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	<title>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis &#187; Gustostückerl</title>
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	<description>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis</description>
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		<title>Rosinenpicken</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jan 2010 13:15:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 9]]></category>
		<category><![CDATA[Gustostückerl]]></category>
		<category><![CDATA[Rosinenpicken]]></category>

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G.M. Tamás, der in Perspektiven Nr.8 &#252;ber den Aufstieg des Neofaschismus in Ungarn berichtete, wurde f&#252;r die j&#252;ngste Ausgabe des International Socialism Journal ausf&#252;hrlich interviewt. Er spricht &#252;ber den historischen Bruch von 1989 und seine eigene Rolle, erst in der Oppositionsbewegung gegen das stalinistische Regime, sp&#228;ter als Parlamentsmitglied und f&#252;hrende Figur in der Liberalen Partei. Seine selbstkritische Abrechnung mit der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-601"></span><br />
<em>G.M. Tamás</em>, der in <em>Perspektiven </em>Nr.8 &#252;ber den Aufstieg des Neofaschismus in Ungarn berichtete, wurde f&#252;r die j&#252;ngste Ausgabe des <em>International Socialism Journal</em> ausf&#252;hrlich interviewt. Er spricht &#252;ber den historischen Bruch von 1989 und seine eigene Rolle, erst in der Oppositionsbewegung gegen das stalinistische Regime, sp&#228;ter als Parlamentsmitglied und f&#252;hrende Figur in der Liberalen Partei. Seine selbstkritische Abrechnung mit der Transitionspolitik nach der Wende, die vielen Menschen in Ungarn die &#246;konomischen Lebensgrundlagen entzog und der neoliberalen Transformation Mittel- und Osteuropas den Weg ebnete, ist ein willkommener Kontrast zum politischen und medialen Abfeiern zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer.</p>
<p>Im gleichen Heft findet sich ein sehr n&#252;tzlicher &#220;berblicksartikel zu aktuellen marxistischen Analysen der globalen Wirtschaftskrise. <em>Joseph Choonara</em> fasst zusammen, was Robin Blackburn und Peter Gowan, Costas Lapavitsas, David McNally, John Bellamy Foster und Harry Magdoff, Robert Brenner, Andrew Kliman und Anwar Shaikh in den letzten Monaten zu Entstehung und Verlauf der Krise geschrieben haben. Wem bei der Aufz&#228;hlung dieser Namen nichts aufgefallen ist, sollte das Heft, das er oder sie gerade in H&#228;nden h&#228;lt, noch einmal lesen. Dass es sich bei seinem &#220;berblick um eine exklusive M&#228;nnerrunde handelt, ist Choonara nur zum Teil anzulasten, ist marxistische &#214;konomie doch eine durch und durch von M&#228;nnern dominierte Veranstaltung. Dass ihm dieser Umstand selbst nicht aufgefallen zu sein scheint, ist jedoch sehr wohl kritisierenswert.</p>
<p>Wenn wir schon bei der Krise sind: <em>Historical Materialism</em> 17:2 bringt Beitr&#228;ge eines Symposiums zur globalen Finanzkrise – besonders lesenswert ist hier die Analyse von Costas Lapavitsas. Und der zweite Teil von <em>David McNallys</em> Artikel „Von der Finanzkrise zur Weltwirtschaftskrise“ ist nun in <em>Das Argument</em> Nr. 281 erschienen.</p>
<p>Eben diese <em>Argument</em>-Ausgabe widmet sich „Elementen eines neuen linken Feminismus“ und passt somit wunderbar zu den aktuellen <em>Perspektiven</em>.<em> Frigga Haug</em> stellt hier in Auseinandersetzung mit Nancy Fraser die Frage, wie an die Politik der zweiten Frauenbewegung angesichts der erfolgten Einbindung feministischer Forderungen in den Neoliberalismus anzukn&#252;pfen ist; <em>Tove Soiland</em> liefert eine knappe aber gute Darstellung des Wandels von Geschlechterverh&#228;ltnissen in Verbindung mit dem Umbruch vom fordistischen zum postfordistischen Akkumulationsregime und argumentiert, dass dieser mit dem Konzept <em>gender</em>, verstanden als geschlechtliche Normierung, nicht reflektiert werden kann. Leider hat sie den Intersektionalit&#228;ts-Ansatz, dem eineinhalb kritische S&#228;tze gewidmet werden, nicht verstanden. <em>Lynne Segal</em> gibt einen &#220;berblick &#252;ber die Konjunkturen der feministischen Frauen und/oder Geschlechterforschung und pl&#228;diert f&#252;r eine globale feministische Perspektive.<br />
<em>dérive</em>, die Wiener Zeitschrift f&#252;r Stadtforschung, zeigt in ihrer j&#252;ngsten Ausgabe, dass sich im Stuwerviertel, der „Insel auf der Insel“ des zweiten Wiener Gemeindebezirks, einiges tut – oft muss man hinzuf&#252;gen: leider. <em>Roman Seidl</em> stellt den Intentionen, Strategien, Legitimations- und Vorgangsweisen der Wiener „sanften Stadterneuerung“, die – wie im Fall des Brunnenviertels gegenw&#228;rtig zu beobachten – meist mit der Verdr&#228;ngung sogenannter „sozial schwacher“ und meist migrantischer Bev&#246;lkerung einhergeht, eine gut informierte Bestandsaufnahme zu Bausubstanz, Bev&#246;lkerungsstruktur und Wohnungsmarkt entgegen. Motto: sie mit ihren eigenen Waffen schlagen! Des Weiteren im Schwerpunkt: ein aufschlussreiches Interview mit Vertretern der lokalen Gebietsbetreuung, eine kritische Betrachtung der Beteiligungsverfahren im Rahmen der Umgestaltung eines lokalen Parks, eine Illustration der Gefahren aber auch Chancen gegenw&#228;rtiger Projekte im Stuwerviertel, sowie ein Interview &#252;ber die spezifische Situation von Sexarbeiterinnen in diesem Kontext.</p>
<p><em>Owen Hatherley</em>, der f&#252;r Perspektiven Nr. 7 Avantgarde-Filme der fr&#252;hen Sowjetunion vorgestellt hat, spricht im <em>3:AM-Magazine</em> &#252;ber sein Kerngesch&#228;ft: Stadtentwicklung, Popkultur und -musik, und vor allem: Architektur. Das Interview erl&#228;utert auf &#228;u&#223;erst lesenswerte Weise diese Zusammenh&#228;nge und was all das mit linker Politik zu tun hat.</p>
<p>Die Linke hatte im Sommer 2009 einiges zu betrauern; fast im Wochentakt trafen Todesmeldungen verdienter Theoretiker und Wissenschafter ein – zuletzt traf es den Historiker und E.P. Thompson-Sch&#252;ler John Saville sowie den Protagonisten des „analytischen Marxismus“, G.A. „Jerry“ Cohen. <em>Giovanni Arrighi</em>, Mitbegr&#252;nder der Weltsystemtheorie, gab noch kurz vor seinem Ableben der <em>New Left Review</em> ein ausf&#252;hrliches Interview, in dem er sein politisches Leben rekapituliert – ein beeindruckendes Zeugnis nicht nur seines eigenen Werdegangs, sondern auch als Einblick in die Geschichte der sozialen Bewegungen der letzten vier Jahrzehnte lesenswert. &#196;hnliches kann &#252;ber das Interview mit <em>Peter Gowan</em> gesagt werden, das von einem Nachruf seines langj&#228;hrigen Freunds und Genossen <em>Tariq Ali</em> begleitet wird. Beide haben einen wesentlichen Teil ihrer politischen Arbeit Regionen gewidmet, die auf der Linken oft wenig beachtet werden – Afrika im Falle Arrighis, Osteuropa bei Gowan.</p>
<p>Zum Nachlesen:<br />
Tamás, G.M.: Hungary – ”Where we went wrong”, in: International Socialism Nr. 123, Summer 2009, online<br />
unter: http://www.isj.org.uk/index.php4?id=555&#038;issue=123</p>
<p>Choonara, Joseph: Marxist accounts of the current crisis, in: International Socialism Nr. 123, Summer 2009, online unter http://www.isj.org.uk/index.php4?id=557&#038;issue=123</p>
<p>Lapavitsas, Costas: Financialised Capitalism: Crisis and Financial Expropriation, in: Historical Materialism 17:2 (2009), 114-148 </p>
<p>McNally, David: Von der Finanzkrise zur Weltwirtschaftskrise (2. Teil), in: Das Argument Nr. 281 (2009), 471-<br />
478</p>
<p>Haug, Frigga: Feministische Initiative zur&#252;ckgewinnen – eine Diskussion mit Nancy Fraser, in: Das Argument Nr. 281 (2009), 393-408</p>
<p>Soiland, Tove: Gender oder Von der Passf&#246;rmigkeit der Subversion. &#220;ber die Konvergenz von Kritik und<br />
Sozialtechnologie, in: Das Argument Nr. 281 (2009), 409-419</p>
<p>Segal, Lynne: Erneuerungen des Feminismus, in Das Argument Nr. 281 (2009), 420-429</p>
<p>Seidl, Roman: Unter Druck? Vom angeblichen sanften Ende der „Insel in der Insel“, in: dérive Nr. 36. Juli-September 2009, 5-11</p>
<p>Hatherley, Owen: Militant Modernist. Interview by Andrew Stevens, in: 3:AM Magazine, August 13th 2009, online unter: http://www.3ammagazine.com/3am/militant-modernist-owenhatherley/</p>
<p>Arrighi, Giovanni: The winding paths of capital. Interview by David Harvey, in: New Left Review Nr. 56, March-April 2009, 61-94</p>
<p>Gowan, Peter: The ways of the world. Interview by Mike Newman and Marko Bojcun, in: New Left Review<br />
Nr. 59, September-October 2009, 51-70</p>
<p>Ali, Tariq: Death of a comrade. Peter Gowan: 1946–2009, in: New Left Review Nr. 59, September-October 2009, 39-48</p>
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		<title>Gustost&#252;ckerl</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Jun 2009 09:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 8]]></category>
		<category><![CDATA[Gustostückerl]]></category>
		<category><![CDATA[Rosinenpicken]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus der un&#252;berschaubaren Zahl an spannenden Beitr&#228;gen, die seit Erscheinen der letzten, „gr&#252;nen“ Perspektiven-Ausgabe zum Thema „&#246;kologische Krise“ ver&#246;ffentlicht wurden, wollen wir ein besonders gelungenes Heft herausgreifen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus der un&#252;berschaubaren Zahl an spannenden Beitr&#228;gen, die seit Erscheinen der letzten, „gr&#252;nen“ Perspektiven-Ausgabe zum Thema „&#246;kologische Krise“ ver&#246;ffentlicht wurden, wollen wir ein besonders gelungenes Heft herausgreifen.<br />
<span id="more-534"></span><br />
In Ausgabe 279 von <strong>Das Argument</strong> wird eine <em>Kritik gesellschaftlicher Naturverh&#228;ltnisse</em> in zweifacher Hinsicht angegangen. Einerseits werden bestehende Formen des gesellschaftlichen Umgangs mit Natur analysiert und kritisiert – etwa in<strong> Karl Otto Henselings</strong> Beitrag zum <em>Umbau der Stoff &#8211; und Energiewirtschaft</em> oder <strong>Ulrich Brands</strong> Beitrag zu aktuellen, „postneoliberalen“ &#246;kologischen Strategien. Gleichzeitig werden die theoretischen Konzepte der „Produktion von Natur“ und der „gesellschaftlichen Naturverh&#228;ltnisse“ selbst einer theoretischen Diskussion unterzogen und jeweils von einer Pro- und Kontraseite betrachtet. Hier sind die Beitr&#228;ge von<strong> Bettina K&#246;hler, Frieder Otto Wolf, Neil Smith </strong>und <strong>Victor Wallis</strong> &#252;beraus interessant.</p>
<p>In der selben Ausgabe des Argument ist der erste Teil eines &#228;u&#223;erst lesenswerten Beitrags von <strong>David McNally</strong> abgedruckt, der die aktuelle Entwicklung <em>Von der Finanzkrise zur Weltwirtschaftskrise</em> &#252;berzeugend analysiert. Im Gegensatz etwa zu Robert Brenner (vgl. dessen Beitrag in <em>Perspektiven</em> Nr.6) geht McNally von einer globalen Wiederherstellung der Profitraten in den 1980er Jahren aus, sieht aber ebenso wie dieser die neoliberale Politik der letzten zwanzig bis drei&#223;ig Jahre als einen Mechanismus, der Krisen zwar erfolgreich hinausz&#246;gern oder in die Peripherie verlagern konnte, dadurch aber letztlich die Grundlage f&#252;r die aktuelle, schwere Finanz- und &#220;berakkumulationskrise legte.</p>
<p>À propos Finanzkrise: ein bereits im April 2006 in der <strong>American Historical Review</strong> erschienener Artikel von <strong>Jonathan Ira Levy</strong> ist durch diese zu unverhoffter Aktualit&#228;t gelangt. Er zeigt, wie die heute vieldiskutierten „Futures“ – spekulative Termingesch&#228;fte an B&#246;rsen – bereits Ende des 19. Jahrhunderts in den USA entstanden, etwa indem noch nicht geerntetes Getreide ge- und verkauft wurde und eine eigenst&#228;ndige Gruppe von H&#228;ndlerInnen solcher fiktiver Waren entstand. Levy zeigt auf spannende Weise, dass die Probleme, die bereits damals mit dieser Form des Warentausches verbunden waren, jenen auf den globalen deregulierten Finanzm&#228;rkten der letzten Jahre nicht un&#228;hnlich waren.</p>
<p>Gewohnt zuverl&#228;ssig setzen die GenossInnen der Zeitschrift <strong>Wildcat</strong> in der Analyse der Krise auf einen Blick von unten. In der aktuellen Ausgabe werden deshalb internationale Klassenk&#228;mpfe in den Blick genommen, die aktuell unter den Bedingungen der Krise gef&#252;hrt werden: in England, China, Indien, den USA und Polen etwa.</p>
<p>Als Nachtrag zu <em>Perspektiven </em>Nr.6 (Schwerpunkt USA: Br&#252;che im Imperium) wollen wir den j&#252;ngsten Artikel von <strong>Mike Davis</strong> in der <strong>New Left Review</strong> empfehlen. Er zeigt eindr&#252;cklich, wie der Sieg Obamas als tektonische Verschiebung in den traditionellen W&#228;hlerInnenstrukturen der USA verstanden werden muss. Die widerspr&#252;chliche soziale Basis des „Obama-Projekts“ zwischen neu gewonnener <em>Suburbia</em>-Mittelkasse, den <em>Silicon Valley</em>-Fraktionen der US-Bourgeoisie und breiter subalterner Unterst&#252;tzung sagt viel &#252;ber dessen Widerspr&#252;chlichkeit aus, argumentiert Davis.</p>
<p>Schlie&#223;lich noch ein Hinweis auf einen Artikel in den aktuellen <em>grundrissen</em>, der von <strong>Karl Reitter</strong> vor dem Hintergrund linker Debatten um den j&#252;ngsten Krieg Israels gegen den Gazastreifen geschrieben  wurde. Er seziert pr&#228;zise die Argumentationsfiguren, die von den bedingungslosen VerteidigerInnen der israelischen Regierungen in linken Debatten vorgebracht werden, und zeigt, wie diese eine kritische Auseinandersetzung mit dem Nahost-Konflikt verhindern. Man muss nicht jedem inhaltlichen Argument folgen, um diesen Beitrag f&#252;r &#228;u&#223;erst n&#252;tzlich in den oftmals hitzigen Debatten zu diesem Thema zu halten.</p>
<p>Zum Nachlesen:</p>
<p>Henseling, Karl Otto: Die Gro&#223;e Transformation. Strategischer Umbau der Stoff &#8211; und Energiewirtschaft;<br />
K&#246;hler, Bettina: Gesellschaftliche Naturverh&#228;ltnisse, Politische &#214;kologie und &#246;kologisch-feministische Sichtweisen;<br />
Brand, Ulrich: Postneoliberale Antworten auf die &#246;kologische Krise;<br />
Wolf, Frieder Otto: Wider die Kategorie der gesellschaftlichen Naturverh&#228;ltnisse;<br />
Smith, Neil: Zur kapitalistischen Produktion von Natur;<br />
Wallis, Victor: Wider die These von der ‚Produktion von Natur’,<br />
alle in: Das Argument Nr. 279, 6/2008, 827-838, 850-883</p>
<p>McNally, David: Von der Finanzkrise zur Weltwirtschaftskrise (1. Teil), in: Das Argument Nr. 279, 6/2008, 796-805</p>
<p>Levy, Jonathan Ira: Contemplating Delivery. Futures Trading and the Problem of Commodity Exchange in the United States, 1875–1905, in: The American Historical Review 11(2), April 2006, online unter <a href="http://www.historycooperative.org/journals/ahr/111.2/levy.html" target="_blank">http://www.historycooperative.org/journals/ahr/111.2/levy.html</a></p>
<p>Wildcat Nr. 83, Fr&#252;hjahr 2009</p>
<p>Davis, Mike: Obama at Manassas, in: New Left Review Nr. 56, M&#228;rz/April 2009, 5-42</p>
<p>Reitter, Karl: Argumentationsfiguren und Begr&#252;ndungsstrukturen um den Krieg gegen Gaza, in: grundrisse Nr.29, 2009, 19-24, online unter <a href="http://www.grundrisse.net/grundrisse29/Krieg_gegen_Gaza.htm" target="_blank">http://www.grundrisse.net/grundrisse29/Krieg_gegen_Gaza.htm</a></p>
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		<title>Gustost&#252;ckerl</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Feb 2009 11:02:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 7]]></category>
		<category><![CDATA[Gustostückerl]]></category>
		<category><![CDATA[Rosinenpicken]]></category>

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		<description><![CDATA[Man verliert ja leicht den &#220;berblick: tausende polische Zeitschriften, Magazine, wissenschaftliche Journals und nicht zuletzt Webseiten und Blogs produzieren am laufenden Band mehr oder weniger spannende Artikel, und manche davon sehen wir als Beitr&#228;ge zu dem Projekt, dem sich auch Perspektiven widmet: die (Weiter-)Entwicklung linker Theorie und Praxis. An dieser Stelle unseres Magazins wollen wir deshalb nun und in Zukunft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Man verliert ja leicht den &#220;berblick: tausende polische Zeitschriften, Magazine, wissenschaftliche Journals und nicht zuletzt Webseiten und Blogs produzieren am laufenden Band mehr oder weniger spannende Artikel, und manche davon sehen wir als Beitr&#228;ge zu dem Projekt, dem sich auch </em>Perspektiven <em>widmet: die (Weiter-)Entwicklung linker Theorie und Praxis. An dieser Stelle unseres Magazins wollen wir deshalb nun und in Zukunft einige Gustost&#252;ckerl der internationalen Textproduktion vorstellen: Artikel, die wir spannend, interessant und lesenswert finden, besonders wenn sie sich auf Themen beziehen, die wir auch in </em>Perspektiven <em>behandeln. Unsere Vorschl&#228;ge k&#246;nnen also auch als Updates zu Artikeln verstanden werden, die wir euch in den letzten Ausgaben pr&#228;sentiert haben. </em></p>
<p><em>Weil aber auch das </em>Perspektiven<em>-Team &#252;ber eine begrenzte Zahl von Augen und Ohren verf&#252;gt, brauchen wir eure Hilfe: wenn ihr auf einen j&#252;ngst erschienen Text st&#246;&#223;t, von dem ihr meint er passt hierher, schickt uns doch einfach eine kurze Mail an redaktion@perspektiven-online.at, mit den bibliographischen Daten und einem Satz, weshalb ihr den Beitrag f&#252;r wichtig haltet.</em></p>
<p><span id="more-300"></span>Ein Thema, das uns wohl &#252;ber l&#228;ngere Zeit begleiten wird, ist die globale Wirtschaftskrise, und nachdem die Erkl&#228;rung solcher Krisen sozusagen zum Kerngesch&#228;ft linker Theorie und Analyse geh&#246;rt (MarxistInnen haben bekanntlich zehn der letzten drei Wirtschaftskrisen vorhergesagt), gehen die spannenden Beitr&#228;ge allein zu diesem Thema in die Hunderte. Eine Ressource von unsch&#228;tzbarem Wert stellt deshalb die Webseite <strong>Radical Perspectives on the Crisis</strong> dar, die thematisch geordnet Beitr&#228;ge zu allen Aspekten der Krise sammelt. Dort ist etwa ein besonders anregender Beitrag des marxistischen &#214;konomen <strong>Costas Lapavitsas</strong> zum theoretischen Verst&#228;ndnis der Krise zu finden: <em>Financialised Capitalism: Direct Exploitation and Periodic Bubbles</em> argumentiert, dass eine Form der „direkten Enteignung“ charakteristisch f&#252;r den finanzialisierten Kapitalismus der letzten drei&#223;ig Jahre ist, in der das Finanz- und Bankensystem direkt auf die Einkommen der Lohnabh&#228;ngigen zugreift. Die aktuelle Wirtschaftskrise, die ihren Ausgangspunkt ja in „faulen“ Subprime-Krediten hatte, ist demnach auch auf diese Finanzialisierung der Einkommen zur&#252;ckzuf&#252;hren.</p>
<p>Als Nachtrag zu <strong>Robert Brenners</strong> Erkl&#228;rung der Krise, die wir in <em>Perspektiven </em>Nr. 5 abgedruckt haben, k&#246;nnen drei Beitr&#228;ge in <strong>New Left Review</strong> Nr. 54 (Nov/Dez 2008) gelesen werden. Hier &#252;ben mit <strong>Nicholas Crafts, Michel Aglietta </strong>und <strong>Kozo Yamamura</strong> drei heterodoxe &#214;konomen Kritik an Brenners zentraler These, dass sich die Weltwirtschaft seit Mitte der 1970er Jahre in einer langen Profitkrise befindet, die nur durch einen kurzen Mini-Aufschwung in den 1990er unterbrochen worden war. Eine Antwort Brenners auf seine Kritiker ist f&#252;r eine der n&#228;chsten Ausgaben von NLR angek&#252;ndigt – man darf gespannt sein.</p>
<p>Auch der thematische Schwerpunkt unserer letzten Ausgabe – „Br&#252;che im US-Imperium“ – bedarf nach der Wahl Barack Obamas zum US-Pr&#228;sidenten einiger Updates. Eine interessante Sammlung von Einsch&#228;tzungen verschiedener linker AktivistInnen und Intellektueller aus den USA – darunter <strong>Noam Chomsky, Jonathan Neale, Gary Younge</strong> und der <em>Black Panther</em> <strong>David Hilliard</strong> – zu den Chancen f&#252;r einen echten Change in den USA findet sich in <strong>Socialist Review</strong> (Dezember 2008).</p>
<p>Ebenfalls in <em>Perspektiven </em>Nr. 6 schrieb Philipp Probst &#252;ber die Geschichte der <em>Industrial Workers of the World</em>. Wer seinen Artikel spannend fand, wird sich &#252;ber den Beitrag von <strong>John Newsinger</strong> &#252;ber die K&#228;mpfe der <em>Philadelphia Wobblies</em> freuen, erschienen in <strong>International Socialism</strong> (Nr. 120).</p>
<p>Im insgesamt &#228;u&#223;erst lesenswerten Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe der <strong>Prokla </strong>(Nr. 153) zu den „USA nach Bush“ m&#246;chten wir besonders auf den Aufsatz von <strong>Margit Mayer</strong> hinweisen, die am Beispiel Los Angeles die <em>Armutspolitik in US-amerikanischen St&#228;dten</em> analysiert. Sie zeigt, wie die auf soziale Koh&#228;sion und sozialr&#228;umliche Revitalisierung zielenden Ans&#228;tze der Sozialund Stadt(teil)politik die Armen in den innerst&#228;dtischen „Problemzonen“ &#252;ber <em>welfare-to-work</em>-Programme in prek&#228;re Jobs zwingen, w&#228;hrend diejenigen, die das nicht schaffen k&#246;nnen oder wollen, dem Strafsystem &#252;berantwortet werden. Neu ist dabei vor allem der Einsatz von Non-Profit- und Community-Organisationen (auch der vieldiskutierten <em>Worker Centers</em>), die zunehmend in die Workfare-Verwaltung integriert worden sind und dadurch zur Schaffung und Stabilisierung von Nischenm&#228;rkten im Niedriglohnsektor beitragen. In der gleichen Prokla-Ausgabe fasst der Beitrag von <strong>Hae-Lin Choi</strong> die Debatten in der US-amerikanischen Organizing-Gewerkschaft SEIU um das Verh&#228;ltnis von Mitgliedergewinnung und innergewerkschaftlicher Demokratie zusammen, und schlie&#223;t damit an Maria Asenbaums Diskussion des Organizing-Ansatzes in <em>Perspektiven </em>Nr. 3 an.</p>
<p>Mit den Klassenk&#228;mpfen und Unruhen in China besch&#228;ftigt sich <em>Perspektiven </em>mittlerweile &#252;ber mehrere Ausgaben – zuletzt konnten wir in Wien eine Diskussionsveranstaltung mit <strong>Pun Ngai</strong> aus Hong Kong mitorganisieren. Ihr Besuch erm&#246;glichte es auch unseren FreundInnen von der Zeitschrift <strong>grundrisse</strong>, ein ausf&#252;hrliches Interview mit ihr zu den j&#252;ngeren Entwicklungen der K&#228;mpfe der <em>dagongmei</em>, der Wanderarbeiterinnen im S&#252;den Chinas, zu f&#252;hren.<br />
Eine zwar nicht ganz neue, aber dennoch &#228;u&#223;erst anregende Perspektive auf das Spannungsverh&#228;ltnis zwischen st&#228;dtischen IndustriearbeiterInnen und dem KP-Regime in China werfen <strong>John Hassard, Jackie Sheehan</strong> und <strong>Xiao Yuxin</strong> in <strong>Capital &amp; Class</strong> (Herbst 2008). Die St&#228;rke des Artikels liegt in der Verkn&#252;pfung einer Ursachenanalyse f&#252;r die steigende Zahl der ArbeiterInnenk&#228;mpfe im Verlauf der Restrukturierung chinesischer Staatsbetriebe mit einer Untersuchung staatlicher Gegen- bzw. Einhegungsstrategien. Die AutorInnen argumentieren &#252;berzeugend, dass die KPCh im Gegensatz zur Lockerung der staatlichen Kontrolle &#252;ber die Wirtschaft nicht bereit ist, dem zunehmenden Druck nach unabh&#228;ngiger gewerkschaftlicher Organisierung nachzugeben, sich unter den ArbeiterInnen jedoch neues Klassenbewusstsein entwickelt und somit eine Intensivierung der Auseinandersetzungen zu erwarten ist.</p>
<p>Eine Herausforderung, der wir uns ob der traurigen Aktualit&#228;t noch l&#228;nger stellen werden, ist die Auseinandersetzung mit Islamophobie und Kulturrassismus. Der Schwerpunkt von <em>Perspektiven</em> Nr. 4. drehte sich um diese Problematik. Wer zu dem Thema weiter lesen m&#246;chte, dem/der sei die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift <strong>der.wisch</strong> nahe gelegt. Dort beschreibt etwa der Beitrag von <strong>Liz Fekete</strong>, wie Islamfeindlichkeit europaweit in die Politik Einzug h&#228;lt, wie der Verweis auf kulturelle Differenz an die Stelle offen rassistischer Rechtfertigungen getreten ist, was unter Aufkl&#228;rungsfundamentalismus zu verstehen ist, wie mit vermeintlich feministischen Argumenten gegen „den Islam“ ins Feld gezogen wird und wie ein neuer, antirassistischer Feminismus aussehen m&#252;sste.</p>
<h3>Zum Nachlesen:</h3>
<p>Lapavitsas, Costas: “Financialised Capitalism. Direct Exploitation and Periodic Bubbles”, May 2008, online zu finden auf der Seite Radical Perspectives on the Crisis, <a href="http://sites.google.com/site/radicalperspectivesonthecrisis/">http://sites.google.com/site/radicalperspectivesonthecrisis/</a></p>
<p>Crafts, Nicholas: “Profits of Doom?”; Aglietta, Michel: “Into a New Growth Regime”; Yamamura, Kozo: “More System, Please”, alle in: New Left Review, Nr. 54, Nov/Dez 2008, 49-85</p>
<p>Feature: After the Elections, in Socialist Review, December 2008, online unter <a href="http://www.socialistreview.org.uk/issue.php?issue=331">http://www.socialistreview.org.uk/issue.php?issue=331</a></p>
<p>Mayer, Margit: Armutspolitik in US-amerikanischen St&#228;dten;<br />
Choi, Hae-Lin: State of the Union. Die widerspr&#252;chliche Entwicklung der US-Gewerkschaften zwischen Verzweiflung und Hoffnung; beide in: Prokla 153 (2008), 569-593 und 595-612</p>
<p>Newsinger, John: Philadelphia Wobblies, in: International Socialism Journal Nr. 120, Herbst 2008, 167-180, online unter http://www.isj.org.uk/index.php4?id=488&amp;issue=120</p>
<p>Pun Ngai: „Deshalb spreche ich immer von Arbeit und K&#246;rper, denn mit dem K&#246;rper kommt mehr Subjektivit&#228;t ins Spiel&#8230;“, in: grundrisse Nr. 28, 4–12, online unter <a href="http://www.grundrisse.net/grundrisse28/dagongmei.htm">http://www.grundrisse.net/grundrisse28/dagongmei.htm</a></p>
<p>Hassard, John / Sheehan, Jackie / Xiao, Yuxin: „Chinese state-enterprise reform: Economic transition, labour unrest and worker representation“, in Capital &amp; Class, Nr. 96, Herbst 2008, 31-52.</p>
<p>Fekete, Liz: Aufgekl&#228;rter Fundamentalismus? Einwanderung, Islam und andere Kulturdelikte; in: Kulturverein Kanafani (Hg.): der.wisch 05 &#8211; Kulturdelikt. Wenn die Aufkl&#228;rung fundamentalistisch wird. Wien, September 2008 / Ramadan 1429, 4-28</p>
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