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	<title>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis &#187; Keynesianismus</title>
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	<description>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis</description>
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		<title>Zur&#252;ck zu K.u.K.?</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2007/11/01/zurueck-zu-kuk/</link>
		<comments>http://www.perspektiven-online.at/2007/11/01/zurueck-zu-kuk/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 Nov 2007 16:36:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 2]]></category>
		<category><![CDATA[Keynesianismus]]></category>
		<category><![CDATA[Marxistische Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[SPÖ]]></category>

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		<description><![CDATA[Keynes und Kreisky, die S&#228;ulenheiligen der sozialdemokratischen Linken, sind auch heute noch Bezugspunkte auf der Suche nach Alternativen zum Neoliberalismus. <em>Stefan Probst</em> dekonstruiert den Mythos Kreisky und diskutiert die Grenzen keynesianischen Krisenmanagements.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Keynes und Kreisky, die S&#228;ulenheiligen der sozialdemokratischen Linken, sind auch heute noch Bezugspunkte auf der Suche nach Alternativen zum Neoliberalismus. <em>Stefan Probst</em> dekonstruiert den Mythos Kreisky und diskutiert die Grenzen keynesianischen Krisenmanagements.<br />
<span id="more-31"></span></p>
<p>Angesichts der stagnativen Entwicklung der Weltwirtschaft sowie dem fortschreitenden Abbau sozialstaatlicher Sicherungssysteme erlebt die keynesianische Krisenpolitik als Antwort und Alternative zum Neoliberalismus eine Renaissance in der sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Linken. Ein erneuerter, linker Keynesianismus verspricht Sozialreformen, Verteilungsgerechtigkeit, Vollbesch&#228;ftigung und einen Ausweg aus der wirtschaftlichen Stagnation, in erster Linie durch die „St&#228;rkung der Massenkaufkraft“, also an der Produktivit&#228;tsentwicklung orientierten Lohnniveaus. Solche Konzeptionen finden sich sowohl bei Oskar Lafontaine in Deutschland, bei Álvaro García Linera in Bolivien, als auch in der sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Linken hierzulande.<a href="#anm1" title="anm_1" name="anm_1"><sup>1</sup></a> Als zentraler Referenzpunkt linker Reformpolitik und erfolgreichen Krisenmanagements in &#214;sterreich gilt nat&#252;rlich die Regierung Kreisky in den 1970er Jahren („Austrokeynesianismus“).<br />
Dieser Artikel diskutiert M&#246;glichkeiten und Grenzen einer revitalisierten keynesianischen Krisenpolitik vorm Hintergrund der Performanz dieser Politikkonzepte in den 1970ern, und den aktuellen Problemlagen der Weltwirtschaft.</p>
<h3>Goldene Zeiten</h3>
<p>Die Kreiskysche Reformpolitik der ersten H&#228;lfte der 70er wurde durch eine &#228;u&#223;erst g&#252;nstige weltweite &#246;konomische Situation erm&#246;glicht, die weniger keynesianischer Krisenpolitik als einer in der Geschichte des Kapitalismus au&#223;ergew&#246;hnlichen &#246;konomischen und geopolitischen Konstellation geschuldet war. Der Keynesianismus mag also die bis in die 70er vorherrschende wirtschaftswissenschaftliche Ideologie gewesen sein, hatte jedoch lange Zeit nur wenig mit der wirtschaftspolitischen Praxis zu tun.<br />
Wie eng die wirtschafts- und sozialpolitischen Handlungsspielr&#228;ume mit der &#246;konomischen Konjunktur am Weltmarkt verzahnt waren, wurde dann auch deutlich, als die keynesianische Krisenfeuerwehr ab 1975 die Krisentendenzen immer weniger in den Griff bekommen konnte. F&#252;r eine Beurteilung von Erfolg und Scheitern der Kreiskyschen Politik ist deshalb eine Erkl&#228;rung der Grundlagen des langen Nachkriegsbooms und der Widerspr&#252;che, die Mitte der 1970er zur R&#252;ckkehr der Krise f&#252;hrten, unerl&#228;sslich.</p>
<h3>Permanente R&#252;stungswirtschaft</h3>
<p>G&#228;ngige Theorien der langen stabilen Boomphase zwischen Ende der 1940er und Anfang der 1970er Jahre lokalisieren die Ursache des Aufschwungs wahlweise in neuen Formen der Arbeitsorganisation, dem Aufbau des Wohlfahrtsstaats, institutionalisierten Konsumnormen, und/oder technologischen Innovationsprozessen. Auch wenn diese Faktoren sicher eine Rolle gespielt haben, so sind diese Ans&#228;tze doch weder empirisch haltbar noch theoretisch zufrieden stellend.<a href="#anm2" title="anm_2" name="anm_2"><sup>2</sup></a><br />
Die m. E. &#252;berzeugendste Erkl&#228;rung der Nachkriegsentwicklung liefert die Theorie der Permanenten R&#252;stungswirtschaft, die von der Marxschen These ausgeht, dass mit wachsender Wertzusammensetzung des Kapitals<a href="#anm3" title="anm_3" name="anm_3"><sup>3</sup></a> die Profitrate tendenziell f&#228;llt.<a href="#anm0" title="anm_4" name="anm_4"><sup>4</sup></a> Diesem Mechanismus wirkten in den 50er und 60er Jahren die enorm hohen R&#252;stungsausgaben entgegen. Allein 1962 – also noch lange bevor der Vietnamkrieg die amerikanischen (und sowjetischen) R&#252;stungsausgaben in die H&#246;he schnellen lie&#223; – wurden laut einer Untersuchung der UN j&#228;hrlich etwa 120 Mrd. Dollar f&#252;r milit&#228;rische Zwecke ausgegeben. Das entsprach zu dieser Zeit etwa acht bis zehn Prozent des Weltproduktionsvolumens, ungef&#228;hr hundert Prozent des j&#228;hrlichen Werts des Weltwarenexports oder der H&#228;lfte der Bruttokapitalbildung der ganzen Welt.<a href="#anm0" title="anm_5" name="anm_5"><sup>5</sup></a><br />
Warum wirkte dieses Level der R&#252;stungsausgaben stabilisierend auf die Weltwirtschaft?<br />
1. R&#252;stungsproduktion ist Verschwendungsproduktion. Investitionen in milit&#228;risches Equipment fallen in den Sektor der Wirtschaft, den Marx Abteilung III (unproduktive Konsumtion) genannt hat, und die er von Investitionen im Produktionsmittelsektor und jenen im Konsumg&#252;tersektor unterschieden hat. Die beiden letzteren bleiben im Akkumulationskreislauf: entweder als Maschinen usw., oder als reproduzierte Arbeitskraft. Im Unterschied dazu wird in der Abteilung III Mehrwert unproduktiv verbraucht, der ansonsten in produktivit&#228;tssteigernde Technologien investiert werden h&#228;tte k&#246;nnen. Das wirkt dem Ansteigen der Zusammensetzung des Kapitals und damit dem tendenziellen Fall der Profitrate in den Abteilungen I und II entgegen.<br />
2. Dagegen k&#246;nnte eingewendet werden, dass eine hohe Wertzusammensetzung des Kapitals im kapitalintensiven R&#252;stungssektor (und folglich niedrige Profitraten) dennoch die allgemeine Durchschnittsprofitrate herabdr&#252;ckt. Das ist jedoch nicht der Fall, wie zuerst T. N. Vance und Mike Kidron zeigen konnten.<a href="#anm0" title="anm_6" name="anm_6"><sup>6</sup></a> „Abteilung III kann einen Markt f&#252;r die Produkte der beiden anderen Abteilungen bereitstellen, ohne die allgemeine Profitabilit&#228;t des Kapitals zu unterlaufen.“<a href="#anm7" title="anm_7" name="anm_7"><sup>7</sup></a><br />
Der Effekt der Permanenten R&#252;stungswirtschaft war demnach eine Verlangsamung aber langfristige Stabilisierung des Wachstums. Freilich bedeutete der enorme R&#252;stungssektor eine massive Ressourcenverschwendung. Lange Zeit schien das jedoch aufgrund der stark nationalstaatlich integrierten Staatskapitalismen im Nachkriegsaufschwung kein Problem zu sein.<br />
Genau hier liegen aber auch die Widerspr&#252;che, die letztlich zur R&#252;ckkehr der krisenhaften Entwicklung in den 70ern f&#252;hrten. Das enorme Wachstum der Produktion und damit der Kapitalien versch&#228;rfte den Druck auf die Unternehmen, die Grenzen nationalstaatlich integrierter Wirtschaften zu durchbrechen. Die Internationalisierung der Produktion bedeutete, dass sich die Staaten nun auf multinational operierendes Kapital st&#252;tzen, und den transnationalen Konzernen somit auch Verwertungsbedingungen mit ad&#228;quaten Profitraten garantieren mussten. Das alte staatskapitalistische Entwicklungsmodell, in dem Investitionen ohne R&#252;cksicht auf Rentabilit&#228;tserw&#228;gungen maximiert wurden, erwies sich dabei zunehmend als ungangbar.<br />
Versch&#228;rft wurde dieser Prozess durch den Aufstieg „nichtmilit&#228;rischer Staatskapitalismen“ (Harman). W&#228;hrend vor allem die Superm&#228;chte die Last der R&#252;stungsausgaben trugen beteiligten sich L&#228;nder wie Japan und Westdeutschland kaum am R&#252;stungswettlauf und konnten deshalb ihre gesamten Ressourcen f&#252;r den Aufbau effizienter Exportindustrien aufwenden und in die M&#228;rkte ihrer Konkurrenten (v.a. die USA) eindringen. Das f&#252;hrte zwar zu wachsender Wertzusammensetzung des Kapitals in diesen L&#228;ndern, dr&#252;ckte sich allerdings nicht unmittelbar in fallenden Profitraten aus, solange die Exporte erh&#246;ht werden konnten. Die kapitalintensiven Investitionsformen in Westdeutschland und Japan dr&#252;ckten die weltweiten Durchschnittsprofitraten, erh&#246;hten aber gleichzeitig den nationalen Anteil dieser L&#228;nder an den weltweiten Profiten.<br />
Die h&#246;here Konkurrenzf&#228;higkeit westdeutscher und japanischer Industrien am Weltmarkt verst&#228;rkte allerdings den Druck auf jene L&#228;nder mit hohen R&#252;stungsausgaben, Ressourcen weg vom R&#252;stungssektor in produktive Investitionen zu lenken. Infolge „f&#252;hrte in den sp&#228;ten 1960er und fr&#252;hen 1970er Jahren die Intensivierung der internationalen Konkurrenz … zu &#220;berkapazit&#228;t und &#220;berproduktion sowie sinkenden Profitraten in der Industrie.“<a href="#anm8" title="anm_8" name="anm_8"><sup>8</sup></a> Auf diesem Weg wurden die Stabilisierungsfaktoren der Nachkriegsentwicklung sukzessive ausgeh&#246;hlt.</p>
<h3>Kreiskys Modernisierungspolitik</h3>
<p>Die skizzierte weltwirtschaftliche Entwicklung ist der Kontext, in den die Politik der Regierung Kreisky eingebettet werden muss.<br />
Die &#246;sterreichische Wirtschaftspolitik setzte seit den fr&#252;hen 50ern auf eine Politik der Export- und Investitionsf&#246;rderung und forcierter &#246;ffentlicher Infrastrukturinvestitionen („Kamitz-Kurs“). Die Abwertung des Schillings 1953 um 18% st&#228;rkte zus&#228;tzlich die Exportwirtschaft. Trotzdem plagte die &#246;sterreichische Wirtschaft ihre strukturelle R&#252;ckst&#228;ndigkeit. Die 1970 gew&#228;hlte Regierung Kreisky versuchte deshalb, die &#246;konomische Situation zur strukturellen Modernisierung der &#246;sterreichischen (Export)Industrie zu nutzen – was die &#214;VP-Regierungen Raab und Klaus aufgrund ihrer sozialen Verwurzelung im Klein- und Mittelgewerbe nur schwer durchsetzen konnten.<br />
Die Kreiskysche Modernisierungspolitik kombinierte dabei staatliche Exportgarantien und Finanzierungshilfen f&#252;r das Privatkapital mit einer Hartw&#228;hrungspolitik, die als „Strukturpeitsche“<a href="#anm9" title="anm_9" name="anm_9"><sup>9</sup></a> die Industrie zu Modernisierungsinvestitionen zwingen sollte.<br />
Erm&#246;glicht wurden diese Ma&#223;nahmen durch die gute internationale Konjunktur, von der besonders die &#246;sterreichische Exportwirtschaft profitierte. Hinzu kam, dass die Rezession in Europa 1971/72 – die bereits die Grenzen des Nachkriegsbooms ank&#252;ndigte – nicht auf &#214;sterreich durchschlug. Das war weniger die Folge keynesianischer Krisenpolitik; vielmehr wirkte die verst&#228;rkte &#214;ffnung der EG-Staaten zur EFTA seit den sp&#228;ten 60ern, das Nicht-Mitziehen der Regierung Klaus bei der 9,3-prozentigen DM-Aufwertung 1969, sowie das immer noch niedrige Lohnniveau in &#214;sterreich positiv auf die nationale Konjunktur.<br />
In diese Modernisierungsphase der ersten H&#228;lfte der 70er fallen nun auch alle sozialpartnerschaftlich ausgehandelten Sozialreformen, die bis heute mit dem Namen Kreisky verbunden sind: etwa die Starthilfe f&#252;r junge Ehepaare, der Ausbau der Familienbeihilfen, die Einigung &#252;ber das Arbeitsverfassungsgesetz, die Einf&#252;hrung der Sch&#252;lerInnenfreifahrt, kostenlose Schulb&#252;cher und die Abschaffung der Studiengeb&#252;hren.</p>
<h3>Erfolg und Scheitern des „Austrokeynesianismus“</h3>
<p>Mit dem Durchschlagen der Weltwirtschaftskrise auf &#214;sterreich 1974/75 &#228;nderten sich die &#246;konomischen Rahmenbedingungen jedoch grundlegend. Die zweite H&#228;lfte der 70er legte nun eine antizyklische Politik keynesianischen Krisenmanagements (deficit spending) nahe, die den eigentlichen wirtschaftspolitischen Kurswechsel der sozialistischen Alleinregierung markierte.<a href="#anm0" title="anm_10" name="anm_10"><sup>10</sup></a> Der Kreiskysche „Austrokeynesianismus“ kombinierte dabei genuin keynesianische Elemente staatlichen Nachfragemanagements mit einer Reihe angebotsseitiger Ma&#223;nahmen.<a href="#anm11" title="anm_11" name="anm_11"><sup>11</sup></a><br />
Keynes hatte &#246;konomische Krisen als Situationen zu geringer „effektiver Nachfrage“ als Ergebnis unzureichender Profitabilit&#228;t privater Investitionsm&#246;glichkeiten („Grenzleistungsf&#228;higkeit des Kapitals“) erkl&#228;rt. Der Staat sollte deshalb den Ausfall der Investitionen durch schuldenfinanzierte staatliche Investitionsprogramme kompensieren („Sozialisierung der Investitionen“).<br />
Dieser Theorie folgte das Anheben des Anteils der Staatsinvestitionen an den gesamten Investitionen in &#214;sterreich von 1974: 8,7% auf 1975: 12,6%.<a href="#anm12" title="anm_12" name="anm_12"><sup>12</sup></a> Das Budgetdefizit stieg von einem &#220;berschuss 1970 auf 1,9% 1974 und schnellte schlie&#223;lich auf 4,5% 1975.<br />
Tats&#228;chlich konnte die keynesianische Politik des deficit spending der Regierung Kreisky die Krisentendenzen Mitte der 70er Jahre deutlich abschw&#228;chen. So sank das BIP 1975 nur um 0,4% und die Industrieproduktion nur um 6,8%. Zus&#228;tzlich gelang es, die Exporte in die Staaten des Ostblock und in die OPEC-L&#228;nder &#252;ber gezielte Exportf&#246;rderungen stark zu steigern.<a href="#anm13" title="anm_13" name="anm_13"><sup>13</sup></a> Die Arbeitslosigkeit blieb im europ&#228;ischen Vergleich durch den gezielten Abbau migrantischer Arbeitskr&#228;fte („Gastarbeiter“), die Verk&#252;rzung der Arbeitszeit auf 40 Stunden und durch die Verstaatlichte Industrie, die relativ unrentabel wirtschaften konnte, und auch in Krisenzeiten kaum Arbeitspl&#228;tze abbaute, auf geringem Niveau.<a href="#anm14" title="anm_14" name="anm_14"><sup>14</sup></a><br />
Abgesichert wurde die autrokeynesianische Krisenpolitik durch die Hartw&#228;hrungspolitik der Nationalbank, die hohe Inflationsraten verhindern half und billige Rohstoffimporte garantierte, sowie der „einkommenspolitischen Zur&#252;ckhaltung“ der Gewerkschaften.<a href="#anm15" title="anm_15" name="anm_15"><sup>15</sup></a><br />
Franz Vranitzky schrieb im R&#252;ckblick: „Das gro&#223;e Verdienst der Gewerkschaft bei der erfolgreichen Umsetzung des Hartw&#228;hrungskurses liegt wohl darin, erkannt zu haben, dass die g&#252;nstigen Auswirkungen der niedrigen Inflationsraten in Kombination mit gem&#228;&#223;igten Lohnabschl&#252;ssen auf die internationale Konkurrenzf&#228;higkeit die Nachteile der wechselkursbedingten Exporterschwernisse mehr als wettmachen. … [D]ie Hartw&#228;hrungspolitik [w&#228;re] ohne die einkommenspolitische Selbstbeschr&#228;nkung der Gewerkschaften undenkbar gewesen“.<a href="#anm16" title="anm_16" name="anm_16"><sup>16</sup></a><br />
Jedoch: die Hoffnung, dass ein &#252;ber Neuverschuldung herbeigef&#252;hrter kurzfristiger Anschub der Staatsnachfrage und damit der Konjunktur sich selbst tragen w&#252;rde, erwies sich angesichts der internationalen Wachstumsschw&#228;che als tr&#252;gerisch.<br />
Dar&#252;ber hinaus schr&#228;nkte die explodierende Staatsverschuldung – haupts&#228;chlich als Ergebnis der Exportf&#246;rderungen, die die Exportnachteile der inflationsd&#228;mpfenden Hartw&#228;hrungspolitik ausgleichen mussten – die konjunkturpolitischen Handlungsr&#228;ume zunehmend ein.<br />
Schon in der Weltwirtschaftskrise 1979/80 und dann 1981/82 funktionierte die „Flucht in den Export“ nicht mehr. Die Exportsubventionen konnten die Auswirkungen der Hartw&#228;hrungspolitik nur mehr ungen&#252;gend abfangen, was sich in wachsenden au&#223;enwirtschaftlichen Ungleichgewichten ausdr&#252;ckte. Mitte der 80er versch&#228;rfte sich die Situation zus&#228;tzlich durch die Krise der Verstaatlichten (besonders der Stahlindustrie), die lange Zeit mithilfe staatlicher Subventionen mit massiven &#220;berkapazit&#228;ten operieren konnte.<br />
Die 1980er markierten dann auch das Aufgeben der nachfrageorientierten Aspekte sozialdemokratischer Wirtschaftspolitik. Die wohlfahrtsstaatlichen Ma&#223;nahmen gerieten zusehends in Widerspruch zur Konkurrenzf&#228;higkeit der &#246;sterreichischen Exportwirtschaft. Wirtschaftspolitische Ma&#223;nahmen wurden nun ausschlie&#223;lich angebotsseitig gesetzt: weitere Erh&#246;hung der staatlichen Wirtschaftsf&#246;rderungen an das Privatkapital, geringere Ausgaben im Bereich soziale Wohlfahrt und Gesundheit, Erh&#246;hung der Massensteuern und gleichzeitig Reallohnverluste.<a href="#anm17" title="anm_17" name="anm_17"><sup>17</sup></a> Gleichzeitig sollte eine restriktive Budgetpolitik (seit 1977) die inflation&#228;ren Wirkungen der Staatsverschuldung in den Griff bekommen. Hans Seidel, 1981-83 Staatssekret&#228;r im Finanzministerium und Erfinder des Begriffs „Austrokeynesianismus“, schrieb im R&#252;ckblick, dass die keynesianische Politik „erfolgreich gewesen [w&#228;re], wenn die Weltwirtschaft nach einer mehrj&#228;hrigen Anpassungsperiode wieder auf ihren urspr&#252;nglichen Wachstumspfad zur&#252;ckgekehrt w&#228;re.“<a href="#anm18" title="anm_18" name="anm_18"><sup>18</sup></a> Damit hat Seidel – wahrscheinlich ungewollt – das Kernproblem keynesianischer Wirtschaftspolitik treffend umschrieben: letztlich ist das Scheitern des Keynesianismus untrennbar mit der inh&#228;renten Krisenlogik des Kapitalismus verkn&#252;pft.</p>
<h3>Neokeynesianismus</h3>
<p>In den letzten Jahren ist deutlich geworden, dass auch der wirtschaftspolitische Schwenk zu neoliberalen Rezepten die Stagnationskrise nicht in den Griff bekommen konnte. Tats&#228;chlich haben die westlichen Regierungen – ohne es zuzugeben – l&#228;ngst keynesianische Nachfrageelemente wieder in ihre Politik aufgenommen. Reagan st&#252;tzte sich in den 80ern auf einen „R&#252;stungskeynesianismus“, den Bush jun. Heute zu wiederholen versucht.<a href="#anm19" title="anm_19" name="anm_19"><sup>19</sup></a> In den Euro-L&#228;ndern wird der Stabilit&#228;tspakt schrittweise aufgeweicht. Und die japanische Regierung betreibt seit mehr als einem Jahrzehnt eine Politik des deficit spending.<br />
Genau an diesem Scheitern neoliberaler Wirtschaftspolitik setzt heute die Kritik eines neuen, linken Keynesianismus an. Der Ausweg aus der Krise sei eine revitalisierte keynesianische Nachfragepolitik.<br />
Die Idee der NeokeynesianerInnen<a href="#anm20" title="anm_20" name="anm_20"><sup>20</sup></a> lautet, dass eine „produktivit&#228;tsorientierte Lohnpolitik“ und die damit verbundene „St&#228;rkung der Massenkaufkraft“<a href="#anm21" title="anm_21" name="anm_21"><sup>21</sup></a> die Wirtschaft aus der Krise ziehen k&#246;nne.<br />
W&#228;hrend sich die Exportwirtschaft pr&#228;chtig entwickle w&#252;rde die Binnennachfrage „wegen der stagnierenden Reall&#246;hne und diverser Sparpakete“ zur&#252;ckbleiben und „damit das wirkliche Problemfeld“ darstellen.<a href="#anm22" title="anm_22" name="anm_22"><sup>22</sup></a><br />
„Das Aufgehen der Schere in der Einkommensverteilung … d&#228;mpft die gesamtwirtschaftliche Nachfrage und die Produktivit&#228;t der Volkswirtschaft“ und bilde daher „einen wesentlichen Grund f&#252;r das schwache Wirtschaftswachstum und die gro&#223;en Probleme auf dem Arbeitsmarkt.“<a href="#anm23" title="anm_23" name="anm_23"><sup>23</sup></a> „Das zentrale wirtschaftliche Problem der letzten Jahre“ sei, „dass die hohen Gewinne, die im Export und bei den internationalen Investitionen erzielt werden, nicht auf die heimische Konsumnachfrage &#252;bertragen werden“ und folglich die „hohe Sparneigung der Konsumenten“ zur „wichtigsten Beschr&#228;nkungen f&#252;r die Wirtschaftsentwicklung“ werde.<a href="#anm24" title="anm_24" name="anm_24"><sup>24</sup></a><br />
Die Ursachen der Krise selbst werden so – in spiegelbildlicher Verkehrung der neoliberalen Argumente – am Lohnniveau festgemacht und mithilfe einer „Unterkonsumtionstheorie“ erkl&#228;rt.<a href="#anm25" title="anm_25" name="anm_25"><sup>25</sup></a> Anders als Keynes, der in zu niedrigen Profitraten eine wichtige Rolle f&#252;r das Aufkommen des Nachfragedefizits und der Krise sah, argumentieren die LinkskeynesianerInnen, dass zu hohe Profite zu Krisen f&#252;hren. Die Reall&#246;hne hinken der Steigerung der Arbeitsproduktivit&#228;t hinterher. Die Folge sei, dass die Konsumnachfrage nicht mehr proportional dem Wachstum der Produktionskapazit&#228;t zunehme, und so &#220;berkapazit&#228;ten und Arbeitslosigkeit entstehen.<a href="#anm26" title="anm_26" name="anm_26"><sup>26</sup></a><br />
Die Anhebung der Massenkaufkraft sei deshalb notwendig, damit das Angebot von Waren auf eine entsprechende Nachfrage trifft. H&#246;here L&#246;hne seien somit nicht nur im Interesse der Lohnabh&#228;ngigen, sondern im klassen&#252;bergreifenden „Interesse der Volkswirtschaft“.<br />
Nun hat dieses Unterkonsumtionsargument tats&#228;chlich einen „rationalen Kern“. Schon Engels betonte, „dass die gro&#223;e Industrie, die den ganzen Erdkreis nach neuen Konsumenten abjagt, zu Hause die Konsumtion der Massen auf ein Hungerminimum beschr&#228;nkt und sich damit den eignen innern Markt untergr&#228;bt.“<a href="#anm27" title="anm_27" name="anm_27"><sup>27</sup></a> Lohnk&#252;rzungen k&#246;nnen demnach Krisen verschlimmern. Umgekehrt gilt jedoch nicht, dass h&#246;here L&#246;hne Krisen verhindern k&#246;nnen. Die Nachfrage nach Investitionsg&#252;tern h&#228;ngt z.B. von der Profitrate ab – und h&#246;here Reall&#246;hne schneiden in die Profite.<br />
Der Fehler der linkskeynesianischen Theorie liegt darin, dass Krisen auf ein Distributionsproblem der Zirkulationssph&#228;re reduziert, und nicht in den Widerspr&#252;chen des Akkumulationsprozesses insgesamt verwurzelt werden, womit die prinzipielle M&#246;glichkeit der politischen Regulation kapitalistischer Krisentendenzen impliziert ist.<br />
Wenn die UnterkonsumtionstheoretikerInnen aber glauben, das Kapital „im Interesse der Volkswirtschaft“ zu ihrem Gl&#252;ck zwingen zu k&#246;nnen, so unterschlagen sie die Konkurrenzsituation zwischen den Einzelkapitalien im Kapitalismus: Was volkswirtschaftlich vern&#252;nftig klingt, wird von der betriebswirtschaftlichen Logik der einzelnen UnternehmerInnen ausgehebelt. Marx schreibt: „Das im Kapitalverh&#228;ltnis gesetzte widerspr&#252;chliche Interesse jedes Einzelkapitalisten an gr&#246;&#223;ter Konsumtionskraft aller Arbeiter mit Ausnahme der von ihm angewendeten und an m&#246;glichst niedrigen L&#246;hnen seiner eigenen Arbeiter, kann auch der Staat nicht &#252;berspringen“ – und schon gar nicht im globalisierten Kapitalismus.<br />
Tats&#228;chlich waren weder in den 70ern zu niedrige L&#246;hne die Krisenursache, noch sind sie es heute. Robert Brenner<a href="#anm28" title="anm_28" name="anm_28"><sup>28</sup></a> konnte zeigen, dass das Problem der Weltwirtschaft seit den 1970er Jahren die massive &#220;berakkumulation von Kapital und damit zusammenh&#228;ngend niedrige Profitraten, v.a. in der verarbeitenden Industrie, sind. Auch das enorme Anschwellen der Finanzm&#228;rkte ist letztlich Ausdruck der Tatsache, dass sich f&#252;r Verm&#246;gen im produktiven Sektor immer schwieriger profitable Investitionsm&#246;glichkeiten finden. Zwar wurde insbesondere in den USA in den 90er Jahren die Ausbeutungsrate erheblich erh&#246;ht, das Problem der &#220;berakkumulation ist damit allerdings nicht verschwunden.</p>
<h3>Falsche &#214;konomie</h3>
<p>Die linken NeokeynesianerInnen glauben an die &#220;berwindung der Krisen des Kapitalismus durch richtige Regierungspolitik. Anders als Keynes wollen sie zus&#228;tzliche Nachfrage weniger auf dem Weg defizit&#228;rer Haushaltspolitik des Staates schaffen, als durch die Umverteilung von oben nach unten. Selbstverst&#228;ndlich sind Forderungen nach Erhalt sozialstaatlicher Leistungen, Mindestl&#246;hne, St&#228;rkung der Massenkaufkraft etc. zu unterst&#252;tzen – nicht zuletzt, weil sie zentrale Ideologeme neoliberaler Sachzwanglogik herausfordern. Aber es w&#228;re fatal, die Illusion der NeokeynesianerInnen zu teilen, dass auf diesem Weg die Stagnationskrise &#252;berwunden werden k&#246;nne. Genauso illusorisch ist die Hoffnung, Staat und Kapital k&#246;nnten „im Allgemeininteresse“ f&#252;r eine solche Politik gewonnen werden.<br />
Die Antwort auf den Neoliberalismus ist keine R&#252;ckkehr zu Keynes sondern ein Vorw&#228;rts mit Marx. Wir sollten nicht in der keynesianischen Mottenkiste nach Konzepten kapitalistischen Krisenmanagements suchen. Das Problem liegt eben nicht in falscher Regierungspolitik, sondern in einer „falschen &#214;konomie“.</p>
<h3>Anmerkungen</h3>
<p><a href="#anm_1" title="anm1" name="anm1">1</a> Allerdings verweist die Tatsache, dass die Positionen der sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Linken in &#214;sterreich weit weniger &#246;ffentlich Geh&#246;r finden als etwa in Deutschland, auch auf die Schw&#228;che der antineoliberalen Kr&#228;fte.<br />
<a href="#anm_2" title="anm2" name="anm2">2</a> Das gilt besonders auch f&#252;r die einflussreichen regulationstheoretischen &#220;berlegungen von Aglietta oder Lipietz. Vgl. Brenner, Robert/ Glick, Mark: The Regulation Approach. Theory and History, in: <em>New Left Review</em> 188 (1991), S. 45-119.<br />
<a href="#anm_3" title="anm3" name="anm3">3</a> Dass die Entwicklung der Profitraten in erster Linie auf die Kapitalzusammensetzung zur&#252;ckgef&#252;hrt werden muss konnte Anwar Shaikh zeigen. (Explaining the Global Economic Crisis, in: <em>Historical Materialism</em> 5 (1999), S. 103-144)<br />
<a href="#anm_4" title="anm4" name="anm4">4</a> Marx versucht im sogenannten „Gesetz“ vom tendenziellen Fall der Profitrate (TFPR) die grundlegenden Widerspr&#252;che der Kapitalakkumulation zu fassen. Marx geht es also – anders als das viele Marx-InterpretInnen behaupten – (zun&#228;chst) nicht um die empirische Voraussage notwendig fallender Profitraten, sondern um die Darstellung abstrakter, konfligierender Tendenzen des kapitalistischen Akkumulationsprozesses, die dessen immanente Krisenanf&#228;lligkeit zeigen sollen. (vgl. Fine, Ben/ Harris, Laurence: Rereading Capital, London 1979 und Fine, Ben/ Saad-Filho, Alfredo: Marx‘s Capital, London 42004) Zun&#228;chst abstrahiert Marx von allen Wertver&#228;nderungen au&#223;er jenen, die unmittelbares Ergebnis der Produktivkraftentwicklung sind. Diese Wertver&#228;nderungen, die Ausdruck ver&#228;nderter technischer Produktionsbedingungen sind, bezeichnet Marx mit dem Begriff der organischen Zusammensetzung des Kapitals. Sie ist bestimmt als das Verh&#228;ltnis von konstantem zu variablem Kapital (c/v), d.h. von Aufwendungen f&#252;r Produktionsmittel und jenen, die f&#252;r L&#246;hne vorgeschossen werden. Die Effekte einer Steigerung der Produktivit&#228;t auf die Werte von c und v werden vorerst noch ignoriert. (vgl. Saad-Filho, Alfredo: The Value of Marx. Political Economy for Contemporary Capitalism, London 2002, Kapitel 6) Da produktivit&#228;tssteigernde Technologien zu ihrer Bearbeitung meist weniger Arbeitskr&#228;fte ben&#246;tigen steigt die organische Zusammensetzung des Kapitals c/v. Die Folge der Produktivit&#228;tsentwicklung ist daher ein Fallen der Profitrate, denn diese ist bestimmt als das Verh&#228;ltnis von Mehrwert zur Summe aus konstantem und variablen Kapital: p’ = m/(c+v) = (m/v)/((c/v)+1). Das bedeutet nichts anderes, als dass die Produktivkraftentwicklung zu fallenden Profitraten f&#252;hrt, weil nur menschliche Arbeit Wert schafft. Das gilt allerdings nur, solange wir von den <em>indirekten </em>Auswirkungen einer wachsenden organischen Zusammensetzung des Kapitals, von Ver&#228;nderungen in der Ausbeutungsrate und den Effekten von Ver&#228;nderungen der Preise und L&#246;hne auf die Wertzusammensetzung des Kapitals abstrahieren. Das ist solange legitim, als wir uns nur auf die Produktionssph&#228;re konzentrieren, denn in der Produktion &#228;ndern sich die Warenwerte nicht. Sobald wir aber den Akkumulationsprozess in seiner Einheit von Produktion und Zirkulation betrachten m&#252;ssen wir diese Effekte ber&#252;cksichtigen. Erstens: Die Werte von c und v werden als Ergebnis der Produktivit&#228;tssteigerung sinken. Das bedeutet, dass auch das Verh&#228;ltnis von c/v nicht mehr dem entspricht, wie es sich bei „alten“ Werten dargestellt hat. Marx verwendet daf&#252;r den Begriff der Wertzusammensetzung des Kapitals, der sich von der organischen Zusammensetzung des Kapitals unterscheidet. Ob ein Anstieg der organischen Zusammensetzung des Kapitals auch einen Anstieg der Wertzusammensetzung des Kapitals nach sich zieht ist nun aber nicht von vornherein ausgemacht. Zweitens: Die Verbilligung der Elemente des variablen Kapitals, d.h. ein Sinken des Werts der Arbeitskraft, bedeutet eine Erh&#246;hung der Mehrwertrate bzw. Ausbeutungsrate m/v, was dem Fall der Profitrate entgegenwirkt. Diese Mechanismen bezeichnet Marx deshalb als „entgegenwirkende Tendenzen“. Zusammengenommen dr&#252;cken TFPR und die entgegenwirkenden Tendenzen die (widerspr&#252;chlichen) Effekte des Akkumulationsprozesses aus. Das „Gesetz“ sollte deshalb eigentlich besser „Gesetz vom tendenziellen Fall der Profitrate und seiner entgegenwirkenden Tendenzen“ hei&#223;en. Geert Reuten meint &#252;berhaupt, Marxens Bezeichnung TFPR sei irref&#252;hrend und schl&#228;gt vor, von „theory of the rate of the profit cycle“ zu sprechen. (Reuten, Geert: „<em>Zirkel vicieux</em>“ or Trend Fall? The Course of the Profit Rate in Marx’s <em>Capital III</em>, in: <em>History of Political Economy</em> 36:1 (2004), S. 163-186, hier S. 175)<br />
Festzuhalten bleibt, dass das „Gesetz“ vom TFPR nicht mehr, aber auch nicht weniger behauptet als die immanente M&#246;glichkeit kapitalistischer Krisen, die in der widerspr&#252;chlichen Einheit von „Tendenz“ und „Gegentendenzen“ angelegt sind. Ein Verst&#228;ndnis dieser Widerspr&#252;che ist f&#252;r eine marxistische Krisentheorie unabdingbar; um jedoch auf Grundlage dieses „Gesetzes“ l&#228;ngerfristige Tendenzen des Systems und die Dynamik von Krisen erkl&#228;ren zu k&#246;nnen, muss eine Menge weiterer Faktoren ber&#252;cksichtigt werden, die hier nicht im Detail diskutiert werden k&#246;nnen: etwa Zirkulationszeit, Umschlagszeit oder fixes Kapital. Nehmen wir letzteres als Beispiel. F&#252;r eine/n KapitalistIn wird die Verbilligung der Elemente des konstanten Kapitals nicht unmittelbar wirksam, denn f&#252;r sie/ihn z&#228;hlt, wie viel zum Zeitpunkt der Anschaffung der Produktionsmittel daf&#252;r bezahlt werden musste und nicht, wie viel es jetzt kosten w&#252;rde, sie zu ersetzen. Wenn der technologische Fortschritt dazu f&#252;hrt, dass diese Investitionen weniger wert sind als vorher, dann m&#252;ssen die Kosten der Abschreibung eben aus dem Bruttogewinn bezahlt werden. “Was sie auf der einen Seite gewinnen, verlieren sie somit wieder auf der anderen.“ (Harman, Chris: Where is Capitalism Going? (Part I), in: <em>International Socialism</em> 58 (1993), S. 3-58) Gr&#246;&#223;e, Alter und Effizienz fixen Kapitals spielen somit eine wichtige Rolle f&#252;r die empirische Bewegung der Profitraten. Auf noch konkreterer Ebene m&#252;ssen wir auch die (institutionellen) Spezifika historisch sich entwickelnder kapitalistischer Gesellschaftsformationen ber&#252;cksichtigen. Die Theorie der permanenten R&#252;stungswirtschaft setzt hier an: sie untersucht die besonderen Wirkungen der Nachkriegs-Konstellation auf den TFPR und begreift die R&#252;stungsausgaben als eine zu dieser Zeit wichtige wirksame „entgegenwirkende Tendenz“. (Callinicos, Alex: Capitalism, Competition and Profits: A Critique of Robert Brenner’s Theory of Crisis, in: <em>Historical Materialism</em> 4 (1999), S. 9-31, hier S. 28)<br />
<a href="#anm_5" title="anm5" name="anm5">5</a> Kidron, Michael: R&#252;stung und wirtschaftliches Wachstum. Ein Essay &#252;ber den westlichen Kapitalismus nach 1945, Frankfurt 1971, S. 58f.<br />
<a href="#anm_6" title="anm6" name="anm6">6</a> Vgl. ebd. und Harman, Chris: Explaining the Crisis. A Marxist Re-Appraisal, London 1999. Hier kann nur eine sehr vereinfachende Skizze dieses Mechanismus gegeben werden.<br />
Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass Kapitalien in Sektoren mit unterschiedlichen technischen Produktionsbedingungen, d.h. unterschiedlicher organischer Zusammensetzung des Kapitals – auch bei gleicher Mehrwertrate – bei unterschiedlichen Profitraten produzieren. Nun w&#252;rde aber in solchen Situationen Kapital aus Branchen mit niedrigerer Profitrate in solche mit h&#246;herer Profitrate abflie&#223;en. Dadurch sinkt das Warenangebot und steigen die Preise in der einen Branche und umgekehrt steigt das Warenangebot und sinken die Preise in der anderen. Als Ergebnis dieses Prozesses gleichen sich die Profitraten der einzelnen Sektoren zu einer allgemeinen Durchschnittsprofitrate an. Die Preise (modifizierten Werte), zu denen eine solche Durchschnittsprofitrate erzielt wird entsprechen nun nicht mehr den monet&#228;ren Ausdr&#252;cken der Warenwerte. Marx bezeichnet sie als Produktionspreise.<br />
Die Differenzen zwischen Werten und Produktionspreisen bedeuten allerdings nicht, dass irgendwo neuer Wert geschaffen worden w&#228;re. Unterm Strich gleichen sich die durch die Produktionspreise repr&#228;sentierten Verzerrungen der Werte aus. Was sich ver&#228;ndert sind die <em>Anteile </em>der Einzelkapitalien in den unterschiedlichen Sektoren am <em>gesamtgesellschaftlich </em>produzierten Mehrwert.<br />
Auf dieser Grundlage k&#246;nnen wir weiter fragen, welche Effekte eine Erh&#246;hung der Kapitalzusammensetzung in den einzelnen Abteilungen hat.<br />
<em>Abteilung I</em>: Ein Anstieg der organischen Zusammensetzung des Kapitals f&#252;hrt (i) tendenziell zu einer geringen Profitrate in dieser Abteilung (unter Abstraktion bestimmter entgegenwirkender Faktoren; vgl. <a href="#anm4">Anmerkung 4</a>); (ii) eine neue Durchschnittsprofitrate bildet sich heraus, die nun unter der vorherigen liegt; (iii) in diesem Prozess sind jedoch die Preise in Abteilung I um genau soviel gestiegen wie sie in den Abteilungen II und III zusammengenommen gefallen sind; (iv) da jedoch die Preissenkungen in Abteilung III in einem neuen Produktionszyklus nicht wirksam werden (unproduktive Konsumtion) wird der Preisanstieg f&#252;r Produktionsmittel (die Produkte der Abteilung I) h&#246;her sein, als der Fall der Preise f&#252;r Konsumtionsg&#252;ter (die Produkte der Abteilung II); (v) das dr&#252;ckt die Profitrate tendenziell noch weiter herab.<br />
<em>Abteilung II</em>: die Auswirkungen hier sind analog zu einem Anstieg der organischen Zusammensetzung des Kapitals in Abteilung I.<br />
<em>Abteilung III</em>: zun&#228;chst bedeutet auch ein Anstieg der organischen Zusammensetzung des Kapitals in Abteilung III eine verminderte Durchschnittsprofitrate. Dabei sind die Preise in Abteilung III um genau soviel gestiegen wie sie in den Abteilungen I und II gefallen sind. Da jedoch die Preissteigerung in Abteilung III keine weiteren Effekte in einem neuen Produktionszyklus hat sind im Ergebnis die Preise <em>sowohl </em>f&#252;r Produktionsmittel <em>als auch</em> f&#252;r Konsumtionsg&#252;ter gefallen. Demzufolge wird die Profitrate tendenziell steigen.<br />
<a href="#anm_7" title="anm7" name="anm7">7</a> Callinicos, Alex: Die revolution&#228;ren Ideen von Karl Marx, Frankfurt 1998, S. 269.<br />
<a href="#anm_8" title="anm8" name="anm8">8</a> Brenner, Robert: Die weltwirtschaftliche Rezession beginnt: Eine Diagnose, in: <em>Sozialismus </em>2/2002, S. 11-19, hier S. 13.<br />
<a href="#anm_9" title="anm9" name="anm9">9</a> Unger, Brigitte: &#214;sterreichs Wirtschaftspolitik. Vom Austro-Keynesianismus zum Austro-Neoliberalismus?, in: Tálos, Emmerich (Hg.): Zukunft der Sozialpartnerschaft, Wien 1999, S. 170.<br />
<a href="#anm_10" title="anm10" name="anm10">10</a> Sandgruber, Roman: &#214;konomie und Politik. &#214;sterreichische Wirtschaftsgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Wien 1995, S. 488.<br />
<a href="#anm_11" title="anm11" name="anm11">11</a> Unger: a.a.O., S. 168.<br />
<a href="#anm_12" title="anm12" name="anm12">12</a> Ostleitner, Herbert: Die Budgetpolitik des Austro-Keynesianismus, in: Weber, Fritz/ Venus, Theodor (Hg.): Austro-Keynesianismus in Theorie und Praxis, Wien 1993, S. 105-112, hier S. 106.<br />
<a href="#anm_13" title="anm13" name="anm13">13</a> Butschek, Felix: Die &#246;sterreichische Wirtschaft im 20. Jahrhundert, Stuttgart 1985, S. 147.<br />
<a href="#anm_14" title="anm14" name="anm14">14</a> Zus&#228;tzlich wirkte sich die Expansion des Dienstleistungssektors im Sinne einer „nachholenden Entwicklung“ positiv aus.<br />
<a href="#anm_15" title="anm15" name="anm15">15</a> Weber, Fritz: Vorwort, in: ders./ Venus, Theodor (Hg.): Austro-Keynesianismus in Theorie und Praxis, Wien 1993, S. 7-11, hier S. 9.<br />
<a href="#anm_16" title="anm16" name="anm16">16</a> Vranitzky, Franz: Der &#246;sterreichische Weg, in: Weber, Fritz/ Venus, Theodor (Hg.): Austro-Keynesianismus in Theorie und Praxis, Wien 1993, S. 12-14, hier S. 12.<br />
<a href="#anm_17" title="anm17" name="anm17">17</a> Dass das keine gr&#246;beren sozialen Auseinandersetzungen provozierte (wie in anderen L&#228;ndern) lag in erster Linie am sozialparterschaftlichen Konfliktmanagement.<br />
<a href="#anm_18" title="anm18" name="anm18">18</a> Seidel, Hans: Austro-Keynesianismus – revisited, in: Weber, Fritz/ Venus, Theodor (Hg.): Austro-Keynesianismus in Theorie und Praxis, Wien 1993, S. 145-149, hier S. 149.<br />
<a href="#anm_19" title="anm19" name="anm19">19</a> Allerdings werden die schwachen Wirtschaften heute kaum in der Lage sein ein &#228;hnlich hohes Niveau an R&#252;stungsausgaben tragen zu k&#246;nnen wie in den 1950er Jahren.<br />
<a href="#anm_20" title="anm20" name="anm20">20</a> Wenn im Folgenden von Neo- oder Linkskeynesianismus die Rede ist, dann ist damit keine bestimmte wirtschafts<em>theoretische</em> Weiterentwicklung der Positionen von Keynes gemeint, sondern wirtschafts<em>politische</em> Konzeptionen bezeichnet, die sich aus dem Fundus der keynesianischen Diskussion bedienen.<br />
<a href="#anm_21" title="anm21" name="anm21">21</a> Meist kombiniert mit aus Gewinnsteuern finanzierten staatlichen Nachfrageimpulsen.<br />
<a href="#anm_22" title="anm22" name="anm22">22</a> Katzian, Wolfgang/ Kral-Bast, Claudia: Globalisierung: L&#228;hmung des Sozialstaates statt Z&#228;hmung des Kapitalismus?, in: Greif, Wolfgang u.a. (Hg.): Alternativen zum Neoliberalismus. Sozial ins 21. Jahrhundert, Wien 1999, S. 231-238, hier S. 234.<br />
<a href="#anm_23" title="anm23" name="anm23">23</a> Marterbauer, Markus: Wem geh&#246;rt der Wohlstand? Perspektiven f&#252;r eine neue &#246;sterreichische Wirtschaftspolitik, Wien 2007, S. 112f.<br />
<a href="#anm_24" title="anm24" name="anm24">24</a> Ebd., 12f.<br />
<a href="#anm_25" title="anm25" name="anm25">25</a> Vgl. zu Unterkonsumtionstheorien Bleaney, Michael F.: Underconsumption Theories. A History and Critical Analysis, New York 1976.<br />
<a href="#anm_26" title="anm26" name="anm26">26</a> Vgl. Deutschmann, Christoph: Der linke Keynesianismus, Frankfurt 1973, online: http://www.mxks.de/files/other/Deutschmann.LinkerKeynes.html<br />
<a href="#anm_27" title="anm27" name="anm27">27</a> MEW 20, S. 256.<br />
<a href="#anm_28" title="anm28" name="anm28">28</a> Brenner, Robert: The Economics of Global Turbulence. The Advanced Capitalist Economies from Long Boom to Long Downturn, 1945-2005, London 2006, ders.: Boom &amp; Bubble. Die USA in der Weltwirtschaft, Hamburg 2003 und ders.: New Boom or New Bubble?, in: <em>New Left Review</em> 25 (2004), S. 57-100. Vgl. aber zur Kritik an den theoretischen Grundlagen der Arbeiten Brenners das Symposium in <em>Historical Materialism</em> 4 (1999) und 5 (1999), sowie Fine, Ben/ Lapavitsas, Costas/ Milonakis, Dimitris: Adressing the World Economy: Two Steps Back, in: <em>Capital &amp; Class</em> 67 (1999), S. 47-90.</p>
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		<title>Umverteilen!</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Nov 2007 10:22:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 2]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[Rezension: Markus Marterbauer: Wem geh&#246;rt der Wohlstand? Perspektiven einer neuen &#246;sterreichischen<o></o> Wirtschaftspolitik. Wien: Zsolnay 2007.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rezension: Markus Marterbauer: Wem geh&#246;rt der Wohlstand? Perspektiven einer neuen &#246;sterreichischen Wirtschaftspolitik. Wien: Zsolnay 2007.<br />
<span id="more-28"></span>In Zeiten der scheinbaren Alternativlosigkeit neoliberaler Politikkonzepte kommt ein Buch &#252;ber die Frage „Wem geh&#246;rt der Wohlstand?“ gerade recht. Markus Marterbauer, Wirtschaftsforscher am Wiener WIFO, verschafft hiermit dem fast vergessenen linken Fl&#252;gel innerhalb der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften Geh&#246;r und zeigt (keynesianistische) Alternativen zur momentan herrschenden Politik in &#214;sterreich auf.<o></o></p>
<p class="MsoNormal">Als zentrales Problem sieht Marterbauer das Zur&#252;ckbleiben der heimischen Nachfrage hinter den in den letzten Jahren get&#228;tigten Investitionen und den erzielten Gewinnen. Wirtschaftswachstum bedeute immer auch ein Wachstum an Arbeitspl&#228;tzen. „Es gibt kein ,Jobless Growth’“, postuliert er. Im Schnitt rechnet Marterbauer, dass bei einem Wirtschaftswachstum von &#252;ber zwei Prozent die Arbeitslosigkeit zu sinken beginnt. Doch das starke Wachstum des Exports in &#214;sterreich bewirkt dies nicht. Die hohen Gewinne der Unternehmen der letzten Jahre wurden nicht an die ArbeiterInnen in Form von h&#246;heren L&#246;hnen, welche die Kaufkraft st&#228;rken w&#252;rden, weitergegeben, und zus&#228;tzliche Investitionen wurden nicht in ausreichendem Ma&#223; get&#228;tigt.<o></o></p>
<p class="MsoNormal">Der Argumentation liegt ein linkskeynesianistisches Theorem zugrunde. UnternehmerInnen, Marterbauer spricht vom oberen Einkommensdrittel, erh&#246;hen mit ihrem zus&#228;tzlichen Einkommen weniger die Nachfrage, weil sie ihre Bed&#252;rfnisse schon gedeckt wissen und oft keinen Sinn darin sehen sich einen zweiten oder dritten Wochenendjet zu leisten. Das f&#252;hrt dazu, dass sie ihr zus&#228;tzliches Einkommen vermehrt sparen oder in Aktien und anderen Wertpapieren anlegen. Dies f&#252;hrt zu einem Anstieg des spekulativen, nicht produktiven Finanzkapitals. ArbeiterInnen, oder hier das untere Einkommensdrittel, hingegen w&#252;rden dadurch, dass sie mit ihrem niedrigen Einkommen kaum oder gerade mal das Auslangen finden, ein h&#246;heres Einkommen zur individuellen Bed&#252;rfnisbefriedigung vermehrt auf den Markt tragen. Die erh&#246;hte Nachfrage schafft ihrerseits Bedarf an mehr Produktion, somit mehr Arbeitspl&#228;tze.<o></o></p>
<p class="MsoNormal">Marterbauer zieht die logische Konsequenz und fordert staatliche Eingriffe zugunsten der unteren Einkommen (die Netto-Realeinkommen je unselbstst&#228;ndig Besch&#228;ftigtem/r sind die letzten 10 Jahre stagniert, w&#228;hrend das gesamte Einkommen der Volkswirtschaft um 25% gewachsen ist). Besch&#228;ftigungspolitik und Budgetpolitik seien hier geeignete Instrumente. F&#252;r erstere fordert Marterbauer eine Arbeitszeitverk&#252;rzung auf eine 35 Stundenwoche bei kostenneutralem Lohnausgleich (der Lohnausgleich erfolgt im Ausma&#223; der Produktivit&#228;tssteigerung), eine Reduktion geleisteter &#220;berstunden, mehr M&#246;glichkeiten f&#252;r Karenz (Kinder und Bildung) und den Einsatz der Gewerkschaft f&#252;r absolute Lohnerh&#246;hungen, um die faktisch niedrigeren Einkommen von Frauen relativ st&#228;rker zu erh&#246;hen.<o></o></p>
<p class="MsoNormal">In der Budgetpolitik teilt er gleich zu Beginn Budgetdefizite in „gute“ und „schlechte“. Schlechte seien solche, die Unternehmen bei einigerma&#223;en ausreichendem Wirtschaftswachstum beg&#252;nstigen, w&#228;hrend gute jene seien, die die Umverteilung von oben nach unten vorantreiben. In diesem Sinn schl&#228;gt Marterbauer die Wiedereinf&#252;hrung der Verm&#246;genssteuer, die Erh&#246;hung (statt der aktuell geschehenen Abschaffung) der Erbschaftssteuer und die gezielte Besteuerung von Stiftungen, die nicht dem Allgemeinwohl dienen, vor. Staatliche Investitionen in Bildung (ohne Zugangsbeschr&#228;nkungen), Gesundheit und Mobilit&#228;t sollen die Produktivit&#228;t zus&#228;tzlich erh&#246;hen.<o></o></p>
<p class="MsoNormal">Marterbauer kritisiert zu Recht die falsche Politik der letzten sechs Jahre, die das genaue Gegenteil dessen war, was er als L&#246;sungsvorschl&#228;ge f&#252;r eine gerechtere Welt vorstellt. Sein Buch ist ein willkommener Anlass, die wichtige Frage der Umverteilung von oben nach unten neu zu diskutieren. Doch auch wenn er sich bewusst ist, dass einer aktiven Umverteilungspolitik „starker Widerstand gewiss“ (120) ist, &#252;bersch&#228;tzt er letztlich doch die M&#246;glichkeiten des kapitalistischen Staates, angesichts langfristiger &#246;konomischer Stagnation im Weltma&#223;stab Krisen nachhaltig zu verhindern. Dass die Hoffnungen, die davon gen&#228;hrt werden, auf theoretischen Fehlschl&#252;ssen aufsetzen, kann im Artikel zu „Kreisky und Keynes“ im vorliegenden Heft (12-17) nachgelesen werden.<o></o><br />
<o></o></p>
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