkeit und St&#228;rke. Im Gegensatz zu den <em>indigenas</em>-Bewegungen in Ecuador und Bolivien oder den <em>piqueteros </em>in Argentinien sind die sozialen Bewegungen in Kolumbien allerdings weit weniger offensiv. Das zentrale Ziel aller sozialen Bewegungen in Kolumbien ist die Einhaltung der (progressiven) Verfassung von 1991 sowie die Durchsetzung von B&#252;rgerInnen- und Menschenrechten. Damit wird versucht, dem „liberal-demokratisch“ angehauchten Diskurs von Uribe ein wahrheitsgetreues Bild der realen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse entgegenzuhalten. Menschenrechte sind keineswegs durchgesetzt; unter dem Deckmantel der Demokratie wird die autorit&#228;re Herrschaft Uribes nur weiter stabilisiert. Neben menschenrechts- und demokratiepolitischen Fragen stellen viele soziale Bewegungen insbesondere Forderungen auf, die sich auf materielle Anspr&#252;che der Zivilbev&#246;lkerung beziehen, insbesondere das Recht auf Land.<a title="anm_32" name="anm_32" href="#anm32"><sup>32</sup></a> Weitergehende Forderungen werden meist eher z&#246;gerlich formuliert. Zwar l&#228;sst sich, laut Rodríguez-Garavito, ein Wandel in den Forderungen hin zu genuin politischen Fragen – wie der Ablehnung des neoliberalen Systems – erkennen. Ein weiterf&#252;hrender politischer Kampf steht jedoch eher nicht auf ihrer Tagesordnung.<br />
Generell haben es (unter allen linken Initiativen) die sozialen Bewegungen trotz der widrigen Umst&#228;nde am besten geschafft, im Land eine Art Gegenmacht aufzubauen. W&#228;hrend sie einerseits mithilfe von selbstverwalteten Kooperativen versuchen, in der Gesundheits- und Trinkwasserversorgung sowie im Transport- und Schulwesen eine Infrastruktur f&#252;r die Zivilbev&#246;lkerung zu erhalten<a title="anm_33" name="anm_33" href="#anm33"><sup>33</sup></a>, schaffen es vor allem die indigenen Bewegungen, durch eine Kombination von Protesten, direkten Aktionen und Teilnahme an Wahlen – mit ethnischen Parteien – an Einfluss zu gewinnen.</p>
<p><strong>Minga de Resistencia und San José de Apartadó</strong><br />
Eine wichtige Initiative ist die <em>Minga de Resistencia Social y Comunitaria</em>. Sie hatte ihren Ausgangspunkt im Gebiet Cauca und wird derzeit von den beiden Indígena-Dachverb&#228;nden ACIN (<em>Asociación de Cabildos Indígenas del Norte del Cauca</em>) und CRIC (<em>Consejo Regional Indígena del Cauca</em>) koordiniert. Anfangs als ein lokales Widerstandsprojekt der indigenen Gemeinden Caucas gedacht, weitete sie sich rasch aus und dient heute vor allem als landesweite Koordinationsstelle unterschiedlichster sozialer K&#228;mpfe. Das Wort „Minga“ bedeutet so viel wie „gemeinschaftliche Arbeit“. Im Mittelpunkt der politischen Forderungen stehen daher die Gr&#252;ndung gemeinschaftlicher Arbeitskooperativen nach dem Modell einer „solidarischen &#214;konomie“, eine Autonomie der Gemeinden vom Staat sowie der Informationsaustausch und die Koordination mit anderen sozialen K&#228;mpfen. Die Minga war insbesondere 2003 gegen das von der Regierung gef&#246;rderte Referendum zur Durchsetzung neoliberaler Reformen sowie des Freihandelsabkommens mit den USA erfolgreich aktiv.<a title="anm_34" name="anm_34" href="#anm34"><sup>34</sup></a><br />
Ein konkretes Widerstandsprojekt, das &#252;ber die Grenzen Kolumbiens hinaus f&#252;r gro&#223;es Aufsehen gesorgt hat, war die Gr&#252;ndung der Friedensgemeinde San José de Apartadó. Im Jahr 2007 wurde die Gemeinde unter anderem mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet und internationale Menschenrechtsorganisationen aus Europa und den USA organisieren regelm&#228;&#223;ig Solidarit&#228;ts- oder Menschenrechtsbeobachtungsreisen in die Gemeinde. Oft &#252;berwiegen Interpretationen, die das Projekt aus dem historischen Entstehungskontext herausrei&#223;en und als neutrale und depolitisierte Friedensmission darstellen. Deshalb lohnt sich ein kurzer Blick auf die Geschichte der Linken in der Region Apartadó, welche sich als ein Brennglas der kolumbianischen Geschichte darstellt.</p>
<p><strong>Die politische Geschichte Apartadós</strong><br />
Die Region Apartadó wurde im Zuge des bereits erw&#228;hnten B&#252;rgerkriegs <em>la violencia</em> im Jahr 1949 besiedelt, aber erst 1968 offiziell anerkannt. Es befindet sich im n&#246;rdlichen Departamento Antioquia in der Region Urabá. Letztere ist seit jeher von den riesigen Bananenplantagen gepr&#228;gt und wird in Kolumbien als „zona bananera“ bezeichnet. Mit dem Aufstreben der Bananenwirtschaft stieg gleichzeitig die Kapitalkonzentration. In den 1960er Jahren war es insbesondere die lokale Bourgeoisie, wie die Br&#252;der Henríquez Gallo, die riesige L&#228;ndereien akkumulierte, um sie sp&#228;ter an Unternehmen aus den Gro&#223;st&#228;dten Bogotá und Medellín oder an transnationale Konzerne zu verkaufen. F&#252;r Schlagzeilen sorgte in den letzten Jahren die Firma <em>Chiquita Brands International</em>, die mit ihrem Tochterkonzern <em>Banadex S.A.</em> vor Ort angesiedelt ist. Zwischen 1997 und 2004 hatte der Konzern paramilit&#228;rische Gruppen bezahlt, um Privateigentum von Chiquita zu sch&#252;tzen.<a title="anm_35" name="anm_35" href="#anm35"><sup>35</sup></a> Neben diesen „legalen“ Kapitalfraktionen spielen auch die „illegalen“ Kapitalinteressen der Drogen&#246;konomie eine gewichtige Rolle. Schlie&#223;lich befindet sich Apartadó genau in jener Region, in der einst Pablo Escobar mit dem Medellín-Kartell zum meist gesuchten Drogenboss der Welt aufstieg.<br />
Gleichzeitig galt die Region schon in den 1980er und 1990er Jahren als „linke Bastion“ f&#252;r soziale Bewegungen und Gewerkschaften. Insbesondere der Ort San José de Apartadó konnte als „kommunistische Hochburg“ gesehen werden. So entfielen in San José de Apartadó bei den Wahlen 1980 fast alle Stimmen auf die kommunistische Partei, in den 1990er Jahren feierte dann die UP gro&#223;e Erfolge.<a title="anm_36" name="anm_36" href="#anm36"><sup>36</sup></a> Historisch nahmen jedoch nicht nur die parteipolitischen Organisationsstrukturen, sondern auch die ersten bewaffneten Selbstverteidigungsgruppen der kommunistischen Partei ihren Ausgang in Apartadó. Das l&#228;ndliche Leben war von einer eng verflochtenen Gesellschaftsstruktur gepr&#228;gt. Gro&#223;familien lebten auf Basis von Subsistenzwirtschaft, mit Hilfe von Kooperativen entstand ein System solidarischer Gemeinschaftsarbeit. Somit waren viele Programmpunkte der kommunistischen Partei anschlussf&#228;hig an die allt&#228;gliche Lebensrealit&#228;t der Bev&#246;lkerung. Die politische St&#228;rke der kommunistischen Partei war allerdings auch zu dieser Zeit insofern keineswegs grenzenlos, als den prokommunistischen Provinzregierungen die m&#228;chtigen Gro&#223;grundbesitzer der Bananenindustrie (sog. „bananeros“) und deren politische Repr&#228;sentantin, die liberale Partei, gegen&#252;berstanden. Konflikte zwischen der Lokalregierung und &#246;konomischen Eliten blieben somit nat&#252;rlich nicht aus. So setzten die Bananen-Gro&#223;grundbesitzer bspw. f&#252;r einige Jahre ihre Steuerzahlungen an die Gemeinden aus, was den &#246;ffentlichen Finanzhaushalt schwer belastete.<br />
In den ersten Jahren der Bananenwirtschaft in Apartadó war die gewerkschaftliche Organisation der PlantagenarbeiterInnen sehr schwach. Ein Gro&#223;teil der BananenarbeiterInnen blieb in der liberalen Gewerkschaft organisiert. Dies f&#252;hrte dazu, dass die kommunistische Partei zwar die politische Mehrheit der Region stellte, in der gewerkschaftlich organisierten ArbeiterInnenschaft aber nur eine untergeordnete Rolle spielte.<br />
Das lag zum einen an den repressiven Strategien der Unternehmen, die Gewerkschaftsgr&#252;ndungen niederschlugen, und zum anderen an den Migrationsstr&#246;men der ArbeiterInnen selbst, welche eine l&#228;ngerfristige Organisierung erschwerten. So agierten die ersten Gewerkschaften in Apartadó im Untergrund oder waren stark marginalisiert. Erst Mitte der 1980er Jahre ver&#228;nderte sich die Situation. Die Gewerkschaften SINTAGRO und SINTRABANANO erhielten einen so starken Zustrom, dass nach einer Studie von Fernando Botero im Jahr 1987 85% aller PlantagenarbeiterInnen in der Bananenregion Urabás gewerkschaftlich organisiert waren.<a title="anm_37" name="anm_37" href="#anm37"><sup>37</sup></a> Nach der Gr&#252;ndung der UP im Jahr 1985 entwickelten sich besonders in Apartadó fl&#228;chendeckende UP-Strukturen wie Arbeitskooperativen oder Rechtsbeistand f&#252;r GewerkschafterInnen. Die sp&#228;ten 1980er Jahre waren von Arbeitsk&#228;mpfen und Generalstreiks gepr&#228;gt, innerhalb derer die Guerilla erbittert um politischen Einfluss in der Gewerkschaftsbewegung k&#228;mpfte. W&#228;hrend SINTAGRO sich an der maoistischen EPL Guerilla orientierte, erlangte die FARC zunehmend Einfluss in der Gewerkschaft SINTRABANANO. Der Konflikt zwischen den Guerilla-Organisationen um die Kontrolle von Territorien und Gewerkschaften spitzte sich immer mehr zu und m&#252;ndete schlie&#223;lich 1987 in einem Massaker, bei dem FARC K&#228;mpfer eine Gruppe von Mitgliedern der EPLnahen Gewerkschaft auf ihrer Vollversammlung ermordete. Ab 1987 tauchten verst&#228;rkt paramilit&#228;rische Gruppen in der Region auf und ver&#252;bten Massaker an organisierten ArbeiterInnen und B&#228;uerInnen. Bereits 1988 attackierten Paramilit&#228;rs Gewerkschaftsversammlungen in den Orten Fincas Honduras, La Negra und Punta Coquitos, bei denen etwa 55 Personen ermordet wurden. Die Reaktion der Linken war ein mehrt&#228;giger Generalstreik und die verschiedenen Bananengewerkschaften schlossen sich zur Organisation SINTRAINAGRO zusammen.<a title="anm_38" name="anm_38" href="#anm38"><sup>38</sup></a> Im Jahr 1995 erkl&#228;rte Carlos Castaño offiziell, die Region Urabá mit dem paramilit&#228;rischen Block ACCU (<em>Autodefensas Campesinas de Córdoba y Urabá</em>) zu kontrollieren. Daf&#252;r konnte er von Anfang an auf die Unterst&#252;tzung der kolumbianischen Armee zur&#252;ckgreifen. Der General Rito Alejo del Río der Brigade XVII wurde beispielsweise „Papa der Autodefensas“ genannt, weil er Paramilit&#228;rs uniformierte und ihnen logistische und milit&#228;rische Unterst&#252;tzung zukommen lie&#223;.<a title="anm_39" name="anm_39" href="#anm39"><sup>39</sup></a> 1995 wurde Alváro Uribe, der sieben Jahre sp&#228;ter Pr&#228;sident von Kolumbien werden sollte, zum Gouverneur von Antioquia gew&#228;hlt. W&#228;hrend seiner Amtszeit unterst&#252;tzte er rigoros die Gr&#252;ndung der CONVIVIR-Sicherheitskooperativen.<a title="anm_40" name="anm_40" href="#anm40"><sup>40</sup></a> Die paramilit&#228;rische Gewalt stieg ins unermessliche. Die Gewerkschaft SINTRAINAGRO wurde, wie die UP, systematisch ausgel&#246;scht.</p>
<p><strong>Die Friedensgemeinde San José de Apartadó</strong><br />
Vor dem Hintergrund der steigenden Gewalt wurde die Forderung nach Frieden und Gewaltfreiheit zu einem zentralen Bezugspunkt der Linken in der Region und m&#252;ndete schlie&#223;lich in die Gr&#252;ndung der Friedensgemeinde San José de Apartadó. Im M&#228;rz 1997 erkl&#228;rte sich die Gemeinde von allen bewaffneten Akteuren des Konflikts – d.h. Guerilla, Paramilit&#228;rs sowie kolumbianische Armee und Polizei – unabh&#228;ngig und verweigerte jegliche Kooperation mit diesen Gruppen. Im Gr&#252;ndungsprozess spielten sowohl Teile der Linken aus dem Umfeld der UP, als auch kirchliche Organisationen und humanit&#228;re NGOs eine wichtige Rolle. So zum Beispiel die ehemalige UP-B&#252;rgermeisterin von Apartadó, Gloria Cuartas, oder der jesuitische Pfarrer Padre Javier Giraldo, welche die Gemeinde noch heute begleiten. Die Bev&#246;lkerung organisiert sich auf Basis gemeinschaftlicher, solidarischer Arbeitskooperativen, die noch auf Zeiten der UP zur&#252;ckgehen. Die Strukturen der Entscheidungsfindung gleichen einem R&#228;tesystem, ebenfalls aufbauend auf der UP-Vergangenheit. Gleichzeitig haben internationale NGOs wie die <em>Brigadas de Paz</em> ein System permanenter Menschenrechtsbeobachtung aufgebaut, um die Bev&#246;lkerung vor &#220;bergriffen zu sch&#252;tzen. Diese Neuzusammensetzung von Akteuren und Strategien hat einiges f&#252;r sich: Massaker an der Zivilbev&#246;lkerung k&#246;nnen nicht mehr still und heimlich durchgef&#252;hrt werden und die Lebenssituation vieler wurde durch den Schutz von Menschenrechten real verbessert. Allerdings bringt die neue Allianz zwischen linken, kirchlichen und Menschenrechtsorganisationen auch politische Probleme mit sich. So sieht die Basis der Friedensgemeinde, derzeit repr&#228;sentiert durch den gew&#228;hlten Vertreter Jesus Emilio, die Gefahr einer Entpolitisierung des Projekts durch manche internationale Organisationen. Eine klare politische Positionierung werde zudem durch die Regierung Uribe dadurch erschwert, dass Mitglieder der Friedensgemeinde in &#246;ffentlichen Stellungnahmen regelm&#228;&#223;ig als FARC SympathisantInnen verunglimpft wurden.<a title="anm_41" name="anm_41" href="#anm41"><sup>41</sup></a></p>
<p><strong>Ausblick</strong><br />
Kolumbiens neuer Pr&#228;sident Juan Manuel Santos, der im Juni 2010 die Wahlen gewann, ist kein unbeschriebenes Blatt. Sein Gro&#223;onkel Eduardo Santos war von 1938 bis 1942 Pr&#228;sident, die Familie Santos besitzt Kolumbiens gr&#246;&#223;te Tageszeitung <em>ElTiempo</em>, sein Cousin Francisco Santos war in der Regierung Uribe Vize-Pr&#228;sident und er selbst hatte unter Uribe das Amt des Verteidigungsministers inne. Santos trat bei den Wahlen f&#252;r Uribes <em>Partei Partido de la U</em> an und versprach den Weg der <em>Seguridad Democrática</em> weiter zu f&#252;hren. All jene, die in Santos eine Art „kolumbianischen Medwedew“ sahen, wurden nach den Wahlen jedoch zun&#228;chst &#252;berrascht. Santos pr&#228;sentierte sich als „Pr&#228;sident der nationalen Einheit“ und ernannte Angelino Garzón als Vizepr&#228;sidenten. Garzón war in den 1980er Jahren kommunistischer Gewerkschafter, Mitglied der <em>Unión Patriótica</em> und sp&#228;ter Parteiangeh&#246;riger der<em> Alianza Democrática-M-19</em>. Au&#223;enpolitisch beendete Santos den Konflikt mit Venezuela und setzte sich f&#252;r die R&#252;ckgabe von .paramilit&#228;risch enteignetem Land ein. Doch der rhetorische Schwenk von Santos ist mit Vorsicht zu genie&#223;en. Durch das B&#252;ndnis der „nationalen Einheit“ &#252;bersteigt Santos‘ Einfluss im Kongress sogar die absolute Mehrheit seines Amtsvorg&#228;ngers Uribe. Zus&#228;tzlich verf&#252;gt er &#252;ber beste Verbindungen zu Medien, Gro&#223;konzernen und dem Milit&#228;r.<a title="anm_42" name="anm_42" href="#anm42"><sup>42</sup></a> Neben der versprochenen Intensivierung des „Kriegs gegen den Terror“ wird er die von seinem Vorg&#228;nger vorangetriebene neoliberale Politik fortsetzen. Welche neuen Herausforderungen sich f&#252;r die Linke in Kolumbien dadurch ergeben bleibt abzuwarten. Doch es sieht ganz danach aus als m&#252;sse die Linke sich nicht mehr von Uribe mit F&#252;&#223;en treten lassen, sondern vielmehr Santos‘ rhetorischer Umarmung entkommen. Letztendlich &#252;berwiegt die Kontinuit&#228;t nach dem Motto „más de lo mismo“.</p>
<p><strong>Anmerkungen:</strong><br />
<a title="anm1" name="anm1" href="#anm_1">1</a> Vgl. Opratko, Benjamin/ Probst, Philipp: Alle(s) f&#252;r den Hugo?<br />
Perspektiven der Bolivarianischen Revolution in Venezuela, in: PERSPEKTIVEN<br />
Nr. 0 (2007), unter: http://www.perspektiven-online.<br />
at/2007/09/01/alles-fuer-den-hugo-perspektiven-der-bolivarianischenrevolution-<br />
in-venezuela/<br />
<a title="anm2" name="anm2" href="#anm_2">2</a> Zelik, Raul: Kolumbien. Gro&#223;e Gesch&#228;fte, staatlicher Terror und<br />
Aufstandsbewegung. Karlsruhe: Neuer ISP Verlag 2000, S. 50ff.<br />
<a title="anm3" name="anm3" href="#anm_3">3</a> Zelik: Kolumbien, a.a.O., S. 53f.<br />
<a title="anm4" name="anm4" href="#anm_4">4</a> Wichtig f&#252;r die heutige Einordnung der verschiedenen Konfliktakteure<br />
erscheint der Hinweis Zeliks auf den Unterschied der fr&#252;hen Tradition<br />
der Bauernselbstverteidigung und den heutigen Paramilit&#228;rs, die<br />
unter &#228;hnlichen Namen firmieren. Der zentrale Unterschied liegt darin,<br />
dass es sich bei ersteren um Organisationsversuche von unten gegen die<br />
Gro&#223;grundbesitzerInnen handelte, letztere hingegen handeln h&#228;ufig in<br />
deren Auftrag um unbequeme Kleinb&#228;uerInnen, GewerkschafterInnen<br />
etc. loszuwerden (vgl. Zelik: Kolumbien, a.a.O., S. 55).<br />
<a title="anm5" name="anm5" href="#anm_5">5</a> Camposa Zornosa, Yezid: El baile rojo. Bogotá: Random House 2008.<br />
<a title="anm6" name="anm6" href="#anm_6">6</a> Die Jahrzehnte zuvor hatten die Eliten sich die politische Macht untereinander<br />
aufgeteilt. Beschrieben wird dieses Charakteristikum Kolumbiens<br />
mit dem Begriff des bipartidismo. Gemeint ist laut Zelik eine<br />
„vertikale Spaltung der Gesellschaft“, das hei&#223;t „die Trennlinie verl&#228;uft<br />
nicht entlang sozialer Widerspr&#252;che, sondern zwischen Parteilagern, die<br />
in ihrer sozialen Zusammensetzung weitgehend identisch sind [...]“ (Zelik:<br />
Kolumbien, a.a.O., S. 49).<br />
<a title="anm7" name="anm7" href="#anm_7">7</a> Campos Zornosa, Yezid: El Baile Rojo, a.a.O., S. 225-233.<br />
<a title="anm8" name="anm8" href="#anm_8">8</a> Zelik, Raul: Die kolumbianischen Paramilit&#228;rs .„Regieren ohne<br />
Staat?“ oder terroristische Formen der Inneren Sicherheit. M&#252;nster: Westf&#228;lisches<br />
Dampfboot 2009, S. 235.<br />
<a title="anm9" name="anm9" href="#anm_9">9</a> Sehr zu empfehlen ist die Dokumentation zum gleichnamigen Buch<br />
„El baile rojo“. Sie ist frei und mit englischen Untertiteln unter folgendem<br />
Link verf&#252;gbar: http://video.google.com/videoplay?docid=89813048680<br />
98159223#docid=3833186377925394599<br />
<a title="anm10" name="anm10" href="#anm_10">10</a> Zelik, Raul: Paramilit&#228;rs, a.a.O., S. 30.<br />
<a title="anm11" name="anm11" href="#anm_11">11</a> Diese Form der Kooperation zwischen staatlichen und parastaatlichen<br />
Akteuren hat in Kolumbien eine weit zur&#252;ckreichende Tradition in der<br />
bereits erw&#228;hnten la violencia, zu deren Zeiten Pr&#228;sident Laureano Gómez<br />
die sogenannten pájaros systematisch aufbaute. Bereits hier zeigte<br />
sich die Funktionalit&#228;t dieser Kooperation, indem diese gemeinsam unliebsame<br />
GegenspielerInnen aus dem Weg r&#228;umten oder auch ganze D&#246;rfer<br />
niedermetzelten, in denen der Stimmenanteil oppositioneller Parteien<br />
besonders hoch war.<br />
<a title="anm12" name="anm12" href="#anm_12">12</a> Zelik: Kolumbien, a.a.O., S. 78.<br />
<a title="anm13" name="anm13" href="#anm_13">13</a> Zelik: Paramilit&#228;rs, a.a.O., S. 93ff.<br />
<a title="anm14" name="anm14" href="#anm_14">14</a> CONVIVIR ist der Eigenname der Kooperative, das Verb selber bedeutet<br />
aber zynischerweise „zusammenleben“.<br />
<a title="anm15" name="anm15" href="#anm_15">15</a> Zelik: Paramilit&#228;rs, a.a.O., S.116.<br />
<a title="anm16" name="anm16" href="#anm_16">16</a> Isacson, Adam/ Poe, Abigail: After Plan Colombia. Evaluating “Integrated<br />
Action”, the next phase of US. Assistance, in: International Policy<br />
Report, Center of International Policy 2009.<br />
<a title="anm17" name="anm17" href="#anm_17">17</a> CODHES Informa: Salto estratégico o salto al vacío? Boletín informative de la Consultoría para los Derechos Humanos y el Desplazamiento,<br />
No. 76, Bogotá 2010, S. 1-43.<br />
<a title="anm18" name="anm18" href="#anm_18">18</a> Zelik: Paramilit&#228;rs, a.a.O., S. 121f.<br />
<a title="anm19" name="anm19" href="#anm_19">19</a> Zelik: Paramilit&#228;rs, a.a.O., S. 114f.<br />
<a title="anm20" name="anm20" href="#anm_20">20</a> Rodríguez-Garavito, César: Colombia. The New Left: Origins, Trajectory and Prospects, in: Barrett, Patrick/ Chavez, Daniel/ Rodríguez-Garavito, César: The New Latin American Left. Utopia Reborn. London: Pluto Press 2008, S. 133ff.<br />
<a title="anm21" name="anm21" href="#anm_21">21</a> Barrett, Patrick/ Chavez, Daniel/ Rodríguez-Garavito, César: Utopia reborn? Introduction to the study of the new Latin American left, in: dies.: The New Latin American Left. Utopia Reborn. London: Pluto Press 2008, S. 16f.<br />
<a title="anm22" name="anm22" href="#anm_22">22</a> Rodríguez-Garavito, César: Colombia, a.a.O., S. 129ff.<br />
<a title="anm23" name="anm23" href="#anm_23">23</a> Ling, Martin: Die soziale Ungerechtigkeit ist das Grund&#252;bel, in: Lateinamerika<br />
Nachrichten, Nr. 394 (2007), unter: http://www.lateinamerikanachrichten.de/index.php?/artikel/1097.html<br />
<a title="anm24" name="anm24" href="#anm_24">24</a> Das liegt insbesondere daran, dass in den 1980er und 1990er Jahren linke Pr&#228;sidentschaftskandidaten vor den Wahlen umgebracht wurden, z.B.: Luis Carlos Galán, der vor seiner Ermordung als Favorit f&#252;r das Pr&#228;sidentInnenamt gehandelt wurde und innerhalb der kolumbianischen Bev&#246;lkerung hohe Popularit&#228;tswerte zu verzeichnen hatte.<br />
<a title="anm25" name="anm25" href="#anm_25">25</a> Barrett, Patrick/ Chavez, Daniel/ Rodríguez-Garavito, César: Utopia reborn?, a.a.O., S.16f.<br />
<a title="anm26" name="anm26" href="#anm_26">26</a> Rodríguez-Garavito, César: Colombia, a.a.O., S. 140ff.<br />
<a title="anm27" name="anm27" href="#anm_27">27</a> Alke, Jenss: Das kolumbianische Linksb&#252;ndnis Alternativer Demokratischer Pol erlebt eine Zerrei&#223;probe, in: Lateinamerika Nachrichten, Nr. 426 (2009), unter: http://www.lateinamerikanachrichten.de/index.php?/artikel/3733.html<br />
<a title="anm28" name="anm28" href="#anm_28">28</a> Zelik, Raul: Gewerkschaftssterben in Kolumbien, labournet.de (2003), unter: http://www.labournet.de/internationales/co/zelik.html<br />
<a title="anm29" name="anm29" href="#anm_29">29</a> Henkel, Knut: Regierungen und Investoren wissen Bescheid, in: Jungle World Nr. 21 (2009), unter: http://jungle-world.com/artikel/2009/21/34879.html<br />
<a title="anm30" name="anm30" href="#anm_30">30</a> Neuber, Harald: Alle drei Tage ein politischer Mord, in: Portal Amerika21.de (2009), unter: http://amerika21.de/nachrichten/inhalt/2009/okt/vecino-926373-interview<br />
<a title="anm31" name="anm31" href="#anm_31">31</a> Zelik: Gewerkschaftssterben in Kolumbien, a.a.O.<br />
<a title="anm32" name="anm32" href="#anm_32">32</a> Rodríguez-Garavito, César: Colombia, a.a.O., S.136f.<br />
<a title="anm33" name="anm33" href="#anm_33">33</a> Zelik, Raul: Mit, im und gegen den Staat. Kooperativen im Grenzgebiet von Kolumbien und Venezuela, 2004, unter: http://www.raulzelik.net/textarchiv/kolumbien/kooperativen.htm<br />
<a title="anm34" name="anm34" href="#anm_34">34</a> Delegation Kolumbien: Congreso de los Pueblos und die Minga des Widerstandes, 2010, unter: http://kolumbien.blogsport.de/2010/09/07/congreso-de-los-pueblos-und-minga-des-widerstands/<br />
<a title="anm35" name="anm35" href="#anm_35">35</a> Colectivo de abogados José Alvear Restrepo, 2008, unter: http://www.colectivodeabogados.org/CHIQUITA-BOARD-MEMBERS-TOTAL<br />
<a title="anm36" name="anm36" href="#anm_36">36</a> Ortiz Sarmiento, Carlos Miguel: Urabá. Pulsiones de vida y desafíos de muerte. Medellín: La Carreta Editores 2007, S. 69f.<br />
<a title="anm37" name="anm37" href="#anm_37">37</a> Botero, Fernando: Urabá: colonización, violencia y crisis del Estado, Medellín: Universidad de Antioquia 1990.<br />
<a title="anm38" name="anm38" href="#anm_38">38</a> Zelik: Paramilit&#228;rs, a.a.O., S. 188-192.<br />
<a title="anm39" name="anm39" href="#anm_39">39</a> Comisión Colombiana de Juristas: Colombia: La metáfora del desmantelamiento de los grupos paramilitares. Bogotá: Opciones Gráficas Editores 2010, S.156f.<br />
<a title="anm40" name="anm40" href="#anm_40">40</a> Zu den genaueren Verbindungen der Familie Uribe und den Paramilit&#228;rs sowie Drogenkartellen vgl. Zelik: Paramilit&#228;rs, a.a.O., S. 127-133.<br />
<a title="anm41" name="anm41" href="#anm_41">41</a> Die Informationen &#252;ber die Friedensgemeinde beruhen auf pers&#246;nlichen Gespr&#228;chen mit den BewohnerInnen aus dem Jahr 2010.<br />
<a title="anm42" name="anm42" href="#anm_42">42</a> Reis, Bettina: Ein superm&#228;chtiger Pr&#228;sident. Kolumbien: Von 2010 bis 2014 will Juan Manuel Santos als „Pr&#228;sident der nationalen Einheit“<br />
regieren, in: Quito ila 337 Juli / August 2010.</p>
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