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	<title>PERSPEKTIVEN : Magazin fÃ¼r linke Theorie und Praxis &#187; Editorial</title>
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	<description>PERSPEKTIVEN : Magazin fÃ¼r linke Theorie und Praxis</description>
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		<title>Editorial</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Nov 2011 19:26:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 14]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Revolution]]></category>

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		<description><![CDATA[â€žRevolution!â€œ haben wir uns wieder einmal gedachtâ€¦ und uns zun&#228;chst einmal an ein neues Layout f&#252;r das Magazin herangemacht. Was ihr nun in den H&#228;nden haltet ist also das langersehnte Ergebnis vieler â€“ mit, &#252;ber den Xten Entw&#252;rfen zusammengehaltenen K&#246;pfen, gef&#252;hrten â€“ Diskussionen und nicht zuletzt unz&#228;hliger &#220;berstunden unseres Grafikers Reinhard Lang (danke daf&#252;r!). Die treue Leser_innenschaft bemerkt sofort: es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>â€žRevolution!â€œ haben wir uns wieder einmal gedachtâ€¦ und uns zun&#228;chst einmal an ein neues Layout f&#252;r das Magazin herangemacht. Was ihr nun in den H&#228;nden haltet ist also das langersehnte Ergebnis vieler â€“ mit, &#252;ber den Xten Entw&#252;rfen zusammengehaltenen K&#246;pfen, gef&#252;hrten â€“ Diskussionen und nicht zuletzt unz&#228;hliger &#220;berstunden unseres Grafikers Reinhard Lang (danke daf&#252;r!). Die treue Leser_innenschaft bemerkt sofort: es hat sich einiges ver&#228;ndert! Neben dem neuen Coverdesign sollen vor allem das aufpolierte Layout der Artikel, kleine Infoboxen oder etwa auch â€žbedienungsfreundlichereâ€œ Fu&#223;noten das Lesen zu einem noch gr&#246;&#223;eren Genuss machen, als zuvor! Zudem bekommt die Bebilderung endlich den Platz, den sie sich unserer Meinung nach schon l&#228;nger verdient hat (n&#228;mlich mehr). Auch die Rezensionen wollen wir aufwerten. Schlie&#223;lich haben wir uns nach hitzigen Diskussionen daf&#252;r entschieden, die Anzahl der Artikel auf vier handverlesene St&#252;ck zu reduzierenâ€¦ denn alles weitere â€“ so unsere &#220;berlegung â€“ findet ihr auf unserem neuen Blog unter: www.perspektiven-online.at .</p>
<p>â€žRevolution!â€œ haben wir uns dann gleich noch einmal gedacht und dem nicht nur Form, sondern auch Inhalt dieser Ausgabe gewidmet, wie Ihr unschwer auf dem Cover nachlesen k&#246;nnt. Und wer h&#228;tte sich das gedacht: war der Begriff bis vor einem Jahr â€“ so scheint es â€“ noch den Marketingabteilungen dieser Welt vorbehalten, wenn es um die Anpreisung neuer Handy-Modelle oder Hybrid-Motoren ging , so ist â€žRevolutionâ€œ pl&#246;tzlich auch wieder im politischen Diskurs pr&#228;sent. Hierf&#252;r sorgte nicht nur die Wieder-Aneignung dieses Kampfbegriffes durch die Besetzer_innen auf der Plaza Puerta del Sol und dem Syntagma-Platz oder der <em>Occupy Wallstreet-Bewegung</em>, sondern auch die Umst&#252;rze in Nordafrika. </p>
<p>Um einen dieser Umst&#252;rze geht es in <em>Von Tahrir zu Tat â€™hir</em>. <em>Stefan Probst</em> und <em>Tyma Kraitt</em> zeigen, unter welchen Bedingungen sich das gesellschaftliche Potential dieser Proteste entwickelte, vergessen dabei niemals auf den Klassenkampf und f&#252;hren nebenher in revolutionstheoretische Begriffe ein.<br />
Wurde diesbez&#252;glich in &#196;gypten â€“ bei allen Schwierigkeiten â€“ also schon einiges erreicht, darf hierzulande noch im Konjunktiv diskutiert werden. Dazu hat <em>Perspektiven </em>mit <em>Lukas Oberndorfer</em> (Institut Solidarische Moderne) und <em>Elmer Flatschart </em>(<em>W.E.G., Theorieb&#252;ro/Schenke</em>) zwei sehr unterschiedliche linke Projekte zum Gespr&#228;ch mit <em>Benjamin Opratko</em> und <em>Katharina Hajek</em> (<em>Perspektiven</em>) geladen, um &#252;ber Handlungsm&#246;glichkeiten der Linken in der Krise, lang- und kurzfristige Ziele, Subjekte aber auch die â€žOrteâ€œ von Transformation zu diskutieren. Eben darum geht es nicht zuletzt, wenn <em>Hanna Lichtenberger</em> und <em>Julia Hofmann</em> der Frage nachgehen, welche Diskurse politischer Selbsterm&#228;chtigung sich von der Pariser Commune â€“ als einem der historisch ersten Versuche breiter demokratischer Selbstverwaltung â€“ &#252;ber die Aufst&#228;nde in Oaxaca bis zur Bewegung M15 in<br />
Spanien ziehen. Schlie&#223;lich â€“ und au&#223;erhalb des Schwerpunktes â€“ sind wir Euch noch den zweiten Teil von Harry Cleavers <em>Karl Marx: &#214;konom oder Revolution&#228;r?</em> schuldig. </p>
<p>Rezensiert wird in dieser Ausgabe zu so unterschiedlichen Themen wie Okzidentalismus, antimuslimischem Rassismus und der  queeren Multitude, wobei wir mit mit einem Kommentar zur Frauenfu&#223;ball-WM diesen Jahres sowie einer Rezension zum Thema Rapid im Nationalsozialismus auch noch einen kleinen â€“ inoffiziellen â€“ Ballsport-Schwerpunkt untergebracht haben.</p>
<p>Und jetzt alle zusammen: â€žone solution:â€¦!â€œ â€¦f&#252;r all die vielen Widerspr&#252;che, </p>
<p><strong>Eure Perspektiven-Redaktion!</strong></p>
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		<title>Editorial</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2010/05/04/editorial-9/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 16:04:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgaben]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 11]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Rotes Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt]]></category>

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		<description><![CDATA[P&#252;nktlich zum 1. Mai stellt Perspektiven Nr. 11, akkurat und handlich wie immer, die Frage: â€žWie rot ist Wien?â€œ Debatten dar&#252;ber, welchen politischen Anstrich Wien historisch hatte, entzieht sich die Stadt l&#228;ngst erfolgreich. Das Rote Wien der Zwischenkriegszeit ist nicht nur in Form der gebauten Umwelt, etwa dem Karl-Marx-Hof, allgegenw&#228;rtig. Als mythisch &#252;berh&#246;htes Idealbild eines â€žSozialismus in einer Stadtâ€œ bildet es bis heute auch einen zentralen identit&#228;ren Bezugspunkt der &#246;sterreichischen Sozialdemokratie. 
Einer solchen Romantisierung entgegen zu arbeiten, halten wir deshalb politisch f&#252;r wichtig, weil der Verweis auf das Rote Wien f&#252;r die SP&#214; in doppelter Hinsicht eine entlastende Funktion hat:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>P&#252;nktlich zum 1. Mai stellt Perspektiven Nr. 11, akkurat und handlich wie immer, die Frage: â€žWie rot ist Wien?â€œ Debatten dar&#252;ber, welchen politischen Anstrich Wien historisch hatte, entzieht sich die Stadt l&#228;ngst erfolgreich. Das Rote Wien der Zwischenkriegszeit ist nicht nur in Form der gebauten Umwelt, etwa dem Karl-Marx-Hof, allgegenw&#228;rtig. Als mythisch &#252;berh&#246;htes Idealbild eines â€žSozialismus in einer Stadtâ€œ bildet es bis heute auch einen zentralen identit&#228;ren Bezugspunkt der &#246;sterreichischen Sozialdemokratie.<br />
Einer solchen Romantisierung entgegen zu arbeiten, halten wir deshalb politisch f&#252;r wichtig, weil der Verweis auf das Rote Wien f&#252;r die SP&#214; in doppelter Hinsicht eine entlastende Funktion hat: Zum einen lassen die sozialpolitischen Errungenschaften des Roten Wiens die politisch-theoretischen Fehleinsch&#228;tzungen der Sozialdemokratie in der Zwischenkriegszeit in den Hintergrund treten. Und zum anderen suggeriert die Konstruktion einer Kontinuit&#228;t vom historischen Roten Wien bis in das SP&#214;-regierte Wien der Gegenwart das Fortbestehen politischer Inhalte aus einer Phase, in der die Sozialdemokratie ihre Politik zumindest noch an den kurzfristigen Interessen ihrer sozialen Basis ausrichtete. </p>
<p>Dass sich die SP&#214; entgegen dieser Selbstdarstellung l&#228;ngst meilenweit von den Interessen der ArbeiterInnenklasse entfernt hat, ist nicht zuletzt eine wichtige Ursache f&#252;r den Aufstieg der extremen Rechten in den letzten 20 Jahren. Gerade vor dem Hintergrund der Wiener Gemeinderatswahl im Oktober dieses Jahres und der angek&#252;ndigten (stadt-)politischen Offensive der rechtsextremen FP&#214; ist die Frage â€žWie rot ist Wien?â€œ daher auch die Frage nach den Perspektiven der (radikalen) Linken. </p>
<p>Daher er&#246;ffnen wir den Schwerpunkt dieser Ausgabe mit unserem Thesenpapier zur Wien-Wahl. Darin stellen wir zur Diskussion, wie sich die politische Situation im Vorfeld der Wahl unseres Erachtens darstellt und worin wir die zentralen Herausforderungen f&#252;r linke Politik in den kommenden Monaten sehen.<br />
Daran anschlie&#223;end zeigen <em>Veronika Duma, Katharina Kinzel, Fanny M&#252;ller-Uri</em> und <em>Tobias Zortea </em>anhand der Aufst&#228;nde in den Wiener Vorst&#228;dten um die Jahrhundertwende, dass Klassenk&#228;mpfe auch im â€žgem&#252;tlichenâ€œ Wien durchaus eine lange, aber verborgene Tradition haben. Dabei wird unter anderem deutlich, wie sehr die Sozialdemokratie bereits in ihren Anf&#228;ngen mit den widerst&#228;ndigen Praxen ihrer eigenen sozialen Basis zu k&#228;mpfen hatte.<br />
Dass nicht nur ihre Praxis, sondern auch ihre Theorie alles andere als widerspruchsfrei und progressiv ist, wird durch das Label &#8220;Austromarxismus&#8221; allzu oft kaschiert. <em>Benjamin Opratko</em> und <em>Stefan Probst</em> argumentieren, dass der Austromarxismus vor allem als Produkt einer historischen Niederlage und das Rote Wien als eine gro&#223; angelegte Erziehungsstrategie und spezifische Version eines b&#252;rgerlichen Modernisierungsprojektes anzusehen ist.<br />
Obwohl also schon das historische Rote Wien keineswegs nur Anlass zum Jubeln gibt, lebt sein Mythos bis heute unvermindert fort. Um wie viel weniger â€žrotâ€œ demgegen&#252;ber erst das heutige Wien ist, zeigen wir exemplarisch anhand dreier Beispiele. Zun&#228;chst befragen <em>Assimina Gouma, Petra Neuhold, Paul Scheibelhofer </em>und <em>Gerd Valchars</em> die Stadt Wien aus der Perspektive der Migration auf ihre soziopolitische und antirassistische â€žIntegrationsf&#228;higkeitâ€œ. Dann gibt <em>Jakob Weingartner </em>im Interview mit <em>Katharina Hajek</em> und <em>Felix Wiegand</em> am Beispiel des Brunnenviertels dar&#252;ber Auskunft, warum in Wien trotz â€“ oder gerade wegen â€“ des Instruments der â€žSanften Stadterneuerungâ€œ Gentrifzierung stattfindet. Und schlie&#223;lich r&#228;umt <em>Florian Reiter</em> anhand des Fonds Soziales Wien mit der Vorstellung auf, die Sozialpolitik der Stadt Wien w&#228;re noch immer in â€žroterâ€œ Hand. </p>
<p>Au&#223;erhalb des Schwerpunkts verlassen wir Wien: Anl&#228;sslich der Filmpremiere des Dokumentarfilms When the Mountain meets its Shadow (dt.: Im Schatten des Tafelbergs) sprach <em>Franziskus Forster</em> mit den FilmemacherInnen und zwei Protagonisten &#252;ber den t&#228;glichen &#220;berlebenskampf in den Armenvierteln von Kapstadt und &#252;ber Formen solidarischen Widerstands.<br />
Und: Wer ist eigentlich Schuld an der Krise in Griechenland? Antworten auf diese Frage hat <em>Fabio de Masi</em> bei einem Vortrag in Berlin gegeben. Auch wenn seine Ausf&#252;hrungen recht deutschlandspezifisch sind und wir seine politischen Schlussfolgerungen kontrovers diskutiert haben, finden wir es wichtig, seine pr&#228;zise Analyse der polit-&#246;konomischen Ursachen der Krise in dieser Ausgabe zug&#228;nglich zu machen.</p>
<p>Passend zum Heftschwerpunkt startet der Rezensionsteil diesmal mit einem Rundgang durch die Ausstellung <em>Kampf um die Stadt</em> im <em>Wien Museum</em>. Ebenfalls nicht ohne Bezug zum Roten Wien: Thomas Etzem&#252;llers Buch zu <em>social engineering</em>. Au&#223;erdem stellt <em>Maria Asenbaum</em> eine Einf&#252;hrung in die Kritische Psychologie vor und <em>Mario Becksteiner</em> argumentiert gegen die AutorInnen des (fast) gleichnamigen Buches, dass WissensarbeiterINNEN durchaus organisierbar sind. Zum Abschluss gibtâ€™s wie immer Rosinen zum Picken. </p>
<p>Auf dass Wien (und der Rest) irgendwann tats&#228;chlich richtig â€žrotâ€œ wird!<br />
Eure <em>Perspektiven</em>-Redaktion</p>
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		<title>Editorial</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Feb 2010 14:44:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr.10]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsproteste]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Eliten]]></category>
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		<category><![CDATA[UniversitÃ¤t]]></category>

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		<description><![CDATA[Ihr haltet in H&#228;nden, man glaubt es kaum, Perspektiven Nr. 10, in Worten: Zehn. Als wir im Fr&#252;hling 2006 die â€žNullnummerâ€œ ver&#246;ffentlichten, hatte das Magazin 48 Seiten, einen Schwerpunkt (â€žEurop&#228;ische Unionâ€œ), den wir verga&#223;en, auf das Cover zu schreiben, und ein ambitioniertes Editorial, das erkl&#228;rte, dass wir einen Beitrag leisten wollen, um â€žeine lebendige Opposition und echte politische Alternativen zu entwickeln.â€œ Knapp vier Jahre sp&#228;ter z&#228;hlt Perspektiven Nr. 10 72 Seiten, tr&#228;gt seinen hochaktuellen Themenschwerpunkt stolz auf der golden glitzernden Titelseite â€“ und hat an Ambition nichts verloren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal">Ihr haltet in H&#228;nden, man glaubt es kaum, <em>Perspektiven </em>Nr. 10, in Worten: Zehn. Als wir im Fr&#252;hling 2006 die â€žNullnummerâ€œ ver&#246;ffentlichten, hatte das Magazin 48 Seiten, einen Schwerpunkt (â€žEurop&#228;ische Unionâ€œ), den wir verga&#223;en, auf das Cover zu schreiben, und ein ambitioniertes Editorial, das erkl&#228;rte, dass wir einen Beitrag leisten wollen, um â€žeine lebendige Opposition und echte politische Alternativen zu entwickeln.â€œ Knapp vier Jahre sp&#228;ter z&#228;hlt <em>Perspektiven </em>Nr. 10 72 Seiten, tr&#228;gt seinen hochaktuellen Themenschwerpunkt stolz auf der golden glitzernden Titelseite â€“ und hat an Ambition nichts verloren. <span id="more-747"></span> F&#252;r letzteres ist vor allem die Tatsache verantwortlich, dass wir seit Herbst 2009 Teil einer Bewegung sind, die wir zwar lange erhofft, aber alles andere als erwartet hatten. Die bildungspolitischen Proteste, die rund um die Besetzung des Wiener Audimax unter dem Schlachtruf â€žUni brenntâ€œ entfacht wurden, waren in den letzten Monaten unser zentrales Bet&#228;tigungsfeld, und werden es wohl auch auf absehbare Zeit bleiben. Mit ihnen hat sich ein neuer politischer Resonanzraum f&#252;r die Linke in &#214;sterreich ge&#246;ffnet, in dem solidarische Auseinandersetzungen um eine bessere und gerechtere Bildungspolitik gef&#252;hrt werden. Sie erm&#246;glichen aber auch, ausgehend von den K&#228;mpfen um Bildung, weiterf&#252;hrende politische Debatten anzusto&#223;en: &#252;ber M&#246;glichkeiten autonomer, demokratischer Lehr- und Lernprozesse, &#252;ber den Zusammenhang von prekarisierten Arbeitsverh&#228;ltnissen und dem marktkonformen Umbau der Hochschulen, oder &#252;ber Grenzen von und Alternativen zu b&#252;rgerlicher Demokratie. Diese Fragen werden entscheidend sein f&#252;r jene langfristige Perspektive, die wir â€“ wie zur Zeit unserer Gr&#252;ndung vor vier Jahren â€“ als weiterhin zentral erachten: den Aufbau einer neuen, breit aufgestellten und gesellschaftlich relevanten Linken.</p>
<p class="MsoNormal">Dies waren die &#220;berlegungen, die uns bei der Zusammenstellung des vorliegenden Heftschwerpunkts geleitet haben. Er wurde gestaltet und geschrieben von AktivistInnen der Bewegung, um die K&#228;mpfe um Bildung in ihrer Breite und Dynamik darzustellen sowie sie in grundlegende politische Debatten einzubetten.</p>
<p class="MsoNormal">Der erste Artikel von <em>Maria Asenbaum</em>, <em>Katharina Hajek</em>, <em>Michael Botka</em> und <em>Ako Pire</em> basiert auf einer Vielzahl von Interviews, die sie w&#228;hrend der Audimax-Besetzung mit verschiedenen AktivistInnen gef&#252;hrt haben. In der Zusammenf&#252;hrung der unterschiedlichen Selbstverst&#228;ndnisse, strategischen Einsch&#228;tzungen und vor allem der vielf&#228;ltigen Erfahrungen, machen sie die inspirierende Dynamik der Besetzung nachvollziehbar, ohne die Widerspr&#252;che und Konflikte in der Bewegung zu unterschlagen. <em>Stipe &#196;†urkovi&#196;‡</em> aus Zagreb berichtet &#252;ber die im deutschsprachigen Raum wenig beachtete Bewegung f&#252;r freie Bildung, die im Jahr 2009 Kroatien erfasste. Er stellt dabei den Begriff der Demokratie ins Zentrum seiner Darstellung: jene b&#252;rgerliche Demokratie, die sich in einge&#252;bten Ritualen und Sonntagsreden ersch&#246;pft, aber auch die Formen direkter und partizipativer Demokratie, die in den besetzen Universit&#228;ten entstanden sind. Die von Protestierenden allerortens aufgestellte Forderung nach â€žfreier und selbstbestimmter Bildungâ€œ nehmen <em>Stefan Probst</em>, <em>Franziska M&#252;ller-Uri</em>, <em>Julia Hofmann</em> und <em>Isabella Schlehaider</em> zum Anlass, dar&#252;ber nachzudenken, wie demokratisches Lernen und Lehren aussehen k&#246;nnte. Sie entwickeln eine Vorstellung von Bildung als â€žProzess gegenseitiger Bef&#228;higungâ€œ, die als â€žregulative Utopieâ€œ funktionieren k&#246;nnte. Die Kritik an der â€ž&#214;konomisierungâ€œ der Bildung wird von <em>Roland Atzm&#252;ller</em> analytisch unterf&#252;ttert, indem er zeigt, wie im postfordistischen Staat insbesondere Hochschulen entsprechend den Anforderungen der neoliberalen Arbeitsverh&#228;ltnisse restrukturiert werden. Den Soziologen <em>Michael Hartmann</em> befragten wir nach seinen Forschungsergebnissen zur Rolle von Bildungsinstitutionen f&#252;r die (Re-)Produktion der europ&#228;ischen Eliten. Und schlie&#223;lich verkn&#252;pfen<em> Elisabeth Steinklammer</em>, <em>Kristina Botka</em>, <em>Barbara Tinhofer</em> und <em>Gloria Fleischmann</em> vom <em>Kollektiv Kindergartenaufstand</em> einen Bericht &#252;ber ihre Organisierungs- und Kampferfahrungen als Kindergartenp&#228;dagoginnen mit einer kritischen Analyse der Bildungsinstitution Kindergarten als Ort der Hegemonieproduktion.</p>
<p class="MsoNormal">Auch au&#223;erhalb des Schwerpunkts geht es k&#228;mpferisch zu, in <em>Andreas Finks</em> Analyse der erfolgreichen Besetzung der Mail&#228;nder INNSE-Fabrik durch deren Belegschaft. Und <em>Daniel Fuchs</em> und <em>Benjamin Opratko</em> unterhielten sich mit <em>Schorsch Kamerun</em> und <em>Ted Gaier</em> von den grandiosen <em>Goldenen Zitronen</em> und landeten dabei unerwartet bei der bayrischen R&#228;terepublik.</p>
<p class="MsoNormal">Die Rezensionsabteilung wird diesmal von <em>Philipp Probst</em> er&#246;ffnet, der &#8220;Zombie Capitalism&#8221;, das letzte Buch von <em>Chris Harman</em>, bespricht. Der marxistische Historiker, Berufsrevolution&#228;r im besten Sinne des Wortes, ist im November v&#246;llig unerwartet an einem Herzinfarkt verstorbenen.</p>
<p class="MsoNormal">Wir w&#252;nschen euch jedenfalls anregende Lekt&#252;re; im besten Falle soll sie motivieren, euch in die Vorbereitung zu den Protesten gegen die Feierlichkeiten zum zehnj&#228;hrigen Jubil&#228;um des Bologna-Prozess einzuklinken. N&#228;here Infos dazu gibt es auf Seite 21 und unter <a href="http://www.bolognaburns.org" target="_blank">www.bolognaburns.org</a>.</p>
<p class="MsoNormal">In diesem Sinne: lasst tausend Unis brennen!</p>
<p class="MsoNormal">Eure Perspektiven-Redaktion</p>
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		<title>Editorial</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2009/05/13/418/</link>
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		<pubDate>Wed, 13 May 2009 13:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>benni</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 8]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Strache auf dem Cover? Wird <em>Perspektiven </em>jetzt zum linken News? Rei&#223;erische Aufmachung, die sich auf das Charisma eines Photoshop-gestylten â€žRechtspopulistenâ€œ einl&#228;sst, um die Auflage zu steigern? Keine Sorge, wir k&#246;nnen beruhigen. Mit dem Titelfoto zu unserem Schwerpunkt â€žRechtsextremismus und soziale Kriseâ€œ wollen wir nicht blo&#223; um eure Aufmerksamkeit buhlen, sondern auch darauf hinweisen, dass sich in der Figur H.C. Straches und seiner trotz â€žewiggestrigerâ€œ Ideologien runderneuerten FP&#214; das Problem einer erstarkten extremen Rechten in &#214;sterreich wie im Brennglas darstellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Strache auf dem Cover? Wird <em>Perspektiven </em>jetzt zum linken News? Rei&#223;erische Aufmachung, die sich auf das Charisma eines Photoshop-gestylten â€žRechtspopulistenâ€œ einl&#228;sst, um die Auflage zu steigern? Keine Sorge, wir k&#246;nnen beruhigen. Mit dem Titelfoto zu unserem Schwerpunkt â€žRechtsextremismus und soziale Kriseâ€œ wollen wir nicht blo&#223; um eure Aufmerksamkeit buhlen, sondern auch darauf hinweisen, dass sich in der Figur H.C. Straches und seiner trotz â€žewiggestrigerâ€œ Ideologien runderneuerten FP&#214; das Problem einer erstarkten extremen Rechten in &#214;sterreich wie im Brennglas darstellt.<span id="more-418"></span> Dass in den b&#252;rgerlichen Medien der Wiederaufstieg der extremen Rechten als blo&#223;e Reaktion auf das Versagen der â€žpolitischen Mitteâ€œ, l&#246;sungsorientiert zu regieren, und als Protestwahl verharmlost wird, w&#228;hrend Neonazi-Aufm&#228;rsche und die Sch&#228;ndung der KZ-Gedenkst&#228;tte Mauthausen mit &#252;berraschter Betroffenheit quittiert werden, steht einem Verst&#228;ndnis dieser Zusammenh&#228;nge im Wege. Vor dem Hintergrund einer globalen Wirtschaftskrise, die sich erst langsam, aber sicher zu einer sozialen Krise ausw&#228;chst, sind diese Entwicklungen umso Besorgnis erregender. Ist doch zu erwarten, dass jene rechten Kr&#228;fte, die schon bisher den Unmut &#252;ber neoliberalen Klassenkampf von oben zu kanalisieren wussten, sich auch l&#228;ngerfristig als Nutznie&#223;erInnen der Versch&#228;rfung sozialer Konflikte erweisen werden.</p>
<p>Dies betrifft nicht nur &#214;sterreich, in ganz Europa sind rechtsextreme Parteien und Bewegungen auf dem<br />
Vormarsch, sowohl in den Parlamenten wie auf den Stra&#223;en. Das mussten auch die Perspektiven-Autorinnen erfahren, die in Budapest den linken Intellektuellen <em>G. M. TamÃ¡s</em> interviewten. Als sie den Ort des Gespr&#228;chs verlie&#223;en, fanden sie sich mitten in einer Demonstration gegen die ungarische Regierung wieder, die von neo-faschistischen Gruppen dominiert war. Ein unvorsichtiges â€žSchei&#223; Nazis!â€œ f&#252;hrte zu einem physischen Angriff der Faschisten und einer Verfolgungsjagd durch die halbe Stadt, in der sich die Genossinnen auch nicht auf die Unterst&#252;tzung von Kaffeehausbetreiberinnen und Taxifahrern verlassen konnten. TamÃ¡sâ€™ Einsch&#228;tzung, in Ungarn k&#246;nne man von einem â€ždreiviertel-faschistischen Klimaâ€œ sprechen, wurde so unmittelbar best&#228;tigt. Trotzdem hilft es nicht, sich auf entsetztes Aufschreien zur&#252;ck zu ziehen. Anspruch des Schwerpunkts ist es, die politischen und sozialen Ursachen zu analysieren, welche die aktuellen Erfolge der extremen Rechten erm&#246;glichen. Erst dadurch kann n&#228;mlich die Frage nach linken Gegenstrategien, die &#252;ber (wichtige) Antifa-Aktivit&#228;ten hinaus gehen, sinnvoll gestellt werden. <em>Daniel Fuchs</em> und <em>Felix Wiegand</em> untersuchen deshalb den (Wieder-)Aufstieg der parlamentarischen extremen Rechten in &#214;sterreich in historischer Perspektive und zeigen, wie sie erfolgreich soziale Fragen mit rassistischen â€žAntwortenâ€œ verkn&#252;pft(e). Aufschluss &#252;ber die &#220;berschneidungen von parlamentarischen Rechtsextremen und organisierten Neonazis gibt das Interview mit dem antifaschistischen Aktivisten <em>Robert Eiter</em>, exemplarisch dargestellt anhand der Situation in Ober&#246;sterreich. Das erw&#228;hnte Interview mit <em>G. M. TamÃ¡s</em> macht deutlich, dass die extreme Rechte in Ungarn auch eine herrschaftliche Bearbeitungsform von sozialen Konflikten anbietet, in der ein Kreuzzug gegen die Armen mit antisemitischen und antiziganistischen Ideologien legitimiert wird. Schlie&#223;lich zieht <em>Megan Trudell</em> Bilanz &#252;ber ein Jahr der rassistischen und neoliberalen Politik in Italien unter der aktuellen Berlusconi-Regierung und zeigt, dass der Aufstieg der Rechten nicht zuletzt durch das historische Versagen der radikalen Linken erm&#246;glicht wurde.</p>
<p>Au&#223;erhalb des Schwerpunkts, aber auch zum Thema Krise schreiben <em>Mario Becksteiner</em>, <em>Tobias Boos</em> und <em>Ako Pire</em> &#252;ber gegenw&#228;rtige Probleme der Neuorientierung gewerkschaftlicher Strategien in &#214;sterreich. <em>Thomas Reithmayers</em> Artikel zu aktuellen und historischen Bedingungen kritischen Studierens an &#246;sterreichischen Hochschulen kann und soll auch im Kontext der anstehenden &#214;H-Wahlen gelesen werden, in denen es einmal mehr um Entscheidungen &#252;ber M&#246;glichkeiten und Grenzen studentischer Freir&#228;ume geht.</p>
<p>Zwanzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und f&#252;nf Ausgaben nach Beginn der Serie â€žZum politischen Erbe der russischen Revolutionâ€œ diskutieren <em>Veronika Duma</em> und <em>Stefan Probst</em>, ob der Begriff des â€žb&#252;rokratischen Staatskapitalismusâ€œ die sowjetische Gesellschaftsformation nach der stalinistischen Macht&#252;bernahme ad&#228;quat fassen kann. (Ja.)</p>
<p>Um die aktuelle Ausgabe wie immer dicker als die letzte zu machen, bieten wir euch Rezensionen zu CO2-Emissionszertifikaten, Rosa Luxemburg, der Geschichte der italienischen KP, geistigen Eigentumsrechten im Filmgesch&#228;ft, Sabotage am Arbeitsplatz und dem j&#252;ngsten Ken Loach-Film an.</p>
<p>Dazu gibtâ€™s noch die zweite Auflage der â€žGustost&#252;ckerlâ€œ, unserer Sammlung empfehlenswerter Artikel aus aller Welt.</p>
<p>Aktivierende Lekt&#252;re w&#252;nscht, mit antifaschistischen Gr&#252;&#223;en,<br />
eure <em>Perspektiven</em>-Redaktion</p>
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		<title>Editorial</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Feb 2009 11:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 7]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Ã–kologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer h&#228;tte gedacht, dass dieselbe Person innerhalb eines Jahres sowohl Friedensnobelpreistr&#228;ger als auch OscarÂ®-Gewinner werden kann? Sp&#228;testens als Al Gore dank herzerweichendem Eisb&#228;renpathos und Energiesparlampen-Propaganda diese unwahrscheinliche Titelakkumulation gelang, und Angela Merkel sich am G8-Gipfel von Heiligendamm zur Retterin des Weltklimas aufschwang, nahm die Berichterstattung
&#252;ber die &#246;kologische Krise und den kurz bevor stehenden Weltuntergang Z&#252;ge einer Dauerwerbesendung an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer h&#228;tte gedacht, dass dieselbe Person innerhalb eines Jahres sowohl Friedensnobelpreistr&#228;ger als auch OscarÂ®-Gewinner werden kann? Sp&#228;testens als Al Gore dank herzerweichendem Eisb&#228;renpathos und Energiesparlampen-Propaganda diese unwahrscheinliche Titelakkumulation gelang, und Angela Merkel sich am G8-Gipfel von Heiligendamm zur Retterin des Weltklimas aufschwang, nahm die Berichterstattung<br />
&#252;ber die &#246;kologische Krise und den kurz bevor stehenden Weltuntergang Z&#252;ge einer Dauerwerbesendung an.<span id="more-264"></span> Doch heute, wenige Monate, aber hunderte verschwundene Euro-Milliarden sp&#228;ter, scheinen die vollmundigen Versprechen der &#246;kologisch bekehrten Eliten sich in hei&#223;e Luft aufgel&#246;st zu haben. Das zeigt zweierlei: Erstens, dass gesellschaftliche â€žProblemeâ€œ sich nicht einfach selbst auf die politische Tagesordnung setzen, sondern herrschaftlich konstituiert werden. Und zweitens, dass Probleme nicht einfach verschwinden, wenn im Fernsehen niemand mehr dar&#252;ber spricht.</p>
<p>Die &#246;kologische Krise ist Realit&#228;t, und sie ist kein â€žUmweltproblemâ€œ, dem mit gezielten, technokratischen Ma&#223;nahmen beizukommen w&#228;re, sondern artikuliert sich als Krise gesellschaftlicher Naturverh&#228;ltnisse. Mit unserem Schwerpunkt wollen wir zwei Argumente st&#228;rken. Erstens weisen wir auf die sozialen K&#228;mpfe hin, die sich an &#246;kologischen Krisen und deren Bearbeitung entz&#252;nden; und zweitens halten wir dem dominanten &#214;ko-Diskurs entgegen, dass konsequent &#246;kologische Politik die kapitalistische Produktionsweise grunds&#228;tzlich in Frage stellen muss.</p>
<p><em>Philipp Probst</em> verdeutlicht, dass die theoretische Debatte um &#246;kologische Grenzen des Wachstums nicht um den Marxschen Begriff des gesellschaftlichen Stoffwechsels mit der Natur herum kommt. Warum die Verknappung fossiler Energietr&#228;ger die Bedingungen globaler  Klassenk&#228;mpfe nachhaltig ver&#228;ndert, ist Gegenstand von <em>Kolya Abramskys</em> Artikel. Die prominenteste Debatte des letzten Jahres greifen <em>Franziskus Forster</em> und<em> Michael Botka</em> auf. Sie identifizieren die Defizite der dominanten Klimadiskussion und entwickeln Vorschl&#228;ge f&#252;r eine klimapolitische Offensive von links unten. Der Beitrag von <em>Carlo Morelli</em> argumentiert, dass die globale Ern&#228;hrungskrise wesentlich auf Marktmechanismen, Spekulation auf Warenb&#246;rsen und die gro&#223;industrielle Organisation der Landwirtschaft zur&#252;ck zu f&#252;hren ist. Zum Abschluss des Schwerpunkts berichtet die brasilianische Aktivistin <em>Camila Moreno</em> im Interview von den  Folgen einer entstehenden â€žGeopolitik der Agrartreibstoffeâ€œ f&#252;r die brasilianische Landbev&#246;lkerung und deren Widerstand.</p>
<p>Illustriert wird der Schwerpunkt der Ausgabe von den â€žKunstformen der Naturâ€œ: Diese wurden um die Wende zum 20. Jahrhundert von dem reaktion&#228;ren Sozialdarwinisten Ernst Haeckel ver&#246;ffentlicht und von uns in subversiver Absicht enteignet. Die symmetrische &#196;sthetik der organischen Formen repr&#228;sentiert in diesem Kontext nicht mehr die Durchsetzung einer gereinigten Natur, sondern die Aufl&#246;sung derselben in die Gesellschaftlichkeit ihrer kulturellen Repr&#228;sentation. Wir sind uns auch nicht sicher, was dieser Satz genau bedeuten soll, finden die Bilder aber sehr sch&#246;n.</p>
<p><em>Perspektiven </em>bietet also diesmal dasselbe in gr&#252;n (keine Angst, die Farbe am Cover &#228;ndert sich mit der n&#228;chsten Ausgabe â€“ zum Schwerpunkt â€žRechtsextremismusâ€œ â€“ wieder). Au&#223;erdem pr&#228;sentieren wir euch in dieser Nummer, als Teil vier unserer Serie â€žZum politischen Erbe der Oktoberrevolutionâ€œ, einen Beitrag von <em>Owen Hatherley</em>. Er entf&#252;hrt uns in die cineastische Traumwelt des Avantgarde- und Slapstick-Kinos der fr&#252;hen Sowjetunion.</p>
<p>Ein Albtraum war die j&#252;ngste Milit&#228;roffensive der israelischen Regierung f&#252;r die Bev&#246;lkerung von Gaza. Wir sprachen dar&#252;ber mit dem Historiker und Experten f&#252;r die Geschichte der pal&#228;stinensischen Nationalbewegung <em>Roger Heacock</em>.</p>
<p>In der Rezensionsabteilung haben wir Debatten zu Antisemitismus und Islamophobie, sophistische Philosophie, K&#228;mpfe der Migration, Theorien der Geopolitik und Globalisierungskritik f&#252;r EinsteigerInnen im Angebot. Und zu guter Letzt bereiten wir zum ersten â€“ aber nicht letzten â€“ Mal Gustost&#252;ckerl f&#252;r euch zu: Interesssantes und Lesenswertes aus den Gro&#223;k&#252;chen der kritischen Textproduktion.</p>
<p>Prost, Mahlzeit,<br />
eure <em>Perspektiven</em>-Redaktion</p>
<p>P.S.: Besucht unsere Homepage <em>www.perspektiven-online.at</em> und abonniert dieses Magazin, damit zumindest wir die Finanzkrise &#252;berleben!</p>
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		<title>Editorial</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Oct 2008 15:20:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 6]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaftsbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Nordamerika]]></category>
		<category><![CDATA[Obama]]></category>

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		<description><![CDATA[Als der demokratische US-Pr&#228;sidentschaftskandidat Barack Obama im Juli im Rahmen einer kleinen Europa-Tournee Berlin besuchte, bot sich ein bizarres Bild. Versorgt von Wurst-, Bier- und Devotionalienverk&#228;uferInnen jubelten mehr als 200.000 Menschen, als w&#252;rde eine Mischung aus Rockstar, Jesus und Martin Luther King zu ihnen sprechen â€“ und nicht der vielleicht schon bald m&#228;chtigste Mann der Welt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als der demokratische US-Pr&#228;sidentschaftskandidat Barack Obama im Juli im Rahmen einer kleinen Europa-Tournee Berlin besuchte, bot sich ein bizarres Bild. Versorgt von Wurst-, Bier- und Devotionalienverk&#228;uferInnen jubelten mehr als 200.000 Menschen, als w&#252;rde eine Mischung aus Rockstar, Jesus und Martin Luther King zu ihnen sprechen â€“ und nicht der vielleicht schon bald m&#228;chtigste Mann der Welt.<span id="more-131"></span> Die Sehnsucht nach einem Richtungswechsel an der Spitze der letzten verbliebenen Supermacht ist gro&#223;, und das nicht nur im â€žAlten Europaâ€œ, sondern auch in den Vereinigten Staaten selbst. Was Wunder angesichts der zu Ende gehenden &#196;ra Bush II, die, gepr&#228;gt von einem nicht zu gewinnenden Krieg, der Verarmung breiter Teile der US-Gesellschaft und dem rapiden Niedergang der globalen kulturellen Strahlkraft des ehemaligen <em>Land of the Free</em>, â€žChangeâ€œ zum Gebot der Stunde macht. Es muss sich etwas &#228;ndern â€“ das ist die Botschaft des Wahlkampfs in den USA, und der nachhaltige Hegemonieverlust des neokonservativen Projekts zwingt sogar den erz-neoliberalen Abtreibungsgegner John McCain, sich bei jeder Gelegenheit von der Bush- Adminstration zu distanzieren. Das Imperium ist heute so br&#252;chig wie selten zuvor, eine Tatsache, die von den nicht enden wollenden Kriegen in Afghanistan und Irak ebenso tragisch illustriert wird wie von der aktuellen Finanzkrise, die ganze National&#246;konomien in den Abgrund zu ziehen droht und deren l&#228;ngerfristige Konsequenzen noch immer nicht absehbar sind. Zugleich aber â€“ und das Ph&#228;nomen Obama zeigt das ebenso deutlich â€“ ist das Ende des globale Sonderstatus der USA noch lange nicht besiegelt. Dass allein die Vorwahlen der Republikanischen und Demokratischen Partei &#252;berall auf der Welt Millionen zu unm&#246;glichen Tagesund Nachtzeiten vor die Fernsehger&#228;te bannten und die Internet-<em>Blogosph&#228;re </em>die Kampagnen der Kandidaten in hitzige Debatten und Pl&#228;doyers &#252;bersetzt, verweist darauf, dass die Auswirkungen der Entscheidung von etwa 220 Millionen Wahlberechtigten wahrlich globale Dimensionen hat.</p>
<p>Der Schwerpunkt dieser Ausgabe von <em>Perspektiven </em>versucht, den Blick f&#252;r die Br&#252;che, Widerspr&#252;chlichkeiten und vor allem die K&#228;mpfe zu sch&#228;rfen, die die USA â€“ und damit auch ihre Rolle in der Welt â€“ pr&#228;gen. Den Beginn macht <em>Gary Younge</em>, Journalist und New York-Korrespondent des britischen <em>Guardian</em>, der das Ph&#228;nomen Obama im Zusammenhang mit der weiterhin rassistischen politischen Kultur in den USA untersucht. Seine Conclusio verwehrt sich gegen ein zynisches Abtun der ersten relevanten Schwarzen Pr&#228;sidentschaftskandidatur in der Geschichte der USA, auch wenn Obamas Politik keinen echten <em>Change </em>bringen wird. <em>Tobias ten Brink</em> analysiert die Rolle der USA aus geopolitischer Perspektive und zeigt, dass das Imperium nicht nur im Inneren fragil ist, sondern auch in der anhaltenden Konkurrenz mit anderen globalen imperialistischen Akteuren schwer zu bew&#228;ltigenden Herausforderungen gegen&#252;ber steht â€“ mit oder ohne Obama. Seine Aktualisierung imperialismustheoretischerer Argumente er&#246;ff net dar&#252;ber hinaus weiterf&#252;hrende, theoretische Diskussionen; an dieser Stelle verweisen wir gerne auf ten Brinks soeben beim Verlag Westf&#228;lisches Dampfboot erschienenes Buch â€žGeopolitik. Geschichte und Gegenwart kapitalistischer Staatenkonkurrenzâ€œ, das wir Interessierten w&#228;rmstens empfehlen. Oft gestellte Fragen zur aktuellen, schweren Banken- und Finanzkrise beantwortet einer der profi liertesten Intellektuellen der globalisierungskritischen Bewegung, <em>Walden Bello</em> â€“ ein Crashkurs zum Kurscrash, damit auch Kulturlinke und Polit-AktivistInnen erkl&#228;ren k&#246;nnen, was es mit <em>Credit Default Swaps</em> auf sich hat. Einen k&#228;mpferischen Blick â€žvon untenâ€œ auf die USA liefern zwei weitere Artikel im Schwerpunkt: <em>Philipp Probst</em> ruft die K&#228;mpfe der <em>Industrial Workers of the World</em> vom Beginn des 20. Jahrhunderts in Erinnerung und zeigt, dass deren Anspruch, junge, migrantische und &#252;berwiegend weibliche ArbeiterInnen mit klassenk&#228;mpferischer Perspektive zu organisieren, nicht nut von historischem Interesse ist. <em>Maria Asenbaum</em> setzt mit ihrem Artikel zu Gewerkschaften und <em>Community Organizing</em> in den USA da an, wo sie gemeinsam mit <em>Karin H&#228;dicke</em> in <em>Perspektiven </em>Nr. 3 (â€žGewerkschaft bewegenâ€œ) aufgeh&#246;rt hatte. Im Mittelpunkt stehen hier die <em>Worker Centers</em>, die migrantische NiedriglohnarbeiterInnen organisieren. Schlie&#223;lich widmen sich <em>Katherina Kinzel</em> und <em>Katharina Hajek</em> den Forderungen und Positionen der â€žBlack Feministsâ€œ, die seit den 1960ern die Zusammenh&#228;nge und &#220;berschneidungen von klassen- und geschlechtsspezifi scher sowie rassistischer Ausbeutung und Unterdr&#252;ckung nicht nur analysieren, sondern auch nach M&#246;glichkeiten ihrer &#220;berwindung fragen. Dieser Anspruch, so ihre Th ese, kann auch f&#252;r gegenw&#228;rtige akademische Debatten um â€žIntersektionalit&#228;tâ€œ fruchtbar gemacht werden.</p>
<p>Au&#223;erhalb des Schwerpunkts stellen wir unsere kurze Analyse der frustrierenden Ergebnisse der &#246;sterreichischen Nationalratswahl zur Diskussion. Und im dritten Teil unserer Serie â€žZum politischen Erbe der Oktoberrevolutionâ€œ zeichnen <em>Veronika Duma</em> und <em>Stefan Probst</em> den Prozess der Degeneration und B&#252;rokratisierung des jungen Sowjet-Staates zwischen 1917 und 1928 mit besonderem Augenmerk auf die Transformation der Verh&#228;ltnisse in den Betrieben nach.</p>
<p>Im Rezensionsteil stellt <em>Daniel Fuchs</em> die Arbeit der Sozialwissenschaftlerin Pun Ngai aus Hong Kong vor, die sich mit der Situation und den Widerstandspotentialen der s&#252;dchinesischen Wanderarbeiterinnen befasst (vgl. auch den Artikel von Pun Ngai in <em>Perspektiven </em>Nr. 3). Dazu gibt es Besprechungen zu Konfl ikten um Migrationspolitik und Protestformen illegalisierter MigrantInnen an den Grenzen Europas, Gewerkschaftpolitik und die Umsetzung von USamerikanischen <em>Organizing</em>-Strategien in Europa, Theorien der 1968er und Kritische Psychologie.</p>
<p>Viel Spa&#223; und kontroverse Diskussionen w&#252;nscht<br />
<em>Eure Redaktion</em></p>
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		<title>Editorial</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2008/05/05/editorial-5/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 May 2008 10:59:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 5]]></category>
		<category><![CDATA[1968]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Bewegungen]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale KÃ¤mpfe]]></category>
		<category><![CDATA[StudentInnenbewegung]]></category>

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		<description><![CDATA[1968 war ein gutes Jahr.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1968 war ein gutes Jahr.</p>
<p><span id="more-102"></span></p>
<p>Wer hat sie nicht schon mal gesehen, die Geburtstagskarten, die zumeist vor Trafiken (f&#252;r unsere deutschen LeserInnen: Tabakl&#228;den) ausgestellt sind und das immer gleiche von jeder m&#246;glichen Jahreszahl behaupten. Die Jubilarin oder der Jubilar darf sich dann freuen und im Inneren des Billets lesen, welche gro&#223;en Ereignisse neben ihrem oder seinem Erscheinen in der Welt dieser noch ihren Stempel aufgedr&#252;ckt haben. Das Jahr 1968 war da so gut wie jedes andere. Dass dem nicht so ist, zeigt die Tatsache, dass heuer das Jahr selbst Geburtstag feiern darf â€“ welchem anderen ist das schon verg&#246;nnt â€“ und die Gl&#252;ckwunschkarten liegen als Bild- und Sammelb&#228;nde, Monografien und Memoiren in Buchl&#228;den auf, Nostalgierunden in Funk und Fernsehen begleiten die Feierlichkeiten. Doch auch abgerechnet wird mit 1968, alles B&#246;se auf der Welt vom islamischen Terrorismus bis quengelnden Kleinkindern ist seine Schuld und die der Brut, die das Jahr hervorgebracht hat: die â€ž68erâ€œ.</p>
<p>Die vorliegende Ausgabe von <em>Perspektiven</em> will mit all dem m&#246;glichst wenig zu tun haben. Nichts mit den nostalgischen Veteranentreffen (seltener kommen auch Veteraninnen zu Wort), in denen von 1968 gesprochen wird wie von aufregenden Jugendsp&#228;&#223;en im Sommercamp. Und auch sicher nichts mit den wehleidigen Abrechnungen mit der eigenen Vergangenheit, derer man sich angesichts der konformistischen Gegenwartsexistenz glaubt sch&#228;men zu m&#252;ssen. Stattdessen sollen Schlaglichter auf die Revolte geworfen werden, die ein Verst&#228;ndnis der vielf&#228;ltigen Dimensionen der Rebellionen erm&#246;glichen und die unter dem Berg von Erinnerungsm&#252;ll versch&#252;ttete Vielfalt des gro&#223;en Aufbegehrens gegen den globalen Kapitalismus diskutierbar machen.</p>
<p>Dass es mehr als eine Studierendenrevolte war, betont das einleitende Interview mit <em>Chris Harman</em>; gest&#252;tzt und ausgef&#252;hrt wird diese These von <em>Marcel van der Linden</em>. <em>Veronika Duma </em>sprach mit dem Sozialhistoriker &#252;ber das <em>R&#228;tsel der Gleichzeitigkeit</em>, dem simultanen Aufbruch in so vielen unterschiedlichen Weltregionen, von Berkeley bis Berlin, von Prag bis Mexiko-Stadt. In Deutschland tobt derweil die Debatte um den angeblich undemokratischen Charakter der Studierendenbewegung von 1968 und ihrer zentralen Organisationsstruktur, dem SDS. <em>Alex Demirovic </em>h&#228;lt dem entgegen, dass Selbstreflexivit&#228;t und demokratisches Potential nicht im Gegensatz zur Wiederentdeckung sozialistischer Traditionen standen und stehen, sondern sich im Gegenteil wechselseitig beding(t)en. Aus dem Berg von Neuerscheinungen zum Thema hat <em>Felix Wiegand </em>sich zwei der interessantesten Sammelb&#228;nde herausgegriffen und diskutiert â€žWeltwende 1968?â€œ und â€ž1968 und die Arbeiterâ€œ, die das Scheinwerferlicht auf den weltumspannenden Zusammenhang sowie die proletarischen, klassenk&#228;mpferischen Aspekte der Revolten richten.<em> Philipp Probst</em> schlie&#223;lich erz&#228;hlt die Geschichte von MC5, der vielleicht aufregendsten Band der US-amerikanischen <em>counter culture </em>der 1960er Jahre, im Spannungsfeld von LSD, <em>black power</em> und Kulturrevolution.</p>
<p>Au&#223;erhalb des Schwerpunkts gibt es Teil zwei der Serie <em>zum politischen Erbe der russischen Revolution</em>: <em>Benjamin Opratko </em>nimmt sich â€žZeit f&#252;r Leninâ€œ und fragt, was eine undogmatische Linke heute noch von diesem toten Hund der marxistischen Theorie lernen kann. Die globale Finanzkrise, ausgel&#246;st vom Platzen der Spekulationsblase<br />
rund um Immobilienhypotheken in den USA, wird vom US-amerikanischen Wirtschaftshistoriker Robert Brenner analysiert.</p>
<p>Zu guter Letzt gibt es Rezensionen zur feministischen Intersektionalit&#228;tsforschung, transnationalen Arbeitskonflikten und David Harveys â€žkleiner Geschichte des Neoliberalismusâ€œ.</p>
<p>Viel Freude bei der Lekt&#252;re, und schafft zwei, drei viele 1968!</p>
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		<item>
		<title>Editorial</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2008/02/22/editorial-2/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Feb 2008 22:56:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rastapeace</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 4]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Islamophobie]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesem Heft geht es nicht um den Islam. Islamophobie ist das Thema, der gegenw&#228;rtig aus allen politischen Winkeln, von rechtsextrem bis linksliberal, von christlich-konservativ bis â€žkommunistischâ€œ t&#246;nende Rassismus gegen â€ždie Moslemsâ€œ, zuweilen gar im Dienste der â€žAufkl&#228;rungâ€œ und zum Zwecke der Befreiung derer, gegen die gehetzt wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesem Heft geht es nicht um den Islam. Islamophobie ist das Thema, der gegenw&#228;rtig aus allen politischen Winkeln, von rechtsextrem bis linksliberal, von christlich-konservativ bis â€žkommunistischâ€œ t&#246;nende Rassismus gegen â€ždie Moslemsâ€œ, zuweilen gar im Dienste der â€žAufkl&#228;rungâ€œ und zum Zwecke der Befreiung derer, gegen die gehetzt wird.</p>
<p><span id="more-58"></span><span lang="DE"> Aber nicht â€žder Islamâ€œ. Den gibt es n&#228;mlich nicht, und unsere Aufgabe als Linke sehen wir auch nicht darin, uns in die m&#228;&#223;ig interessanten theologischen Debatten um Koranauslegung oder Mohammeds Liebesbeziehungen einzubringen. Wer das tut, hat n&#228;mlich schon verloren. Statt also jenen auf den Leim zu gehen, die behaupten, â€žder Islamâ€œ w&#228;re das Problem und uns auf das rutschige Terrain zu begeben, auf dem â€žguter Moslem â€“ b&#246;ser Moslemâ€œ gespielt wird, besch&#228;ftigen wir uns mit denen, die die Leimrute ausgelegt haben. </span><em>Maria Asenbaum</em><span lang="DE"> und </span><em>Felix Wiegand</em><span lang="DE"> zeichnen nach, was Neorassismus, KulturkriegerInnen und die sogenannte Islamkritik verbindet und wie Teile der Linken innerhalb weniger Jahre das ABC des Antirassismus verlernt zu haben scheinen. Davor und zum Einstieg gibt es ein Interview mit </span><em>Kamile Batur</em><span lang="DE"> und </span><em>Baruch Wolski</em><span lang="DE"> vom </span>Kulturverein Kanafani<span lang="DE">, die &#252;ber ihre Eindr&#252;cke vom Aufschwung der Islamophobie und ihre Arbeit dagegen erz&#228;hlen. </span><em>Neil Davidson</em><span lang="DE">, renommierter Historiker der b&#252;rgerlichen Revolutionen, hat uns dankenswerterweise seinen Beitrag zu â€žAufkl&#228;rung und Antikapitalismusâ€œ zur Verf&#252;gung gestellt, in dem er die Mythen, die von den selbst ernannten VerteidigerInnen der Aufkl&#228;rung in Stellung gebracht werden, vernichtet. Und ja, wir d&#252;rfen die Aufkl&#228;rung gut finden â€“ wir sollen sogar!<o></o></span></p>
<p>Au&#223;erhalb des Schwerpunkts, aber nicht so weit vom Thema weg, ist <em>Ramin Taghians</em><span lang="DE"> Artikel zur ArbeiterInnenbewegung in &#196;gypten, die es nicht nur mit einem repressiven Staatsapparat, sondern auch mit einer oppositionellen, islamistischen Massenorganisation â€“ der Muslimbruderschaft â€“ zu tun hat.<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span lang="DE">Von diesen zwei Problemen hatte eine andere ArbeiterInnenbewegung nur das erste â€“ und das vor nun &#252;ber 90 Jahren. Nachdem wir uns dem Jubil&#228;um der russischen Revolution 2007 dezent entzogen haben, startet </span><em>Stefan Probst</em><span lang="DE"> mit seinem Aufsatz eine Reihe zur Auseinandersetzung mit dem politischen Erbe der Oktoberrevolution. Er erz&#228;hlt dabei nicht nur eine kurze Geschichte von 1917, sondern beleuchtet die Herausforderungen einer â€žstrategischen Geschichteâ€œ f&#252;r die linke Historiographie.<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span lang="DE"><o> </o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span lang="DE">Ein Interview mit </span><em>Ulrich Brand</em><span lang="DE"> zu dem von ihm mitherausgegebenen â€žABC der Alternativenâ€œ, Rezensionen zur Aktualit&#228;t Antonio Gramscis, Benno Teschkes â€žMythos 1648â€œ und Unruhen in China sowie eine Besprechung des hoch gelobten Films â€ž4 Monate, 3 Wochen, 2 Tageâ€œ machen auch diese Ausgabe zu einer, wie wir finden, runden Sache.<o></o></span></p>
<p>Zum Abschluss Werbung: die Homepage <em>www.perspektiven-online.at</em><span lang="DE"> ist nun wirklich einen Besuch wert â€“ nicht zuletzt, um den â€žAboâ€œ-Button anzuklicken und Perspektiven zum Sonderpreis frei Haus geliefert zu bekommen. Wer will das nicht?<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span lang="DE"><o> </o></span></p>
<p class="MsoNormal"><em>Eure Redaktion</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Editorial: Perspektiven Nr. 3 (Herbst 2007)</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2007/12/07/editorial/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Dec 2007 15:00:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 3]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Prekarisierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Unsicher, gestresst, auf st&#228;ndigen Ab- und Widerruf gestellt? Arschkarte gezogen! Pech? Nein, Prekarisierung! Um das Leben, Arbeiten, Schlafen, Duschen und vor allem K&#228;mpfen in prek&#228;ren Verh&#228;ltnissen geht es in dieser Ausgabe von <em>Perspektiven</em>. Denn dies ist mittlerweile kein Minderheitenprogramm mehr, sondern schwebt zumindest als st&#228;ndiges Bedrohungsszenario &#252;ber unser aller K&#246;pfe und H&#228;nde. Die vielf&#228;ltigen Dimensionen der Prekarit&#228;t, theoretisch wie praktisch, lokal und global, historisch wie aktuell und ihre Verbindungen mit Rassismus, Migration, Gewerkschaftsarbeit und Klassenk&#228;mpfen, ziehen sich wie ein roter Faden durch die ganze Ausgabe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unsicher, gestresst, auf st&#228;ndigen Ab- und Widerruf gestellt? Arschkarte gezogen! Pech? Nein, Prekarisierung! Um das Leben, Arbeiten, Schlafen, Duschen und vor allem K&#228;mpfen in prek&#228;ren Verh&#228;ltnissen geht es in dieser Ausgabe von <em>Perspektiven</em>. Denn dies ist mittlerweile kein Minderheitenprogramm mehr, sondern schwebt zumindest als st&#228;ndiges Bedrohungsszenario &#252;ber unser aller K&#246;pfe und H&#228;nde. Die vielf&#228;ltigen Dimensionen der Prekarit&#228;t, theoretisch wie praktisch, lokal und global, historisch wie aktuell und ihre Verbindungen mit Rassismus, Migration, Gewerkschaftsarbeit und Klassenk&#228;mpfen, ziehen sich wie ein roter Faden durch die ganze Ausgabe.</p>
<p><span id="more-22"></span></p>
<p>Zun&#228;chst setzen sich <em>Mario Becksteiner</em> und <em>Florian Reiter</em> mit der Rolle der EU und insbesondere der europ&#228;ischen Kommission in der Durchsetzung praktischer und ideologischer Normalisierung prek&#228;rer Besch&#228;ftigungsverh&#228;ltnisse auseinander. Das theoretische Konzept der Multitude, entwickelt von den postoperaistischen Theoretikern Michael Hardt und Toni Negri, ist Gegenstand von <em>Benjamin Opratkos</em> Analyse und Kritik.<br />
<em>Maria Asenbaum</em> und <em>Karin H&#228;dicke</em> widmen sich kontroversen Debatten um die neuen Organisierungsstrategien der Gewerkschaften im prek&#228;ren Bereich. Welche Klassenbegriffe, welches Selbstverst&#228;ndnis stecken hinter <em>Organizing</em> und <em>Social Movement Unionism</em>?<br />
Die aktuellen Probleme und konkreten Auseinandersetzungen der Gewerkschaftsbewegung in den USA erfahren wir aus erster Hand vom Gewerkschaftsaktivisten und ehemaligen Herausgeber der <em>Labor Notes</em>, <em>Kim Moody</em>. Zur prek&#228;ren Situation und Organisierungsversuchen der Arbeiterinnen der â€žanderen Supermachtâ€œ k&#246;nnen wir einen Artikel der chinesischen Sozialwissenschaftlerin <em>Pun Ngai</em> pr&#228;sentieren. Auf Basis eigener empirischer Untersuchungen und praktischer Erfahrung analysiert sie das Dormitory Labour Regime in den Exportindustriezonen S&#252;dchinas, wo vor allem binnenmigrantische Arbeiterinnen ein prek&#228;res Leben zwischen Fabrikshalle und angeschlossenem Schlafsaal f&#252;hren.<br />
&#220;ber Lebensbedingungen und Arbeitsk&#228;mpfe der LandarbeiterInnen in AlmerÃ­a (Andalusien) berichten <em>Lisa Bolyos</em> und <em>Dieter Behr</em> in einem Interview, die in der Solidarit&#228;tskampagne f&#252;r die LandarbeiterInnengewerkschaft SOC (Sindicato de Obrer@s del Campo) aktiv sind.<br />
Schlie&#223;lich zeigt <em>Stefan Probst</em>, dass Prekarisierung nichts Postmodernes ist. Sein kulturhistorischer Artikel entf&#252;hrt in die stinkenden Kloaken von London, Paris und Wien um die vorletzte Jahrhundertwende und rekonstruiert die Darstellungsformen urbanen Elends zwischen Ekel und Sensationslust.<br />
&#220;ber die politische Analyse des heutigen urbanen Elends von Mike Davis schreibt <em>Philipp Probst</em> in seinem Rezensionsfeature zu Planet der Slums.<br />
Die weiteren Rezensionen drehen sich um Rechtsextremismus und Neoliberalismus, elit&#228;re Hochschulpolitik, kontroverse Wettervorhersagen und den sechsmonatigen Streik bei Gate Gourmet.<br />
Die fotografische Gestaltung der Ausgabe hat wieder unser prek&#228;rer Kreativarbeiter <em>Reinhard Lang</em> &#252;bernommen, dessen Bilderserie die allt&#228;gliche Pr&#228;senz manueller Lohnarbeit vor Augen f&#252;hrt. Zuletzt noch ein Hinweis auf unsere neue Homepage: <em>www.perspektiven-online.at</em> wartet auf deinen Klick. Dort kannst du die bisherigen gesammelten Perspektiven-Werke ebenso finden wie ein Abonnement f&#252;r die zuk&#252;nftige Gesamtausgabe bestellen.</p>
<p>Viel Spa&#223; beim Lesen und Diskutieren w&#252;nscht<br />
<em>Eure Perspektiven-Redaktion</em></p>
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		<item>
		<title>Editorial: Ali G. in tha Ballhaus</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2007/11/01/editorial-ali-g-in-tha-ballhaus/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Nov 2007 18:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 2]]></category>
		<category><![CDATA[Editorial]]></category>
		<category><![CDATA[Ã–sterreich]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[SPÃ–]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die neue Ausgabe von Perspektiven erscheint in einer ver&#228;nderten politischen Landschaft: die Regierung Sch&#252;ssel ist Geschichte. Der Wahlsieg Alfred Gusenbauers, trotz Bawag-Skandal und Gewerkschaftskrise, war vor allem eine deutliche Absage an die schwarz-blau-orange Politik der vergangenen sechs Jahre. Der Wahlkampf der SP&#214; war der vielleicht â€žlinkesteâ€œ seit langem, mit Studiengeb&#252;hren und Eurofighter wurden zwei symboltr&#228;chtige Projekte der Rechtsregierung angegriffen. Die Hoffnungen auf einen tats&#228;chlichen Politikwechsel unter einem â€žrotenâ€œ Kanzler waren gro&#223; â€“ und sie wurden bitter entt&#228;uscht. â€žLinks blinken, rechts abbiegenâ€œ war das Motto der SP&#214;: Praktisch alle Wahlversprechen wurden gebrochen, der Betrug an der eigenen Basis wurde durch nichts deutlicher als durch die Beibehaltung der Studiengeb&#252;hren. Deren angebliche â€žAbfederungâ€œ durch die M&#246;glichkeit, sich durch â€žsozialeâ€œ Hilfsarbeit frei zu hackeln, wurde umgehend als Farce entlarvt. Dass man f&#252;r Geld lohnarbeiten gehen kann, um sich das Studium zu finanzieren, ist schlie&#223;lich so neu nicht. Allein, warum man dies f&#252;r ganze sechs Euro pro Stunde tun sollte, erschlie&#223;t sich wohl nur den KoalitionsverhandlerInnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die neue Ausgabe von Perspektiven erscheint in einer ver&#228;nderten politischen Landschaft: die Regierung Sch&#252;ssel ist Geschichte. Der Wahlsieg Alfred Gusenbauers, trotz Bawag-Skandal und Gewerkschaftskrise, war vor allem eine deutliche Absage an die schwarz-blau-orange Politik der vergangenen sechs Jahre. Der Wahlkampf der SP&#214; war der vielleicht â€žlinkesteâ€œ seit langem, mit Studiengeb&#252;hren und Eurofighter wurden zwei symboltr&#228;chtige Projekte der Rechtsregierung angegriffen. Die Hoffnungen auf einen tats&#228;chlichen Politikwechsel unter einem â€žrotenâ€œ Kanzler waren gro&#223; â€“ und sie wurden bitter entt&#228;uscht. â€žLinks blinken, rechts abbiegenâ€œ war das Motto der SP&#214;: Praktisch alle Wahlversprechen wurden gebrochen, der Betrug an der eigenen Basis wurde durch nichts deutlicher als durch die Beibehaltung der Studiengeb&#252;hren. Deren angebliche â€žAbfederungâ€œ durch die M&#246;glichkeit, sich durch â€žsozialeâ€œ Hilfsarbeit frei zu hackeln, wurde umgehend als Farce entlarvt. Dass man f&#252;r Geld lohnarbeiten gehen kann, um sich das Studium zu finanzieren, ist schlie&#223;lich so neu nicht. Allein, warum man dies f&#252;r ganze sechs Euro pro Stunde tun sollte, erschlie&#223;t sich wohl nur den KoalitionsverhandlerInnen.</p>
<p><span id="more-35"></span></p>
<p>Seither bewahrheitet sich Murphyâ€™s Law jeden Tag aufâ€™s Neue: Wenn du glaubst, es geht nicht mehr schlimmer, kommt von irgendwo her eine sozialdemokratische Stimme: Arbeitszeitverl&#228;ngerung, Aufweichung des K&#252;ndigungsschutzes f&#252;r Lehrlinge, Abschaffung der Erbschaftssteuer, Versch&#228;rfung der Zumutbarkeitsbestimmungen f&#252;r Erwerbslose, Beibehaltung rassistischer Asylgesetze, ein Frauenministerium ohne eigenes Budget und eine â€žGrundsicherungâ€œ, die mehr mit â€žHartz IVâ€œ als mit Armutsbek&#228;mpfung gemein hat. Die Regierung Gusenbauer hat sich damit im Wesentlichen als Fortf&#252;hrung schwarz-blau-oranger Politik entpuppt.<br />
Die Frage ist nun, wie sich die Linke in &#214;sterreich, die sich seit sieben Jahren mit der Regierung Sch&#252;ssel und einer sozialdemokratischen Opposition auseinander zu setzen hatte, in dieser Situation positionieren soll. Um es mit dem Titel einer j&#252;ngst stattgefundenen Diskussionsveranstaltung auf der Uni Wien zu formulieren: Wie sieht â€žWiderstand in gro&#223;koalition&#228;ren Zeitenâ€œ aus? Die gro&#223;e Herausforderung wird sein, ein offenes und unsektiererisches Verh&#228;ltnis zur unzufriedenen Basis in Sozialdemokratie und Gewerkschaften zu schaffen, ohne dabei Illusionen in die Politik der SP&#214; aufzusitzen. Das bedeutet, Widerstand gegen neoliberale und rassistische Politik gemeinsam mit jenen zu tragen, denen die Sozialdemokratie (noch) eine â€“ wenn auch unbequeme â€“ politische Heimat ist. Voraussetzung daf&#252;r ist nat&#252;rlich, dass die au&#223;erparlamentarische Linke glaubw&#252;rdige Alternativen zur neoliberalisierten Sozialdemokratie aufzeigt und die St&#228;rke entwickelt, diese auch in politische Praxis umzusetzen. Vor dem Hintergrund fortschreitender Prekarisierung von Lebens- und Arbeitsverh&#228;ltnissen wird dabei dem Kampf f&#252;r soziale Rechte eine wichtige Rolle zukommen m&#252;ssen.</p>
<p>Die Frage nach der Rolle der Sozialdemokratie steht aus diesen Gr&#252;nden im Zentrum dieses Hefts. Dass die unsoziale Politik der gro&#223;en Koalition nicht einfach auf â€žUmfallerâ€œ der SP&#214; oder dem individuellen Verrat der SP&#214;-F&#252;hrung an der Basis reduziert werden kann, zeigt der Artikel von Benjamin Opratko. Er zeichnet die Geschichte des â€žDritten Wegsâ€œ nach, der die europ&#228;ischen Sozialdemokratien unter Tony Blair und Gerhard Schr&#246;der dorthin gef&#252;hrt hat, wo Alfred Gusenbauer heute steht.</p>
<p>Widerstand gegen diesen Dritten Weg innerhalb von Sozialdemokratie und Gewerkschaften orientiert sich auch heute noch allzu oft an den scheinbar goldenen Zeiten des Keynesianismus, die in &#214;sterreich vor allem vom â€žMythos Kreiskyâ€œ verk&#246;rpert werden. Stefan Probst argumentiert, dass es kein Zur&#252;ck zu â€žK.u.K.â€œ-Zeiten geben kann und zeigt dabei, wie der lange Nachkriegsaufschwung aus marxistischer Perspektive erkl&#228;rt werden kann.<br />
Doch es gibt nicht nur â€žr&#252;cksichtslose Kritik alles Bestehendenâ€œ. Der Bankrott der neoliberalisierten Sozialdemokratie stellt einmal mehr die Frage nach politischen Alternativen. David Sagner f&#252;hrte deshalb ein Interview mit Klaus Henning, Mitglied der WASG und Organisator des Gr&#252;ndungskongresses des Linken Hochschulnetzwerks in Deutschland. Dort ist man im Projekt â€žNeue Linkeâ€œ schon ein gutes St&#252;ck weiter, die Erfahrungen mit der neuen Linkspartei zeigen sowohl M&#246;glichkeiten als auch Probleme und Herausforderungen im Neuformierungsprozess der antineoliberalen Linken. Die Debatten rund um den Hochschulkongress zeigen dar&#252;ber hinaus, welche Rolle eine universit&#228;re Linke bei der Schaffung einer â€žAlternative zur Alternativlosigkeitâ€œ spielen kann.</p>
<p>Au&#223;erhalb des Schwerpunkts freuen wir uns, einen Beitrag des US-amerikanischen Umweltsoziologen John Bellamy Foster pr&#228;sentieren zu k&#246;nnen, der mit seiner innovativen Marx-Lesart eine radikale Kritik der politischen &#214;kologie pr&#228;sentiert. In seinem erstmals im US-amerikanischen Magazin â€žMonthly Reviewâ€œ erschienenen Artikel â€ž&#214;kologie der Zerst&#246;rungâ€œ zeigt Foster, dass wir uns in der aktuellen Debatte um von Menschen geschaffene Erderw&#228;rmung nicht davor dr&#252;cken d&#252;rfen, auf den fundamentalen Zusammenhang zwischen einer profitgetriebenen &#214;konomie und &#246;kologischen (Klima-)Katastrophen hinzuweisen.</p>
<p>â€žSex sellsâ€œ ist heute ein Gemeinplatz. Doch wo fr&#252;her die feministische Bewegung Sexismen in (Pop-)Kultur und Werbung als solche entlarvt hat, gilt heute die Zurschaustellung vorgeblich selbstbewusster weiblicher K&#246;rper oft als Beweis f&#252;r befreite Sexualit&#228;t. Wie sexy sich der neue Sexismus in Zeiten von â€žSex and the Cityâ€œ und â€žPussycat Dollsâ€œ pr&#228;sentiert und wie wenig er mit jener sexuellen Befreiung zu tun hat, die sich einst die feministische Bewegung auf die Fahnen geheftet hatte, zeigen Kristina Botka und Maria Asenbaum.</p>
<p>Die Serie â€žWas macht die Linke in&#8230;â€œ f&#252;hrt uns dieses Mal nach Mexiko, wo Proteste gegen Korruption und Neoliberalismus in ein Projekt der demokratischen Selbstverwaltung m&#252;ndeten: Ramin Taghian analysiert die Entstehung der â€žKommune von Oaxacaâ€œ.</p>
<p>Zum Abschluss gibt es franz&#246;sische Staatstheorie, rhizomatische Multituden, feministische Trinkspiele und keynesianische Kaufkraft freigegeben in Abteilung 3 (Rezensionen) zur unproduktiven Konsumption. Freude am Lesen und Diskutieren â€“ denn keinen Spa&#223; haben ist auch keine L&#246;sung â€“ w&#252;nscht</p>
<p><em><span style="font-family: AGaramondPro-Italic">Eure Redaktion</span></em></p>
<p>P.S. Besonderer Dank geht an Reinhard Lang, der den Schwerpunkt zu Sozialdemokratie und Neuer Linke fotografisch illustriert hat und auch f&#252;r unser Coverbild verantwortlich zeichnet.</p>
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