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	<title>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis &#187; Grundeinkommen</title>
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	<description>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis</description>
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		<title>Es geht auch anders!</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2007/09/29/es-geht-auch-anders/</link>
		<comments>http://www.perspektiven-online.at/2007/09/29/es-geht-auch-anders/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 29 Sep 2007 09:15:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 1]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen]]></category>
		<category><![CDATA[Grundeinkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Sachzwanglogik und Standortwettbewerb sind heute zu unhinterfragbaren Pr&#228;missen der politischen Auseinandersetzung geworden. Mehr denn je ist es n&#246;tig, wieder &#252;ber radikale politische Alternativen zum neoliberalen Einheitsdenken zu diskutieren. Von <em>Stefan Probst</em>.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sachzwanglogik und Standortwettbewerb sind heute zu unhinterfragbaren Pr&#228;missen der politischen Auseinandersetzung geworden. Mehr denn je ist es n&#246;tig, wieder &#252;ber radikale politische Alternativen zum neoliberalen Einheitsdenken zu diskutieren. Von <em>Stefan Probst</em>.<br />
<span id="more-86"></span><br />
Neoliberale Argumentationsmuster sind heute quer durch das Parteienspektrum hegemonial. Zurecht schrillen deshalb bei vielen Menschen die Alarmglocken, wenn PolitikerInnen „Reformen“ einfordern. Denn wenn etwas „gr&#252;ndlich reformiert“ geh&#246;rt bedeutet das meist Sozialabbau, Privatisierung usw. „Reform“ ist zum Codewort f&#252;r die konsequente Ausrichtung auf die Erfordernisse des Marktes mutiert.<br />
Die Neoliberalen freilich behaupten die eiserne Notwendigkeit, ja Unumg&#228;nglichkeit solcher Ma&#223;nahmen angesichts steigenden „Kostendrucks“ aufgrund der versch&#228;rften Konkurrenz am Weltmarkt. Die angef&#252;hrten Sachzw&#228;nge, die den Legitimationsdiskurs des Neoliberalismus strukturieren, werden als quasi-naturgesetzlich angenommen und lassen folglich keine politischen Alternativen zu. Mit Vehemenz wird auf die „Probleme“ zu hoher Lohn- und Sozialstaatskosten sowie „unflexibler“ Arbeitsm&#228;rkte und „sozialer H&#228;ngematten“ verwiesen. „Der Markt“ fordere Senkung von Sozialleistungen, Deregulierung des Arbeitsmarkts und Privatisierung &#246;ffentlicher Dienste.<br />
Begleitet wird diese „Neoliberalisierung“ der Lebens- und Arbeitsverh&#228;ltnisse durch einen frontalen ideologischen Angriff: „Es geht darum, die sozialen Sicherungsbed&#252;rfnisse als ‚Vollkaskomentalit&#228;t’ nachhaltig zu diskreditieren und durch permanente und lebenslange Flexibilisierungsanforderungen zu ersetzen.“<a href="#anm1" title="anm_1" name="anm_1"><sup>1</sup></a></p>
<p>In wesentlichen Z&#252;gen hat diese Argumentation auch die Sozialdemokratie &#252;bernommen. Die „Vernunft“ gebiete das „Notwendige“ und vorgeblich „Realistische“. Weil der Markt den Rahmen dessen absteckt, was politisch m&#246;glich ist, k&#246;nnen die klassischen Forderungen der ArbeiterInnenbewegung nur mehr als naive Utopie erscheinen.</p>
<p>Deutlich wurde das im 1999 von Schr&#246;der und Blair vorgelegten Strategiepapier<a href="#anm2" title="anm_2" name="anm_2"><sup>2</sup></a>, einem Manifest der neoliberal gewendeten europ&#228;ischen Sozialdemokratien. Die hier pr&#228;sentierten „realit&#228;tstauglichen Antworten auf neue<br />
Herausforderungen in Gesellschaft und &#214;konomie“ geben sich durchgehend unternehmerfreundlich: Aufgabe der Politik sei es in erster Linie, „die Steuerungsfunktion von M&#228;rkten“ zu verbessern; das soziale Netz m&#252;sse „in ein Sprungbrett in die Eigenverantwortung“ umgewandelt werden; Werte wie „pers&#246;nliche Leistung und Erfolg, Unternehmergeist, Eigenverantwortung und Gemeinsinn“, die „zu h&#228;ufig … hinter universelles Sicherungsstreben zur&#252;ckgestellt wurden“, m&#252;ssten gef&#246;rdert werden.<br />
Von der &#246;sterreichischen Sozialdemokratie wurde dieses Programm ausdr&#252;cklich begr&#252;&#223;t. Andreas Rudas, damaliger Bundesgesch&#228;ftsf&#252;hrer, meinte, das Papier entspreche bis auf wenige Detailfragen voll der Linie der Partei und dem „prinzipiellen Willen der SP&#214;, sich zu erneuern“. Vieles sei ohnehin schon im Parteiprogramm verankert.<a href="#anm3" title="anm_3" name="anm_3"><sup>3</sup></a><br />
Bereits jetzt sind die Auswirkungen dieser Politik katastrophal: Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich in den letzten Jahren in &#214;sterreich deutlich ge&#246;ffnet. W&#228;hrend die Unternehmensprofite wachsen sind mehr und mehr Menschen von Armut und Existenzunsicherheit betroffen. Das gilt nicht allein f&#252;r die wachsende Zahl Erwerbsloser und „atypisch“ Besch&#228;ftigter (Teilzeit, Leiharbeit, Scheinselbst&#228;ndigkeit etc.), sondern in immer gr&#246;&#223;erem Ausma&#223; auch f&#252;r Vollzeitarbeitende.</p>
<p>Die zuk&#252;nftige Entwicklung wird diese Trends nur versch&#228;rfen. Hartz IV in Deutschland und das CPE in Frankreich sind Vorboten dessen, was mit der Lissabon-Strategie zu<br />
gesamteurop&#228;ischer Politik erhoben wurde. Dort ist nicht nur vorgesehen, bis 2010 das Pensionsalter auf 67 Jahre anzuheben, privat finanzierte Pensions- und Gesundheitssysteme weiter auszubauen, sondern auch die Senkung der unteren L&#246;hne um 20-30 Prozent, Versch&#228;rfung der Zumutbarkeitsbestimmungen f&#252;r Erwerbslose sowie die Beseitigung der sozialen Absicherung, wo sie ein „Hindernis f&#252;r die Wiederaufnahme von Arbeit“ ist. Die Zielvorgabe<br />
einer Erwerbsquote von 70% (M&#228;nner) bzw. 65% (Frauen) soll durch den konsequenten Ausbau von Niedriglohnsektoren und prek&#228;rer Besch&#228;ftigung erreicht werden.</p>
<h3>Gegenfeuer</h3>
<p>Angesichts der Tatsache, dass Prekarit&#228;t und Flexibilit&#228;tsanforderungen zur Normalit&#228;t des 21. Jahrhunderts gemacht werden sollen, erh&#228;lt der Kampf um das Recht auf soziale und existenzielle Absicherung einen zentralen Stellenwert gegenw&#228;rtiger Auseinandersetzungen.<br />
Das setzt einen radikalen Bruch mit der vorgeblichen Alternativlosigkeit des herrschenden neoliberalen Einheitsdenkens, der Sachzwang- und Standortlogik, voraus.<br />
Folgende f&#252;nf Punkte – im Wesentlichen alte Forderungen der Gewerkschaftsbewegung und von Erwerbsloseninitiativen – sollten, als <em>Mindest</em>programm, Orientierungspunkte f&#252;r eine politische Trendwende sein.</p>
<p><strong>(i) Arbeitszeitverk&#252;rzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich</strong><br />
Neoliberale Wirtschaftswissenschaft und Politik propagieren als K&#246;nigsweg zum Abbau der Arbeitslosigkeit den Ausbau von Niedriglohnsektoren. Ursache der Arbeitslosigkeit seien zu hohe L&#246;hne und zu wenig scharfe Zumutbarkeitsbestimmungen f&#252;r Erwerbslose. Das eigentliche Problem seien demnach die Arbeitskr&#228;fte selbst, die an die Erfordernisse des Arbeitsmarktes nicht angepasst sind: weil zu teuer, oder &#252;berqualifiziert, usw.<br />
In dieselbe Kerbe schlagen auch die Vorschl&#228;ge der Dritte-Wegs-Sozialdemokratie: „Der Arbeitsmarkt braucht einen Sektor mit niedrigen L&#246;hnen… Teilzeitarbeit und geringf&#252;gige Arbeit sind besser als gar keine Arbeit“, erkl&#228;ren Schr&#246;der und Blair.<a href="#anm4" title="anm_4" name="anm_4"><sup>4</sup></a> Die strukturelle Arbeitslosigkeit soll dazu dienen, den Arbeitsdruck zu erh&#246;hen und die L&#246;hne weiter zu senken.<br />
Das ist v&#246;llig inakzeptabel. Mehr als 250.000 Menschen sind in &#214;sterreich erwerbslos, w&#228;hrend die durchschnittliche Wochenarbeitszeit 44,1 Stunden betr&#228;gt. Unternehmen fahren Rekordgewinne ein, w&#228;hrend die Reall&#246;hne kontinuierlich fallen. Wir meinen, dass die Produktivit&#228;tsfortschritte allen zu gute kommen sollen. Deshalb: radikale Verk&#252;rzung der Wochenarbeitszeit auf max. 30 Stunden<a href="#anm5" title="anm_5" name="anm_5"><sup>5</sup></a> bei vollem Lohn- und Personalausgleich.</p>
<p>Leider scheinen die Gewerkschaften diesen Slogan l&#228;ngst verabschiedet zu haben. Man begn&#252;gt sich mit:„Arbeitspl&#228;tze schaffen!“. Aber eine Strategie, die auf die Losung „Hauptsache Arbeit“ setzt, bef&#246;rdert tatkr&#228;ftig den Verfall der L&#246;hne und spielt so den Neoliberalen in die H&#228;nde.<a href="#anm6" title="anm_6" name="anm_6"><sup>6</sup></a> Selbst eine radikale Verk&#252;rzung der Arbeitszeit w&#252;rde ohne Lohnausgleich erst recht zu Flexibilisierung und dem Zwang f&#252;r Einzelne f&#252;hren, l&#228;nger zu arbeiten, um am Monatsende auf ein ausreichendes Einkommen zu kommen.</p>
<p><strong>(ii) Gesetzlicher Mindestlohn</strong><br />
F&#252;r 253.000 <em>working poor</em> ist das Arbeitseinkommen nicht mehr existenzsichernd.<a href="#anm7" title="anm_7" name="anm_7"><sup>7</sup></a> Deshalb: gesetzlicher Mindestlohn, und zwar nicht pro Stunde sondern pro Monat – nur so kann das Elend des wachsenden Teilzeitproletariats aufgegriffen werden. Ein Mindestlohn von mindestens 1.500 Euro pro Monat (brutto) w&#228;re eine untere Schranke gegen die Tendenz, die L&#246;hne mit wachsender Arbeitslosigkeit immer mehr unter die Armutsgrenze zu dr&#252;cken und gegen die schleichende Aush&#246;hlung der Kollektivvertr&#228;ge (Leiharbeit etc.).<a href="#anm8" title="anm_8" name="anm_8"><sup>8</sup></a><o :p></o><br />
Allerdings darf dies nicht durch &#246;ffentliche Lohnsubvention – einem sog. Kombilohn – realisiert werden, wie etwa die deutsche Regierung zur Zeit diskutiert. Wenn ein Min-destlohn aus Massensteuern finanziert wird w&#228;re das nichts anderes als ein neoliberales trojanisches Pferd: den unteren Einkommensschichten bleibt unterm Strich erst recht weniger und die Konzerne w&#228;ren zus&#228;tzlich entlastet.</p>
<p><strong>(iii) Grundsicherung</strong><br />
In Zeiten struktureller Arbeitslosigkeit wird auch die Frage der existenziellen Absicherung der Erwerbslosen zunehmend wichtig. Bislang hat sich die Gewerkschaftsbewegung kaum oder nur unzureichend um deren Anliegen gek&#252;mmert.<a href="#anm9" title="anm_9" name="anm_9"><sup>9</sup></a>Es gibt jedoch einen inneren Zusammenhang zwischen K&#252;rzungen des Arbeitslosengelds und der Sozialhilfe sowie versch&#228;rften Zumutbarkeitskriterien und Bed&#252;rftigkeitspr&#252;fungen auf der einen Seite und Lohndumping und erh&#246;htem Druck auf abh&#228;ngig Besch&#228;ftigte auf der anderen. Dar&#252;ber hinaus spaltet die Ideologie des „Faulenzers“ und „Schmarotzers“ die Klasse und somit auch die Kampfkraft der Gewerkschaften.<br />
Deshalb: bedarfsorientierte Grundsicherung<a href="#anm10" title="anm_10" name="anm_10"><sup>10</sup></a>, also ein Mindesteinkommen f&#252;r Erwerbslose. Nach dem Modell der Eurom&#228;rsche soll ein Mindesteinkommen individuell ausgezahlt werden (d.h. PartnerInneneinkommen werden nicht angerechnet); garantiert sein (Rechtsanspruch); ausgedr&#252;ckt werden in einem Anteil am gesellschaftlichen Reichtum (50% des BIP pro Kopf); nicht an Arbeitszwang gebunden sein.<a href="#anm11" title="anm_11" name="anm_11"><sup>11</sup></a> Die Idee der Grundsicherung richtet sich somit vehement gegen die neoliberalen Vorstellungen einer „aktivierenden Arbeitsmarktpolitik“ mitsamt ihren dem&#252;tigenden Schikanen beim Bed&#252;rftigkeitsnachweis, ihren Disziplinierungsma&#223;nahmen (Zumutbarkeit von Stellenvorschl&#228;gen, Meldepflichten, verpflichtende Umschulungskurse usw.), sowie der Leistungsk&#252;rzung bei l&#228;ngerer Erwerbslosigkeit, die den Zwang zur Annahme von Billigst-Jobs versch&#228;rfen.</p>
<p><strong>(iv) Ausbau einer sozialen Infrastruktur</strong><br />
Der Trend zur Privatisierung &#246;ffentlicher Dienste – was David Harvey treffend als „Akkumulation durch Enteignung“<a href="#anm12" title="anm_12" name="anm_12"><sup>12</sup></a> bezeichnet – muss gestoppt werden. Deshalb: umfassender Ausbau &#246;ffentlicher G&#252;ter und Dienstleistungen, die allen Menschen unentgeltlich zur Verf&#252;gung gestellt werden m&#252;ssen. Dies reicht von Bildung und Ausbildung &#252;ber Gesundheitsvorsorge bis hin zu Wohnen und Verkehr.<a href="#anm13" title="anm_13" name="anm_13"><sup>13</sup></a></p>
<p><strong>(v) Verm&#246;genssteuer und Wertsch&#246;pfungsabgabe</strong><br />
Die Neoliberalen werden nun einwenden, das m&#246;gen ja alles gutgemeinte Vorschl&#228;ge sein, nur: das Geld ist nicht da. Die „Politik der leeren Kassen“ zieht freilich nur so lange, als Konzerngewinne und die Verm&#246;gen der Million&#228;re nicht angetastet werden. Dem neoliberalen Diskurs des Mangels halten wir entgegen: das Geld ist da, wir m&#252;ssen es uns nur holen. Deshalb: deutliche Erh&#246;hung der Gewinn- und Verm&#246;genssteuern sowie Einf&#252;hrung einer Wertsch&#246;pfungsabgabe.<a href="#anm14" title="anm_14" name="anm_14"><sup>14</sup></a></p>
<p>Auf Basis der genannten Forderungen kann eine offensiv ausgerichtete gemeinsame Kampfperspektive von Erwerbslosen, prek&#228;r Besch&#228;ftigten und sog. NormalarbeiterInnen hergestellt werden.<br />
Uns muss jedoch klar sein, dass – so wenig radikal diese Forderungen f&#252;r manche klingen m&#246;gen – ihre Durchsetzung auf erbitterten Widerstand des Kapitals sto&#223;en wird. Der wahre Kern des neoliberalen Sachzwangarguments ist die Stagnationskrise des Kapitalismus, die den Konzernchefs immer weniger Spielraum f&#252;r Zugest&#228;ndnisse erlaubt. Insofern sind die obigen Forderungen mit den Imperativen der Weltwirtschaft im 21. Jahrhundert nicht kompatibel.</p>
<h3>Kapitalismus und Gerechtigkeit</h3>
<p>Aus diesem Grund ist jede erk&#228;mpfte Reform st&#228;ndig davon bedroht, wieder &#8220;Rationalisierungsma&#223;nahmen“ zum Opfer zu fallen. „Die grundlegenden Merkmale des Kapitalismus – seine Abh&#228;ngigkeit von der Ausbeutung der Lohnarbeit und seine Dynamik der konkurrenzgetriebenen Akkumulation einerseits und die institutionellen Strukturen, die als Folge sozialer Konflikte wie auch von Klassenkompromissen seinen Spielraum einschr&#228;nken, andererseits“ stehen in einem permanenten Spannungsverh&#228;ltnis zueinander.“<a href="#anm15" title="anm_15" name="anm_15"><sup>15</sup></a><br />
Deshalb ist es notwendig, die Debatte um grundlegende politische Alternativen und Visionen, die die neoliberale „Dampfwalze des Machbaren und der Sachzw&#228;nge“ so erfolgreich zur&#252;ckgedr&#228;ngt und „in den Bereich des Wunschdenkens und M&#228;rchenerz&#228;hlens“<a href="#anm16" title="anm_16" name="anm_16"><sup>16</sup></a> verwiesen hat, wieder auf die Tagesordnung zu setzen.<o :p></o><br />
Die „globalisierungskritische“ Bewegung seit 1999 hat mit ihrem Slogan „Menschen statt Profite“ die Frage, ob wir wirklich in der „besten aller m&#246;glichen Welten“ leben wieder aufgeworfen und damit eine neue Debatte um systemische Alternativen, um gesellschaftliche „Utopien“ angesto&#223;en. Das gilt es aufzugreifen und mit Inhalt zu f&#252;llen.</p>
<p><em>Ein</em> solcher Vorschlag ist der eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE):<a href="#anm17" title="anm_17" name="anm_17"><sup>17</sup></a> Jeder Mensch soll <em>bedingungslos</em>, d.h. ohne, dass Arbeitsleistung oder Arbeitsbereitschaft daf&#252;r verlangt wird, und unabh&#228;ngig von anderen Einnahmequellen (z.B. aus Lohnarbeit), ein Einkommen (vom Staat) erhalten, das ihm/ihr ein Leben in W&#252;rde garantiert.<a href="#anm18" title="anm_18" name="anm_18"><sup>18</sup></a> Begr&#252;ndet wird diese Forderung mit dem „<em>uneingeschr&#228;nkte[n] Recht</em> auf eine angemessene &#246;konomische Lebensgrundlage f&#252;r alle“ <a href="#anm19" title="anm_19" name="anm_19"><sup>19</sup></a></p>
<p>In diesem Sinn geht das Konzept des BGE weit &#252;ber die im vorigen Abschnitt angef&#252;hrten Punkte hinaus, denn die Forderung nach Ausweitung politischer Rechte zu sozialen Grundrechten ber&#252;hrt die Grundlagen der kapitalistischen Gesellschaft.<a href="#anm20" title="anm_20" name="anm_20"><sup>20</sup></a> Das System der Lohnarbeit beruht auf dem „Recht auf Ausbeutung zu jedem marktnotwendigen Preis“<a href="#anm21" title="anm_21" name="anm_21"><sup>21</sup></a>; Lohnersatzleistungen werden nur unter der Beding-<br />
ung der „unbedingten und vollst&#228;ndigen Verf&#252;gbarkeit f&#252;r den Arbeitsmarkt“ gezahlt. Ein soziales Grundrecht auf ein Einkommen, das ein Leben in W&#252;rde erm&#246;glicht <em>unabh&#228;ngig</em> vom Zwang, daf&#252;r zu arbeiten, – eben ein garantiertes Grundeinkommen – steht in grunds&#228;tzlichem Widerspruch zur kapitalistischen Verwertungslogik und Profitmaximierung.</p>
<p>Das BGE zielt somit ins Herz des herrschenden Gesellschafts- und Menschenbilds. Wenn gefordert wird, allen Menschen die gleichen M&#246;glichkeiten zu geben, „das Leben zu f&#252;hren, das <em>sie</em> – als bestimmte Individuen mit einem eigenen Profil von F&#228;higkeiten, Lebensgeschichte, kulturellem Hintergrund und Bed&#252;rfnissen – Grund haben zu sch&#228;tzen“<a href="#anm22" title="anm_22" name="anm_22"><sup>22</sup></a>, so sind diese Gerechtigkeitsprinzipien mit kapitalistischen Priorit&#228;ten nicht kompatibel. Nicht zuf&#228;llig hat der neoliberale Vordenker Hayek &#252;berhaupt bestritten, dass an den Kapitalismus Gerechtigkeitsma&#223;st&#228;be angelegt werden k&#246;nnten.<br />
Ein Grundeinkommen ist deshalb solange „utopisch“, als die kapitalistischen Zw&#228;nge die gesellschaftlichen M&#246;glichkeiten vorgeben. Die Tatsache, dass die Durchsetzung des BGE unter kapitalistischen Vorzeichen nicht m&#246;glich sein wird, wirft folglich weitergehende Fragen auf, wie eine egalit&#228;re Gesellschaft politisch und &#246;konomisch organisiert werden sollte.</p>
<p>Am wichtigsten scheint mir: Die Einf&#252;hrung eines Grundeinkommens m&#252;sste Hand in Hand gehen mit der gesellschaftlichen Aneignung der Verm&#246;gen und produktiven Ressourcen und deren demokratischer Verwaltung durch die Bev&#246;lkerung. Erst dann w&#228;re die Verteilung des Reichtums entlang der Gerechtigkeitsprinzipien, die die Idee des Grundeinkommens leiten, verwirklichbar.<a href="#anm23" title="anm_23" name="anm_23"><sup>23</sup></a> Auch wenn sich die meisten ProponentInnen des BGE nicht als AntikapitalistInnen verstehen, ist die Forderung somit zumindest <em>normativ</em> antikapitalistisch – und genau das macht ihre<br />
soziale Sprengkraft aus.<br />
Freilich soll das BGE kein Ersatz f&#252;r jene Forderungen sein, wie sie im ersten Abschnitt formuliert wurden. Im Gegenteil ist der Kampf um Arbeitszeitverk&#252;rzung, Mindestlohn usw. viel unmittelbarer notwendig und m&#246;glich.</p>
<p>Das BGE kann jedoch eine Debatte &#252;ber alternative Werte und Priorit&#228;ten einer „anderen Welt“ jenseits kapitalistischer Verwertungslogik er&#246;ffnen, und helfen, die normativen Grundlagen einer solchen egalit&#228;ren Gesellschaft zu begr&#252;nden. Dabei stellen die Prinzipien des BGE auch heute schon allgemeine Orientierungspunkte f&#252;r die gesellschaftliche Auseinandersetzung dar.<a href="#anm24" title="anm_24" name="anm_24"><sup>24</sup></a></p>
<p>1. Das Grundeinkommen kn&#252;pft sozialpolitische Forderungen <em>nicht</em> an das Wohlergehen „der Wirtschaft“. Das bedeutet, dass die Logik der Profitmaximierung und die Budgetpolitik der Staaten auch nicht als eine „quasi nat&#252;rliche, un&#252;berwindliche Schranke f&#252;r die Perspektive des politischen Handelns erachtet und als solche auch nicht akzeptiert wird.“</p>
<p>2. W&#228;hrend die Politik die Sicherung der grundlegenden Lebensbedingungen zunehmend in die Eigenverantwortung jedes isolierten Einzelnen entl&#228;sst, stellt sich das Konzept des Grundeinkommens prinzipiell gegen jede Form der Privatisierung gesellschaftlicher Aufgaben.</p>
<p>3. Der Vorschlag der Entkoppelung von Einkommen und Lohnarbeit impliziert, dass auch die Bedeutung nicht-erwerbsf&#246;rmiger Arbeiten gesellschaftlich anerkannt wird: Kinderbetreuung und -erziehung, Pfleget&#228;tigkeiten, Beratungseinrichtungen, politische soziale und k&#252;nstlerische Initiativen, NGOs etc.</p>
<p>4. Die Rolle des Staates beschr&#228;nkt sich im Konzept des Grundeinkommens darauf, „allen BezieherInnen des Grundeinkommens dieses p&#252;nktlich zu &#252;berweisen.“ Das impliziert sowohl die Ablehnung jeglicher kontrollierenden, &#252;berwachenden und disziplinierenden staatlichen Ma&#223;nahmen, als auch die Betonung, dass der Kampf um eine gerechte Gesellschaft von den Menschen selbst organisiert werden muss und nicht an staatliche Instanzen delegiert werden kann.</p>
<h3>Politik des „Unm&#246;glichen“</h3>
<p>Der slowenische Philosoph Slavoj Žižek hat die heutige Politik treffend als „Post-Politik“ bezeichnet, weil sie „echte Politik“, “die Kunst des <em>Unm&#246;glichen</em>”, ausschlie&#223;t, die<br />
„gerade die Parameter dessen, was in der existierenden Konstellation als ‚m&#246;glich’ betrachtet wird“ ver&#228;ndert.<a href="#anm25" title="anm_25" name="anm_25"><sup>25</sup></a> Politik als „Kunst des Unm&#246;glichen“ bedeutet demnach, nicht zu akzeptieren, dass die kapitalistische Marktwirtschaft den Horizont m&#246;glicher Ver&#228;nderung definiert. Es bedeutet auch, konkret &#252;ber „Utopien“ einer egalit&#228;ren Gesellschaft nachzudenken.<br />
Schon Lenin, von dem man das wohl am wenigsten erwarten w&#252;rde, betonte: „Wir m&#252;ssen tr&#228;umen!“<a href="#anm26" title="anm_26" name="anm_26"><sup>26</sup></a> Allerdings d&#252;rften Traum und Wirklichkeit nicht unverbunden nebeneinander stehen. Den „Zwiespalt“ zwischen beiden zu &#252;berwinden sei Aufgabe politischer Strategie. Deshalb ist jede normative Kritik an den herrschenden Zust&#228;nden unvollst&#228;ndig ohne anzugeben, wie und von wem die ungerechten Verh&#228;ltnisse ge&#228;ndert werden k&#246;nnen. Die Debatte um das Ziel einer egalit&#228;ren Gesellschaft muss folglich in den konkreten K&#228;mpfen im hier und heute verankert werden.<br />
Eine anti-neoliberale Bewegung sollte Massenproteste um Ma&#223;nahmen organisieren, „die sowohl unmittelbare Verbesserungen bieten als auch beginnen, eine andere gesellschaftliche Logik einzuf&#252;hren.“<a href="#anm27" title="anm_27" name="anm_27"><sup>27</sup></a> Die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen k&#246;nnte eine M&#246;glichkeit daf&#252;r sein.</p>
<h3>Anmerkungen</h3>
<p><a href="#anm_1" title="anm1" name="anm1">1</a> Hauer, Dirk: Anmerkungen zur Prekarit&#228;t; in: SiG 43. p19-20; hier: p19.<br />
<a href="#anm_2" title="anm2" name="anm2">2</a> Blair, Tony/ Schr&#246;der, Gerhard 1999: Der Weg nach vorne f&#252;r Europas Sozialdemokraten. Ein Vorschlag von Gerhard Schr&#246;der und Tony Blair; online: http://www.glasnost.de/pol/schroederblair.html<br />
<a href="#anm_3" title="anm3" name="anm3">3</a> Volksstimme 26/99.<br />
<a href="#anm_4" title="anm4" name="anm4">4</a> Schr&#246;der/Blair: a.a.O.<br />
<a href="#anm_5" title="anm5" name="anm5">5</a> 30 Wochenstunden sind freilich noch eine relativ moderate Forderung. Christian Felber (ATTAC) bspw. schl&#228;gt, angesichts der Produktivit&#228;tsentwicklung, eine Verk&#252;rzung der Wochenarbeitszeit auf 20 Stunden vor. (Felber, Christian: 50 Vorschl&#228;ge f&#252;r eine gerechtere Welt. Gegen Konzernmacht und Kapitalismus. Wien: Deuticke 2006. p254ff)<br />
<a href="#anm_6" title="anm6" name="anm6">6</a> vgl. Eurom&#228;rsche: Der Ansatz der Europ&#228;ischen M&#228;rsche gegen Erwerbslosigkeit, ungesch&#252;tzte Besch&#228;ftigung und Ausgrenzung. 2004.<br />
<a href="#anm_7" title="anm7" name="anm7">7</a> Armutskonferenz (http://www.armutskonferenz.at/armut_in_oesterreich_workingpoor.htm)<br />
<a href="#anm_8" title="anm8" name="anm8">8</a> Allerdings muss eine gewerkschaftliche Kritik am gesetzlichen Mindestlohn ernst genommen werden, n&#228;mlich, dass dadurch die Kollektivvertragshoheit ausgeh&#246;hlt w&#252;rde. Vgl. dazu Hermann, Christoph: Mindestl&#246;hne in &#214;sterreich; online: http://www.forba.at/files/download/download.php?_mmc=czo2OiJpZD0xNDUiOw sowie den Aufsatz von Kurt Nikolaus et al. im Sammelband Einkommen zum Auskommen. Von bedingungslosem Grundeinkommen, gesetzlichen Mindestl&#246;hnen und anderen Verteilungsfragen. Hamburg: VSA 2004. 94-110.<br />
<a href="#anm_9" title="anm9" name="anm9">9</a> Vgl. Gauper, Ortrun 2006: Wir m&#252;ssen uns &#246;ffnen; in SoZ Juli 2006. p5; online: http://members.aol.com/sozabc/060705.htm<br />
<a href="#anm_10" title="anm10" name="anm10">10</a> Vgl. Tálos, Emmerich (Hg.): Bedarfsorientierte Grundsicherung. Wien: Mandelbaum 2003; Eurom&#228;rsche: a.a.O.<br />
<a href="#anm_11" title="anm11" name="anm11">11</a> Allerdings ist die Grundsicherung an die Bereitschaft zur Annahme „zumutbarer Arbeiten“ gekn&#252;pft. Was als „zumutbar“ gilt, unterscheidet sich selbstverst&#228;ndlich grundlegend von den Vorstellungen von Industriellenvereinigung &amp; Co. (vgl. Tálos: a.a.O.) Dennoch liegt hier eine potentielle Schwachstelle der Grundsicherungsmodelle.<br />
<a href="#anm_12" title="anm12" name="anm12">12</a> Harvey, David 2005: Der neue Imperialismus. Hamburg: VSA.<br />
<a href="#anm_13" title="anm13" name="anm13">13</a> Vgl. Hirsch, Joachim/ Steiner, Heinz: Gibt es eine Alternative zum neoliberalen Sozialstaatsabbau? Umrisse eines Konzepts von Sozialpolitik als Infrastruktur; http://www.links-netz.de/K_texte/K_links-netz_sozpol.html<o :p></o><br />
<a href="#anm_14" title="anm14" name="anm14">14</a> Wertsch&#246;pfungsabgabe: die Bemessung der Sozialabgaben der „Arbeitgeber“ nach Lohnsumme durch die Heranziehung der gesamten Wertsch&#246;pfung im Produktionsprozess ersetzen.<o :p></o><br />
<a href="#anm_15" title="anm15" name="anm15">15</a> Callinicos, Alex: Ein Anti-Kapitalistisches Manifest. Hamburg: VSA 2004. p129f.<o :p></o><br />
<a href="#anm_16" title="anm16" name="anm16">16</a> Reitter, Karl: Garantiertes Grundeinkommen jetzt!; in: Grundrisse 12 (2004); online: http://www.unet.univie.ac.at/~a9709070/grundrisse12/12karl_reitter.htm<o :p></o><br />
<a href="#anm_17" title="anm17" name="anm17">17</a> Der Vorschlag eines Grundeinkommens wurde in den 1980ern von Sozialminister Dallinger aufgegriffen und wird heute auch in den Gewerkschaften diskutiert. vgl. Gauper: a.a.O. und Dallinger, Alfred (Hg.): Basislohn/Existenzsicherung. Garantiertes Grundeinkommen f&#252;r alle? Forschungsberichte aus Sozial- und Arbeitsmarktpolitik Nr. 16. Wien: BM f. Arbeit und Soziales 1987.<br />
<a href="#anm_18" title="anm18" name="anm18">18</a> Tats&#228;chlich gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Grundeinkommenskonzepte. Die ProponentInnen des BGE sind sich dabei sowohl &#252;ber Inhalt als auch &#252;ber Durchsetzbarkeit und Implikationen der Forderung uneins. Sogar Kombilohnmodelle und Vorschl&#228;ge einer negativen Einkommenssteuer werden unter dem Begriff Grundeinkommen diskutiert. Ich verzichte hier auf eine Kritik dieser Modelle und bringe die Grundeinkommensforderung im Folgenden in der Art und Weise in die Diskussion ein, wie sie mir sinnvoll und fortschrittlich erscheint. Mir ist bewusst, dass sich dies von vielen anderen Vorschl&#228;gen abhebt. (Zur Geschichte der Grundeinkommensforderung vgl. Van Parijs, Philippe/ Vanderborght, Yannick: Ein Grundeinkommen f&#252;r alle? Geschichte und Zukunft eines radikalen Vorschlags. Frankfurt: Campus 2005 und F&#252;llsack, Manfred: Leben ohne zu arbeiten? Zur Sozialtheorie des Grundeinkommens. Berlin: Avinus 2002; zur Kritik vgl. z.B. Roth, Rainer: http://www.gegen-sozialabbau.de/downloads/bge_rr.pdf)<o :p></o><br />
<a href="#anm_19" title="anm19" name="anm19">19</a> Reitter, Karl: Garantiertes Grundeinkommen jetzt!, a.a.O. (m.Hv.)<br />
<a href="#anm_20" title="anm20" name="anm20">20</a> Im Prinzip wird damit nicht mehr gefordert, als das, was die b&#252;rgerliche Gesellschaft seit jeher versprochen hat, aber nie konsequent einl&#246;sen konnte: Freiheit und Gleichheit werden nur als formale politische Rechte gew&#228;hrt, die &#214;konomie bleibt ausgenommen. In der Grundeinkommensdiskussion geht es dagegen genau um die materiellen Grundlagen von Freiheit und Gleichheit. Dieckmann meint daher treffend: „Wenn man so will, bringt die Debatte um das bedingungslose Grundeinkommen eine b&#252;rgerliche Utopie gegen die real existierende b&#252;rgerliche Gesellschaft ins Spiel.“ (Dieckmann, Martin: Der Grund der Rechte. Kontroversen &#252;bers „bedingungslose Grundeinkommen“; http://www.linksnet.de/artikel.php?id=2209)<o :p></o><br />
<a href="#anm_21" title="anm21" name="anm21">21</a> Klein, Angela: Das Leben in W&#252;rde und der Kapitalismus; in: SiG 43. p16-17.<o :p></o><br />
<a href="#anm_22" title="anm22" name="anm22">22</a> Callinicos: a.a.O. p121. <o :p></o><br />
<a href="#anm_23" title="anm23" name="anm23">23</a> D.h., dass ein bedingungsloses Grundeinkommen eine wichtige Ma&#223;nahme einer sozialistischen &#220;bergangsgesellschaft darstellen kann, in der zwar die Lohnform tw. noch besteht, deren Bedeutung jedoch durch die kontinuierliche Erh&#246;hung eines Grundeinkommens mehr und mehr abgeschw&#228;cht wird. Diese Formulierung unterscheidet sich von demjenigen von van Parijs, der im Rahmen eines Modells der <em>evolution&#228;ren</em> Transformation des Kapitalismus die allm&#228;hliche Erh&#246;hung eines Grundeinkommens selbst schon als „schrittweise Entwicklung hin zum Kommunismus“ auffasst. (van Parijs/Vanderborght: a.a.O., p90) Einen &#228;hnlichen Gedanken entwickelt, wenn ich ihn richtig verstehe, auch Reitter auf Basis der Konzeption einer „dualen Wirtschaft“. (http://homepage.univie.ac.at/Karl.Reitter/grundeinkommen.htm)<o :p></o><br />
<a href="#anm_24" title="anm24" name="anm24">24</a> Das Folgende nach Reitter, Karl: Dimensionen des garantierten Grundeinkommens. Eine Antwort auf popul&#228;re Einw&#228;nde; http://homepage.univie.ac.at/Karl.Reitter/grundeinkommen.pdf, p14.<br />
<a href="#anm_25" title="anm25" name="anm25">25</a> Žižek, Slavoj: Die T&#252;cke des Subjekts. Frankfurt: Suhrkamp 2001. p274.<o :p></o><br />
<a href="#anm_26" title="anm26" name="anm26">26</a> Lenin, Was tun? Brennende Fragen unserer Bewegung; in: Werke Bd. 5, p355-549; hier p529.<o :p></o><br />
<a href="#anm_27" title="anm27" name="anm27">27</a> Callinicos, a.a.O. p141.<span lang="EN-GB"><o :p></o></span></p>
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