<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis &#187; Bolivien</title>
	<atom:link href="http://www.perspektiven-online.at/tag/bolivien/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.perspektiven-online.at</link>
	<description>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis</description>
	<lastBuildDate>Mon, 10 Mar 2014 08:48:09 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Bolivien: Revolution Reloaded?</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2007/09/01/bolivien-revolution-reloaded/</link>
		<comments>http://www.perspektiven-online.at/2007/09/01/bolivien-revolution-reloaded/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 31 Aug 2007 22:30:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 0]]></category>
		<category><![CDATA[Alternativen]]></category>
		<category><![CDATA[Bolivien]]></category>
		<category><![CDATA[Geopolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Imperialismus]]></category>
		<category><![CDATA[Lateinamerika]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.perspektiven-online.com/artikel/bolivien-revolution-reloaded/</guid>
		<description><![CDATA[Nicht nur in der internationalen Linken, auch innerhalb der sozialen Bewegungen Boliviens gehen die Meinungen &#252;ber Evo Morales auseinander. W&#228;hrend die einen im neuen Pr&#228;sidenten Boliviens einen zweiten Chávez sehen und das Land am Weg zur Bolivarianischen Revolution Vol. II, warnen andere vor Illusionen in Morales’ „Andenkapitalismus“ und die „realpolitische“ Orientierung der MAS-Regierung. Die kontroversiellen Einsch&#228;tzungen verweisen auf grundlegende strategische Debatten in den bolivianischen Bewegungen. <em>David Sagner</em> und <em>Stefan Probst</em> analysieren Herausforderungen und Perspektiven der K&#228;mpfe und zeigen, dass die historischen Erfahrungen der bolivianischen Revolution 1952 auch f&#252;r die aktuellen Debatten noch relevant sind.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur in der internationalen Linken, auch innerhalb der sozialen Bewegungen Boliviens gehen die Meinungen &#252;ber Evo Morales auseinander. W&#228;hrend die einen im neuen Pr&#228;sidenten Boliviens einen zweiten Chávez sehen und das Land am Weg zur Bolivarianischen Revolution Vol. II, warnen andere vor Illusionen in Morales’ „Andenkapitalismus“ und die „realpolitische“ Orientierung der MAS-Regierung. Die kontroversiellen Einsch&#228;tzungen verweisen auf grundlegende strategische Debatten in den bolivianischen Bewegungen. <em>David Sagner</em> und <em>Stefan Probst</em> analysieren Herausforderungen und Perspektiven der K&#228;mpfe und zeigen, dass die historischen Erfahrungen der bolivianischen Revolution 1952 auch f&#252;r die aktuellen Debatten noch relevant sind.<br />
<span id="more-74"></span></p>
<h3>Eine neue Bewegung</h3>
<p>Morales wurde von den Bewegungen der letzten Jahre f&#246;rmlich an die Macht getragen. Nach 15 Jahren neoliberaler Strukturanpassungsprogramme, einer Welle von Privatisierungen und R&#252;ckzugsgefechten der ArbeiterInnenbewegung markierten die Proteste gegen die Privatisierung der Wasserversorgung 2000 in Cochabamba den Wendepunkt und Startschuss einer neuen Periode sozialer Auseinandersetzungen. Nach jahrelangen getrennten K&#228;mpfen von isolierten Teilen der Gesellschaft, formierte sich in Cochabamba eine Bewegung, deren Qualit&#228;t in jeder Hinsicht neu war, nicht nur aufgrund der Einheit und Koordination der beteiligten Kr&#228;fte; die wachsende Politisierung fand gr&#246;&#223;tenteils au&#223;erhalb der etablierten Organisationen, auch jenen der Linken, und den diskreditierten Institutionen des politischen Systems statt. Strategische Entscheidungen w&#228;hrend der f&#252;nfmonatigen Mobilisierung wurden von den AktivistInnen gemeinsam in Nachbarschafts- und Stadtversammlungen getroffen. Politik war nicht mehr nur Sache professioneller Politiker, wie Oscar Olivera, Sprecher der<em><span style="font-family: AGaramondPro-Italic"> Coordinadora de Defensa del Agua</span></em>, betont: „Mehr als alles andere lernen wir uns politisch selbst zu repr&#228;sentieren, indem wir unsere eigenen Pl&#228;ne entwickeln und umsetzen – indem wir uns gegenseitig ermutigen zu sagen, wie wir die Dinge haben wollen, und dann f&#252;r diese Vision zu k&#228;mpfen.“<a href="#anm1" title="anm_1" name="anm_1"><sup>1</sup></a> Die Proteste in Cochabamba waren auch mehr als defensive Gefechte f&#252;r die R&#252;cknahme eines Privatisierungsgesetzes. Die Forderung nach Nationalisierung der Wasserversorgung zielte nicht einfach auf deren Wiederverstaatlichung. Olivera erkl&#228;rt: “Das wirkliche Gegenteil der Privatisierung ist die Wiederaneignung des gesellschaftlichen Reichtums durch die Bev&#246;lkerung, selbst-organisiert in kommunalen Verwaltungsstrukturen, in Nachbarschaftsversammlungen, in Gewerkschaften, an der Basis.“<a href="#anm2" title="anm_2" name="anm_2"><sup>2</sup></a> <o></o></p>
<h3>Die MAS zwischen Radikalismus und Realpolitik</h3>
<p>Der erfolgreiche Kampf der Cochabambinas gab in den folgenden Monaten auch anderen Bewegungen neues Selbstvertrauen: den <em>cocaleros</em>, die f&#252;r die Legalisierung des Kokaanbaus k&#228;mpfen; den Organisationen der Aymara und Quechua, die f&#252;r ihre Rechte als Indigenas protestierten; usw.; schlie&#223;lich der Bewegung f&#252;r die Nationalisierung des Erdgas, die all diese Kr&#228;fte zusammenf&#252;hrte.<o></o><br />
Im Sog dieser Bewegungen wurde die MAS bei den Pr&#228;sidentschaftswahlen 2002 beinahe an die Macht katapultiert. Mit 21 Prozent der Stimmen unterlag Morales nur um eineinhalb Prozent gegen Sánchez de Lozada, einen der Architekten der neoliberalen Schocktherapie Boliviens Mitte der 1980er.<br />
Das Ergebnis kam selbst f&#252;r die MAS &#252;berraschend. Erst 1999 als „politisches Instrument“ der Kokabauerngewerkschaften gegr&#252;ndet, besa&#223; die Partei weder interne Strukturen noch landesweite Verankerung; vielmehr handelte es sich bei der MAS um „eine Koalition flexibler sozialer Bewegungen, die ihre Aktionen auf die Wahlebene ausgeweitet haben.”<a href="#anm3" title="anm_3" name="anm_3"><sup>3</sup></a> <o></o><br />
Der &#220;berraschungserfolg von 2002 schien nun einen Sieg bei den n&#228;chsten Wahlen 2007 in greifbare N&#228;he zu r&#252;cken und lie&#223; damit das Projekt einer „graduellen, institutionellen Transformation des bolivianischen Staates“ als realistische Perspektive erscheinen. Diesem Ziel hat Morales seither die Politik der MAS untergeordnet.<br />
Nicht nur zur traditionellen Linken wurden engere Kontakte gekn&#252;pft, vor allem auch Intellektuelle und professionelle Politiker wurden f&#252;r die Partei rekrutiert, die keine organische Verwurzelung in den sozialen K&#228;mpfen hatten, aber der MAS helfen sollten, “die Mittelklassen und mit dem internen Markt verbundene Unternehmer anzuziehen”.<a href="#anm4" title="anm_4" name="anm_4"><sup>4</sup></a> Heute besteht die MAS – neben Morales selbst – im Kern aus dieser kleinen Gruppe Parteiintellektueller, die versucht einen Kurs zwischen den Forderungen der sozialen Bewegungen, der Oligarchie Boliviens, transnationalem Kapital, dem US-Imperialismus und separatistischen Tendenzen im Land zu man&#246;vrieren.<o></o><br />
Dies hatte freilich eine z&#246;gerliche und oft widerspr&#252;chliche Politik zufolge.<br />
So unterst&#252;tzte die MAS im Oktober 2003, nachdem eine Massenbewegung gegen den Ausverkauf bolivianischen Erdgases Pr&#228;sident Lozada gest&#252;rzt hatte, dessen ebenso neoliberalen Nachfolger Carlos Mesa, als dieser die Entscheidung &#252;ber die Nationalisierung des Erdgas auf Juli 2004 (also neun Monate sp&#228;ter!) vertagte und so die Bewegung demobilisieren konnte. Mitte 2005, als die indigenen Bewegungen, Gewerkschaften, die Organisationen der <em>cocaleros</em> und die MAS einen Einheitspakt zum Sturz Mesas beschlossen, zerbrach dieser rasch wieder, da sich die MAS mit einer 50-prozentigen Besteuerung des Erdgas zufrieden geben wollte, w&#228;hrend die anderen Organisationen an der Forderung nach entsch&#228;digungsloser Nationalisierung festhielten. Und als im Juni 2005 die Bewegungen Mesa zu Fall brachten, die &#214;lfelder und Flugh&#228;fen des Landes besetzten, die Stra&#223;en blockierten und f&#252;r kurze Zeit die politische Kontrolle der Gesellschaft nicht mehr in der Hand des b&#252;rgerlichen Staatsapparats sondern der Selbstverwaltungsstrukturen der Bewegungen lag, setzte die MAS alles daran, die revolution&#228;re Krise wieder in konstitutionelle Bahnen zu lenken. Morales einigte sich schlie&#223;lich mit Interimspr&#228;sident Rodriguez auf Neuwahlen im Dezember.<o></o></p>
<p class="MsoNormal">Im Wahlkampf griff die MAS zwar viele der Forderungen der sozialen Bewegungen auf (Einberufung einer Konstituierenden Versammlung, Nationalisierung der Gasvorkommen, Legalisierung des Kokaanbaus), warb aber gleichzeitig f&#252;r das Modell eines „Andenkapitalismus“, ein staatskapitalistisches Entwicklungsprojekt, dessen Architekt – der Soziologe und nunmehrige Vizepr&#228;sident Álvaro García Linera – offen seine Bewunderung f&#252;r die europ&#228;ische Sozialdemokratie erkl&#228;rt. Der Balanceakt zwischen sozialer Bewegung und „Realpolitik“ f&#252;hrte zu so paradoxen Situationen, wie jene, als Morales gegen die ALCA demonstrierte w&#228;hrend gleichzeitig García Linera verk&#252;ndete, bilaterale Verhandlungen &#252;ber ein Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten seien keineswegs ausgeschlossen. Unmittelbar nach den Wahlen gab Morales gr&#252;nes Licht f&#252;r die Privatisierung von Mutún, einem der gr&#246;&#223;ten Eisen- und Magnesiumvorkommen der Welt, die erst nach der Intervention der Gewerkschaften wieder auf Eis gelegt wurde.<a href="#anm5" title="anm_5" name="anm_5"><sup>5</sup></a> Und w&#228;hrend die Sozialministerien in der neuen Regierung an AktivistInnen der Bewegung gingen, wurden die &#246;konomischen Schl&#252;sselministerien mit Technokraten besetzt, die Verbindungen zur alten Ordnung unterhalten.<a href="#anm6" title="anm_6" name="anm_6"><sup>6</sup></a></p>
<p class="MsoNormal">Bei einigen Organisationen der sozialen Bewegungen h&#228;lt sich das Vertrauen auf Morales und die MAS deshalb verst&#228;ndlicherweise in Grenzen. Der Dachverband der Stadtteilkomitees (FEJUVE) von El Alto bspw. hat der MAS eine 90-Tage-Frist gesetzt, die Nationalisierung des Erdgases umzusetzen. Auch Felipe Quispe (MIP), Jaime Solares (COB) und Oscar Olivera (Coordinadora) bleiben auf kritischer Distanz. Die Einsch&#228;tzung innerhalb dieser Organisationen ist jedoch selbst gespalten. Die Mehrheit der sozialen Bewegungen hat sich f&#252;r die strategische Unterst&#252;tzung der MAS-Regierung entschlossen. Viele zentrale AktivistInnen sind nun selbst Mitglieder der Regierung – wie etwa Abel Mamani von der FEJUVE –, was die Mobilisierungsf&#228;higkeit dieser Kr&#228;fte zur Zeit entscheidend einschr&#228;nkt.<o></o></p>
<p class="MsoNormal"><o> </o></p>
<p class="MsoNormal">Die Kernfrage der strategischen Debatten innerhalb der bolivianischen Linken ist die um das Verh&#228;ltnis der Bewegungen zu b&#252;rgerlichem Staat und politischer Macht. Die Diskussion bewegt sich dabei zwischen zwei (idealisierten) Extrempolen: Transformation der Institutionen des b&#252;rgerlichen Staats, oder Aufbau von Selbstverwaltungsorganen als politische Machtstrukturen jenseits b&#252;rgerlicher Staatlichkeit. Solche Fragen stellen sich in der bolivianischen Geschichte nicht zum ersten Mal: in vielerlei Hinsicht sind die historischen Erfahrungen der Revolution von 1952 ein zentraler Bezugspunkt f&#252;r die aktuellen Debatten.<o></o></p>
<h3>The Fire Last Time</h3>
<p>Im Zentrum und an der Spitze der sozialen Bewegungen im Bolivien der 1930er und 1940er Jahre waren die Minenarbeiter, die <em>mineros</em>, gestanden.<o></o></p>
<p class="MsoNormal">Der Zinnbergbau war seit der Wende zum 20. Jahrhundert zum bedeutendsten Sektor der bolivianischen Wirtschaft aufgestiegen – mehr als ein Viertel des BIP wurde in den Zinnminen erwirtschaftet – und bis in die 1920er schuf das stabile Wachstum der Zinnindustrie die materielle Basis f&#252;r eine Periode au&#223;ergew&#246;hnlicher politischer Stabilit&#228;t. Nicht nur der politische und &#246;konomische Einfluss der wenigen Unternehmen, die den Zinnbergbau monopolisierten (die <em>rosca</em>), sondern auch deren ideologische Hegemonie in der Gesellschaft war relativ unumk&#228;mpft.<o></o></p>
<p>Als jedoch mit der Weltwirtschaftskrise 1929 Nachfrage und Preise f&#252;r Zinn am Weltmarkt rasant fielen, brach dieses Setup rasch zusammen. Heftige K&#228;mpfe in den 1930ern waren die Folge, die von den Regierungen mit wachsender Brutalit&#228;t niedergeschlagen wurden.<br />
Auch im Mittelstand formierte sich in den 1930ern, als sich die Illusion, die Profite aus dem Zinnexport w&#252;rden die Mittel f&#252;r die &#246;konomische und politische Modernisierung des Landes bereitstellen, zusehends in Luft aufl&#246;sten<a href="#anm7" title="anm_7" name="anm_7"><sup>7</sup></a>, eine Bewegung, die ihre Inspiration u.a. aus den kleinb&#252;rgerlich-nationalistischen Strategien der APRA<a href="#anm8" title="anm_8" name="anm_8"><sup>8</sup></a> in Peru zog. Als Zusammenschluss dieser Kr&#228;fte wurde 1941 die MNR gegr&#252;ndet.<br />
Der MNR gelang es in den 1940ern, schrittweise auch unter ArbeiterInnen eine solide Verankerung aufzubauen. Die bislang hegemoniale Kraft in der Gewerkschaftsbewegung, die stalinistische PIR, verweigerte den K&#228;mpfen die Unterst&#252;tzung, schlie&#223;lich hatte die KomIntern als oberste Maxime die Unterst&#252;tzung der Alliierten und der Sowjetunion im Krieg ausgegeben, und das hie&#223;, v.a. billigen Zinnexport zu garantieren. In das ideologische Vakuum, das der Bankrott der PIR hinterlie&#223;, konnte die MNR vorsto&#223;en. Nur in einigen radikaleren Minen konnte zu dieser Zeit auch die trotzkistische POR Fu&#223; fassen.<br />
Die politische Strategie der MNR orientierte allerdings nicht auf Massenbewegungen von unten. Vielmehr kn&#252;pfte die MNR Kontakte zu einer Fraktion nationalistischer Armeeoffiziere um General Villarroel. Als sich dieser im Dezember 1943 an die Macht putschte trat die MNR in die Regierung ein.<o></o><br />
Die Koalition MNR/Villarroel stand von Beginn an sowohl von au&#223;en (US-Imperialismus) als auch von innen (<em>rosca</em>) unter Druck. Die korporatistische Integration der Gewerkschaften in den Staat wurde deshalb entscheidend f&#252;r das &#220;berleben des Regimes. So wurde dann auch 1944 die erste nationale Gewerkschaft der Minenarbeiter (FSTMB) auf ma&#223;gebliche Initiative der MNR gegr&#252;ndet.<o></o><br />
Das B&#252;ndnis mit der ArbeiterInnenbewegung war jedoch keineswegs permanent und stabil. Die Durchsetzung des &#246;konomischen Programms der Regierung, eines staatskapitalistischen Entwicklungsmodells in Anlehnung an „milit&#228;rsozialistische“ Experimente der 1930er<a href="#anm9" title="anm_9" name="anm_9"><sup>9</sup></a>, musste fr&#252;her oder sp&#228;ter auf eine Konfrontation mit den ArbeiterInnen hinauslaufen. Die Spannungen brachen schlie&#223;lich aus, als der neue Finanzminister Paz Estenssoro ein restriktives Programm zur Stabilisierung der W&#228;hrung ank&#252;ndigte, das nur mit harter Repression durchgesetzt werden konnte. Auf ihrem dritten Kongress im M&#228;rz 1946 entzog die FSTMB der Villarroel-Regierung die Unterst&#252;tzung und bereitete sich auf die unausweichlich scheinende Konfrontation vor.<o></o><br />
Juan Lechín, Gewerkschaftsf&#252;hrer der FSTMB und Mitglied der MNR, versuchte unterdessen, den wachsenden Einfluss radikalerer Kr&#228;fte wie der trotzkistischen POR unter den <em>mineros</em> und die Kontrolle der MNR &#252;ber die Bewegung gegeneinander auszubalancieren. Lechín, selbst Mitglied der Partei, die in Regierungsverantwortung die Angriffe organisierte, ging es darum, die Gewerkschaftsbewegung als Hebel zu nutzen, um dem Regime Reformen abzutrotzen. Zwar war er daf&#252;r bereit, die Forderungen der POR teilweise zu unterst&#252;tzen und die Regierung samt MNR-Ministern unter Druck zu setzen; vor einer echten Offensive schreckte Lechín aber zur&#252;ck.<o></o><br />
Auch nachdem Villarroel im Juli 1946 von einer unheiligen Allianz aus Milit&#228;rs und Stalinisten gest&#252;rzt worden war, wurde dieser Kurs im Wesentlichen beibehalten. Zwar beschloss die FSTMB auf ihrem au&#223;erordentlichen Kongress im November 1946 mit den „Thesen von Pulacayo“<a href="#anm10" title="anm_10" name="anm_10"><sup>10</sup></a> ein Programm, das zurecht als eines der radikalsten Dokumente der bolivianischen ArbeiterInnenbewegung bezeichnet worden ist: darin wurden nicht nur Lohnerh&#246;hungen und die Gr&#252;ndung einer nationalen Gewerkschaftsf&#246;deration gefordert, sondern auch die Strategie einer grundlegenden Transformation der bolivianischen Gesellschaft entworfen. Pl&#228;ne zur Besetzung der Minen wurden vorbereitet, eine Taktik, die in der &#220;bernahme der politischen Macht gipfeln sollte. Das Problem war nur, dass die <em>mineros</em> zur Implementierung der Thesen auf die Gewerkschaftsf&#252;hrung um Lechín vertrauten – und diese z&#246;gerte.<o></o><br />
Es verwundert deshalb kaum, dass auch der Umsturz im April 1952 zun&#228;chst ohne aktive Beteiligung der ArbeiterInnen geplant wurde. Die MNR hatte den Kommandeur der paramilit&#228;rischen Polizei Seleme f&#252;r einen Putschversuch gewonnen; wie 1943 sollte das Milit&#228;r den <em>coup d’etat</em> organisieren, w&#228;hrend die MNR die Unterst&#252;tzung der Massen sicherstellen w&#252;rde.<o></o><br />
Die Aktion begann am 9. April: MNR-Kommandos und Einheiten der paramilit&#228;rischen Polizei &#252;bernahmen die wichtigsten Geb&#228;ude der Hauptstadt. Entgegen der Erwartungen blieb die Armee jedoch loyal zum Regime; am Abend des ersten Tages schien die Situation aussichtslos und Seleme fl&#252;chtete aus dem Land, nachdem er zuvor in einer Radioansprache die F&#252;hrung des Aufstandes an die Zivilbev&#246;lkerung &#252;bergeben hatte. Die Initiative ging so auf die <em>mineros</em> &#252;ber – und mit deren Mobilisierung wendete sich das Blatt. Bewaffnete ArbeiterInnen besetzten die Bahnh&#246;fe, beschlagnahmten Munitionsz&#252;ge und schnitten den Nachschub der Truppen nach La Paz ab – was als traditioneller <em>coup d’etat</em> begann wurde so in einen Massenaufstand transformiert. Am 11. April, nach drei Tagen heftiger K&#228;mpfe, gab sich die Armee geschlagen. ArbeiterInnenmilizen kontrollierten die Stra&#223;en; die Macht lag effektiv in den H&#228;nden des Proletariats.<br />
Die neue Regierung sah sich nun mit einer Situation konfrontiert, die so nicht vorgesehen war: statt in einer Koalition mit den Milit&#228;rs fand sich die MNR in einem B&#252;ndnis mit den <em>mineros</em> wieder, wobei das Kr&#228;fteverh&#228;ltnis in den ersten Wochen nach dem April-Umsturz eindeutig auf Seiten der ArbeiterInnenbewegung lag. Der am 17. April gegr&#252;ndete erste nationale Gewerkschaftsdachverband COB war f&#252;r einige Zeit das einzige relevante Machtzentrum im Land, denn „im gesellschaftlichen Zusammenbruch und Chaos nach dem 9. April war die COB der Fokus, um den sich ArbeiterInnen organisieren konnten. Sie war die einzige Kraft mit der St&#228;rke und Geschlossenheit, Entscheidungen nicht nur zu diskutieren, sondern auch umzusetzen.“<a href="#anm11" title="anm_11" name="anm_11"><sup>11</sup></a><br />
Nicht zuletzt, weil mit Lechín, Butron und Angel Cromez auch drei prominente Gewerkschaftsf&#252;hrer in der neuen Regierung sa&#223;en, konnten in den Monaten nach dem April 1952 weitreichende Reformen durchgesetzt werden: ein allgemeines Wahlrecht wurde eingef&#252;hrt, die Zinnbergwerke wurden nationalisiert und die FSTMB erhielt zwei von sieben Sitzen in der staatlichen Bergbaugesellschaft COMIBOL. In den Minen wurde die Betriebsleitung von Delegierten der ArbeiterInnen beaufsichtigt. Am Land eigneten sich die Bauern und B&#228;uerinnen das Eigentum der Gro&#223;grundbesitzer an – was mit der im August 1953 verabschiedeten Landreform rechtlich legitimiert wurde. Die Revolution hatte also zu einer dramatischen und permanenten Restrukturierung der bolivianischen Gesellschaft gef&#252;hrt: die kleine Elite, die Jahrhunderte lang an der Macht gewesen war, war gest&#252;rzt.<o></o><br />
Die M&#246;glichkeit, diese Reformen durchzusetzen, war ma&#223;geblich vom Druck von der Stra&#223;e abh&#228;ngig. Die F&#252;hrung der COB, allen voran Lechín, beschr&#228;nkte sich jedoch darauf, m&#246;glichst gro&#223;en Einfluss innerhalb der Institutionen des b&#252;rgerlichen Staats zu sichern, statt den Prozess der revolution&#228;ren Transformation der Gesellschaft weiterzutreiben, die begonnene Entwicklung in Richtung einer genuin sozialen Revolution, d.h. der &#220;bernahme der politischen und &#246;konomischen Kontrolle der gesamten Gesellschaft durch Selbstverwaltungsstrukturen der ArbeiterInnen, auszuweiten und zu vertiefen. So sollte sich die ArbeiterInnenkontrolle in den Betrieben auf die &#220;berwachung der Betriebsleitung beschr&#228;nken und am Land „sollten nur unproduktive <em>haciendas</em> enteignet werden und Grundbesitzer, die dem Reformprogramm zustimmten, w&#252;rden Arbeitsvertr&#228;ge f&#252;r Landarbeiter erhalten“.<a href="#anm12" title="anm_12" name="anm_12"><sup>12</sup></a><o></o><br />
Auch die POR sa&#223; der Illusion auf, dass die dominante Position der COB in der Regierung die revolution&#228;re Entwicklung von selbst garantieren w&#252;rde und verzichtete auf weitere Mobilisierung. Dies sollte sich als fatal erweisen: sobald die Bewegung demobilisiert war und das Regime fest im Sattel sa&#223;, wurden die Zugest&#228;ndnisse sukzessive entsch&#228;rft oder zur&#252;ckgenommen, w&#228;hrend die POR mittels b&#252;rokratischer Man&#246;ver aus der COB verdr&#228;ngt wurde. Lechín diente der Regierung dabei nur als linkes Feigenblatt, bis sich die Situation wieder beruhigt hatte. 1956 f&#252;hlte sich das MNR-Regime schlie&#223;lich stark genug, zur Durchsetzung der &#246;konomischer „Modernisierungspolitik“ auch ihre ehemaligen Partner in den Gewerkschaften frontal anzugreifen.<o></o></p>
<h3>Revolution Reloaded?</h3>
<p>Sowohl der gesellschaftliche Kontext als auch die politischen AkteurInnen haben sich seit 1952 stark ver&#228;ndert. In gewissem Sinn wurde die politische Kontinuit&#228;t in Bolivien mit der neoliberalen Wende Mitte der 1980er gebrochen. Als die Minen privatisiert und auf einen Schlag 30.000 <em>mineros</em> entlassen wurden, wurde damit auch das politische Gewicht der Gewerkschaften massiv geschw&#228;cht. Auch in den l&#228;ndlichen Gebieten Chapares und im <em>altiplano</em> hat die zunehmende Kapitalisierung der Landwirtschaft viele Bauern und B&#228;uerinnen in prek&#228;re Arbeitsverh&#228;ltnisse in die St&#228;dte gezwungen. Heute arbeiten 68 Prozent der 3,5 Mio. Lohnabh&#228;ngigen im „informellen Sektor“<a href="#anm13" title="anm_13" name="anm_13"><sup>13</sup></a>, nur ein F&#252;nftel sind gewerkschaftlich organisierte Vollzeitbesch&#228;ftigte.<a href="#anm14" title="anm_14" name="anm_14"><sup>14</sup></a> El Alto ist Ausdruck dieser strukturellen Ver&#228;nderungen in der bolivianischen Gesellschaft: 1950 noch ein Dorf mit wenigen tausend EinwohnerInnen ist El Alto heute ein Vorstadt-Slum von La Paz, in dem mehr als einer Million Menschen lebt, die meisten von ihnen schlagen sich mit prek&#228;ren Jobs in der Hauptstadt durch.<br />
Die Zerschlagung der Gewerkschaftsbewegung und die damit einhergehende soziale Atomisierung bedeuteten auch ver&#228;nderte Formen politischen Bewusstseins. Traditionen von Klassensolidarit&#228;t, die ihre Wurzeln in den Minen hatten, wurden seit den 1980ern ausgeh&#246;hlt und ein diffuser indigener Nationalismus sowie kommunalistische Widerstandsformen konnten in den 1980ern und 90ern stark an Einfluss gewinnen. Das soll nicht bedeuten, dass die Organisationen der ArbeiterInnen in den K&#228;mpfen der letzten Jahre bedeutungslos waren, geschweige denn, dass sie in den kommenden Auseinandersetzungen keine Rolle spielen werden m&#252;ssen. Die Konf&#246;deration der FabriksarbeiterInnen in Cochabamba war haupts&#228;chliche Impulsgeberin der Proteste 2000; die Regionalgewerkschaften COR, die vor allem die prek&#228;r Besch&#228;ftigten organisieren, sind insbesondere in El Alto eine wichtige Kraft der K&#228;mpfe; und f&#252;r die Zukunft wird die Organisierung der GasarbeiterInnen im Osten des Landes, wo die Bewegung seit 2000 am wenigsten verwurzelt ist, eine zentrale Herausforderung sein. Trotzdem fehlt der Bewegung heute eine koordinierende und zentralisierende Kraft, wie sie die COB bis in die 1980er darstellen konnte.<o></o><br />
Politische Strategien in Bolivien m&#252;ssen dieser ver&#228;nderten Situation Rechnung tragen. Die historischen Erfahrungen der Revolution 1952 sind deshalb nicht direkt und unmittelbar auf die heutige Situation &#252;bertragbar. Dennoch ist ein Verst&#228;ndnis des letztlichen Scheiterns der Revolution auch f&#252;r die aktuellen Debatten relevant:<br />
1. Das politische Programm der MAS ist ein Kompromissprojekt, das es sowohl den sozialen Bewegungen als auch dem urbanen Mittelstand, der nationalen Bourgeoisie und selbst internationalem Kapital gleichzeitig recht machen will.<a href="#anm15" title="anm_15" name="anm_15"><sup>15</sup></a> Nicht allein aufgrund der Tatsache, dass der parlamentarische Spielraum der MAS selbst begrenzt ist (die MAS h&#228;lt zwar die Mehrheit in der Abgeordnetenkammer, nicht aber im Senat, und kontrolliert au&#223;erdem nur drei von neun Regionalregierungen), ist die Durchsetzung radikaler Forderungen deshalb weiterhin vom Druck von der Stra&#223;e abh&#228;ngig, um Morales so an seine Versprechen zu binden. Wie fatal das Vertrauen in einen geschichtlichen Automatismus und eine Abwartehaltung gegen&#252;ber linken Regierungen enden kann, haben die Ereignisse nach April 1952 deutlich gezeigt. Weil die COB auf weitere Aktionen von unten verzichtete konnte sich letztlich die Politik des „rechten“ Fl&#252;gels der MNR durchsetzen.<br />
2. Im Prozess der Mobilisierung gilt es, den Aufbau selbstverwalteter politischer Machtstrukturen jenseits und als Alternative zum b&#252;rgerlichen Staat auszuweiten und zu vertiefen. Eine solche Orientierung zeigten im Ansatz die Asamblea Nacional in El Alto und die Revolution&#228;re Volksversammlung in Cochabamba im Juni 2005. Gleichzeitig jedoch existierte in der revolution&#228;ren Krise letzten Sommer eine andere Dynamik, die auf die Wahlen und die Macht im Staat orientierte – es war letztere, die sich vorerst durchsetzen konnte. Derselbe Konflikt verbirgt sich heute unter dem Label der f&#252;r Juli 2006 angesetzten Konstituierenden Versammlung, deren Funktion von den politischen AkteurInnen sehr unterschiedlich definiert wird. Sie k&#246;nnte sich auf der einen Seite als reiner Trick erweisen, deren einziges Ziel die Konsolidierung der Macht der MAS im Staat ist.<a href="#anm16" title="anm_16" name="anm_16"><sup>16</sup></a> Auf der anderen Seite k&#246;nnte die Konstituierende Versammlung aber auch Startschuss f&#252;r einen Prozess demokratischer Selbstorganisierung sein, als Koordinationsstruktur eines Netzwerks von Basisstrukturen.<br />
1952 wurde der Staat radikal umgebaut, aber kapitalistische Produktionsverh&#228;ltnisse und der b&#252;rgerliche Staatsapparat selbst blieben intakt. Die COB hielt in den Wochen nach dem April-Umsturz die politische Macht in der Hand; die Durchsetzung echter ArbeiterInnenkontrolle &#252;ber Produktion und Distribution w&#228;re m&#246;glich gewesen; stattdessen optierte die F&#252;hrung der COB f&#252;r eine Koalitionsregierung mit der MNR und beschr&#228;nkte sich auf zwei Sitze in der frisch verstaatlichten Bergbaugesellschaft. Dieses Arrangement mit den herrschenden Verh&#228;ltnissen sollte ihr letztlich selbst auf den Kopf fallen.<br />
Heute ziehen einige Organisationen der Bewegungen radikalere Schl&#252;sse aus den Erfahrungen der K&#228;mpfe der letzten Jahre. Die Coordinadora in Cochabamba schrieb &#252;ber die revolution&#228;re Krise im Juni 2005:<br />
„In dieser Mobilisierung haben wir zwei Dinge gesehen. Auf der einen Seite, dass wir, die verschiedenen sozialen Bewegungen, das gesamte Land lahmlegen und die Man&#246;ver der Unternehmer und Politiker zur&#252;ckschlagen k&#246;nnen. Auf der anderen Seite haben wir es nicht geschafft, unsere eigenen Entscheidungen und Ziele durchzusetzen… Basierend auf diesen zwei &#220;berlegungen haben wir in allen Nachbarschaften und Communities in Cochabamba und im ganzen Land eine breite Debatte &#252;ber die Notwendigkeit er&#246;ffnet, Schritt f&#252;r Schritt unsere eigenen Selbstverwaltungsstrukturen aufzubauen und daf&#252;r in den n&#228;chsten Mobilisierungen zu k&#228;mpfen. Wir haben die St&#228;rke und Kreativit&#228;t, unsere Beschl&#252;sse jenseits der offiziellen Institutionen und traditionellen politischen Parteien umzusetzen… Dieses Mal haben wir die &#214;lt&#252;rme, die Gasfelder und die Raffinerien besetzt. In Zukunft m&#252;ssen wir auch in der Lage sein, sie in unserem Eigeninteresse einzusetzen.“<a href="#anm17" title="anm_17" name="anm_17"><sup>17</sup></a></p>
<h3>Anmerkungen</h3>
<p><a href="#anm_1" title="anm1" name="anm1">1</a> Olivera, Oscar: ¡Cochabamba! Water War in Bolivia. Cambridge/MA: South End Press 2004. 21.<o></o><br />
<a href="#anm_2" title="anm2" name="anm2">2</a> Ebd. 156f.<o></o><br />
<a href="#anm_3" title="anm3" name="anm3">3</a> Exclusive Interview with MAS’ Vice-Presidential Candidate; online unter: http://americas.irc-online.org/am/2987.<o></o><br />
<a href="#anm_4" title="anm4" name="anm4">4</a> García Linera, Álvaro: State Crisis and Popular Power; in: New Left Review 37 (2006). 73-85; hier: 85.<o></o><br />
<a href="#anm_5" title="anm5" name="anm5">5</a> Vgl. Petras, James: Evo Morales/Bolivia: Populist gestures and neo-liberal substance; online unter: http://www.rebelion.org/noticia.php?id=25142 und ders.: New Winds from the Left or Hot Air from a New Right; online unter: http://www.rebelion.org/noticia.php?id=28333.<o></o><br />
<a href="#anm_6" title="anm6" name="anm6">6</a> Vgl. Petras, James: A Bizarre Beginning in Bolivia. Inside Morales’s Cabinet; online unter: http://www.counterpunch.org/petras02042006.html<o></o><br />
<a href="#anm_7" title="anm7" name="anm7">7</a> Hinzu kam, dass der “Chaco-Krieg” gegen Paraguay, den Salamanca vom Zaun gebrochen hatte, um die innere Krise im Land in einem „nationalen Schulterschluss“ zu &#252;berwinden, in einer verheerenden Niederlage endete.<o></o><br />
<a href="#anm_8" title="anm8" name="anm8">8</a> Alianza Popular Revolucionaria Americana (APRA): 1924 von Haya de la Torre gegr&#252;ndete kleinb&#252;rgerlich-nationalistische Sammlungsbewegung in Peru, deren Ideen in ganz Lateinamerika einflussreich wurden.<o></o><br />
<a href="#anm_9" title="anm9" name="anm9">9</a> „Milit&#228;rsozialismus“ nannten die Milit&#228;rregimes in der zweiten H&#228;lfte der 1930er ihr Projekt eines autorit&#228;r-korporatistischen Staats.<o></o><br />
<a href="#anm_10" title="anm10" name="anm10">10</a> Die Thesen online: http://www.pt.org.uy/textos/temas/pulacayo.htm.<o></o><br />
<a href="#anm_11" title="anm11" name="anm11">11</a> Lora, Guillermo: A History of the Bolivian Labour Movement, 1848-1971. Cambridge: Cambridge UP 1977. 281.<o></o><br />
<a href="#anm_12" title="anm12" name="anm12">12</a> Kohl, James V.: Peasant and Revolution in Bolivia, April 9, 1952-August 2, 1953; in: Hispanic American Historical Review 58:2 (1978). 238-259; hier: 248.<o></o><br />
<a href="#anm_13" title="anm13" name="anm13">13</a> García Linera: a.a.O. 79; vgl. auch Nicholls, Peter: Bolivia: between a rock and a hard place; in: Capital &amp; Class 81 (2003). 9-15; hier: 12.<o></o><br />
<a href="#anm_14" title="anm14" name="anm14">14</a> Olivera: a.a.O. 124.<o></o><br />
<a href="#anm_16" title="anm16" name="anm16">16</a> Darauf weist u.a. auch hin, dass am Tag der Konstituierenden Versammlung auch das Referendum &#252;ber die Autonomie der erdgasreichen Region Santa Cruz stattfinden wird, das seit der revolution&#228;ren Krise letzten Sommer von der Rechten in Bolivien gefordert wird. Das Ergebnis des Referendums soll f&#252;r die Konstituierende Versammlung bindend sein.<o></o></p>
<p><a href="#anm_17" title="anm17" name="anm17">17</a> Zit. n. Gonzales, Mike: Bolivia: the Rising of the People; in: International Socialism 108 (2005). 73-101; hier: 73.<o></o></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.perspektiven-online.at/2007/09/01/bolivien-revolution-reloaded/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
