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	<title>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis &#187; Ernährung</title>
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	<description>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis</description>
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		<title>17. September 2011 &#8211; 100 Jahre Aufstand in Ottakring</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 12:01:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Termine]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Riots]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Kämpfe]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[Der 17. September 1911 ist in Vergessenheit geraten. Ein Tag, an dem mehr als 100.000 Menschen in Wien gegen die unzumutbaren Lebensbedingungen demonstrierten. Ein Tag, der mit drei Toten und hunderten Verletzten endete – und mit der milit&#228;rischen Besetzung eines ganzen Stadtviertels.

Begonnen hatte dieser Tag mit einer Kundgebung vor dem Rathaus gegen die rasant steigenden Lebensmittelpreise. Organisiert hatte diese Kundgebung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der 17. September 1911 ist in Vergessenheit geraten. Ein Tag, an dem mehr als 100.000 Menschen in Wien gegen die unzumutbaren Lebensbedingungen demonstrierten. Ein Tag, der mit drei Toten und hunderten Verletzten endete – und mit der milit&#228;rischen Besetzung eines ganzen Stadtviertels.<br />
<span id="more-2347"></span><br />
Begonnen hatte dieser Tag mit einer Kundgebung vor dem Rathaus gegen die rasant steigenden Lebensmittelpreise. Organisiert hatte diese Kundgebung die sozialdemokratische Partei, und gekommen waren vor allem die BewohnerInnen der Vorst&#228;dte, aus Landstra&#223;e, Simmering, Ottakring …</p>
<p><strong>Hunger wird gemacht</strong></p>
<p>Der Hunger in den Vorst&#228;dten war nicht Folge von Missernten, sondern der Zollgesetzgebung, die den Interessen der Gro&#223;agrarier folgte. Ebenso hatte es sich mit der Hungersnot in Frankreich 1846/47 verhalten, die auf die massenhafte Ausfuhr von Getreide zur&#252;ck zu f&#252;hren war (und die zu massenhaften Aufst&#228;nden f&#252;hrte). Und genauso verh&#228;lt es sich mit der Preisexplosion bei Getreide seit 2008, die Folge der Umstellung auf „Bio-Sprit“-Produktion ist und ebenfalls zu weltweiten Hungerrevolten f&#252;hrt.<br />
Ebenso konnte die Wohnungsnot nicht auf die massive Zuwanderung nach Wien zur&#252;ckgef&#252;hrt werden. Sie war Ergebnis von Spekulation mit Grund und Boden sowie Baumaterialien. Neu-Ottakring war ein in den 1890er Jahren errichteter, auf dem Reissbrett entworfener Bezirksteil, mit schnurgeraden Stra&#223;en, Substandardwohnungen und horrenden Mieten. Die Architektur spiegelt bereits die Angst der Herrschenden vor den „Geistern, die sie gerufen hatten“ (gemeint sind die f&#252;r die kapitalistische Entwicklung n&#246;tigen Arbeitskr&#228;fte) wider: Es gab keine verwinkelten Gassen, die sich, wie in der Revolution 1848, leicht verbarrikadieren lie&#223;en. Das gesamte Gr&#228;tzl war von drei Seiten leicht abzuriegeln: zur Innenstadt stellte der G&#252;rtel mit der hoch gef&#252;hrten Stadtbahn eine ideale Befestigungsanlage dar, nach S&#252;den grenzte ein riesiger Truppen&#252;bungsplatz an das Gel&#228;nde, und im Westen endete das Gebiet an der Vorortelinie.</p>
<p><strong>Verschiedene Sprachen</strong></p>
<p>Am 17. September 1911 explodierte die Wut der VorstadtbewohnerInnen. Nach den Reden vor dem Rathaus zogen Gruppen von mehreren tausend DemonstrantInnen durch die Innenstadt. Sie wurden von Polizei und Armee st&#228;ndig angegriffen und abgedr&#228;ngt. Dagegen wehrten sie sich mit allem, was ihnen in die H&#228;nde fiel.<br />
Und wenn die Presse (und die Sozialdemokratie) sp&#228;ter von „unverantwortlichen Elementen“ und „Lumpenproletariat“ sprach, so musste sie gleichzeitig zugestehen, dass die „Exzedenten“ von einem Gro&#223;teil der Bev&#246;lkerung unterst&#252;tzt wurden: Frauen versorgten Jugendliche mit Steinen, die sie in ihren Sch&#252;rzen herbeischafften, aus Gasth&#228;usern wurden die Ordnungsh&#252;ter mit Bierkr&#252;geln, aus den Fenstern der Wohnh&#228;user mit allem, was verf&#252;gbar war, beworfen. Die sozialdemokratischen F&#252;hrer verstanden ebenso wenig wie die B&#252;rger, warum Papierhandlungen und Schulen verw&#252;stet und Stra&#223;enlaternen zerst&#246;rt wurden. F&#252;r sie standen diese Einrichtungen f&#252;r den „Fortschritt“. Wir verstehen diese Zerst&#246;rungswut besser, wenn wir uns an Stelle der Stra&#223;enbeleuchtung die Kamera&#252;berwachung &#246;ffentlicher R&#228;ume und an Stelle der Papierhandlungen und Bezirks&#228;mter die Datenbanken der Ministerien und Polizei (sowie die privatwirtschaftliche Sammelwut von Daten) vorstellen.<br />
Was die einen notwendige Voraussetzung f&#252;r „sozialen Frieden“ und „geordnetes Zusammenleben“ nennen, bedeutet f&#252;r andere &#220;berwachung, Reglementierung, Unterdr&#252;ckung jeglichen Ansatzes eines selbstbestimmten Lebens. Und oft Bestrafung und/oder Abschiebung.<br />
Die sozialdemokratische F&#252;hrung verstand den Aufruf zur Kundgebung als „Ventil“ f&#252;r die Massen, die ihre Wut artikulieren „durften“, und als Unterst&#252;tzung ihrer Parlamentsfraktion. Die Massen selbst verstanden, dass eine Kundgebung nichts &#228;ndern w&#252;rde, sahen sie sich doch von Anfang an tausenden Ordnungsh&#252;tern gegen&#252;ber, die nur darauf warteten, die Demonstration so rasch wie m&#246;glich aufzul&#246;sen.<br />
Die Polizei wiederum konnte ebenso wenig wie die Armee begreifen, wieso die Aufst&#228;ndischen nicht abhauten, wenn der Befehl, die Gewehre anzulegen, erteilt wurde. Sie verstanden nicht, dass es f&#252;r diese Menschen, die in ihrem eigenen Bezirk angegriffen wurden, gar keine R&#252;ckzugsm&#246;glichkeit mehr gab. Und sie verstanden nicht, dass Menschen, die f&#252;r ihre eigenen Interessen k&#228;mpfen, sich anders verhalten als zum Dienst f&#252;r fremde Interessen verpflichtete Soldaten.</p>
<p><strong>Verlorene Schlacht</strong></p>
<p>Der Aufstand in Neu-Ottakring endete noch am Abend des 17. September 1911. Er endete mit dem Einsatz nahezu der gesamten in Wien verf&#252;gbaren Truppen gegen die Bev&#246;lkerung eines einzigen Bezirksteiles. Er endete mit der milit&#228;rischen Besetzung des gesamten Bezirks, mit drei toten und hunderten verletzten BewohnerInnen. Und er sollte so rasch wie m&#246;glich aus dem kollektiven Ged&#228;chtnis getilgt werden, das war sowohl die Absicht der Regierung und der Bourgeoisie als auch der sozialdemokratischen F&#252;hrung.<br />
Er hatte gezeigt, dass es keinerlei Vertrauen der Vorstadtbev&#246;lkerung in die Regierung mehr gab. Er hatte auch gezeigt, dass die Menschen genug hatten von den Reden der sozialdemokratischen Opposition. Und dass sie verstanden hatten, dass „geordnete, disziplinierte Demonstrationen“ nichts &#228;ndern. Dieser Aufstand musste so rasch wie m&#246;glich unterdr&#252;ckt werden, ehe er sich so weit entwickeln konnte, dass die Menschen selbstorganisiert ihr Leben in die Hand nahmen.<br />
Wohin selbstorganisierter Widerstand f&#252;hren kann, lernen wir zur Zeit etwa von den &#196;gypterInnen. Die Zugest&#228;ndnisse, die die Milit&#228;rs gemacht haben, indem sie Pr&#228;sident Mubarak verhafteten und anklagten, k&#246;nnen die Menschen nicht mehr beruhigen. In immer neuen Mobilisierungen stellen sie immer weitergehende Forderungen, die schlie&#223;lich nicht nur die Milit&#228;rf&#252;hrung, sondern das Prinzip der kapitalistischen Verwertung selbst betreffen k&#246;nnten. Nicht vergessen Der 17. Septemer 1911 in Neu-Ottakring ist uns wichtig, und deshalb erinnern wir an ihn. Er ist in vielerlei Hinsicht aktuell. Spekulation mit Lebensmitteln und Wohnraum, &#220;berwachung und Unterdr&#252;ckung sind so wenig Geschichte wie ihre Ursache, die kapitalistische Verwertung – und der Kampf dagegen. Am 17. September 2011 werden wir einige der Brennpunkte des Aufstands von 1911 besuchen und neben der Erinnerung an die Ereignisse vor 100 Jahren auch Parallelen zu heute ziehen. Wir gedenken der K&#228;mpferInnen in angemessener Form, indem wir sie nicht vergessen, indem wir aus ihren Fehlern lernen, und indem wir den Kampf um ein besseres Leben weiterf&#252;hren.</p>
<p>&#220;bernommen von <a href="http://17september.noblogs.org/">http://17september.noblogs.org</a></p>
<p><strong>Programm am 17. September 2011:</strong><br />
ab 12:00 Uhr: Aufst&#228;ndische K&#246;stlichkeiten: Volxk&#252;che, Infostand und szenische Interventionen am Yppenplatz<br />
16:00 Uhr: Rundgang durch das aufst&#228;ndische Ottakring, Treffpunkt Schuhmeierplatz<br />
ab 18:00 Uhr: Stra&#223;enfest am Hofferplatz mit Infos, Live-Musik und Volksk&#252;che<br />
ab 19:00 Uhr: Arbeitsleben Ottakring: Austellungser&#246;ffnung mit anarchischem Liedgut<br />
ab 22:00 Uhr: Fortsetzung im BOEM (Koppstra&#223;e 26)</p>
<p><strong>22.9.2011, Donnerstag 20 Uhr</strong><br />
Diskussion mit Wolfgang Maderthaner und Susan Zimmermann (HistorikerInnen) im <a href="http://boem.postism.org/">BOEM</a>.</p>
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		<title>Hintergr&#252;nde der Weltern&#228;hrungskrise</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2009/02/07/hintergruende-der-welternaehrungskrise/</link>
		<comments>http://www.perspektiven-online.at/2009/02/07/hintergruende-der-welternaehrungskrise/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 Feb 2009 11:11:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 7]]></category>
		<category><![CDATA[Ernährung]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung(skritik)]]></category>
		<category><![CDATA[Naturverhältnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Ökologie]]></category>

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		<description><![CDATA[<em>Carlo Morelli </em>beleuchtet die Ursachen des Anstiegs der Lebensmittelpreise, die Auswirkungen des Klimawandels auf die weltweite Nahrungsmittelproduktion und erkl&#228;rt, dass das grunds&#228;tzliche Problem in der nicht-nachhaltigen Organisation der industriellen Landwirtschaft liegt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Carlo Morelli </em>beleuchtet die Ursachen des Anstiegs der Lebensmittelpreise, die Auswirkungen des Klimawandels auf die weltweite Nahrungsmittelproduktion und erkl&#228;rt, dass das grunds&#228;tzliche Problem in der nicht-nachhaltigen Organisation der industriellen Landwirtschaft liegt.<br />
<span id="more-278"></span><br />
„Die Aufhebung der Korngesetze in Gro&#223;britannien 1846 – der Vorg&#228;nger der modernen Lebensmittelpolitik – wurde von einer Zunahme der Unruhen innerhalb der anwachsenden St&#228;dte der industrialisierten Wirtschaft begleitet. 1848 explodierten diese Unruhen in eine Serie von Revolutionen quer durch Westeuropa.“</p>
<p>Nicht oft warnt die <em>Financial Times</em> vor einer bevorstehenden Revolution, falls die Regierungen nicht handeln, um die Folgen des ungehinderten Marktkapitalismus einzud&#228;mmen; aber genau das hat Alan Beattie im April 2008 argumentiert.<a title="anm_1" name="anm_1" href="#anm1"><sup>1</sup></a></p>
<p>Die F&#252;hrer der Welthandelsorganisation (WTO), des Internationalen W&#228;hrungsfonds (IWF) und der britische Premierminister Gordon Brown, um nur einige zu nennen, haben &#228;hnliche Stellungnahmen wiederholt. Sie haben allen Grund zu warnen. Allein im April 2008 ereigneten sich Hungerrevolten in Mexiko, Haiti, der Elfenbeink&#252;ste, Guinea, Senegal, Mauretanien, Marokko, &#196;gypten, Jemen, Mosambique, Indien und Indonesien. Kasachstan, Ukraine, Russland, China, Indien, Vietnam, Kambodscha und Argentinien haben Einschr&#228;nkungen f&#252;r Exporte eingef&#252;hrt. Selbst gro&#223;e US-Anbieter haben begonnen Reis zu rationieren. Schnell steigende Lebensmittelpreise destabilisieren gro&#223;e Teile der Welt, was das Leben von Milliarden Menschen beeinflusst. Die Grafik rechts zeigt, wie schnell die Lebensmittelpreise gestiegen sind, und der Preisanstieg wird wahrscheinlich anhalten. Die Ern&#228;hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO) schreibt, dass die weltweiten Lebensmittelimporte im Jahr 2008 erstmals &#252;ber eine Billion Dollar betragen, eine Steigerung um 20 Prozent zum Vorjahr. Die Importkosten der &#228;rmsten L&#228;nder, diejenigen mit einem Lebensmitteldefizit, werden wahrscheinlich auf 169 Milliarden Dollar ansteigen, ein Anstieg um 40 Prozent. Und es ist „unwahrscheinlich, dass die Preise wieder auf den niedrigen Stand der Vorjahre sinken werden“.<a title="anm_2" name="anm_2" href="#anm2"><sup>2</sup></a></p>
<p><strong>Lebensmittel-Preis-Index</strong><br />
Quelle: Food and Agriculture Organisation</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-279" title="119morelli1" src="http://www.perspektiven-online.at/wp-content/uploads/2009/02/119morelli1.jpg" alt="119morelli1" width="392" height="257" /></p>
<h3>Gegenw&#228;rtige Ursachen</h3>
<p>Vier Hauptfaktoren verursachten die j&#252;ngsten Preissteigerungen:</p>
<p>• Zu wenig Regenf&#228;lle in Australien und zu viel Regen in Nordeuropa f&#252;hrten zu sinkenden Ernteertr&#228;gen. Dies deutet darauf hin, dass der Klimawandel einen Einfluss auf die geografische Verteilung der Lebensmittelproduktion hat.</p>
<p>• Der Gro&#223;teil der US-Maisernte wurde f&#252;r die Produktion von Biotreibstoffen verwendet, welche von Regierungssubventionen unterst&#252;tzt wird. Das allein ist verantwortlich f&#252;r ein Drittel des Anstiegs der Getreidepreise.</p>
<p>• Steigender Fleischkonsum der Mittelklasse in China und Indien lie&#223; die Nachfrage nach Getreide f&#252;r Tierfutter ansteigen.</p>
<p>• Jeder Anstieg der &#214;l- und Gaspreise erh&#246;ht auch die Landwirtschaftskosten, weil die Kosten des Transports, der Mechanisierung und der Pestizide und Stickstoffbasierten D&#252;ngemittel (welche mit energieintensiven Prozessen hergestellt werden) steigen.<a title="anm_3" name="anm_3" href="#anm3"><sup>3</sup></a> Das Unverm&#246;gen des Systems der weltweiten Lebensmittelproduktion, auf die gegenw&#228;rtigen Probleme zu reagieren, weist auf einen tieferen und l&#228;ngerfristigen Fehler im System hin. W&#228;hrend des 20. Jahrhunderts gab es immer einen &#220;berschuss an Lebensmitteln auf der ganzen Welt; Hungersn&#246;te resultierten aus falscher Verteilung, nicht aus mangelnder Produktion. Aber heute „sind die Getreidevorr&#228;te … auf einem 40-j&#228;hrigen Tiefstand, das entspricht gerade mal 15 bis 20 Prozent der j&#228;hrlichen Nachfrage“.<a title="anm_4" name="anm_4" href="#anm4"><sup>4</sup></a> Das bedeutet, dass klimabedingte Ernteausf&#228;lle in einer Region katastrophal f&#252;r die ganze Welt werden k&#246;nnen. Wir haben nun ein Problem mit der Produktion und nicht nur mit der Verteilung. Das beginnt mit der Organisation des kapitalistischen Marktes.</p>
<h3>Wie der Markt die Lebensmittelversorgung bedroht</h3>
<p>Steigende Lebensmittelpreise waren ein explizites Ziel und kein unwillkommenes Nebenprodukt der Liberalisierungwelle der Agrarm&#228;rkte in den letzten zwei Jahrzehnten. Der IWF sch&#228;tzte 2006, dass die Importkosten f&#252;r Netto-Lebensmittelimporteure um „300 Millionen auf 1,25 Milliarden Dollar wachsen werden, abh&#228;ngig vom Grad der Liberalisierung“. <a title="anm_5" name="anm_5" href="#anm5"><sup>5</sup></a> Die Weltbank erwartete, dass die vollst&#228;ndige Liberalisierung die internationalen Warenpreise durchschnittlich um 5,5 Prozent steigen lassen w&#252;rde.<a title="anm_6" name="anm_6" href="#anm6"><sup>6</sup></a></p>
<p>Ein Schl&#252;sselelement in den Strukturanpassungsprogrammen – welche durch den IWF seit den 1980ern in Entwicklungsl&#228;ndern durchgesetzt und vor kurzem in Armutsreduzierungsprogramme umbenannt wurden – war die Verlagerung der &#214;konomien der Entwicklungsl&#228;nder auf die Produktion von „cash crops“<a title="anm_7" name="anm_7" href="#anm7"><sup>7</sup></a> f&#252;r den Weltmarkt. Die Entwicklungsl&#228;nder k&#246;nnten die Einnahmen dann zum Kauf von anderen billigen Lebensmitteln verwenden und so den Lebensstandard ihrer Bev&#246;lkerungen erh&#246;hen.</p>
<p>Bis Ende der 1990er Jahre haben mehr als achtzig Entwicklungsl&#228;nder diese Programme implementiert.<a title="anm_8" name="anm_8" href="#anm8"><sup>8</sup></a> Kaffee war ein solches „cash crop“. Im Jahr 2000 war es in mehr als achtzig L&#228;ndern verbreitet, bedeckte &#252;ber 100.000 Quadratkilometer Land mit einem Ertrag von 5,7 Millionen Tonnen pro Jahr.<a title="anm_9" name="anm_9" href="#anm9"><sup>9</sup></a> Dasselbe passierte etwa mit Tabak in Malawi, Orangen in Brasilien, Baumwolle in Burkina Faso und Schnittblumen und Gem&#252;se in Kenia. In jedem Fall ersetzte ein „cash crop“ in gro&#223;en Teilen des Landes die Lebensmittelgrundlage f&#252;r die &#246;rtliche Bev&#246;lkerung.</p>
<p>Die &#246;konomische Theorie der „komparativen Kostenvorteile“ untermauerte diesen Ansatz. „Wohlstandseffekte des Handels“ („gains from trade“) w&#252;rden entstehen, wenn jede &#214;konomie ihre Produktionsprozesse spezialisierte. Die Theorie ignoriert jedoch, wie der Markt tats&#228;chlich funktioniert. Joseph Stiglitz, fr&#252;herer Chef-&#214;konom der Weltbank, kritisierte den Ansatz des IWF als „auf der veralteten Ansicht basierend, dass der Markt von selbst zu effizienten Ergebnissen f&#252;hrt.“<a title="anm_10" name="anm_10" href="#anm10"><sup>10</sup></a></p>
<p>Dominante Unternehmen sind in der Lage, ihre Marktmacht einzusetzen, um Gewinne auf Kosten schw&#228;cherer Akteure einzufahren. Eine M&#246;glichkeit daf&#252;r ist, die strikte Kontrolle &#252;ber die Lieferketten sicherzustellen. So kontrollierten Ende der 1990er Jahre sechs Firmen &#252;ber 84 Prozent von Kenias Gem&#252;seexport.<a title="anm_11" name="anm_11" href="#anm11"><sup>11</sup></a> Die f&#252;nf gr&#246;&#223;ten Handelsketten in Gro&#223;-britannien geben strenge Liefertermine, gr&#246;&#223;ere Produktuniformit&#228;t und aufw&#228;ndigere Verpackungsformen vor – diese Bedingungen k&#246;nnen nur von gro&#223;en, kapitalintensiven Unternehmen erf&#252;llt werden. Diejenigen am unteren Ende der Lieferkette – die 15.000 KleinproduzentInnen, und unter ihnen die hunderten und tausenden Subsistenz-B&#228;uerInnen und landlosen ArbeiterInnen, die das Gem&#252;se f&#252;r den Export liefern – erhalten f&#252;r ihre Arbeit gerade mal genug Geld zum &#220;berleben. Kapitalistische Akkumulation in der weltweiten Lebensmittelindustrie beinhaltet die Ausweitung und Intensivierung der Ausbeutungsstrategien auf der ganzen Welt.</p>
<p>Die schnelle Ausweitung des Anbaus von „cash crops“ f&#252;hrte &#252;ber viele Jahre zu einem &#220;berangebot von Waren und starken Preisschwankungen, die haupts&#228;chlich die kleinen und mittleren Bauern und B&#228;uerinnen treffen. Die Kaffeeproduktion zum Beispiel wuchs in zwei Jahrzehnten bis 2004 doppelt so schnell wie der Konsum, und der Kaffeepreis fiel um zwei Drittel. &#196;hnliche Entwicklungen f&#252;hrten dazu, dass die Preise f&#252;r alle Landwirtschaftsexporte bis Ende der 1990er auf niedrigem Niveau blieben.<a title="anm_12" name="anm_12" href="#anm12"><sup>12</sup></a> Die M&#228;rkte f&#252;r „cash crops“ waren durch anarchische, unkoordinierte Investitionsmuster gekennzeichnet. Die Nutznie&#223;er sind Firmen, die am oberen Ende in der Lieferkette angesiedelt sind, und die den Angebotsmarkt beherrschen, die Preise diktieren und gro&#223;e Profite einfahren k&#246;nnen. Wal-Mart, Tesco, Nestlé, Monsanto und Starbucks zeigen, wie gut Verarmung f&#252;r das Gesch&#228;ft in den 1990ern war.</p>
<p>Schlie&#223;lich wurde erkannt, dass der Ansatz des IWF nicht zu Entwicklung f&#252;hrte, und die Abh&#228;ngigkeit der Entwicklungsl&#228;nder von Nahrungsmittelhilfen und Weltbankkrediten zugenommen hat, statt abzunehmen. Die Dominanz des <em>Big Business</em> stellte jedoch sicher, dass die Schuld auf die immer noch bestehenden Restriktionen des Agrarmarktes und nicht auf die Liberalisierungsma&#223;nahmen geschoben wurde. Das Resultat war das „&#220;bereinkommen zur Landwirtschaft“, welches aus den Verhandlungen der Uruguay-Runde des <em>General Agreement on Tariffs and Trade</em> (Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen, GATT) im Jahr 1992, zusammen mit der Weltbank, entstanden ist. Darin wurde eine weitere Intensivierung des Prozesses der Marktliberalisierung durch die Reduzierung von Regierungssubventionen gefordert. Damit wurde beabsichtigt, dass die „Marktsignale“ noch st&#228;rker an die ProduzentInnen &#252;bertragen werden.<a title="anm_13" name="anm_13" href="#anm13"><sup>13</sup></a></p>
<p>Eine Antwort auf die gegenw&#228;rtige Krise der Lebensmittelpreise ist die noch st&#228;rkere Marktliberalisierung. Es ist jedoch nicht die Unf&#228;higkeit der &#214;konomien der Entwicklungsl&#228;nder, auf die Marktsignale zu reagieren, sondern das Problem ist, dass der Markt selbst die Instabilit&#228;t erzeugt.</p>
<h3>Kapitalismus f&#252;hrt zu Armut</h3>
<p>Bisher haben wir gesehen, dass Handelsliberalisierung zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise f&#252;hren sollte und nicht dazu, sie zu senken. Ebenso sollten h&#246;here Investitionen der landwirtschaftlichen Gro&#223;betriebe gef&#246;rdert werden, sodass Gro&#223;produzenten den Hauptteil der „Wohlfahrtseffekte“ aus komparativen Vorteilen erhielten. Der Liberalisierungsansatz geht davon aus, dass die Zahl der l&#228;ndlichen Armen nur reduziert werden kann, indem man sie aus der Landwirtschaft in die st&#228;dtische Produktion transferiert. Das tats&#228;chliche Ziel war also die Zerst&#246;rung der l&#228;ndlichen Communities und die Entwicklung von gro&#223;industrieller Landwirtschaft. Im Bericht der Weltbank &#252;ber die „Landwirtschaft f&#252;r Entwicklung“ hei&#223;t es: „Landwirtschaftliches Wachstum war der Vorl&#228;ufer der industriellen Revolution, die sich in den gem&#228;&#223;igten Zonen von England Mitte des 18. Jahrhunderts bis Japan im sp&#228;ten 19. Jahrhundert verbreitete. Ebenso war das schnelle Wachstum der Landwirtschaft in China, Indien und Vietnam in der j&#252;ngeren Vergangenheit der Vorl&#228;ufer f&#252;r den dortigen Aufbau der Industrie.“<a title="anm_14" name="anm_14" href="#anm14"><sup>14</sup></a> Demnach setzte die Industrielle Revolution die Vertreibung der Menschen vom Land voraus – durch die Einhegungen in England und Schottland. Genauso werden die landlosen ArbeiterInnen, Klein- und Subsistenzbauern und -b&#228;uerinnen in den Entwicklungsl&#228;ndern als Hindernis f&#252;r die &#246;konomische Entwicklung des globalen S&#252;dens gesehen. Sch&#228;tzungen durch die UN im Jahr 2000 wiesen darauf hin, dass durch die Liberalisierungsma&#223;nahmen zwischen 20 und 30 Millionen Menschen l&#228;ndliche Gebiete verlassen haben.<a title="anm_15" name="anm_15" href="#anm15"><sup>15</sup></a> Entwicklung hei&#223;t offenbar im engen kapitalistischen Rahmen der Ausbeutung von Lohnarbeit die Verarmung des Gro&#223;teils der Bev&#246;lkerung, und dass eine kleine Minderheit von der extremen Polarisierung des Reichtums profitiert. Solch ein System ignoriert die Nachhaltigkeit sowohl in Hinblick auf die globalen Ressourcen als auch die Auswirkungen auf die Armen der Welt.</p>
<p>Sogar innerhalb der Logik des Kapitalismus liegt der prim&#228;re Grund f&#252;r den Misserfolg der Entwicklungsl&#228;nder nicht in der Struktur der landwirtschaftlichen F&#246;rderung und Unterst&#252;tzung, sondern bei der Begrenzung des Exports der Entwicklungsl&#228;nder in die entwickelten L&#228;nder. In der EU und den USA hat diese Art der Subventionierung noch gr&#246;&#223;ere Bedeutung. Hier werden die Gro&#223;produzenten seit mehr als einem halben Jahrhundert gef&#246;rdert; direkte Zahlungen an die Landwirtschaft erreichten im Jahr 2003 235 Milliarden Dollar.<a title="anm_16" name="anm_16" href="#anm16"><sup>16</sup></a> Der landwirtschaftliche Sektor in den entwickelten L&#228;ndern wird seitdem die Entwicklungsl&#228;nder zu mehr Liberalisierung gezwungen wurden nicht weniger, sondern noch st&#228;rker subventioniert.</p>
<p>Auch dort, wo die Entwicklungsl&#228;nder ihren Anteil am Handel beibehalten konnten, wurde die Armut nicht verringert. Von 1990 bis 2005 – ein Zeitraum in dem der Welthandel um ca. 200 Prozent gestiegen ist – konnten L&#228;nder mit niedrigem Einkommen ihren Anteil am Export von landwirtschaftlichen Produkten bei 15 Prozent halten. Selbst Afrika, der Kontinent, dessen &#246;konomische Entwicklung weit hinter den meisten Entwicklungsl&#228;ndern zur&#252;ckgefallen ist, konnte seinen Anteil von 3,4 Prozent am Weltexport halten. W&#228;hrend sich aber die Exporte der Entwicklungsl&#228;nder von Fleischprodukten, Gem&#252;se und &#214;lsaat mehr als verdreifacht haben, ist der heimische Konsum von Grundnahrungsmitteln seit den 1980ern ann&#228;hernd gleich geblieben und der Lebensmittelimport von 7 auf 11 Prozent des Welthandels gestiegen, sodass die Entwicklungsl&#228;nder ein Abladeplatz gest&#252;tzter Exporte der Industriel&#228;nder geworden sind.<a title="anm_17" name="anm_17" href="#anm17"><sup>17</sup></a></p>
<p>Ern&#228;hrungssicherheit, die F&#228;higkeit der Regierungen, die heimische Produktion von Grundnahrungsmittel zu sch&#252;tzen, ist kontinuierlich ausgeh&#246;hlt worden, sodass die Armen der Welt den Schwankungen der Lebensmittelpreise immer st&#228;rker ausgesetzt wurden. Das Problem des Lebensmittelmarktes ist nicht, dass die Marktsignale nicht auf die Entwicklungsl&#228;nder durchschlagen, sondern die unkontrollierbaren Ergebnisse dieser Signale. Marktsignale stellen Informationen &#252;ber die gegenw&#228;rtigen Preise bereit, aber sie bieten keinen Mechanismus zur Koordination und Planung f&#252;r die Zukunft. Als die Lebensmittelpreise niedrig waren, gab es so gut wie keine Investitionsm&#246;glichkeiten f&#252;r kleine und mittlere Bauern und B&#228;uerinnen, die die Grundlage der Lebensmittelversorgung in den meisten Entwicklungsl&#228;ndern sichern. Die Ausweitung der Marktmechanismen bedeutet, dass Bauern und B&#228;uerinnen selbst abh&#228;ngig davon werden, bestimmte Lebensmittel zu kaufen. Zus&#228;tzlich m&#252;ssen sie auch mehr f&#252;r landwirtschaftliche Produktionsmittel bezahlen – D&#252;ngemittel, Pestizide und Kraftstoffe: „Als sich der Preis von Reis in den letzten Monaten verdoppelte, hatten die meisten Farmer nur wenig davon – selbst in Vietnam, dem zweitgr&#246;&#223;ten Reisexporteur der Welt. Ihre Einnahmen sind gewachsen, aber ebenso die Kosten – vor allem f&#252;r D&#252;ngemittel, derem Preis eng an die Energiepreise gebunden ist. Kraftstoffe, die ben&#246;tigt werden um Wasser in die Reisfelder zu pumpen und ihre Ernte zu transportieren, sind ein weiterer schnell wachsender Kostenfaktor. In Gespr&#228;chen in ganz Vietnam berichten Bauern und B&#228;uerinnen ausnahmslos, dass sich ihre Kosten seit dem letzten Jahr verdoppelt haben, was eine Einkommenssteigerung trotz der ansteigenden Preise f&#252;r Reis auf den heimischen und den Weltm&#228;rkten unm&#246;glich machte.“<a title="anm_18" name="anm_18" href="#anm18"><sup>18</sup></a> Unabh&#228;ngig davon, ob Lebensmittelpreise hoch oder niedrig sind, die Millionen Kleinbauern und -b&#228;uerinnen der Welt sind dazu verdammt, unter dem jetzigen System zu leiden.</p>
<h3>Spekulation und Preise</h3>
<p>Das Leiden sowohl der Kleinbauern und -b&#228;uerinnen als auch derjenigen, die von ihren Produkten abh&#228;ngig sind, wird durch einen weiteren Faktor versch&#228;rft: die Spekulation. Warenm&#228;rkte f&#252;r Lebensmittel funktionieren jetzt genauso wie andere M&#228;rkte. Jede Warengruppe hat B&#246;rsen f&#252;r Termingesch&#228;fte (<em>futures, hedging, price guarantees</em>). Zwischenh&#228;ndlerInnen, gro&#223;e Handelskonzerne und Firmen nutzen Prognosen, um Risiken zu minimieren; dadurch glaubt man, einen Mechanismus zur Stabilisierung der Preise gefunden zu haben. Aber Warenb&#246;rsen tun noch einiges mehr: sie bef&#246;rdern Spekulationen st&#228;rker als produktive Investitionen. Spekulation beruht auf der F&#228;higkeit, Markttrends zu erkennen und kurzfristige K&#228;ufe und Verk&#228;ufe zu nutzen um in bestimmten M&#228;rkten zu bestimmten Zeitpunkten hohe Renditen zu erzielen. Diese spekulativen Investitionen k&#246;nnen hochgradig destabilisierende Effekte auf die M&#228;rkte haben. Der Zusammenbruch der „dotcom“-Spekulationsblase, und sp&#228;ter der Immobilien- und Banken-Spekulationsblasen, haben die M&#246;glichkeiten f&#252;r spekulative Investitionen auf kurzfristigen M&#228;rkten drastisch eingeschr&#228;nkt. Man richtete die Aufmerksamkeit auf Warenm&#228;rkte – Lebensmittel eingeschlossen – um zuk&#252;nftige Lieferungen zu kaufen, in der Annahme, dass deren Preise mit Sicherheit steigen w&#252;rden; und genau dadurch werden die Preise weiter nach oben getrieben. Die<em> Financial Times </em>berichtete: „Institutionelle und private Investitionen in Waren sind nach oben geschossen – angelockt durch Recherchen, die zeigen, dass Waren den Wertpapierbestand diversifizieren k&#246;nnen; und durch „performing-chasing“ [Jagd nach der besten Wertentwicklung] flie&#223;t Geld in Sektoren, die Geld machen. Laut dem Unternehmensberater Philip Verleger hat sich die H&#246;he der Investionen auf diesem Wege verf&#252;nffacht – auf ungef&#228;hr 250 Milliarden Dollar in nur drei Jahren.“<a title="anm_19" name="anm_19" href="#anm19"><sup>19</sup></a></p>
<p>„Der Umfang der Spekulationen ist steil angestiegen. Seit 2003, so Stanley Morgan, sind Getreide-Termingesch&#228;fte von 500.000 auf knapp 2,5 Millionen Vertr&#228;ge gestiegen … Mehr spekulatives Geld wird hineinflie&#223;en und wird dadurch selbst eine gr&#246;&#223;ere Rolle beim Preisanstieg spielen. Und – nat&#252;rlich – mehr Menschen in den &#228;rmsten L&#228;ndern werden hungern.“<a title="anm_20" name="anm_20" href="#anm20"><sup>20</sup></a></p>
<p>Laut IWF sind Spekulationen zwar nicht die Ursache des Preisanstiegs, aber sobald die Preise steigen, flie&#223;en spekulative Investitionen in den Markt.<a title="anm_21" name="anm_21" href="#anm21"><sup>21</sup></a> Wie neuartig diese Spekulation ist, kann an nachstehender Tabelle abgelesen werden:</p>
<p><strong>Tab. 1: ausgew&#228;hlte Warenpreise (2005 = 100%)</strong><br />
Quelle: IWF</p>
<p>W&#228;hrend sich die Preise aller Rohstoffe zwischen 1998 und 2005 verdoppelten, stiegen die Lebensmittelpreise nur unwesentlich von 92 auf 100 Prozent; aber seit 2005 steigen die Preise sehr viel schneller als zuvor. Doch die verheerenden Auswirkungen der Spekulation sind nur in Zusammenhang mit den tiefer greifenden Ver&#228;nderungen des Weltern&#228;hrungssystems zu verstehen.</p>
<h3>Horror-Szenarien</h3>
<p>Wenn die gegenw&#228;rtige Lebensmittelkrise durch die Unkontrollierbarkeit der Marktmechanismen verursacht ist, wie sehen dann die langfristigen Perspektiven aus?</p>
<p>Es gibt zwei weit verbreitete Ansichten. Die eine ist, dass der derzeitige Anstieg der Lebensmittelpreise mit dem letzten gro&#223;en Anstieg von 1972/73 vergleichbar ist. Damals fiel ein pl&#246;tzlicher Anstieg der Nachfrage f&#252;r Getreide aufgrund eines kurzen weltweiten Booms mit dem Eintritt der UdSSR in den Getreideweltmarkt wegen eigener Ernteengp&#228;sse zusammen. Die steigenden Lebensmittelpreise trugen zur weltweiten Inflation bei, ebbten aber in den sp&#228;ten 1970er Jahren ab und fielen dann &#252;ber einen langen Zeitraum im Vergleich zu anderen Preisen. Aus dieser Sicht m&#246;gen die gegenw&#228;rtigen Preissteigerungen zwar verheerende Konsequenzen zeitigen und dazu f&#252;hren, dass bis zu 100 Millionen Menschen hungern, weil die Weltbeh&#246;rden unf&#228;hig sind, Gegenma&#223;nahmen zu ergreifen. Aber die Katastrophe w&#252;rde nur einige Jahre dauern.</p>
<p>Die andere Position zeichnet ein Horror-Szenario.<a title="anm_22" name="anm_22" href="#anm22"><sup>22</sup></a> Sie behauptet, dass die gegenw&#228;rtige Krise auf die Ersch&#246;pfung der neuen Mittel zur Steigerung der Getreideertr&#228;ge verweist, die die Lebensmittelpreiskrise in den 1970ern bew&#228;ltigten. Diese Methoden, oft als „Gr&#252;ne Revolution“ bezeichnet, basierten auf der Nutzung neuer, produktiverer Getreidesorten, kombiniert mit einem enorm gesteigerten Gebrauch von D&#252;ngemitteln und k&#252;nstlicher Wasserversorgung. Heute nutzt China 40 Millionen Tonnen D&#252;ngemittel pro Jahr, die USA 19 Millionen und Indien 16 Millionen Tonnen. Im Ergebnis war die weltweite Getreideproduktion 2004 – ca. 2 Milliarden Tonnen – drei mal h&#246;her als in den 1950ern und gleichzeitig stieg der durchschnittliche Konsum pro Kopf trotz Bev&#246;lkerungswachstum um 24 Prozent. Das verbannte das Gespenst der Hungersnot und des Hungertods (im Gegensatz zu der verbreiteten Untern&#228;hrung) f&#252;r mehr als eine Generation aus China und Indien.</p>
<p>Aber die „Gr&#252;ne Revolution“ hat nun laut einem Bericht des<em> International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development</em> (Weltlandwirtschaftsrat, IAASTD) aus dem Jahr 2008 ein „Plateau“ erreicht.<a title="anm_23" name="anm_23" href="#anm23"><sup>23</sup></a> Die weltweiten Anbaufl&#228;chen, die f&#252;r Lebensmittel verwendet werden, vergr&#246;&#223;ern sich nicht und die Getreideproduktion kann mit dem Bev&#246;lkerungswachstum in Asien gerade noch mithalten, w&#228;hrend die Lage in Afrika noch schlimmer ist. Der letzte Weltentwicklungsreport der Weltbank r&#228;umt ein, dass die konventionellen Strategien in dieser Hinsicht versagen: „Viele L&#228;nder, deren &#214;konomien auf Landwirtschaft basieren, weisen noch ein schwaches pro-Kopf Wachstum und wenig strukturelle Ver&#228;nderungen auf… Dasselbe gilt f&#252;r riesige Fl&#228;chen in unterschiedlichen L&#228;ndern. Schnelles Bev&#246;lkerungswachstum, immer kleinere Landwirtschaftsbetriebe, sinkende Fruchtbarkeit des Bodens, und geringe M&#246;glichkeiten zur Einkommensdiversifizierung und Migration schaffen Notlagen, da die Landwirtschaft nur wenig Kraft zur Entwicklung hat. Ma&#223;nahmen, die die Landwirtschaft extrem besteuern und Investitionen erschweren sind Schuld und Ausdruck einer politischen &#214;konomie, in der st&#228;dtische Interessen die Oberhand haben. Verglichen mit erfolgreichen Schwellenl&#228;ndern zu dem Zeitpunkt, als diese noch einen hohen landwirtschaftlichen Anteil am BIP aufwiesen, ist der Anteil der Staatsausgaben f&#252;r Landwirtschaft in heutigen agrarbasierten Entwicklungsl&#228;ndern um einiges geringer (4 Prozent 2004 im Vergleich zu 10 Prozent 1980).“<a title="anm_24" name="anm_24" href="#anm24"><sup>24</sup></a></p>
<p>Die Chancen, dass das Horror-Szenario eintritt, k&#246;nnten durch den Klimawandel wachsen, der voraussichtlich die Lebensmittelproduktion in den am dichtesten bev&#246;lkerten Teilen der Welt am st&#228;rksten treffen wird. Die Klimawandelmodelle sind sehr problematisch, besonders wenn sie auf die Landwirtschaft angewandt werden, m&#252;ssen doch Annahmen in Bezug auf zuk&#252;nftige Landnutzung, Produktionswachstum, Konsummuster und Ver&#228;nderungen in der Bev&#246;lkerung in Betracht gezogen werden. Trotzdem legen Modellvorhersagen nahe, dass der vom <em>Intergovernmental Panel on Climate Change</em> (Weltklimarat, IPCC) gesch&#228;tzte Anstieg der Temperaturen um vier Grad zu einer Verringerung der durchschnittlichen landwirtschaftlichen Ertr&#228;ge und zu dramatischen Ver&#228;nderungen in der Verteilung des landwirtschaftlichen Outputs f&#252;hren k&#246;nnte, wenn das Vordringen der W&#252;ste in den &#228;quatornahen Regionen durchschl&#228;gt. Eine Studie sagt voraus, dass sich ohne den Klimawandel die Getreideproduktion bis 2080 verdoppeln w&#252;rde. Den Klimawandel miteingerechnet m&#252;sste das prognostizierte Produktionsvolumen nur um 0,6 bis 0,9 Prozent weltweit reduziert werden. W&#228;hrend in diesem Szenario aber die Produktion in den meisten der entwickelten L&#228;nder steigt, w&#252;rde die Produktion in Afrika, Ostasien und S&#252;dasien fallen; m&#246;glicherweise um bis zu 20 Prozent in S&#252;dasien.<a title="anm_25" name="anm_25" href="#anm25"><sup>25</sup></a> Nat&#252;rlich kann die Genauigkeit der einzelnen in den Studien angewandten Modelle diskutiert werden, aber mit aller Wahrscheinlichkeit werden die Kosten des Klimawandels disproportional von den &#228;rmsten Teilen der Weltbev&#246;lkerung getragen werden.<a title="anm_26" name="anm_26" href="#anm26"><sup>26</sup></a> Zu diesem Problem kommt noch die Verwendung von Land f&#252;r die Produktion von Biotreibstoffen hinzu. Nichts ist charakteristischer f&#252;r die Anarchie der Marktmechanismen als die Begeisterung f&#252;r Bioreibstoffe. Von Brasilien bis Indonesien werden Regenw&#228;lder zerst&#246;rt, um f&#252;r Plantagen Platz zu schaffen. Regenw&#228;lder werden niedergebrannt und der Boden ausgelaugt f&#252;r die Produktion eines Kraftstoffs, der den Verbrauch an Kohlenstoff verringern soll. Ebenso sichert die Unterst&#252;tzung der US-Regierung f&#252;r Ethanol als Biotreibstoff die meisten Subventionen f&#252;r die industrielle Entwicklung und damit die Verlagerung des Maisanbaus aus der Lebensmittel- in die Ethanol-Produktion.</p>
<p>Biotreibstoffe werden als eine Strategie gegen den Klimawandel angepriesen, doch f&#252;r eine nachhaltige Entwicklung sind diese keine ausreichende L&#246;sung. Der Klimawandel kann nicht einfach durch den Ersatz einer Form der Kohlenstoffnutzung durch eine andere bek&#228;mpft werden, sondern durch Ans&#228;tze, die die gesellschaftliche Kohlenstoffnutzung insgesamt in Frage stellen. Die Motivation der Bush-Administration war nicht, den Klimawandel zu stoppen, sondern die Sicherung der Energieversorgung des US-Kapitalismus. Es wird erwartet, dass die Produktion von Biotreibstoffen gegen&#252;ber der Erd&#246;l-basierten Treibstoff-Produktion profitabel wird, wenn der &#214;lpreis 60 Dollar pro Barrel &#252;bersteigt. In kapitalistischen Kreisen setzt sich zunehmend die Ansicht durch, dass die &#214;lproduktion weltweit eine Spitze erreicht hat (<em>Peak Oil</em>) und dass der &#214;lpreis &#252;ber diesem Level bleiben wird. Das f&#252;hrt dazu, dass im Jahr 2008 ein noch gr&#246;&#223;erer Anteil des US-Maisanbaus f&#252;r Biokraftstoffproduktion aufgewandt wurde als im Jahr zuvor. Insgesamt wird gesch&#228;tzt, dass die Nutzung von Getreide f&#252;r Biokraftstoff f&#252;r ungef&#228;hr 30 Prozent des Anstiegs der Getreidepreise in den letzten f&#252;nf Jahren verantwortlich ist.<a title="anm_27" name="anm_27" href="#anm27"><sup>27</sup></a></p>
<p>Die hohen &#214;lpreise sind daher eine doppelte Bedrohung f&#252;r die Lebensmittelproduktion und -preise. Auf der einen Seite steigen die Kosten f&#252;r Kraftstoff und D&#252;ngemittel f&#252;r die Landwirtschaft, wodurch es viel schwieriger wird, die Ertr&#228;ge mit den Methoden der letzten vier Jahrzehnte zu steigern. Auf der anderen Seite werden Anbaufl&#228;chen statt f&#252;r Lebensmittel f&#252;r Biotreibstoffproduktion genutzt. Beide Trends verschlimmern die gef&#228;hrlichen Auswirkungen des Klimawandels auf die zuk&#252;nftige Lebensmittelversorgung. Das ist der furchtbare Preis, den die Menschheit f&#252;r die Abh&#228;ngigkeit des Kapitalismus von Kohlenstoff zu bezahlen riskiert – selbst wenn die D&#252;ngemittelproduktion selbst nur ungef&#228;hr ein Prozent der globalen Energie verbraucht.<a title="anm_28" name="anm_28" href="#anm28"><sup>28</sup></a></p>
<p>Der IWF weist darauf hin, dass sich der Bedarf an Lebensmitteln bis 2080 verdreifachen k&#246;nnte, was das Angebot &#252;bersteigen und zu chronischen Engp&#228;ssen f&#252;hren w&#252;rde.</p>
<p>Obwohl sie das nicht sagen, w&#228;re das das katastrophale Ergebnis kapitalistischer Akkumulationsstrategien. Im Gegensatz dazu weisen Tubiello und Fischer darauf hin, dass, wenn der Klimawandel aufgehalten werden kann, selbst im „schlimmsten Fall“ einer Verdopplung der Weltbev&#246;lkerung die Lebensmittelreserven 2080 immer noch 12 Milliarden Menschen ausreichend versorgt werden k&#246;nnen.<a title="anm_29" name="anm_29" href="#anm29"><sup>29</sup></a></p>
<p>Klar scheint, dass das gegenw&#228;rtige Vertrauen auf industrielle Landwirtschaft, die Nutzung von Monokulturen und &#246;lbasierten D&#252;ngemitteln und der intensive Einsatz von Wasser zur Ausweitung der Lebensmittelproduktion zusehends unhaltbarer wird. Die Berichte der Weltbank und des IAASTD akzeptieren beides zur H&#228;lfte. Sie betonen den Bedarf f&#252;r mehr landwirtschaftliche Investitionen, die auf die Millionen von kleinen, arbeitsintensiven Betrieben gerichtet sind, achten auf den Wasserverbrauch, den Ersatz von k&#252;nstlichen durch organische D&#252;ngemittel sowie Vorbeugungsma&#223;nahmen gegen weitere Sch&#228;digung des Bodens. Und sie beklagen das Versagen der Regierungen, Finanzmittel daf&#252;r bereitzustellen. Aber ihr Bekenntnis zum Kapitalismus bedeutet, dass sie ihren eigenen Einsichten den R&#252;cken kehren und weiterhin „cash crops“ sowie das Wachstum von industriell-kapitalistischen Landwirtschaftsbetrieben auf Kosten der Armen und deren Versorgung mit Grundnahrungsmitteln fordern.</p>
<p>Unter dem gegenw&#228;rtigen Modell der kapitalistischen Lebensmittelproduktion ist die Befriedigung der Nachfrage der Menschen nach Nahrungsmitteln zunehmend bedroht. Falls dieses Szenario Realit&#228;t wird, wurde es nicht durch &#220;berbev&#246;lkerung verursacht, wie Malthus behauptet hatte, sondern durch das Versagen der kapitalistischen Produktionsweise. Der Kapitalismus hat seine Destruktivit&#228;t in der Lebensmittelproduktion durch zerst&#246;rerische und nicht-nachhaltige Formen &#246;konomischer Entwicklung bewiesen.</p>
<p>Ohne Zweifel beruht der gegenw&#228;rtige Preisanstieg, mit der Gefahr, dass Millionen verhungern, auf einer besonders grausamen Version des kapitalistischen Kreislaufes von Auf- und Abschw&#252;ngen. Und mit gro&#223;er Wahrscheinlichkeit wird die Bedrohung der Weltern&#228;hrungssicherheit andauern, auch wenn die aktuelle Krise letztlich &#252;berwunden werden kann. Eine wirklich nachhaltige Lebensmittelproduktion bedarf der demokratischen Kontrolle durch die Weltbev&#246;lkerung.</p>
<h3>Anmerkungen</h3>
<p><a title="anm1" name="anm1" href="#anm_1">1</a> Beattie, Alan: Governments Can No Longer Ignore the Cries of the Hungry; in: <em>Financial Times</em>, 5. April 2008<br />
<a title="anm2" name="anm2" href="#anm_2">2</a> FAO: Food Outlook (Mai 2008), www.fao.org/docrep/010/ai466e/ai-466eoo.htm<br />
<a title="anm3" name="anm3" href="#anm_3">3</a> F&#252;r eine detaillierte Aufz&#228;hlung der Verbindungen zwischen Energie und D&#252;ngemittelkosten siehe auch Walker, David: Energy and Fertiliser Costs; in:<em> MI Prospects</em> 8:19 (2006), www.hgca.com/imprima/miprospects/vol08Issue19/minisite/Vol08Issue19.pdf<br />
<a title="anm4" name="anm4" href="#anm_4">4</a> Financial System Faces Commodity-led Crisis; in: <em>Financial Times</em>, 5.M&#228;rz 2008<br />
<a title="anm5" name="anm5" href="#anm_5">5</a> IWF: World Economic Outlook (September 2006), www.imf.org/external/pubs/ft/weo/2006/02, Kapitel 5, Kasten 5.2<br />
<a title="anm6" name="anm6" href="#anm_6">6</a> Weltbank: World Development Report 2008: Agriculture for Development (2007), http://go.worldbank.org/ZJIAOSUFUo, S. 11<br />
<a title="anm7" name="anm7" href="#anm_7">7</a> „Cash Crops“ bezeichnen Agrarprodukte, die f&#252;r den Export bestimmt sind und meist in Monokulturen angebaut werden. Sie werden vor allem in den ehemaligen Koloniall&#228;ndern S&#252;damerikas und Afrikas angebaut und dienen nicht der Selbstversorgung (<em>Food Crops</em>) des Landes. (A. d. &#220;.)<br />
<a title="anm8" name="anm8" href="#anm_8">8</a> Madeley, John: Hungry for Trade (2000), S. 58<br />
<a title="anm9" name="anm9" href="#anm_9">9</a> Hellin, John/ Higman, Sophie: Feeding the Market: South American farmers, Trade an Globalisation (2003), S. 36<br />
<a title="anm10" name="anm10" href="#anm_10">10</a> Stiglitz, Joseph: Globalisation and its Discontents (2002), S. XII<br />
<a title="anm11" name="anm11" href="#anm_11">11</a> Dolan, Catherine/ Humphrey, John: Changing Governance Patterns in the Trade in Fresh Vegetables between Africa and the United Kingdom; in: <em>Environment and Planning</em> <em>A</em> 36:3 (2004)<br />
<a title="anm12" name="anm12" href="#anm_12">12</a> Hellin/ Higman, a.a.O., S. 36-37<br />
<a title="anm13" name="anm13" href="#anm_13">13</a> Morelli, Carlo: The politics of food; in: <em>International Socialism</em> 101 (2003), www.isj.org.uk/index.php4?id=36<br />
<a title="anm14" name="anm14" href="#anm_14">14</a> Weltbank, a.a.O.<br />
<a title="anm15" name="anm15" href="#anm_15">15</a> Madeley, a.a.O., S. 75<br />
<a title="anm16" name="anm16" href="#anm_16">16</a> Nash, John: Agriculture Trade: Reaping a Rich Harvest from Doha; in: <em>Finance and Development</em> 41 (2004), www.imf.org/external/pubs/ft/fandd/2004/12/pdf/picture.pdf, S. 34<br />
<a title="anm17" name="anm17" href="#anm_17">17</a> Welbank, a.a.O., Grafik 6<br />
<a title="anm18" name="anm18" href="#anm_18">18</a> Vietnam’s Farmers Face Paradox Of The Paddy; in: <em>Globe Mail</em>, 1. Mai 2008; siehe auch Rice Prices To Benefit Asian Farmers; in: <em>Financial Times</em>, 29. April 2008<br />
<a title="anm19" name="anm19" href="#anm_19">19</a> Classic Films Shed Light On Commodities Boom; in: <em>Financial Times</em>, 9. Mai 2008<br />
<a title="anm20" name="anm20" href="#anm_20">20</a> Speculators Feast On Soaring Commodities; in: <em>Financial Times</em>, 12.Mai 2008<br />
<a title="anm21" name="anm21" href="#anm_21">21</a> Es sollte hinzugef&#252;gt werden, dass die Forschung des IWF die historische Bewegung der Preise untersucht hat, nicht die rasanten Preisentwicklungen der letzten Jahre, sodass selbst ihre begrenzte Ablehnung von Spekulation nicht l&#228;nger haltbar sein k&#246;nnte.<br />
<a title="anm22" name="anm22" href="#anm_22">22</a> F&#252;r eine extreme Version dieser Ansicht siehe auch Pfeiffer, Dale Allen: Eating fossil fuels; in:<em> From the Wilderness</em> (2004), www.fromthewilderness.com/free/ww3/100303_eating_oil.html, welche durch die StudentInnenkampagne „People and Planet“ und andere in Umlauf gebracht wurde.<br />
<a title="anm23" name="anm23" href="#anm_23">23</a> Feldman, Shelley/ Nathan, Dev/ Raina, Rafeswari/ Yang, Hong: International Assessment of Agricultural Knowledge, Science an Technology for Development, East and South Asia and Pacific: Summary for Decision Makers, IAASTD (2008), www.agassessment.org/docs/ESAP_SDM_220408_Final.pdf<br />
<a title="anm24" name="anm24" href="#anm_24">24</a> Weltbank, a.a.O., S. 7<br />
<a title="anm25" name="anm25" href="#anm_25">25</a> Tubiello, Francesco/ Fischer, G&#252;nther: Reducing Climate Change Impacts on Agriculture: Global and Regional Effects of Mitigation, 2000-2080; in:<em> Technological Forecasting and Social Change </em>74 (2007), http://pubs.giss.nasa.gov/docs/2007/2007_Tubiello_Fischer.pdf<br />
<a title="anm26" name="anm26" href="#anm_26">26</a> Diese Schlussfolgerung stimmt mit der IWF-Analyse &#252;berein. Siehe Cline, William: Global Warming and Agriculture; in: <em>Finance an Development</em> 45:1 (2008), www.imf.org/external/pubs/ft/fandd/2008/03/cline.htm<br />
<a title="anm27" name="anm27" href="#anm_27">27</a> Rosegrant, Mark W.: Biofuels and Grain Prices: Impacts and Policy Responses, International Food Policy Research Institute, Testimony for the US Senate Committee on Homeland Security and Governmental Affairs, 7.Mai 2008, www.ifpri.org/pubs/ testimony/rosegrant20080507.pdf<br />
<a title="anm28" name="anm28" href="#anm_28">28</a> Schrock, Richard: Nitrogen Fix; in: <em>MIT Technology Review</em> (Mai 2006), http://www.technologyreview.com/article/16822/<br />
<a title="anm29" name="anm29" href="#anm_29">29</a> Cline, a.a.O.; Tubiello/ Fischer, a.a.O.</p>
<p>Zuerst erschienen in: <em>International Socialism</em> 119 (2008)<br />
<em>Carlo Morelli</em> lehrt Wirtschaftsgeschichte an der <em>University of<br />
Dundee</em> in Schottland.</p>
<p>&#220;bersetzung: <em>Karin H&#228;dicke</em></p>
<p><img src="file:///C:/DOKUME~1/Philipp/LOKALE~1/Temp/moz-screenshot-3.jpg" alt="" /><img src="file:///C:/DOKUME~1/Philipp/LOKALE~1/Temp/moz-screenshot-4.jpg" alt="" /></p>
<p><img src="file:///C:/DOKUME~1/Philipp/LOKALE~1/Temp/moz-screenshot-2.jpg" alt="" /></p>
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