<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis &#187; Aufklärung</title>
	<atom:link href="http://www.perspektiven-online.at/tag/aufklaerung/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.perspektiven-online.at</link>
	<description>PERSPEKTIVEN : Magazin für linke Theorie und Praxis</description>
	<lastBuildDate>Mon, 10 Mar 2014 08:48:09 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.2</generator>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Aufkl&#228;rung und Antikapitalismus</title>
		<link>http://www.perspektiven-online.at/2008/02/22/aufklaerung-und-antikapitalismus/</link>
		<comments>http://www.perspektiven-online.at/2008/02/22/aufklaerung-und-antikapitalismus/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Feb 2008 22:53:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>rastapeace</dc:creator>
				<category><![CDATA[Perspektiven Nr. 4]]></category>
		<category><![CDATA[Aufklärung]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Marxistische Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.perspektiven-online.com/artikel/aufklaerung-und-antikapitalismus/</guid>
		<description><![CDATA[Mit den Werten der Aufkl&#228;rung werden heute imperialistische Kriege und rassistische Diskriminierung gerechtfertigt, w&#228;hrend ein postmoderner Irrationalismus mit ihnen auch gleich das Projekt der Emanzipation entsorgt. <em>Neil Davidson</em> &#252;ber das widerspr&#252;chliche Erbe der Aufkl&#228;rung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit den Werten der Aufkl&#228;rung werden heute imperialistische Kriege und rassistische Diskriminierung gerechtfertigt, w&#228;hrend ein postmoderner Irrationalismus mit ihnen auch gleich das Projekt der Emanzipation entsorgt. <em>Neil Davidson</em> &#252;ber das widerspr&#252;chliche Erbe der Aufkl&#228;rung.<br />
<span id="more-56"></span><br />
Die Aufkl&#228;rung war eine intellektuelle und soziale Bewegung die, wie die Renaissance und die Reformation davor, eine spezifische historische Periode charakterisiert, in diesem Fall von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis Ende des 18. Jahrhunderts. Doch sie befindet sich im Herzen heutiger Auseinandersetzungen, anders als etwa die Debatten der Reformation um die Vorherbestimmung des Menschen. Die Aufkl&#228;rung bleibt ein gegenw&#228;rtiges Thema, nicht blo&#223; ein historisches. Der Grund daf&#252;r ist, dass diese Bewegung eine Reihe von wissenschaftlichen Methoden, sozialen Theorien und pers&#246;nlichen Werten hervorgebracht hat, die viele Weltverst&#228;ndnisse umgeworfen hat. Sie wirkte auf praktisch alle Bereiche des Wissens, durch die Werke von Philosophen von Spinoza bis Hegel; Wissenschaftern wie Priestley und Black; Polemikern gegen Mystizismus und Obskurantismus wie Voltaire und Diderot; Gesellschaftstheoretikern wie Rousseau und Ferguson; Literaten wie Beaumarchais und Schiller; Musikern wie Mozart und Beethoven; Malern wie Goya und David; Reformern wie Condorcet, Historikern wie Gibbon und Hume; politischen &#214;konomen wie Quesnay und Smith. Und sie inspirierte viele der AktivistInnen der Amerikanischen und Franz&#246;sischen Revolutionen wie Paine, Jefferson oder Robespierre. Durch den Einfluss dieser und vieler anderer formt sie viele der Sichtweisen, die Menschen heute von der Welt haben. Daher r&#252;hrt die andauernde Debatte um ihr Verm&#228;chtnis – eine Debatte, in die SozialistInnen intervenieren m&#252;ssen. Denn das Erbe der Aufkl&#228;rung wird an zwei Fronten angegriffen. Auf der einen Seite ist sie mit einem teilweisen R&#252;ckfall in vor-aufkl&#228;rerische Ideen konfrontiert. Religi&#246;ser Glaube widersetzt sich allen Voraussagen &#252;ber sein Verschwinden und erlebt eine globale Wiederauferstehung, in christlicher und hinduistischer wie in islamischer Form. Auf der anderen Seite haben Teile der Linken Ideen &#252;bernommen, die behaupten die Aufkl&#228;rung mit einer Reihe von relativistischen und irrationalistischen Positionen zu &#252;berwinden, die &#252;blicherweise unter dem Namen „Postmodernismus“ zusammengefasst werden, einer akademischen Mode die rapide an Attraktivit&#228;t verliert, aber ein Verm&#228;chtnis der Verwirrung f&#252;r Generationen neuer AktivistInnen hinterlassen hat. Und wer verteidigt dann die Aufkl&#228;rung? Teile der liberalen Linken, die sich als Vork&#228;mpferInnen von kapitalistischer Globalisierung, westlichem Imperialismus und institutionellem Rassismus neu erfunden haben – verkleidet als VerteidigerInnen von Vernunft, Demokratie und Redefreiheit. Das obsz&#246;ne Spektakel, das hochbezahlte JournalistInnen abgeben, die den Glauben einer der am st&#228;rksten unterdr&#252;ckten Gruppen der britischen Gesellschaft angreifen, w&#228;hrend sie das Banner von Jefferson und Voltaire schwingen, kann Radikale – muslimische wie nicht-muslimische – nur mehr davon &#252;berzeugen, dass die Aufkl&#228;rung tats&#228;chlich eine eurozentrische Verschw&#246;rung zur Verteidigung der existierenden Ordnung ist.</p>
<h3>Die zentralen Ideen</h3>
<p>Im Zentrum des aufkl&#228;rerischen Anspruchs standen drei Behauptungen. Die erste war, dass die nat&#252;rlichen und sozialen Welten durch Vernunft, ohne Rekurs auf Religion oder andere mystischen Glaubensformen, erkl&#228;rt und ver&#228;ndert werden kann. Dies bedeutete einen radikalen Bruch mit dem Denken des 16. und 17. Jahrhunderts, das religi&#246;sen Interpretationen der Realit&#228;t einen privilegierten Platz zuwies. Baruch Spinoza, in vielerlei Hinsicht die radikalste Figur der fr&#252;hen Aufkl&#228;rung, attackierte 1670 die „Vorurteile“ der organisierten Religion, „die den vern&#252;nftigen Menschen zu einem Thiere machen, die verhindern, dass man sein Urtheil frei gebrauche und das Wahre von dem Falschen unterscheide … Wer die Vernunft g&#228;nzlich verachtet und den Verstand wegen seiner nat&#252;rlichen Verderbniss verwirft und verabscheut, der gilt, – und das ist das H&#228;rteste, – als der Inhaber des g&#246;ttlichen Lichts“.<a href="#anm1" title="anm_1" name="anm_1"><sup>1</sup></a> Spinoza und jene, die ihm im n&#228;chsten Jahrhundert folgten, griffen in erster Linie die dominante christliche Kirche in ihren eigenen Gesellschaften an, nicht den Islam, Buddhismus oder andere Religionen, die gro&#223;teils au&#223;erhalb von Europa praktiziert wurden; tats&#228;chlich hatte die Aufkl&#228;rung ein weitaus komplexeres Bild vom Islam als die meisten jener Menschen, die heute vorgeben in ihrer Tradition zu stehen.<a href="#anm2" title="anm_2" name="anm_2"><sup>2</sup></a> Redefreiheit wurde nicht gefordert, um die Schwachen und Machtlosen anzugreifen, sondern die m&#228;chtige Kombination von Kirche und Staat, die die Heilige Inquisition, Zensur, Gef&#228;ngnis, Verst&#252;mmelung und Tod mit sich brachte. Spinoza schrieb in den nach-revolution&#228;ren Vereinigten Niederlanden, wahrscheinlich die toleranteste Gesellschaft Europas, und wurde dennoch durchg&#228;ngig attackiert, w&#228;hrend James Aikenhead 1695 im kalvinistischen Edinburgh wegen Blasphemie geh&#228;ngt und Voltaire zwei Mal in die Bastille gesperrt wurde. Vernunft war jedoch nicht nur aufgrund der Kraft, die sie GegnerInnen der organisierten Religion bot, erstrebenswert. Sie wurde als Mittel gesehen, die Umst&#228;nde, in denen Menschen sich befanden, zu &#228;ndern, wie Immanuel Kant 1784 in einem der ersten selbstbewussten Versuche, das Projekt der Aufkl&#228;rung zu definieren, schrieb: „Wenn denn die Natur … den Hang und Beruf zum <em>freien Denken</em>, ausgewickelt hat: so wirkt dieser allm&#228;hlich zur&#252;ck auf die Sinnesart des Volks, (wodurch dies der <em>Freiheit zu handeln</em> nach und nach f&#228;higer wird“.<a href="#anm3" title="anm_3" name="anm_3"><sup>3</sup></a> Die zweite Behauptung war, dass die menschliche Geschichte sich in eine bestimmte Richtung bewegte, charakterisiert durch Fortschritt und nicht, wie davor geglaubt wurde, durch Regression, Stagnation oder Wiederkehr. Die Aufkl&#228;rung sah Fortschritt als aufeinander folgende Entwicklungsphasen, charakterisiert durch „Subsistenzweisen“, wie franz&#246;sische und vor allem schottische DenkerInnen sie nannten. Wie Adam Smith seinen Studenten 1762 erkl&#228;rte, waren dies, erstens, die J&#228;ger- und Sammlergesellschaft, zweitens die Hirten- und Nomadengesellschaft, drittens die Agrargesellschaft und viertens die b&#252;rgerliche Kommerzgesellschaft.<a href="#anm4" title="anm_4" name="anm_4"><sup>4</sup></a> Und, bemerkte Smiths Kollege, Lord Kames 1758: „diese schrittweisen Ver&#228;nderungen lassen sich in allen Gesellschaften entdecken”<a href="#anm5" title="anm_5" name="anm_5"><sup>5</sup></a>. Auch wenn sich nicht alle Gesellschaften mit gleicher Geschwindigkeit entwickelten, k&#246;nnten also doch alle potentiell den selben Entwicklungsstand erreichen. Die dritte Behauptung war, dass Menschen universelle Rechte besa&#223;en, einfach aufgrund ihres Mensch-seins, nicht weil sie Mitglieder eines bestimmten gesellschaftlichen Standes oder einer religi&#246;sen Gemeinschaft waren. Das impliziert zumindest, dass die gegenw&#228;rtige Gesellschaft unzureichend vern&#252;nftig ist und Fortschritt nicht automatisch passiert. Wenn, wie Smith und Kames vorschlagen, alle Gesellschaften bestimmte Entwicklungsstufen durchlaufen m&#252;ssen, dann m&#252;ssen die Menschen, die diese Gesellschaften ausmachen, alle die selben F&#228;higkeiten besitzen, vor allem jene der Vernunft.</p>
<h3>Die Widerspr&#252;che</h3>
<p>Es gab zwei gro&#223;e Widerspr&#252;che in der aufkl&#228;rerischen Rede von „Universalit&#228;t“.<br />
Universalit&#228;t impliziert gleiche Rechte, aber die Rechte waren &#252;blicherweise entlang von Klassenlinien eingeschr&#228;nkt. Antonio Negri und Michael Hardt haben vorgeschlagen, zu Demokratiekonzepten der Aufkl&#228;rung zur&#252;ckzukehren, da in dieser Periode das Konzept noch unkorrumpiert gewesen w&#228;re: „Die Herrschaft einer Partei, die sich als Vorhut versteht, oder die Herrschaft gew&#228;hlter Beamter, die nur gelegentlich und in beschr&#228;nktem Ma&#223;e der Multitude gegen&#252;ber verantwortlich sind, hat man damals noch nicht als Demokratie bezeichnet“. Das ist wohl wahr, aber genauso wenig dachten die Revolution&#228;re des 18. Jahrhunderts oder deren Vorg&#228;nger, dass Demokratie „die Herrschaft aller durch alle erfordert”.<a href="#anm6" title="anm_6" name="anm_6"><sup>6</sup></a> Hardt und Negris Superheld, Spinoza, kann hier als Beispiel dienen. In der Tat schrieb er mehrere Passagen, in denen er die Demokratie als effektivste Regierungsform preist. Er dachte aber nicht, dass JedeR zur Demokratie auch f&#228;hig w&#228;re: „Denn ich weiss … dass es gleich unm&#246;glich ist, der Menge den Aberglauben wie die Furcht zu benehmen … und dass sie sich nicht durch die Vernunft leiten“. Es gab daher keinen Grund, warum einfache Leute seine Werke lesen sollten – sie w&#252;rden sie ohnehin nicht verstehen.<a href="#anm7" title="anm_7" name="anm_7"><sup>7</sup></a> Voltaire schrieb 1768 in einem Brief, „Wir hatten nie die Absicht, Schuster und Diener aufzukl&#228;ren – das ist Sache der Aposteln“.<a href="#anm8" title="anm_8" name="anm_8"><sup>8</sup></a> Wie Paul Siegel scharfsinnig bemerkt, liegt Voltaires Einstellung zur Verbreitung der Ideen der Aufkl&#228;rung unter den Massen in einem seiner bekanntesten Spr&#252;che: „Existierte Gott nicht, w&#228;re es notwendig, ihn zu erfinden“.<a href="#anm9" title="anm_9" name="anm_9"><sup>9</sup></a> Religion war „notwendig“ f&#252;r die einfachen Leute, die sonst Vernunft auf Bereiche anwenden k&#246;nnten, die den Stammg&#228;sten Pariser Cafés ebenso unangenehm w&#228;ren wie den BewohnerInnen von Versailles. Voltaire war ein brillanter und mutiger Mann, doch es gibt keinen Grund uns dar&#252;ber hinwegzut&#228;uschen, wie es die selbstgerechten Islamophoben tun, die seinen Namen st&#228;ndig im Munde f&#252;hren, dass er die Aufkl&#228;rung nicht weit &#252;ber seine eigenen Klassengrenzen hinaus verbreiten wollte – selbst wenn seine Haltung teilweise von der Furcht motiviert war, reaktion&#228;re Kr&#228;fte k&#246;nnten die Stimmung der Massen gegen religi&#246;se oder Agrarreformen mobilisieren.<a href="#anm10" title="anm_10" name="anm_10"><sup>10</sup></a> Es gab &#228;hnliche Probleme damit, Universalit&#228;t auf unterschiedliche Gruppen von Menschen, oder „Rassen“, anzuwenden. Die DenkerInnen der Aufkl&#228;rung waren &#252;ber diese Frage tief gespalten. Eine Str&#246;mung, vertreten von Hume, Montesquieu und Kant, bezweifelte dass Menschen mit dunkler Hautfarbe &#252;berhaupt als Menschen begriffen werden k&#246;nnten – so etwa Montesquieu in seinem 1748 verfassten „Vom Geist der Gesetze“.<a href="#anm11" title="anm_11" name="anm_11"><sup>11</sup></a> Hegel bemerkte in seinen Vorlesungen &#252;ber die Geschichte der Philosophie aus den fr&#252;hen 1830er Jahren, Afrika w&#228;re ein Land der „Unreife“, das den Historiker (sic!) vor tiefgreifende Probleme stelle: „Der eigent&#252;mlich afrikanische Charakter ist darum schwer zu fassen, weil wir dabei ganz auf das Verzicht leisten m&#252;ssen, was bei uns in jeder Vorstellung mitunter l&#228;uft, die Kategorie der Allgemeinheit“.<a href="#anm12" title="anm_12" name="anm_12"><sup>12</sup></a> Gleichzeitig forderte jedoch eine andere Tendenz, repr&#228;sentiert von Diderot, John Millar und Johann Gottfried von Herder, die rassistische Ideologie heraus, die zur Rechtfertigung der Eroberung der indigenen Bev&#246;lkerung Amerikas und der Versklavung von AfrikanerInnen entwickelt wurde. Herder lehnte Begriffe der europ&#228;ischen &#220;berlegenheit ab: „Am wenigsten kann also unsre europ&#228;ische Kultur das Ma&#223; allgemeiner Menscheng&#252;te und Menschenwertes sein; sie ist kein oder ein falscher Ma&#223;stab“.<a href="#anm13" title="anm_13" name="anm_13"><sup>13</sup></a> Diese Str&#246;mung in der Aufkl&#228;rung inspirierte die <em>Amis des Noirs</em><span lang="DE">, deren Ideen dazu f&#252;hrten, dass Robespierre die Sklaverei 1793, am H&#246;hepunkt der Revolutionen in Frankreich und Haiti, abschaffte.<a href="#anm14" title="anm_14" name="anm_14"><sup>14</sup></a> Die Komplexit&#228;t der Universalit&#228;tsdoktrin ist am besten in der Amerikanischen Unabh&#228;ngigkeitserkl&#228;rung ausgedr&#252;ckt. Diese ist, neben der franz&#246;sischen Erkl&#228;rung der Menschen- und B&#252;rgerrechte, einer der ber&#252;hmtesten politischen Ausdr&#252;cke des aufgekl&#228;rten Denkens. In den unsterblichen Worten des zweiten Paragraphen: „We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness”.<a href="#anm15" title="anm_15" name="anm_15"><sup>15</sup></a> Wer immer die scheinbar tr&#252;gerischen Anspr&#252;che des aufkl&#228;rerischen Universalismus der L&#228;cherlichkeit preisgeben will, braucht blo&#223; diese einleitende Passage zitieren um dann auf all jene zu verweisen, die davon ausgeschlossen sind: alle Frauen, indigene AmerikanerInnen, SklavInnen usw. Daraus schlie&#223;en manche Menschen, dass die Unterdr&#252;ckung der Aufkl&#228;rung selbst inh&#228;rent ist. Michael Berube weist darauf hin: „Poststrukturalismus argumentiert oftmals, dass die emanzipatorischen Narrative der Aufkl&#228;rung tats&#228;chlich auf ihren historischen und sozialen Entstehungsbedingungen im Rassismus und Sexismus des 18. Jahrhunderts gr&#252;nden – und von ihnen blo&#223;gestellt werden“, und dass „die gesellschaftliche Gewalt der amerikanischen Gesellschaft der letzten beiden Jahrhunderte nichts ist, was durch eine R&#252;ckkehr zur aufkl&#228;rerischen Rhetorik der Rechte korrigierbar w&#228;re, sondern vielmehr Erf&#252;llung der symbolischen Gewalt, die f&#252;r die Aufkl&#228;rung selbst konstitutiv ist“.<a href="#anm16" title="anm_16" name="anm_16"><sup>16</sup></a> Ist es wahr, dass Universalit&#228;t auf solche Weise „verdorben“ ist? Tats&#228;chlich ist sie, wie Terry Eagleton bemerkt, „eine der gro&#223;artigsten emanzipatorischen Ideen der Weltgeschichte … nicht zuletzt weil die Mittelklassengesellschaft nun von jenen, die sie unterdr&#252;ckt, entlang ihrer eigenen Logik herausgefordert werden konnte, gefangen in einem performativen Widerspruch zwischen dem was sie sagte und dem was sie tat“.<a href="#anm17" title="anm_17" name="anm_17"><sup>17</sup></a></p>
<h3>Aufkl&#228;rung und Kapitalismus</h3>
<p>Die Quelle dieser Spannungen innerhalb der Aufkl&#228;rung liegt in ihrem Verh&#228;ltnis zum Kapitalismus als historischem System. KritikerInnen der Aufkl&#228;rung haben keine Zweifel, dass es da eine Verbindung gibt, obwohl sie weniger sicher sind, welche es ist.<a href="#anm18" title="anm_18" name="anm_18"><sup>18</sup></a> Tats&#228;chlich war die Aufkl&#228;rung sowohl ein Produkt kapitalistischer Entwicklung als auch ein Beitrag zu ihrer weiteren Expansion. Mikuláš Teich beschreibt sie als, nach Renaissance und Reformation, dritte einer Serie von „historisch demarkierten Sequenzen“, eingebettet in „den langen &#220;bergang von Feudalismus zu Kapitalismus“. Der &#220;bergang war gepr&#228;gt von deutlichen geographischen und zeitlichen Ungleichheiten zwischen Beginn und Abschluss, zwischen oder selbst innerhalb von Nationen; doch die kulturellen und ideologischen Sequenzen tendierten dazu, sich gleichzeitig, oder nach nur kurzen Verz&#246;gerungen, auf der internationalen Szenerie zu manifestieren. Als Resultat unterschieden sich deren Klasseninhalt und soziale Bedeutung je nachdem, ob die jeweilige Nation n&#228;her am Anfang oder am Ende dieses Prozesses war: „Die F&#246;rderer der Aufkl&#228;rung waren eine sozial heterogene Gruppe, und von diesem Standpunkt war die Aufkl&#228;rung eine gemischte „aristokratisch-b&#252;rgerliche“ Bewegung. Insoweit es m&#246;glich ist, ihr ein gemeinsames Programm zuzuschreiben, war sie reformistisch. Insoweit sie die herrschende feudale Ordnung unterminierte, war sie revolution&#228;r“.<a href="#anm19" title="anm_19" name="anm_19"><sup>19</sup></a> Albert Hirschmann hat gezeigt, dass viele der Argumente, die von DenkerInnen der Aufkl&#228;rung in Schottland und Frankreich f&#252;r den Kapitalismus vorgebracht wurden, nicht auf einer Bewunderung f&#252;r den Kapitalismus selbst basieren, sondern auf den politischen und gesellschaftlichen Vorteilen, die &#246;konomische Entwicklung angeblich bringen w&#252;rde: „Seit dem Ende des Mittelalters, und besonders als Resultat der h&#228;ufiger werdenden Kriege und B&#252;rgerkriege im 17. und 18. Jahrhundert, wurde nach neuen Verhaltensregeln und Methoden gesucht, um Herrschern wie Beherrschten dringend ben&#246;tigte Disziplin und Einschr&#228;nkungen aufzuerlegen, und die Ausweitung von Handel und Produktion wurde in dieser Hinsicht f&#252;r vielversprechend gehalten.“ Doch die Auswirkungen des Kapitalismus waren alles andere als friedlich und der Ordnung zutr&#228;glich, und die damals hervorgebrachten Argumente wurden „nicht blo&#223; vergessen sondern aktiv verdr&#228;ngt“. F&#252;r Hirschmann war dies notwendig f&#252;r die Legitimit&#228;t der kapitalistischen Ordnung, da diese „in der festen &#220;berzeugung angenommen wurde, sie w&#252;rde bestimmte Probleme l&#246;sen, und sie daran eindeutig und abgrundtief scheitert“.<a href="#anm20" title="anm_20" name="anm_20"><sup>20</sup></p>
<h3>Zweischneidiges Erbe</h3>
<p>Das triumphierende System musste den Radikalismus der Aufkl&#228;rung unterdr&#252;cken, oder ihn zumindest von der sozialen Welt auf die Natur &#252;bertragen. Daniel Gordon schreibt, dass es bereits in „weiten Teilen des Aufkl&#228;rungs-Denkens“ eine Spannung gab und dass dieses „nicht blo&#223; darauf aus war, Menschen zu &#252;berzeugen, dass eine kommerzielle Gesellschaft das beste Regime sei, sondern auch die pers&#246;nlichen Qualit&#228;ten von Mut, Patriotismus und Finesse dramatisierte, die gegen eben dieses Regime kultiviert werden sollten“. In dieser „zweischneidigen Mentalit&#228;t … sollten wir die Dialektik als einen der Aufkl&#228;rung internen Prozess sehen – ein Prozess, in der ein bestimmtes Ma&#223; an historischem Optimismus sofort Zweifel an der Vollkommenheit der begehrten Gesellschaft produziert“.</a><a href="#anm21" title="anm_21" name="anm_21"><sup>21</sup></a> Aus diesen Zweifeln entstammte die radikalisierte Aufkl&#228;rung im Herzen des Marxismus.<a href="#anm22" title="anm_22" name="anm_22"><sup>22</sup></a> Im Manifest der kommunistischen Partei (1848) fassen Marx und Engels die Rolle der Aufkl&#228;rung in der b&#252;rgerlichen Revolution zusammen: „Als die alte Welt im Untergehen begriffen war, wurden die alten Religionen von der christlichen Religion besiegt. Als die christlichen Ideen im 18. Jahrhundert den Aufkl&#228;rungsideen unterlagen, rang die feudale Gesellschaft ihren Todeskampf mit der damals revolution&#228;ren Bourgeoisie.“ Kapitalismus musste die Kraft des vern&#252;nftigen Denkens entfesseln, doch Vernunft ist nicht das Eigentum einer einzelnen Klasse, und sobald offenbar wurde, dass Menschen die Macht hatten, die Welt entlang kapitalistischer Linien zu ver&#228;ndern, stellte sich unvermeidlich die Frage nach einer weiteren Ver&#228;nderung: „Die Waffen, womit die Bourgeoisie den Feudalismus zu Boden geschlagen hat, richten sich jetzt gegen die Bourgeoisie selbst“.<a href="#anm23" title="anm_23" name="anm_23"><sup>23</sup></a> Als dies geschrieben wurde, war die Bourgeoisie damit besch&#228;ftigt, die Anwendung der Doktrinen der Aufkl&#228;rung zu begrenzen, insbesondere indem sie behauptete es w&#228;re schlicht ein Irrtum, eine gef&#228;hrliche Illusion, dass es irgendetwas jenseits des Kapitals geben k&#246;nnte. „Es handelte sich jetzt nicht mehr darum, ob dies oder jenes Theorem wahr sei, sondern ob es dem Kapital n&#252;tzlich oder sch&#228;dlich, bequem oder unbequem, ob polizeiwidrig oder nicht.“<a href="#anm24" title="anm_24" name="anm_24"><sup>24</sup></a> Die ArbeiterInnenklasse h&#228;tte demnach die Traditionen fortzuf&#252;hren, welche die Bourgeoisie verlassen hatte. Engels bezeichnete die „deutsche Arbeiterbewegung“ als „Erbin der deutschen klassischen Philosophie“<a href="#anm25" title="anm_25" name="anm_25"><sup>25</sup></a>, Lenin den Marxismus als „rechtm&#228;&#223;ige Erbin des Besten, was die Menschheit im 19. Jahrhundert in Gestalt der deutschen Philosophie, der englischen [sic!] &#214;konomie und des franz&#246;sischen Sozialismus hervorgebracht hat“.<a href="#anm26" title="anm_26" name="anm_26"><sup>26</sup></a> Kurz nach der Russischen Revolution fasste Trotzki die Ansicht dreier Generationen von MarxistInnen zusammen: „Das zusammenfassende Denken der bourgeoisen Demokratie erhebt sich in Gestalt ihrer k&#252;hnsten, ehrlichsten und weitblickendsten Vertreter – getrieben von den kapitalistischen Widerspr&#252;chen – bis zur genialen Selbstverleugnung, ausger&#252;stet mit dem ganzen Arsenal, das dank der Entwicklung der bourgeoisen Wissenschaft zur Verf&#252;gung stand. Das ist die Herkunft des Marxismus“.<a href="#anm27" title="anm_27" name="anm_27"><sup>27</sup></a> Es gibt immer noch Versuche von liberaler und sozialdemokratischer Seite, die verlorene Einheit der urspr&#252;nglichen Aufkl&#228;rung wieder herzustellen. Gareth Stedman Jones beispielsweise meint, „die heutige Sozialdemokratie sollte … sich auf ihren Geburtsort besinnen und die Ambitionen der sp&#228;ten, demokratischen Aufkl&#228;rung aufgreifen, und die Vorteile der individuellen Freiheit und der b&#252;rgerlichen Gesellschaft mit dem republikanischen Ideal von gr&#246;&#223;erer Gleichheit, einschlie&#223;enden B&#252;rgerrechten und &#246;ffentlichem Wohl verbinden“.<a href="#anm28" title="anm_28" name="anm_28"><sup>28</sup></a> Das ist buchst&#228;blich utopisch: wir k&#246;nnen nicht in die Welt von 1776 oder 1789 zur&#252;ckkehren. F&#252;r Marx war politische Emanzipation Fortschritt, „zwar nicht die letzte Form der menschlichen Emanzipation &#252;berhaupt, aber … die letzte Form der menschlichen Emanzipation <em>innerhalb</em> der bisherigen Weltordnung“.<a href="#anm29" title="anm_29" name="anm_29"><sup>29</sup></a> Doch zugleich war Fortschritt nicht dasselbe wie menschliche Emanzipation. „Wir wissen jetzt, da&#223; dies Reich der Vernunft weiter nichts war als das idealisierte Reich der Bourgeoisie“, schrieb Engels 1888. „So wenig wie alle ihre Vorg&#228;nger konnten die gro&#223;en Denker des 18. Jahrhunderts hinaus &#252;ber die Schranken, die ihnen ihre eigne Epoche gesetzt hatte“.<a href="#anm30" title="anm_30" name="anm_30"><sup>30</sup></a> Teil ihrer Epoche zu sein war sowohl ihre Tragik wie Quell ihrer Gr&#246;&#223;e.</p>
<h3>Die zeitgen&#246;ssische Debatte</h3>
<p>Ich hatte geschrieben, dass das Thema der Vorherbestimmung nicht l&#228;nger im Zentrum aktueller Debatten steht, doch es gibt in der Tat Menschen in der angels&#228;chsischen Welt, die es dort wieder sehen wollen (und die gerade Bildungsinstitutionen in England und den USA finanzieren). Wie ernst sollten wir diese Gefahr nehmen?<br />
Nehmen wir die Einsch&#228;tzung von Lord May of Oxford als ein Beispiel. Er war Professor f&#252;r Zoologie am Imperial College, h&#246;chster Wissenschaftsberater der britischen Regierung, Vorsitzender des Office of Science and Technology und ist zurzeit Mitglied des britischen Oberhauses. Lord May ist, mit anderen Worten, nicht jemand, den man der Verschw&#246;rung zum Sturz der westlichen Zivilisation verd&#228;chtigen w&#252;rde. In einer Ansprache zum Ende seines Vorsitzes der Royal Society veranschaulichte May die Gefahr, die davon ausgehe, was er „die Dunkelheit der fundamentalistischen Irrationalit&#228;t“ nannte, indem er drei „globale“ Probleme hervorhob: „Klimawandel, Verlust der Biodiversit&#228;t, neue und wieder auftretende Krankheiten“. WissenschafterInnen strebten nach L&#246;sungen, so May, doch in jedem dieser F&#228;lle s&#228;hen sie sich mit Hindernissen konfrontiert: „Kampagnen, initiiert von Menschen, deren Wertesystem oder kommerziellen Interessen sie dazu treiben, die wissenschaftlichen Fakten zu leugnen oder zu entstellen“. So w&#252;rden Versuche, die Ausbreitung von HIV/AIDS in Afrika zu stoppen, von der katholischen Kirche einer- und der von einem fundamentalistischen Protestantismus unter Druck gesetzte US-amerikanischen Regierung andererseits untergraben, die auf der Abgabe von Kondomen basierende Strategien ablehnen. May zog den Schluss, dass „die zentralen Werte der Aufkl&#228;rung … die freie, offene, vorurteilslose, unbehinderte Forschung; individuelle Freiheit; Trennung von Kirche und Staat … von wiederauflebendem Fundamentalismus in West und Ost ernsthaft in Gefahr sind“.<a href="#anm31" title="anm_31" name="anm_31"><sup>31</sup></a><br />
Im Westen hat diese Gefahr in den USA das bedrohlichste Ausma&#223; erreicht. Bei all der Aufmerksamkeit, die der angeblichen Irrationalit&#228;t des Islam zuteil wird, macht es Sinn zu betonen, wie sehr die USA Heimat von vor-aufkl&#228;rerischen Werten ist, mit Millionen von AmerikanerInnen die an genau der Art von Religiosit&#228;t festhalten, die durch die Aufkl&#228;rung herausgefordert wurde. Eine Umfrage ergab, dass 80 Prozent der AmerikanerInnen an eine Art Leben nach dem Tod glauben; 76 Prozent glauben an den Himmel (und 64%, dass sie dort hinkommen); 71 Prozent glauben an die H&#246;lle und, wenn auch nur sehr wenige glauben, dass sie selbst dort hinkommen, 32 Prozent, dass sie ein „tats&#228;chlicher Ort der Qualen und Folter“ ist. 18 Prozent glauben an Wiedergeburt, einschlie&#223;lich zehn Prozent der „Wiedergeborenen Christen“, was auf eine gewisse Unsicherheit mit dem eigenen Wertesystem nahe legt.<a href="#anm32" title="anm_32" name="anm_32"><sup>32</sup></a> Pr&#228;sident George W. Bush selbst hat erkl&#228;rt, dass &#252;ber die Evolutionstheorie noch kein endg&#252;ltiges Urteil gef&#228;llt wurde.<a href="#anm33" title="anm_33" name="anm_33"><sup>33</sup></a> John Gray dr&#252;ckt es so aus: „Nirgendwo sonst gibt es Bewegungen, die den Darwinismus aus &#214;ffentlichen Schulen verbannen wollen. In Wahrheit ist die USA ein weniger s&#228;kulares Regime als die T&#252;rkei“.<a href="#anm34" title="anm_34" name="anm_34"><sup>34</sup></a><br />
Eine Erkl&#228;rung daf&#252;r k&#246;nnte darin liegen, dass die USA immer die hemmungsloseste Form des Kapitalismus hatten und AmerikanerInnen am wenigstens durch kollektive Sicherungssysteme gesch&#252;tzt waren. Die verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig kurze Periode des wohlfahrtsstaatlichen Kapitalismus (etwa zwischen den 1930er und 1970er Jahren) wurde abgel&#246;st von einer kompletten Umkehr, hin zu einer Situation in der Familien und Gemeinden dem freien Markt ausgesetzt und dadurch auseinander gerissen wurden. Die psychischen Wunden, die Individuen durch solche sozialen Verw&#252;stungen zugef&#252;gt werden, laden dazu ein, nach Heilung im Glauben zu suchen. Wie Barbara Ehrenreich bez&#252;glich der von ihr untersuchten arbeitslosen Mittelklasse schreibt, heilen bestimmte Arten von Religion nicht nur entfremdete Seelen, sondern erg&#228;nzen auch die individualistische Philosophie, die ihnen diese Wunden urspr&#252;nglich zugef&#252;gt hatte. „Wenn du alles durch deine eigenen geistigen Anstrengungen schaffen kannst – wenn du nur ausreichend betest oder dich stark genug konzentrierst – gibt es keine Notwendigkeit, die sozialen oder &#246;konomischen Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse zu konfrontieren, die dein Leben bestimmen“.<a href="#anm35" title="anm_35" name="anm_35"><sup>35</sup></a> Theodor W. Adorno formulierte diesen Punkt in theoretischeren Begriffen, Bezug nehmend auf den Glauben an Astrologie: „So sind selbst Menschen von angeblich ‚normalem’ Geiste bereit, Systeme der T&#228;uschung zu akzeptieren, aus dem einfachen Grund, dass es tats&#228;chlich zu schwierig ist, solche Systeme von jenen ebenso unerbittlichen und undurchsichtigen zu unterscheiden, unter denen sie tats&#228;chlich ihre Leben zu f&#252;hren haben.“<a href="#anm36" title="anm_36" name="anm_36"><sup>36</sup></a> Der neoliberale Angriff, den AmerikanerInnen erlebt haben, ist die Form des Kapitalismus, die jetzt &#252;berall hin exportiert wird. Eine j&#252;ngste Studie zum Aufstieg des religi&#246;sen Fundamentalismus bemerkte, dass die Moderne, „die Kraft, von der einst erwartet wurde, dass sie Religion &#252;berfl&#252;ssig machen w&#252;rde, in Wirklichkeit dazu gef&#252;hrt hat, dass sie mutiert und neue St&#228;rke gewinnt“. Die Universit&#228;t von Helsinki sch&#228;tzt, dass zwei Millionen ChinesInnen jedes Jahr zum evangelikalen Christentum konvertieren und die Zahl neuer Konvertiten 300 Millionen erreichen k&#246;nnte – ein F&#252;nftel der gegenw&#228;rtigen Bev&#246;lkerung.<a href="#anm37" title="anm_37" name="anm_37"><sup>37</sup></a> Es ist aber nicht „die Moderne“, die diesen Effekt erzeugt hat, sondern die spezifische Form, die die kapitalistische Moderne in ihrer gegenw&#228;rtigen multinationalen Verk&#246;rperung angenommen hat. „Die Kombination von … zwei Dimensionen – sozio&#246;konomischer Anomie, zusammen mit politischer und ideologischer Anomie – hat unweigerlich dazu gef&#252;hrt, dass Menschen auf andere Mittel der gesellschaftlichen Solidarit&#228;t zur&#252;ckgreifen, wie Religion, Familie und Vaterland“.<a href="#anm38" title="anm_38" name="anm_38"><sup>38</sup></a> Doch das Problem bleibt, wie mit diesem irrationalen Glauben umzugehen ist. Eine typische Antwort ist jene von Richard Dawkins, der in einer neuen britischen Fernsehserie alle Religionen angreift, unter anderem f&#252;r ihre Irrationalit&#228;t, ihre Ablehnung wissenschaftlicher Beweise, ihre Intoleranz und den von ihm so genannten „Kindesmissbrauch“, indem sie absichtlich junge, leicht zu verf&#252;hrende Menschen mit &#220;berzeugungen konfrontieren, die ihre Weltanschauung verdunkeln.<a href="#anm39" title="anm_39" name="anm_39"><sup>39</sup></a> Doch Dawkins’ Anklagen zeigen keinerlei Verst&#228;ndnis davon oder Interesse daran, weshalb Menschen empf&#228;nglich sind, bestimmte Dinge zu glauben. Die Argumente der Aufkl&#228;rung zu organisierter Religion, die Dawkins im Wesentlichen reproduziert, gehen davon aus, dass diese bestehen bleibt, weil die Mehrheit der Menschen unf&#228;hig sind, der Indoktrination durch ihre Priester, &#196;ltesten, Rabbiner oder Imame zu widerstehen. Doch keine Anh&#228;ngerInnen irgendeiner Religion werden positiv auf eine Kritik reagieren, die Zweifel an ihrer Intelligenz erhebt und ihren Glauben l&#228;cherlich macht. Post-Aufkl&#228;rungs-Denker, vornehmlich Marx und Freud, die sich selbst als auf den Errungenschaften der Aufkl&#228;rung aufbauend betrachteten, versuchten die gesellschaftlichen und psychologischen Bed&#252;rfnisse zu erkl&#228;ren die dazu f&#252;hren, dass Menschen Religion ben&#246;tigen, und schlagen Alternativen dazu vor, statt Gl&#228;ubige einfach f&#252;r ihr Irrationalit&#228;t an den Pranger zu stellen. So schrieb Marx den ber&#252;hmten Satz: „Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist“.<a href="#anm40" title="anm_40" name="anm_40"><sup>40</sup></a> Was das bedeutete, stellte Freud unabh&#228;ngig von ihm fest: „Es ist gewi&#223; ein unsinniges Beginnen, die Religion gewaltsam und mit einem Schlage aufheben zu wollen. Vor allem darum, weil es aussichtslos ist. Der Gl&#228;ubige l&#228;&#223;t sich seinen Glauben nicht entrei&#223;en, nicht durch Argumente und nicht durch Verbote. Gel&#228;nge es aber bei einigen, so w&#228;re es eine Grausamkeit. Wer durch Dezennien Schlafmittel genommen hat, kann nat&#252;rlich nicht schlafen, wenn man ihm das Mittel entzieht.“<a href="#anm41" title="anm_41" name="anm_41"><sup>41</sup></a> Dawkins selbst liefert unbeabsichtigt ein Beispiel f&#252;r den Ansatz, den Freud kritisiert: Michael Shermer, Herausgeber der Zeitschrift „Sceptic“, erz&#228;hlte davon, wie er &#246;ffentlich einen ber&#252;hmten Fernseh-„Magier“ entlarvte. Der Mann machte gew&#246;hnliche Zaubertricks und spielte den Leuten vor, er k&#246;nne mit Geistern kommunizieren. Doch statt sich feindselig gegen den enttarnten Scharlatan zu wenden, griff sich das Publikum den Aufkl&#228;rer und unterst&#252;tzte eine Frau, die ihn wegen „unangebrachtem“ Verhalten beschuldigte – er habe die Illusionen der Leute zerst&#246;rt. „Man sollte denken, dass sie dankbar daf&#252;r w&#228;re, dass ihr den Schleier von den Augen genommen wurde“, beschwert sich Dawkins, f&#252;r den die Menschheit immer schon eine gewisse Entt&#228;uschung gewesen ist, „aber anscheinend hatte sie ihn gerne“.<a href="#anm42" title="anm_42" name="anm_42"><sup>42</sup></a> Dawkins’ Ansatz ist schlicht unf&#228;hig, jemanden zu &#252;berzeugen, der oder die nicht bereits seiner Meinung ist. Doch was kann religi&#246;se oder „irrationale“ Ansichten tats&#228;chlich ver&#228;ndern? Der chilenische Autor Ariel Dorfman gibt uns ein Beispiel. Als junger Student versuchte er in den sp&#228;ten sechziger Jahren den armen und migrantischen ArbeiterInnen zu helfen, und war Teil eines „Kreuzzugs gegen die Produkte der Kulturindustrie“ wie „Comics, Seifenopern, Westernfilme, Radio- und Fernsehserien, Liebeslieder, gewaltt&#228;tige Filme“. Eine Frau, die gerne Liebesromane las, n&#228;hert sich ihm, w&#228;hrend er in einer Wellblechsiedlung arbeitete und fragte, „ob es stimmt, dass ich glaube, dass Leute keine Fotoromane lesen sollten“. Er antwortete: „Ich denke, dass Fotoromane eine Gefahr f&#252;r ihre Gesundheit und ihre Zukunft sind.“ Sie entgegnete in zartem, fast vertrautem Ton: „Tu’ uns das nicht an, junger Compañero! Nimm mir nicht meine Tr&#228;ume!“ Einige Jahre sp&#228;ter traf Dorfman die gleiche Frau wieder, zur Zeit der politischen Radikalisierung w&#228;hrend der Regierung Salvador Allendes: „Sie kam einfach zu mir r&#252;ber, und verk&#252;ndete, dass ich Recht hatte, dass sie keinen ‚Schund’ mehr lese. Dann f&#252;gte sie einen Satz hinzu der mich immer noch besch&#228;ftigt: ‚Jetzt, Compañero, tr&#228;umen wir die Wirklichkeit!’… Sie hatte ihr altes Ich &#220;berwunden und wurde nicht mehr durch diese Bilder unterhalten, die einst ihre wahre Liebe waren.“<a href="#anm43" title="anm_43" name="anm_43"><sup>43</sup></a> Diese Hoffnungen auf Befreiung kamen im „ersten 9/11“, dem chilenischen Coup, zu einem j&#228;hen Ende. Aber die Lektion bleibt wichtig f&#252;r all jene, die meinen dass der Weg, andere davon zu &#252;berzeugen „die Realit&#228;t zu tr&#228;umen“, ist sie aus einer Position vermeintlicher &#220;berlegenheit zu beleidigen, tyrannisieren und einzusch&#252;chtern.</p>
<h3>Die falschen FreundInnen der Aufkl&#228;rung</h3>
<p>Ein sich stetig nach Rechts bewegender Teil der liberalen Linken, &#252;blicherweise eher in den Medien als an Universit&#228;ten verankert, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Banner der Aufkl&#228;rung weiter zu tragen. Diese Kampagne wird selbstverst&#228;ndlich nicht blo&#223; von einer Handvoll ZeitungskolumnistInnen getragen. Das gesetzliche Verbot des Tragens des Hijab an franz&#246;sischen Schulen und Universit&#228;ten wurde etwa von vielen franz&#246;sischen LehrerInnen, gro&#223;en Teilen der Linken und selbst der trotzkistischen Organisation Lutte Ouvriere unterst&#252;tzt. Nichtsdestotrotz finden sich Argumente f&#252;r die Notwendigkeit der Verteidigung s&#228;kularer Werte der Aufkl&#228;rung vor allem unter KommentatorInnen in den Medien. Das frappierende an diesen Argumenten ist ihre Einseitigkeit. Das Hauptziel ihrer Angriffe ist nicht etwa die Kampagne zur Einf&#252;hrung des Kreationismus in US-amerikanische Schulpl&#228;ne, oder die Weigerung der US-Regierung, die globale Erderw&#228;rmung ernst zu nehmen, sondern die angebliche Gefahr, die der islamische Fundamentalismus f&#252;r die westliche Zivilisation darstellt. Besonders seit dem 11. September wurde der Slogan von der „Verteidigung der Aufkl&#228;rung“ hochgehalten, um Unterst&#252;tzung f&#252;r den „great war for civilisation“, wie Robert Fisk ihn genannt hat, und die Unterdr&#252;ckung der muslimischen Bev&#246;lkerung im eigenen Land zu erheischen.<a href="#anm44" title="anm_44" name="anm_44"><sup>44</sup></a> Christopher Hitchens, ein besonders lautstarker medialer Unterst&#252;tzer des „Kriegs gegen den Terror“ erkl&#228;rte in einer Reihe von Interviews, weshalb jemand, der lange der Linken angeh&#246;rt hatte, sich nun so entschieden auf die Seite der neokonservativen Agenda f&#252;r den Nahen Osten schlug. Hitchens meinte, dass er sich seit dem 11. September einer Mission verschieben habe, „die Aufkl&#228;rung zu verteidigen, die Vorz&#252;ge des Rationalismus zu verteidigen und auszuweiten, mit allen n&#246;tigen Mitteln“.<a href="#anm45" title="anm_45" name="anm_45"><sup>45</sup></a> Bereits unmittelbar nach den Angriffen auf die USA behauptete er: „Die Bomber von Manhattan repr&#228;sentieren einen Faschismus mit islamischem Antlitz, und es gibt hier keinen Raum f&#252;r irgend einen Euphemismus. Was sie am ‚Westen’ verabscheuen … ist nicht das, was westliche Liberale an ihrem eigenen System nicht m&#246;gen und nicht verteidigen, sondern was sie m&#246;gen und was sie verteidigen m&#252;ssen: emanzipierte Frauen, wissenschaftliche Methode, die Trennung von Staat und Religion.“<a href="#anm46" title="anm_46" name="anm_46"><sup>46</sup></a> Der Irak war nat&#252;rlich nicht in die Anschl&#228;ge vom 11. September involviert. Noch war das Ba’athistische Regime, von einigen opportunistischen Verbeugungen Richtung Mekka abgesehen, jemals etwas anderes als eins s&#228;kulare Modernisierungsdiktatur. Doch das tat nichts zur Sache – auch dem Irak war die Abscheu der Aufkl&#228;rung sicher und konnte so unter der allgemeinen &#220;berschrift „Faschismus“ eingeordnet werden, einem Begriff, der in diesem Kontext keinerlei wissenschaftlichen Wert hat, aber extrem n&#252;tzlich ist, um die liberale Linke hinter den imperialen Kriegsanstrengungen zu vereinen.<a href="#anm47" title="anm_47" name="anm_47"><sup>47</sup></a> F&#252;r ehemals linke Unterst&#252;tzerInnen des Kriegs gegen den Terror droht der Aufkl&#228;rung nicht nur Gefahr von islamischem oder arabischem „Faschismus“, sondern auch von einer Linken, die gegen&#252;ber diesem angeblich kapituliert h&#228;tte. Nach Nick Cohen, einem der britischen B52-Liberale „sind Teile der Linken zum ersten Mal seit dem Hitler-Stalin-Pakt dem Faschismus gegen&#252;ber nachgiebig geworden“.<a href="#anm48" title="anm_48" name="anm_48"><sup>48</sup></a> Warum hat die Linke das getan? Weil sie, „konfrontiert mit einer aktuellen imperialistischen Bewegung – der Islamismus will ein Imperium von den Philippinen bis Gibraltar –, die durch und durch tyrannisch, homophob, frauenfeindlich, rassistisch und m&#246;rderisch ist, meint, dass diese legitim ist, weil sie sich gegen die westliche Kultur richtet.“<a href="#anm49" title="anm_49" name="anm_49"><sup>49</sup></a> Nun wird tats&#228;chlich versucht, ein Imperium von den Philippinen bis Gibraltar zu errichten, doch nicht von MuslimInnen, sondern von eben jenem amerikanischen Staat, dessen milit&#228;rischen Apparat Cohen st&#228;ndig auffordert, in noch mehr L&#228;nder einzumarschieren. Warum sind so viele ehemalige MarxistInnen in diese h&#246;chst einseitige und selektive Version der Aufkl&#228;rung zur&#252;ckgefallen? Martin Kettle<a href="#anm50" title="anm_50" name="anm_50"><sup>50</sup></a>, f&#252;r den „das Scheitern des Sozialismus“ die gro&#223;e Lehre des 20. Jahrhunderts ist, behauptet: „Zu viele Feinde des Kapitalismus und der USA packen immer noch alles in den falschen und selbsttr&#252;gerischen Rahmen der behauptet, der Feind meines Feindes w&#228;re mein Freund, selbst wenn er meine Familie in der U-Bahn in die Luft sprengt, meine KollegInnen im Bus ermordet oder droht mich zu enthaupten, weil ich eine Zeichnung ver&#246;ffentliche, denn schlie&#223;lich ist er immer noch im Krieg mit Bush, Blair uns Berlusconi“.<a href="#anm51" title="anm_51" name="anm_51"><sup>51</sup></a> Das sind krude Unterstellungen. Kennt Kettle tats&#228;chlich jemanden, der oder die diese Position einnimmt? Dies ist ein klassisches Beispiel f&#252;r stalinistische Taktiken, angewandt von reuigen StalinistInnen. Dahinter offenbart sich der schwere Geruch von Niederlagen, durchkreuzter Hoffnungen und das Herunterschrauben der politischen Ambitionen auf bescheidenere Gr&#246;&#223;enordnungen, in der die Welt nicht ver&#228;ndert, aber zumindest f&#252;r Guardian-KolumnistInnen sicher gemacht werden soll. Dass die Aufkl&#228;rung mit ihrem gro&#223;en, Prometeus’schen Beharren darauf, dass Menschen ihre Welt transformieren k&#246;nnen, f&#252;r diesen R&#252;ckzug in Anschlag gebracht wird, ist bedauerlich, und in manchen F&#228;llen tragisch. Die Rede ist von Rationalit&#228;t, doch dahinter steht die Vorstellung, dass der Mensch zum B&#246;sen dr&#228;ngt und daher kontrolliert werden muss.<o></o></p>
<h3>Die Linke und das Erbe</h3>
<p>Es gibt jedoch einen Aspekt der liberalen Argumente der „Neuen Aufkl&#228;rung“, der gewisse Plausibilit&#228;t besitzt, n&#228;mlich ihre Attacken auf die Absurdit&#228;ten des Postmodernismus. Fred Halliday, einer der B52-Liberalen<a href="#anm52" title="anm_52" name="anm_52"><sup>52</sup></a>, landet einige sch&#246;ne Treffer gegen die postmodernistische Linke: „Wenn du in den Gef&#228;ngnissen der islamischen Garden im Iran dahinsiechst, gezwungen wirst, mittelalterliche Kleidung auf den Stra&#223;en Teherans zu tragen, f&#252;r deine Verteidigung des S&#228;kularismus in &#196;gypten erschossen oder in Bombay aus deinem Hem vertrieben und m&#246;glicherweise get&#246;tet wirst oder dir dein Land von Leuten gestohlen wird, die behaupten, Gott h&#228;tte es ihnen gegeben, wird es wenig helfen wenn du, im Namen universeller Werte protestierend, als ethnozentrisch oder nicht postmodern-spielerisch genug entlarvt wirst oder dir gesagt wird, dass wir leider nicht ganz sicher sein k&#246;nnen, ob die Rechte, die du einforderst, auch angemessen begr&#252;ndet werden k&#246;nnen.“<a href="#anm53" title="anm_53" name="anm_53"><sup>53</sup></a> Es wird nur wenige auf der Linken geben, die dem widersprechen. Dennoch gibt es gelegentliches Z&#246;gern, das Erbe der Aufkl&#228;rung zu verteidigen. Anschlie&#223;end an die Aufkl&#228;rung war das mehr als hundert Jahre lang kein Thema. Wenn die ArbeiterInnenklasse und die Unterdr&#252;ckten ein materielles Interesse von der Bourgeoisie geerbt hatten, die Welt zu transformieren, so hatten sie ebenso die Macht der Vernunft als Mittel zur Erreichung dieser Transformation geerbt. In Robert Burns’ „A Man’s A Man For a’ That“ (1795) ist es “the man o’ independent mind”, der &#252;ber die Anma&#223;ungen der Aristokratie lacht.<a href="#anm54" title="anm_54" name="anm_54"><sup>54</sup></a> William Wordsworth schrieb in seinem Gedicht „For Toussaint L’Ouverture“ (1802) &#252;ber den Anf&#252;hrer der SklavInnenrevolution in Santo Dominge, dieser h&#228;tte unter seinen gr&#246;&#223;ten Verb&#252;ndeten „man’s unconquerable mind“.<a href="#anm55" title="anm_55" name="anm_55"><sup>55</sup></a> Diese Ansichten wurden in die eigentliche ArbeiterInnenbewegung &#252;bertragen. Die „Internationale“, 1870 verfasst vom franz&#246;sischen Sozialisten Eugene Pottier, beruft sich auf „Vernunft, die in ihrem Krater donnert“ und ruft die unterw&#252;rfigen Massen auf, sich ihres Aberglaubens zu entledigen.<a href="#anm56" title="anm_56" name="anm_56"><sup>56</sup></a> Diese Traditionen sind durchaus lebendig. Die amerikanische Journalistin Barbara Ehrenreich hat k&#252;rzlich auf diese Weise an ihre Eltern erinnert: „Meine Familie waren urspr&#252;nglich arme ArbeiterInnnen, aber ganz stark der Rationalit&#228;t verpflichtet, auf eine sehr positivistische – ich w&#252;rde heute sagen: limitierte – Art. Doch sie waren sehr streitbar in diesen Dingen. Und ich respektiere diese Rationalit&#228;t als etwas, das ihnen etwas W&#252;rde gegen&#252;ber ihren Bossen verliehen hat … Ich habe Rationalit&#228;t immer als etwas gesehen, das nicht der Unterdr&#252;cker besitzt und meine Leute nicht, sondern als etwas, das ich eher unter den Unterdr&#252;ckten finde als unter jenen, die besch&#228;ftig versuchen, ihre Position in der Gesellschaft zu rechtfertigen, ohne R&#252;cksicht auf Wahrheit.“<a href="#anm57" title="anm_57" name="anm_57"><sup>57</sup></a> Es gab stets jene auf der Linken, von William Blake bis George Sorel, die Vernunft – oder bestimmte Formen der Vernunft – als Fallstrick der b&#252;rgerlichen Gesellschaft sahen und ablehnten. Doch angesichts der Feinde, die das Erbe der Aufkl&#228;rung in der ersten H&#228;lfte des 20. Jahrhunderts gegen sich aufgebracht hatte, war das eine Minderheitenposition. „Damit wird das Jahr 1789 aus der Geschichte gestrichen“, erkl&#228;rte Joseph Goebbels, der neu ernannte nationalsozialistische Minister f&#252;r Volksaufkl&#228;rung und Propaganda, in einer Radioansprache vom 1. April 1933.<a href="#anm58" title="anm_58" name="anm_58"><sup>58</sup></a> Mit „1789“ meinte er nicht nur die Franz&#246;sische Revolution, sondern die gesamte Tradition der Aufkl&#228;rung, die zu ihr beigetragen hatte. Vor diesem Hintergrund hielt Trotzki, wie schon Marx und Engels, die Tradition der Aufkl&#228;rung hoch. In der „Geschichte der Russischen Revolution (geschrieben 1930) hei&#223;t es: „Den historischen Aufstieg der Menschheit kann man, im ganzen genommen, res&#252;mieren al seine Kette von Siegen des Bewu&#223;tseins &#252;ber die blinden Kr&#228;fte – in Natur, Gesellschaft und im Menschen selbst.“<a href="#anm59" title="anm_59" name="anm_59"><sup>59</sup></a> Der hierin ausgedr&#252;ckte Optimismus – unter au&#223;erordentlich schwierigen Umst&#228;nden – entspringt der &#220;berzeugung, die der Marxismus von der Aufkl&#228;rung geerbt hatte, dass Menschen die F&#228;higkeiten haben, die Welt neu zu gestalten. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts untergrub solchen Optimismus. Mit dem Holocaust entstand die erste ernsthafte linke Kritik der Aufkl&#228;rung: Theodor W. Adorno und Max Horkheimer stellten fest, dass der Aufkl&#228;rung alles, was nicht der Berechnung und Nutzbarmachung unterworfen werden konnte, suspekt war. Oder, einfacher ausgedr&#252;ckt: „Aufkl&#228;rung ist totalit&#228;r wie nur irgendein System“.<a href="#anm60" title="anm_60" name="anm_60"><sup>60</sup></a> Schlie&#223;lich entwickelte sich in den 1950ern, mit dem Kalten Krieg, der Wasserstoffbombe und der anhaltenden Entfremdung selbst im „Wohlstandskapitalismus“ der USA, die Beat-Subkultur, die Fantasie und Vorstellungskraft der Vernunft entgegensetzte – eine Stimmung, die in den 1960ern eine breites Publikum fand und sich etwa in den Texten Bob Dylans („she knows too much to argue or to judge“<a href="#anm61" title="anm_61" name="anm_61"><sup>61</sup></a>) oder dem Mystizismus des Hippie-Flower-Power-Booms von 1967 ausdr&#252;ckte. Die Niederlage der Befreiungsbewegungen, die wir mit 1968 verbinden, brachte den in der „Gegenkultur“ angelegten Irrationalismus an die Oberfl&#228;che. „Was k&#246;nnte f&#252;r eine Generation, die durch das politische Auf und Ab der letzten zwei Jahrzehnte erst zum Marxismus hin und dann von ihm weg gezogen wurde“, schreibt Alex Callinicos“, „beruhigender sein, als – im Stile der vorgeblichen Tiefgr&#252;ndigkeit und tats&#228;chlichen Obskurit&#228;t der vom „68er-Denken“ kultivierten submodernistischen Rhetorik – erkl&#228;rt zu bekommen, dass sie nichts tun k&#246;nnen, um die Welt zu &#228;ndern?“<a href="#anm62" title="anm_62" name="anm_62"><sup>62</sup></a> Mehrere Generationen von Radikalen und M&#246;chtegern-Radikalen wurden bisher in den frommen Lehren des Postmodernismus geschult. Viele von ihnen sehen die Aufkl&#228;rung mit starkem Misstrauen, als Instrument der Unterdr&#252;ckung und der Beherrschung der Natur, und sonst kaum etwas. Entsprechend sind die nicht willens oder f&#228;hig, sie zu Verteidigen. Roger Burbach, ein aktiver Unterst&#252;tzer der globalisierungskritischen Bewegung, kritisiert praktisch alle Parteien, inklusive jene der Linken als „Erben des Projekts der Aufkl&#228;rung“.<a href="#anm63" title="anm_63" name="anm_63"><sup>63</sup></a> &#196;hnliche Themen finden sich in der Einleitung zu einem viel gelesenen Sammelband zur Bewegung: „Denn die Zeit der einzelnen Ideologien und gro&#223;en Erz&#228;hlungen war vor&#252;ber. Die Menschen hatten es satt, sich f&#252;r gro&#223;e Pl&#228;ne zu opfern die ihre individuellen Bed&#252;rfnisse, ihre Menschlichkeit, ihre Kultur, ihre Kreativit&#228;t nicht ber&#252;cksichtigten.“<a href="#anm64" title="anm_64" name="anm_64"><sup>64</sup></a> Jedoch, betont etwa Larry Laudan, „so sehr die neue Linke sich starken Formen des Relativismus verschreibt – und das tut sie in bemerkenswertem Ausma&#223; –, so sehr hat sie jede theoretische Grundlage f&#252;r ihr Handeln verloren“.<a href="#anm65" title="anm_65" name="anm_65"><sup>65</sup></a> Denn, so schreibt Elizabeth Wilson, nachdem „wir keine Gr&#252;nde angeboten bekommen, warum wir eine Sache eher glauben sollen als eine andere, k&#246;nnen wir genauso gut ein Erhardt-Seminar-Traning wie radikale Politik praktizieren; Buddhismus ist so gut wie Bolschewismus (oder besser); Therapie statt kollektiver Aktion; Astrologie ist ‚the name of the game’“.<a href="#anm66" title="anm_66" name="anm_66"><sup>66</sup></a></p>
<h3>Schlussfolgerungen</h3>
<p>Welche Haltung sollten SozialistInnen also, angesichts dieser ehrlichen Feinde und falschen Freunde, zum Erbe der Aufkl&#228;rung einnehmen? Kehren wir noch einmal zur&#252;ck zu den drei Bereichen, die ich zuvor als zentrale Ideen der Aufkl&#228;rung definiert habe: Universalismus, Fortschritt und Vernunft. Nehmen wir zun&#228;chst Universalismus. W&#228;hrend PostmodernistInnen endlos &#252;ber die Wunder der Differenz und Partikularit&#228;t diskutieren, sind sich faschistische und rechtsextreme PolitikerInnen sehr klar dar&#252;ber, wie n&#252;tzlich Anti-Universalismus f&#252;r ihre Ziele ist. Richard Wolin berichtete &#252;ber die Entwicklungen im Frankreich der 1990er Jahre: „Repr&#228;sentanten der neuen europ&#228;ischen Rechten wie Alain de Benoist begannen, diskriminierende Gesetze und kulturellen Separatismus durch „differentiellen Rassismus“ zu rechtfertigen – was sich etwa in Le Pens zynischem Sager ausdr&#252;ckte, ‚Ich liebe Nordafrikaner, aber ihr Platz ist im Maghreb“. An diesem Punkt wurde die Inhaltslosigkeit von „Differenz“ als ethischem Paradigma auf schmerzliche Weise offensichtlich“.<a href="#anm67" title="anm_67" name="anm_67"><sup>67</sup></a> Manchmal nimmt der Rassismus aber auch sehr traditionelle Formen an. Nehmen wir als Beispiel einen Bericht der US-amerikanischen Friedensaktivistin Cindy Sheehan an ihre Anh&#228;ngerInnen, der auf mehreren Webseiten ver&#246;ffentlicht wurde. Darin beschreibt sie folgende Episode: „Ich bekam einmal ein Hass-Mail von einem ‚patriotischen Amerikaner’ der meinte, dass wenn wir irakische M&#252;tter und V&#228;ter sehen, die um ihre get&#246;teten Kinder weinen, diese ‚nur f&#252;r die Kameras posieren. Sie sind Tiere, die sich nicht um ihre Kinder k&#252;mmern weil sie wissen, dass sie neue produzieren k&#246;nnen’“ Sheehan meint dazu: „Diese verr&#252;ckte Rhetorik … entmenschlicht uns alle“.<a href="#anm68" title="anm_68" name="anm_68"><sup>68</sup></a> Und das scheint mir die richtige Antwort zu sein, die aufgekl&#228;rte Antwort, sozusagen. Ein Grund (unter vielen andere), weshalb wir unsere Regierungen daran hindern sollten, irakische Kinder zu t&#246;ten und ihre Eltern dem Leid dieses Verlusts auszusetzen ist genau dass „sie“ so sind wie „wir“, mit den selben Verh&#228;ltnissen und den selben Emotionen. Angesichts eines Rassismus wie jenem des Absenders des E-Mails an Sheehan, ist die Berufung auf die „Irreduzibilit&#228;t der Differenz“ oder andere Parolen des Kulturrelativismus tats&#228;chlich noch schlimmer als nutzlos, denn sie treffen sich auf halbem Wege mit dem rassistischen Argument. Wenn Irakis, ChinesInnen, !Kung San oder sonst jemand alle grunds&#228;tzlich verschieden sind, dann ist es, so man dieser Logik folgen will, auch zul&#228;ssig, sie unterschiedlich zu behandeln. W&#228;hrend SozialistInnen dem Begriff der Universalit&#228;t neue Geltung verschaffen sollten, m&#252;ssen sie die zweite zentrale Idee, jene des Fortschritts, hinterfragen. Definieren wir Fortschritt zun&#228;chst schlicht als die wachsende F&#228;higkeit der Gesellschaft, die Weltbev&#246;lkerung am Leben zur erhalten und ein erf&#252;lltes menschliches Leben zu erm&#246;glichen. Der Kapitalismus gab uns, vor mehr als hundert Jahren, die Technologien, F&#228;higkeiten, Methoden und Produktivit&#228;tsniveaus, mit denen der Sozialismus h&#228;tte erreicht werden k&#246;nnen. Nachdem dies nicht geschah, entwickelten sich diese weiter, ungeachtet der f&#252;rchterlichen Krisen, durch die das System regelm&#228;&#223;ig ersch&#252;ttert wird. Millionen haben unn&#246;tig gelitten und sind gestorben; doch gleichzeitig k&#246;nnen wir, falls wir eine sozialistische Gesellschaft erreichen, diese auf der Basis von Entwicklungen schaffen, von denen fr&#252;here Generationen von MarxistInnen blo&#223; tr&#228;umen konnten. Technologische Verbesserungen sind nicht an sich fortschrittlich: „Die einfache Identifizierung von technologischer Entwicklung mit Fortschritt &#252;bergeht Fragen der sozialen Form und der Produktionsverh&#228;ltnisse.“ Das Problem ist jedoch nicht der technologische Aspekt der Produktivkr&#228;fte selbst, so Esther Leslie in ihrer herausragenden Studie &#252;ber Walter Benjamin, sondern die Produktionsverh&#228;ltnisse, unter denen sie auftreten. Obwohl beide sich entwickeln, gibt es eine Tendenz der Produktionsverh&#228;ltnisse, die Produktivkr&#228;fte zu hemmen. „Jeder Zentimeter des Fortschritts auf technologischer Ebene l&#228;sst, unter diesen Produktionsverh&#228;ltnissen, die Unterdr&#252;ckten auf gesellschaftlicher Ebene unter R&#252;ckschritten leiden: so wie Marx die Maschinerie als potentielle Befreierin begriff, die in diesem Moment, unter dieser Organisation der Produktionsverh&#228;ltnisse nur unsere Ausbeutung, und oft unser Leid, intensiviert“.<a href="#anm69" title="anm_69" name="anm_69"><sup>69</sup></a> Jede Diskussion &#252;ber Fortschritt muss daher mit der Frage beginnen: Fortschritt f&#252;r wen? Dies f&#252;hrt uns zur letzten Idee, jener der Vernunft selbst. Hier m&#252;ssen wir, wie im Fall des Fortschritts, fragen: Vern&#252;nftig f&#252;r wen? Dieses entscheidende Problem wurde einst von Max Horkheimer identifiziert: „Die Schwierigkeiten rationalistischer Philosophie entspringen der Tatsache, dass die Universalit&#228;t der Vernunft nichts anderes sein kann als die &#220;bereinkunft der Interessen aller Gruppen, w&#228;hrend in Wirklichkeit die Gesellschaft in Gruppen mit widerstreitenden Interessen geteilt ist“.<a href="#anm70" title="anm_70" name="anm_70"><sup>70</sup></a> KapitalistInnen m&#252;ssen Handlungen setzen, die, so rational sie f&#252;r einzelne Mitglieder ihrer Klasse sein m&#246;gen, f&#252;r alle anderen furchterregend unvern&#252;nftig sein k&#246;nnen. Die Tabakunternehmen, die gerade riesige neue M&#228;rkte f&#252;r ihre Drogen in S&#252;dost-Asien erschlie&#223;en, werden in einiger Zeit f&#252;r eine Krebsepidemie verantwortlich sein, die wiederum untragbaren Druck auf die fragilen Gesundheitssysteme dieser L&#228;nder erzeugen wird, deren Kosten die ArbeiterInnenklasse und Bauern und B&#228;uerinnen tragen werden, was zu weiterer innerer Instabilit&#228;t und schlie&#223;lich zu Kriegsgefahr f&#252;hrt. Doch nichts davon findet Eingang in die Kalkulationen der legalen Drogenbarone. Eine &#228;hnliche Logik findet sich bei den Kernenergie- und Erd&#246;lkonzernen, die George W. Bushs Weigerung, auch nur beschr&#228;nkte Versuche zur Reduktion der Treibhausgase in Erw&#228;gung zu ziehen, unterst&#252;tzen. Das Wasser steigt in Bangladesh und Mozambique, doch dies wird nicht in deren Kalkulationen einflie&#223;en, solange US-K&#252;sten nicht vom Pazifik bedeckt werden – und, wie die Erfahrung von New Orleans zeigt, vielleicht nicht einmal dann. Sobald Akkumulation eingesetzt hat gibt es keine Wahl mehr, ob rational oder nicht, denn es gibt keine Alternativen: es gibt blo&#223; die Unterordnung unter einen grausamen, erbarmungslosen und unausweichlichen Zwang. Wir k&#246;nnen daher nicht einfach die Aufkl&#228;rung ablehnen, ohne uns einiger der wichtigsten intellektuellen Waffen f&#252;r die Emanzipation des Menschen zu berauben. Doch genauso wenig k&#246;nnen wir vorgeben, sie habe keine Beschr&#228;nkungen, oder dass es keine positiven intellektuellen Entwicklungen seit Beginn des 19. Jahrhunderts g&#228;be. Die Aufgabe ist, jene Elemente der Aufkl&#228;rung zu identifizieren, die den kapitalistischen &#246;konomischen und sozialen Bedingungen, aus denen sie urspr&#252;nglich hervorgegangen war, eigen sind, und jene, die genuin universell sind und daher f&#252;r andere Zwecke genutzt werden k&#246;nnen. Seit der &#196;ra der Aufkl&#228;rung haben jene, die sich als ihre Erben gerieren, gegenl&#228;ufige Positionen in Bezug auf ihre gesellschaftlichen Ziele eingenommen. Eine Position ist, dass sich die Aufkl&#228;rung – so weit als m&#246;glich – in den Kernl&#228;ndern des Kapitalismus durchgesetzt hat und nun auf jene Teile der Welt ausgeweitet werden muss, die noch immer in der „Pr&#228;moderne“ dahint&#252;mpeln. Die Zeit hat diese Behauptungen gerichtet: Krieg, Naturkatastrophen, Armut – dies sind die Fr&#252;chte von kapitalistischer Vernunft, kapitalistischem Fortschritt und der Ablehnung der Universalit&#228;t. Die andere ist schlicht diese: Die gesellschaftlichen Ziele der Aufkl&#228;rung werden in kapitalistischen Gesellschaften immer nur teilweise erreicht werden, und selbst diese beschr&#228;nkten Erfolge sind st&#228;ndig in Gefahr. Unter diesen Umst&#228;nden ist nur eine sozialistische Position f&#228;hig die „Aufkl&#228;rung zu verteidigen“, aber auch, und vor allem, sie zu vervollst&#228;ndigen.</p>
<h3>Anmerkungen</h3>
<p>&#220;bersetzt von Benjamin Opratko und Michael Botka.<br />
Erstmals erschienen in </span><em>International Socialism</em> 110 (2006), 85-112.</p>
<p>Mit freundlicher Genehmigung von Neil Davidson und <em>International Socialism</em>.<br />
Die ungek&#252;rzte Version ist unter www.perspektiven-online.at abrufbar.</p>
<p>Von Neil Davidson ist zuletzt erschienen: Discovering the Scottish Revolution 1692-1746, London, 2003.<o></o></p>
<p><a href="#anm_1" title="anm1" name="anm1">1</a> Spinoza, Baruch de: Theologisch-politische Abhandlung, Berlin, 1870: 6<o></o><br />
<a href="#anm_2" title="anm2" name="anm2">2</a> Vgl. Davidson, Neil: Islam and Enlightenment, in: Socialist Review, M&#228;rz 2006, http://www.socialistreview.org.uk/article.php?articlenumber=9680<o></o><br />
<a href="#anm_3" title="anm3" name="anm3">3</a> Kant, Immanuel: Beantwortung der Frage: Was ist Aufkl&#228;rung, in: Berlinische Monatsschrift, Dezember 1784: 493-494, http://www.uni-potsdam.de/u/philosophie/texte/kant/aufklaer.htm<o></o><br />
<a href="#anm_4" title="anm4" name="anm4">4</a> Smith, Adam: Lectures on Jurisprudence, Oxford, 1978: 14, 16<o></o></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">5 Lord Kames: Historical Law Tracts, Glasgow, 1758: 56<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">6 Hardt, Michael/Negri, Antonio: Multitude. Krieg und Demokratie im Empire, Frankfurt/Main, 2004: 339; ausf&#252;hrlicher 338-345<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">7 Spinoza, Baruch de: Theologisch-politische Abhandlung, Berlin, 1870: 10-11; weiter hei&#223;t es da: „Ich lade deshalb den grossen Haufen und Alle, welche die gleichen Leidenschaften mit ihm hegen, zum Lesen dieser Schrift nicht ein, vielmehr ist es mir lieber, sie legen sie ganz bei Seite, als dass sie sie wie Alles verkehrt auslegen und damit l&#228;stig fallen“ (Anm. d. &#220;.).<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">8 Voltaire an D’Alembert, 2. September 1768, in: ders.: Oeuvres Completes, Bd. 46, Paris, 1880: 112<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">9 Siegel Paul N.: The Meek and the Militant: Religion and Power across the World, London, 1986: 22 (deutsch: Die Dem&#252;tigen und die Militanten, http://www.marxists.de/religion/siegel/index.htm)<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">10 Outram, Dorinda: The Enlightenment, Cambridge, 1995: 122-123; Beales, Derek: Enlightenment and Reform in 18th-Century Europe, London und New York, 2005: 9-10.<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">11 Charles de Secondat, Baron de Montesquieu: The Spirit of Laws, edited by D. W. Carrithers, Berkeley, Los Angeles und London, 1977: p262<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">12 Hegel, Georg Wilhelm Friedrich: Vorlesungen &#252;ber die Philosophie der Geschichte, Leipzig, 1979: 155<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">13 Herder, Johann Gottfried: Briefe zur Bef&#246;rderung der Humanit&#228;t, Bd. 2, Berlin und Weimar, 1971: 263<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">14 James, C.L.R.: The Black Jacobins: Toussaint L’Ouverture and the San Domingo Revolution, revised edition, London, 1980: 69-75 (deutsch: Die Schwarzen Jakobiner. Toussaint l’Ouverture und die Unabh&#228;ngigkeitsrevolution in Haiti, K&#246;ln, 1984); Blackburn, Robin: The Overthrow of Colonial Slavery, 1776-1848, London und New York, 1988: 145, 169-176<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">15 In der ersten deutschen &#220;bersetzung vom 5. Juli 1776: „Wir halten diese Wahrheiten f&#252;r ausgemacht, dass alle Menschen gleich erschaffen wurden, dass sie von ihrem Sch&#246;pfer mit gewissen unver&#228;u&#223;erlichen Rechten begabt wurden, worunter Leben, Freiheit und das Streben nach Gl&#252;ckseligkeit sind.“ </span><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">(Anm. d. &#220;.)<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">16 Berube, Michael: Public Access: Literary Theory and American Cultural Politics, London und New York, 1994: 205<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">17 Eagleton, Terry: The Illusions of Postmodernism, Oxford und Cambridge/Mass., 1994: 113<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">18 Vgl. Foucault, Michel: Wahrheit und Macht. Interview mit A. Fontana und P. Pasquino, in: ders.: Dispositive der Macht. </span><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">&#220;ber Sexualit&#228;t, Wissen und Wahrheit, Berlin, 1978:54; Chatterjee, Partha:, ‘Nationalist Thought and the Colonial World’, in: ders.: The Partha Chatterjee Omnibus, New Delhi, 1999: 168; Wood, Ellen Meiksins: The Origin of Capitalism: A Longer View, London und New York, 2002: 190<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">19 Teich, Mikuláš: ‘Afterword’, in: Porter, Roy/ Teich, Mikuláš (Hg.): The Enlightenment in National Context, Cambridge, 1981: 216-217. Vgl. Auch: Venturi, Franco: Utopia and Reform in the Enlightenment, Cambridge, 1971: 11<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">20 Hirschman, Albert O.: The Passions and the Interests, Twentieth Anniversary Edition, Princeton, 1997: 66, 128-135<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">21 Gordon, Daniel: On the Supposed Obsolescence of the French Enlightenment, in: ders. (Hg.): Postmodernism and the Enlightenment, New York und London, 2001: 204<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">22 Callinicos, Alex: Social Theory. </span><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">A Historical Introduction, Cambridge, 1999: 56<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">23 Marx, Karl/ Engels, Friedrich: Manifest der kommunistischen Partei, MEW 4: 480, 468<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">24 Marx, Karl: Nachwort zur Zweiten Auflage, Das Kapital Bd. 1, MEW 23: 21<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">25 Engels, Friedrich: Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, MEW 21: 307<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">26 Lenin, Wladimir I.: Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus, Lenin Werke 19: 3<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">27 Trotzki, Leo D.: Literatur und Revolution, Essen, 1994: 198<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">28 Jones, Gareth Stedman: An End to Poverty? </span><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">A Historical Debate, London, 2004: 235<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">29 Marx, Karl: Zur Judenfrage, MEW 1: 356<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">30 Engels, Friedrich: Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft, MEW 19: 190<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">31 May, Robert: Threats to Tomorrow’s World, anniversary address delivered by the President of the Royal Society, 30. November 2005, London, 2005:4, 16-17, 23<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">32 The Barna Update: Americans Describe Their Views About Life After Death, 23. </span><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">Oktober 2003, http:// www.barna.org/FlexPage.aspx?Page=BarnaUpdate&amp;BarnaUpdateID=150<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">33 In seinen Worten: „The jury is still out on evolution“, zit. nach Harris, Paul: Would You Adam ’n’ Eve it…Dinosaurs in Eden, The Observer, 22. Mai 2005<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">34 Gray, John: Al Qaeda and What It Means to be Modern, London, 2003: 23.<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">35 Ehrenreich, Barbara: Bait and Switch. The Futile Pursuit of the Corporate Dream, London, 2006: 221. Vgl. Kap 5, „Networking with the Lord”<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">36 Adorno, Theodor W.: The Stars Down to Earth, in: ders.: Gesammelte Schriften, Band 9.2, Frankfurt/Main, 1975: 110. Eigene &#220;bersetzung.<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">37 McKenzie, Debora: End of the Enlightenment, in: New Scientist, 8. Oktober 2005: 41, 43<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">38 Achcar, Gilbert: The Clash of Barbarisms. September 11 and the Making of the New World Disorder, New York, 2002: 89<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">39 The Root of All Evil?’ gesendet am 9. und 16. </span><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">Januar 2006, Channel 4<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">40 Marx, Karl: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, MEW 1: 379<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">41 Freud, Sigmund: Die Zukunft einer Illusion, in: ders.: Gesammelte Werke, Bd. 14, Frankfurt/Main, 1999: 372<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">42 R Dawkins, ‘Preface’, in Unweaving the Rainbow: Science, Delusion and the Appetite for Wonder (London, 1988), pxi.<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">43 Dorfman, Ariel: The Empire’s Old Clothes: What the Lone Ranger, Babar and Other Innocent Heroes do to Our Minds, London, 1983: 3-5<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">44 Fisk fand diese Worte auf dem R&#252;cken einer Erinnerungsmedaille, die sein Gro&#223;vater f&#252;r seine Dienste im Ersten Weltkrieg erhalten hatte. </span><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">Vgl. Fisk, Robert: The Great War for Civilization: the Conquest of the Middle East, London, 2005: ix<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">45 Massie, Alex: The Trial of Christopher Hitchens, in: Scotland on Sunday, 18. Juli 2003, http://scotlandonsunday.scotsman.com/ViewArticle.aspx?articleid=2441597<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">46 Hitchens, Christopher: Against Rationalization, in: ders.: Love, Poverty and War: Journeys and Essays London 2005: 413<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">47 Hitchens, Christopher: Regime Change, Harmondsworth, 2003: 56<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">48 Cohen, Nick: By the Left…about Turn, in: The Observer, 14. Dezember 2003<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">49 Cohen, Nick: I Still Fight Oppression, in: The Observer, 7. </span><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">August 2005<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">50 Englischer Journalist, der in den 1980ern der „eurokommunistische“ ausgerichteten Zeitschrift „Marxism Today“ nahe stand und sp&#228;ter zu Tony Blairs „New Labour“ konvertierte (Anm. d. &#220;.).<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">51 Kettle, Martin: When it was no Longer Sweet or Noble to Kill for the Cause, in: The Guardian, 11. </span><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">Februar 2006, <o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">52 „B52 liberals“ werden, nach den gleichnamigen Bombern, kriegsbef&#252;rwortende (Links-)Liberale genannt (Anm. d. &#220;.).<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">53 Halliday, Fred: Fundamentalism and Political Power, in: ders.: Two Hours that Shook the World: September 11, 2001. Causes and Consequences, London, 2002: 67<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">54 Burns, Robert: A Man’s a Man for a’ That, in: ders.: The Canongate Burns, Edinburgh, 2001: 512. </span><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">Robert Burns war schottischer Schriftsteller, Dichter und politischer Kommentator. “A Man’s a Man For That”, inspiriert von der Franz&#246;sischen Revolution, gilt als Hymne f&#252;r ein freies und sozialistisches Schottland (Anm. d. &#220;.).<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">55 Wordsworth, William: To Toussaint L’Ouverture, in Paulin, Tom (Hg.): The Faber Book of Political Verse, London, 1986: 229<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">56 In der deutschen Version der Internationale, 1910 von Emil Luckhardt verfasst, fehlt der Hinweis auf Vernunft – dort ist es „das Recht“, das „wie Glut im Kraterherde nun mit Macht zum Durchbruch dringt“; Der „Aberglaube“ („away with all your superstitions“) wiederum findet sich nur in der englischen Version – im franz&#246;sischen Original gilt es, „mit der Vergangenheit reinen Tisch“ zu machen („du passé faisons table rase“), in der deutschen Fassung „mit den Bedr&#228;ngern“ (Anm. d. &#220;.).<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">57 Ehrenreich, Barbara: For the Rationality Debate, http://www.zmag.org/zmag/articles/ehrenrationpiece.htm<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">58 Zit. nach Bracher, Karl Dietrich: The German Dictatorship, Harmondsworth, 1970: 10.<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">59 Trotzki, Leo: Geschichte der russischen Revolution, Bd. 3, Frankfurt/M, 1973: 982<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="DE">60 Adorno, Theodor W./ Horkheimer, Max: Dialektik der Aufkl&#228;rung. </span><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">Philosophische Fragmente, Frankfurt/M., 1971: 25<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">61 Dylan, Bob: Love minus Zero/No Limit, in: ders.: Lyrics: 1962-1985, London, 1985: 260<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">62 Callinicos, Alex: Against Postmodernism. A Marxist Critique, Houndmills, 1989: 168, 170<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">63 Burbach, Roger: Globalisation and Postmodern Politics. From Zapatistas to High-Tech Robber Barons, London und Kingston, Jamaica, 2001: 10-11<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">64 Notes from Nowhere: Emergence, in: dies.: (Hg.): We are Everywhere. The Irresistible Rise of Global Anticapitalism, London und New York, 2003: 23<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">65 Laudan, Larry: Science and Relativism: Some Key Controversies in the Philosophy of Science, Chicago, 1990: 163<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">66 Wilson, Elizabeth: Rewinding the Video, in: dies.: Hallucinations: Life in the Post-Modern City, London, 1988: 208-9<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">67 Wolin, Richard: The Seductions of Unreason. The Intellectual Romance with Fascism from Nietzsche to Postmodernism, Princeton und Oxford, 2004: 160<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">68 Sheehan, Cindy: A New World is Possible, http://www.worldsocialforumlive.org/?p=27#more-27 ver&#246;ffentlicht am 26. Januar 2006<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">69 Leslie, Esther: Walter Benjamin. Overpowering Conformism, London und Sterling, VI, 2000: 178, 231<o></o></span></p>
<p class="Fliesstext"><span style="font-size: 8pt; line-height: 120%" lang="EN-GB">70 Horkheimer, Max: The End of Reason, in: Arato, Andrew/ Gebhardt, Eike (Hg.): The Essential Frankfurt School Reader, New York, 1978: 30<o></o></span></p>
<p class="MsoNormal"><span lang="EN-GB"><o> </o></span></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.perspektiven-online.at/2008/02/22/aufklaerung-und-antikapitalismus/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
